Eine Hochzeit ist seit jeher ein sehr bedeutendes Ereignis im Leben eines Dorfes. Deshalb weiden immer große Vorbereitungen getroffen, die viel Zeit und Energie der Eltern und der Verwandtschaft in Anspruch nehmen. Bevor ich aber darüber spreche, möchte ich erläutern, wie es eigentlich zu einer Hochzeit kam.
DIE BRAUTZEIT (TI PRAVTTSAIT)
Wenn einem Jungen ein Mädchen gefiel und er es heiraten wollte, ging er eines Abends mit seinen Eltern zur Familie der Geliebten und hielt um die Hand des Mädchens an. Auch bei den Ungarn war das der Brauch.
Hier wurden sie mit Wein und Gebäck bewirtet. Wenn die Eltern des Mädchens mit der Heirat einverstanden waren, besprachen sie mit den Eltern des Jungen gleich alles, was die Heirat betraf.
Auch das Erbe wurde besprochen, d.h. was das Mädchen als Mitgift
bekommen sollte, dies hing immer vom Reichtum der Familie ab. Sie brachte Bettwäsche, Handtücher, Tischtücher und natürlich auch Feld in die Ehe mit. Die ärmeren Mädchen bekamen 6 Handtücher, 6 Tischtücher und Bettwäsche für zwei Betten als Mitgift, die reicheren von allem zwei Dutzend. Es gab aber auch Mädchen, die ihre Ausstattung selbst verdienen mußten.
Bei diesem Treffen wurde auch festgelegt, wann die Hochzeit stattfindet, wie viele Gäste man einlädt usw. Das junge Paar brauchte sich um nichts zu kümmern, es durfte nicht einmal seine Wünsche äußern. Was die Eltern beschlossen hatten, konnte nicht mehr geändert werden.
Oft kam — besonders in früherer Zeit — eine Zwangsehe zustande. Wenn der eine Ehepartner reicher war als der andere, oder wenn jemand einen Ungarn heiraten wollte, wurde die Ehe verhindert. Die Ungarn waren nämlich alle reformiert, die Deutschen dagegen katholisch, deshalb durfte keine Ehe Zustandekommen.
Im allgemeinen gab es keine Verlobung. Drei Wochen vor der Trauung ging das Brautpaar zum Pfarrer, um anzumelden, wann sie heiraten wollten. (Si hon sich loss auf-schreip. - Sie haben sich lassen aufschreiben.)
Die Eheringe wurden ebenfalls drei Wochen vor der Hochzeit gekauft, so daß sie beim Pfarrer schon mit Ringen erschienen. Es kam selten vor, daß man sich Goldringe leisten konnte. Man kaufte auf den Märkten Ringe aus „Dublee" oder borgte sie von den Eltern oder Großeltern aus.
An drei aufeinanderfolgenden Sonntagen wurden die Brautleute in der Kirche ausgerufen
. Sie mußten natürlich jedesmal in der Kirche erscheinen. Nachdem sie der Pfarrer das dritte Mal ausgerufen hatte, konnten sie die Hochzeit in der darauffolgenden Woche halten.
Die Hochzeiten wurden meistens in der Faschingszeit oder unmittelbar nach der Weinlese abgehalten. Sie fanden nicht am Samstag statt, wie man annehmen könnte, sondern an einem Dienstag, damit man am Sonntag zur Kirche gehen konnte. Am Mittwoch und am Donnerstag wurde alles aufgeräumt. Auch der Rest wurde an diesen Tagen gegessen, denn der Freitag war ja ein Fasttag, da durfte kein Fleisch aufgetischt werden.
Am Sonntag Nachmittag vor der Hochzeit gingen zwei Brautführer (Prautfiara) und das Brautpaar (Prautpoar) zu den Verwandten und Bekannten, um sie persönlich zur Hochzeit einzuladen. Sie gingen aber nicht zusammen. Die zwei Brautführer - der eine war mit der Braut, der andere mit dem Bräutigam verwandt - gingen 1-2 Häuser voraus. Sie waren festlich gekleidet und hatten einen mit farbigen Bändern geschmückten Hut auf. In der Hand trugen sie einen Rohrstock, an dem ein mit rosa oder blauen Bändern geschmückter Rosmarin (Rosmarei) war. An ihrem rechten Arm trugen sie ein vierfach zusammengefaltetes Taschentuch mit Lochstickerei in einer Ecke. Buntes Papier (blau oder rosa) wurde unter die Löcher gesteckt und die Stickerei so hervorgehoben.
Die Brautführer gingen von Haus zu Haus und luden die Gäste mit fogendem Spruch zur Hochzeit ein:
Praut un Praitigam scheckt uns her,
un ti Elter noch vil mear.
Mia loda eich zu Hochzet ei.
Bis Tenstok wiat ti Hochzet sain.
Zun Esse nehmt eich Eßzaich mit,
ti Brieftesche loßt net taham,
(oder: zun Tanz steckt eich Kelt ei)
tann wiat ti Hochzet recht lustich sain.
Braut und Bräutigam schickt uns her
und die Eltern noch viel mehr. .
Wir laden euch zur Hochzeit ein.
Bis Dienstag wird die Hochzeit sein.
Zum Essen nehmt euch Eßzeug mit,
die Brieftasche laßt nicht daheim,
(oder: zum Tanzen steckt euch Geld ein),
dann wird die Hochzeit recht lustig sein.
Den Brautführern wurde Gebäck und Wein angeboten. Sie mußten in einem jeden Haus etwas essen und trinken, sonst hätte sich die Hausfrau beleidigt gefühlt. (Es kam fast immer vor, daß sie am Ende einen ziemlich großen Rausch hatten.)
Wenn die Brautführer wieder aus dem Haus herausgekommen waren, ging das Brautpaar hinein und sagte folgendes:
Laßt eich ti Eilodung kut
sai
un kommt.
Wir laden euch zu unserem Ehrentag ein, am... (Zeitpunkt)
Laßt euch die Einladung gut genug sein
und kommt.
Heute werden die Verwandten und Bekannten nicht mehr persönlich eingeladen, sondern schriftlich. Es werden gedruckte Einladungen an sie geschickt.
Die Verwandten wurden zur Arbeit extra von der Mutter der Braut und des Bräutigams eingeladen. Dies war nicht an einen bestimmten Tag gebunden, es geschah aber meistens sonntags. Dieser Brauch lebt auch heute noch.
DIE VORBEREITUNGEN ZUR HOCHZEIT
Am Sonntag vor der Hochzeit versammelte sich die engere Verwandtschaft (Taufpaten, Geschwister), vor allem die Frauen, um die Nudeln für das Hochzeitsessen zu machen. Der Teig wurde mit der Hand geknetet und mit der Hand geschnitten, sie waren trotzdem sehr fein und dünn. Die Nudeln wurden deshalb am Sonntag gemacht, weil diese Arbeit sehr viel Zeit in Anspruch nahm, und der Sonntag der einzige Tag war, an dem niemand arbeitete.
Das Hochzeitsbrot (Weißbrot) wurde auch im Haus der Eltern gebacken. Damals gab es noch in jedem Haushalt einen Backofen.
Am Tag vor der Hochzeit begannen die direkten Vorbereitungen. Gewöhnlich nahmen nahe Verwandte und Nachbarn daran teil: diejenigen jedoch, die mit dem Brautpaar nicht so eng verwandt waren, und die Freunde kamen nur zur Hochzeit.
Fast alles, was man zum Kochen und Backen brauchte, wurde von der Verwandtschaft zusammengetragen, so: Eier, Mehl, Quark, Milch, Zucker, Fett, Hühner usw... Die Eltern mußten nur für die Getränke und für die Schweine, die geschlachtet werden sollten, sorgen.
Messer, Löffel, und Gabel brachte ein jeder mit, wozu er auch im Spruch aufgefordert wurde. Auch das Geschirr wurde von der Verwandtschaft geborgt.
Das Getränk: Auf der Hochzeit wurde früher nur Wein getrunken. Dies hatte finanzielle Gründe, der Wein wurde nämlich selbst angebaut und mußte nicht gekauft werden. Heute ist schon das Bier beliebter. Den Kindern wird auch Limonade serviert.
Das Gebäck wurde am Tag vor der Hochzeit im Wirtshaus oder im Haus der Eltern gebacken. Es spielte jedoch keine so wichtige Rolle wie heute, auch wurde nicht so vielerlei gebacken. Dabei wurden jene Gebäcksorten bevorzugt, die man schnell verfertigen konnte wie geschlagenes Gebäck, Gugelhupf und Biskuitkuchen.
Diese wurden folgendermaßen zubereitet:
Geschlagenes Gebäck
: Man legt einen dünnen Mürbenteig aufs Backblech, sodann wird ein Biskuitteig daraufgeschüttet, mit einem dünnen Teig bedeckt und gebacken.
Der Gugelhupf (Kügluf) war auch sehr beliebt. Er wurde aus einem süßen Hefeteig mit oder ohne Kakao gebacken. Dazu wurde eine irdene Gugelhupf-Form verwendet, die eine jede Hausfrau besaß. (Leider kann man heute im Dorf keine mehr finden.)
Oft wurde auch Biskuitkuchen (Pischkotn) gebacken, der anschließend mit Marmelade gefüllt wurde. Mit Buttercreme gefülltes Gebäck gab es nicht.
Heute wird das Gebäck gekauft. Seit 1945 gibt es auch Torten auf den Hochzeiten. Dieser Brauch wurde von den Ungarn übernommen, die zwischen 1945 und 1950 ins Dorf kamen.
Am Tag vor der Hochzeit versammelten sich diejenigen, die zur Arbeit gerufen wurden, schon am frühen Morgen, ungefähr um 5 Uhr.
Die Männer schlachteteen die Schweine und verarbeiteten sie. Für etwa 100 Personen wurde ein Schwein geschlachtet.(Abb. 1., 2., 3.)
Diese Arbeit nahm fast den ganzen Tag in Anspruch. Das Fleisch wurde sortiert, der magere Teil am nächsten Tag gebraten, vom fettigen Teil wurde Paprikasch gekocht. Nachdem alle Schweine verarbeitet waren, fertigten die Männer Würste, (Wiascht), Schwartenmagen
und Sülze (Sulz) an.
Diese Speisen wurden am Hochzeitstag zur Mitternacht gegessen. Rindfleisch gab es nicht, weil man zu einer Hochzeit nur wenig brauchte, so daß es sich nicht lohnte, ein Rind zu schlachten.
Die Frauen bereiteten am Vormittag das Gemüse, den Meerrettich, das Kraut vor, d.h. alles, was man zum Kochen brauchte. Das Geschirr wurde gespült, die großen Kessel ausgewaschen, so daß alles zum Kochen bereit war. An diesem Tag wurde schon zum Frühstück gekocht; es gab gebratenes Fleisch und auch gebratene Leber. Das Frühstück wurde ungefähr um 7 Uhr serviert. Das Mittagessen fand um 12 Uhr statt. Es gab Kretzelsuppe (Kretzelsoppa) mit Leberknödeln (Lewerknel). Als zweites Gericht wurde Pörkölt aufgetragen, das mit Rahm sauer gemacht wurde. Gebäck gab es zum Mittagessen noch nicht, denn es wurde meistens erst am Nachmittag gebacken. Am Nachmittag setzten die Männer ihre Arbeit fort. Die Frauen teilten sich in zwei Gruppen: Die älteren Frauen schlachteten die Hühner, rupften sie und nahmen sie gleich aus.
Die jüngeren Frauen buken Strudel (Strul), der bei einer Hochzeit nie fehlen durfte. Es gab dreierlei Strudel: Mohn- (Mogesome-), Nuß- (Neß-) und Quarkstrudel (Matestrul).
Das andere Gebäck wurde auch an diesem Nachmittag gebacken. Am Abendessen nahmen nur diejenigen teil, die tagsüber gearbeitet hatten, bzw. deren Angehörige. Das Abendessen bestand aus Hühnerpaprikasch. Früher gab es keine Nockerln dazu, nur Brot.
Auch einige Backbleche voll Strudel wurden als Nachtisch aufgetragen. Strudel gab es während der Hochzeit zweimal: einmal am Vorabend und einmal am Hochzeitstag zum Mittagessen. Der Vorabend der Hochzeit wurde „Outanzowet" genannt, weil man schon an diesem Abend tanzte. Die Musik wurde von einem Harmonikaspieler präsentiert. Oft waren diese Abende lustiger als die Hochzeit selbst.
Von diesem Abend erzählt man folgendes:
![]()
Tes woa te Outanzowet. Mia woan imma so lustich, so es
Outanzowet vielmols pesser
is wie ti Hochzet. (Wenn die Arbeit fertig war, haben wir uns hingehockt und gegessen. Nach dem Essen ist getanzt worden. Das war der Antanzabend. Wir waren immer so lustig, so daß der Antanzabend vielmals besser gelungen ist wie die Hochzeit.)
Gegen 10-11 Uhr wurde Schluß gemacht, weil die Arbeit am nächsten Tag schon zeitig losgehen mußte.
TAG DER HOCHZEIT
Am Tag der Hochzeit wurde mit der Arbeit um 6 Uhr begonnen und zuerst das Frühstück vorbereitet.
Es gab Pörkölt mit Weißbrot. Das Pörkölt wurde auf zwei Arten zubereitet: Ein Teil wurde ohne Rahm gegessen. Zum Frühstück trank man Milchkaffee.
An diesem Tag arbeiteten meistens nur die Frauen. Am Vormittag bereiteten sie das Geschirr vor und deckten den Tisch zum Mittagessen. Das junge Paar zog sich am Vormittag festlich an und ging zum Standesamt, wo es amtlich getraut wurde. An dieser Trauung nahmen nur die Trauzeugen und die Eltern teil, die Gäste nicht. Genau um Mittag versammelten sich die Gäste vor dem Wirtshaus. Die Braut und der Bräutigam mußten sich ebenfalls vor die Tür stellen. Die Kapelle spielte 3 Märsche, dann begann das Mittagessen. Diese 3 Märsche wurden deshalb im Freien gespielt, damit alle Leute im Dorf hören konnten, daß das Mittagessen beginnt.
Als erstes Gericht wurde Hühnersuppe
aufgetragen, Rindfleischsuppe gab es keine. Heute werden aber beide gekocht. Der Suppe folgte gekochtes Fleisch mit Tomatensauce (Pardeissos) und Kren (Kre).
Als Gebäck gab es Strudel. Am Mittagessen nahmen nicht alle Gäste teil, nur diejenigen, die am Vormittag geholfen hatten, und natürlich deren Familienangehörige.
Die kirchliche Trauung fand meistens um 14 Uhr statt. Nach dem Mittagessen gingen alle Gäste nach Hause, um sich festlich anzukleiden. Gegen 13 Uhr versammelten sich dann alle im Haus des Bräutigams. (Preitigam) Dies geschah auch in vielen anderen von deutschen bewohnten Dörfern und auch in vielen ungarischen Dörfern so. Die Gäste gingen in das Zimmer, wo der Bräutigam mit den Brautjungfern (Preitmat), Brautführern (Preitfier), mit seinen Eltern und Pateneltern (Tet, Phetar) stand, und gratulierten ihm. Der erste Brautführer war nicht anwesend, er war im Hause der Braut. Die Brautjungfern und Brautführer waren immer die Kinder der Pateneltern. Wenn sie keine Kinder hatten, waren es die Geschwister des Brautpaars. In der Regel gab es zwei Paare, oft auch mehrere. Die Kapelle spielte inzwischen auf dem Hof Märsche und Polkas.
Wenn alle Gäste gratuliert hatten, ging der Bräutigam zur Tür, wo er solange warten mußte, bis das Musikstück, das die Kapelle gerade spielte, zu Ende war. In seinen Händen hielt er den Brautstrauß. Mit dem Bräutigam ging die erste Brautjungfer, die eine seiner Verwandten war. Das Mädchen hatte noch keinen Strauß, sie bekam ihn erst später vom ersten Brautführer, der im Haus der Braut war.
Die erste Brautjungfer hatte einen kleinen Rosmarinstrauß, der in einen Apfel gesteckt und mit einem farbigen Band umbunden war. In der Kirche trug sie dann den Strauß zum Altar. Der Zug der Hochzeitsgäste ging mit Musik zum Haus der Braut, wo diese „rausgespielt" (rauskspilt) wurde.
Das geschah folgendermaßen:
Der Bräutigam, die Brautjungfern, die Eltern und Pateneltern gingen in das Zimmer, wo die Braut schon festlich angekleidet auf sie wartete. Im Dorf gab es einige Frauen, die steets die Braut ankleideten.
Das Zimmer, wo die Braut stand, war die sogenannte vordere Stube
sie wurde nur bei festlichen Anlässen benutzt. Der Bräutigam überreichte seiner Braut den Strauß. Die Gäste blieben im Hof, die Kapelle spielte drei Märsche. Während dieser Zeit verteilten die Brautjungfern unter den Gästen mit bunten Bändern geschmückte Rosmarinzweige.
Von diesem Brauch schreibt E. Fehrle: „Die Bedeutung der Zweige... ist überall Glaube an Glück und Segen." Der Rosmarin wurde von der Mutter der Braut gepflanzt. Die Gäste bekamen auch kleine farbige Bänder, die an ihre Kleider gesteckt wurden. Die Trauzeugen bekamen weiße Bänder, die „Rekruten" (Regruti) - nur die Jungen - nationalfarbige Bänder, die anderen Gäste blaue oder rosafarbene.
Die Braut hielt auch einen Rosmarinzweig in der Hand, Während die Rosmarins der Gäste mit je einem Band geschmückt waren, bekam die Braut einen Rosmarin mit drei weißen Bändern.
Nach den von der Kapelle gespielten drei Märschen gingen die Gäste ins Zimmer, um der Braut zu gratulieren. Danach wurden die Braut und der Bräutigam von ihren Taufpaten zur Tür geführt. Die Taufpaten waren zugleich die Trauzeugen. Hier verabschiedeten sie sich mit einem Spruch von ihren Eltern und Freunden. Auch bei den Ungarn waren und sind auch heute noch zahlreiche solche Sprüche bekannt. Der Spruch wurde von einer Brautjungfer vorgetragen:
Hochgeehrte Hochzeitsgäste, seid ein wenig still
und höret, was ich euch sagen will.
Edelstes Brautpaar, kommet heraus,
wir führen euch in das Gotteshaus,
wir führen euch vor den Hochaltar,
dort brennen alle Lichter hoch und klar.
Gottes Mutter, Maria rein,
die ladet ihr zu eurem Ehrentag ein,
sie soll euch führen an der Hand,
und soll euch selbst knüpfen das heilige Band,
das heilige Band, das Gott erschuf,
das euch zum Altar hinruft,
geht bei diesem Band beschwören.
Sind aus ihren Äuglein geronnen die Tränen,
sie sind geronnen wie der Regen,
wie der Geisth'che macht den Segen.
Vater und Mutter tretet voran,
sehet eure lieben Kinder an,
wie sie mit heißen Tränen
ihren jungfräulichen Abschied nehmen.
Ihr jungfräulicher Abschied steht schon da,
der Ehestand steht bis in das Grab.
Liebe Eltern, drückt mich nochmal an eure Brust,
weil ich noch heute scheiden muß.
Heut ist Braut und Bräutigam mit Rosen geschmückt,
Kreuz und Kummer haben sie noch nie gedrückt.
Kreuz und Kummer kommt später noch
Und nimmt kein End bis zu dem Tod.
Wenn die Braut in der Tür stand, kam eine der Ankleidefrauen zu ihr und steckte ein Geldstück in ihren Schuh. Eine Informantin erzählte: Ich hon scho in da Tiar
noch
un hot wos in mein Schuh ksteckt. Ich hon koa net hikschat Pis
von da
harn sen
hot mein Fuß scho so hoat weh
tes ich 'n zuescht raus hon mißt ziech. Noch hon ich escht ksisn, es e Steck Kelt trenn woar.
(Ich hab schon in der Tür gestanden, dann ist eine Frau zu mir gekommen und hat etwas in meinen Schuh gesteckt. Ich hab gar nicht hingeschaut. Bis wir von der Kirche heim gekommen sind, hat mein Fuß schon so hart weh getan, daß ich ihn zuerst raus hab müssen ziehen. Dann hab ich erst gesehen, daß ein Stück Geld drin war.) Auch auf deutschem Sprachgebiet war dieser Brauch bekannt, von dem E. Fehrle folgendes schreibt: „Die Braut trägt auf dem Weg zur Kirche ein Geldstück im Schuh, damit sie immer Geld habe."
Nach dem Spruch übergab der Taufpate die Braut dem ersten Brutführer, der sie in die Kirche führte.(Abb. 4.)
Mancherorts, so auch im Nachbardorf Liptoó/Litower, wurde die Braut von zwei Brautführern begleitet, der Bräutigam ging mit zwei Brautmädchen.
Der Bräutigam ging auch weiterhin mit der ersten Brautjungfer. Hinter ihnen ging das andere Brujungferpaar, dann folgten die Pateneltern, die Eltern und die anderen Gäste. Der Zug wurde von der Kapelle beschlossen.(Abb. 5.)
Neben dem Aufzug gingen Männer, sie hatten weiße Schürze an. Ihre Aufgabe war, den Gästen und den Zuschauem aus der Flasche, die sie in der Hand trugen, Wein anzubieten.
Wenn die Braut aus einem anderen Dorf stammte, wurde sie am Tag vor der Hochzeit mit einer prachtvoll geschmückten Pferdekutsche ins Dorf gebracht. Sie war bis zur Hochzeit bei den Nachbarn oder bei Verwandten untergebracht. Sie wurde deshalb mit der Kutsche gebracht, weil sie zu Fuß nich gehen durfte, die Leute hätten sie später vielleicht verspottet und als „Herbeigelaufene" (Reigelofeni) bezeichnet. Das wollte man frühzeitig vermeiden. Es kam nur selten vor, daß ein Junge ein Mädchen aus einem anderen Dorf heiratete. Man verspottete nämlich den Jungen, der in seinem Heimatdorf keine Frau gefunden hatte, und auch das Mädchen wurde natürlich verspottet.
Während der Trauung stand das Brautpaar vor dem Altar, hinter ihnen die zwei Trauzeugen und die Brautjungferpaare. Die Eltern und die anderen Gäste saßen in den Bänken. Im Zusammenhang mit der Trauung gab es drei auf Aberglauben beruhende Bräuche. Wenn sich das Brautpaar niederknien mußte, breitete die Braut ihre Schürze so aus, daß sich der Bräutigam darauf knien konnte, damit sie Herr im Haus wird.
Ein anderer Aberglaube war, daß sich der Bräutigam und die Braut dicht nebeneinander knien mußten, damit „der Teufel nicht durchgehen" könne, d.h., damit die Ehe nicht scheitern solle.
Man glaubte auch fest daran, daß derjenige Herr im Haus wird, der nach der Trauung zuerst spricht, wie es auch ein Informant erzählte: Es woa a Prauch in Tuerf, terjenig, tear zuescht wos secht, wa
von da
teartr
Herr in Haus. Konnst tr
es ich kschwint hon oukfankt zu
net es mei Fra noch (Es
war auch Brauch im Dorf, derjenige, der zuerst was sagt, wann man von der Kirche kommen, der wird der Herr im Haus. Kannst dir denken, daß ich geschwind hab angefangen zu reden, nicht daß meine Frau der Herr wird.)
Nach der Trauung wurde das Paar vom Pfarrer bis zur Kirchentür geführt, dort gratulierte er ihnen und übergab das Kreuz, auf das sie Eid gelegt hatten. Das Paar mußte in der Kirchentür stehen bleiben, und die Kapelle spielte das Lied „Schön ist die Jugend..." Danach kamen heitere Märsche. Anschließend führte der Bräutigam seine Frau zum Wirtshaus. Heute werden die Hochzeiten nicht mehr im Wirtshaus, sondern im Kulturhaus gehalten.
Jetzt gingen sie schon zusammen, das bedeutete, daß sie jetzt schon zusammengehör-ten.(Abb. 6.,7.)
Jene Gäste, die die Jause und das Abendessen vorbereiteten, blieben während der Trauung im Wirtshaus.
Sie hatten ja viel Arbeit. Wenn sie hörten, daß sich der Zug näherte, stellten sie einen Tisch vor den Eingang, damit niemand hineinkonnte. Auch zwei Backschaufeln (Backschießer) wurden vor dem Eingang von zwei Frauen quer gehalten. Die Frauen hatten je ein Backblech und je einen Kochlöffel in der Hand und machten damit einen sehr großen Lärm.
Sie forderten von dem Trauenzug Geld. Diese weigerten sich natürlich am Anfang zu zahlen, schließlich gaben sie aber doch einen Obelus, und zwar Kleingeld, das sie in die Backbleche warfen. Für diese Summe ließen sich die Köchinnen von der Kapelle einen Reigen spielen, oder sie schenkten das Geld dem jungen Paar. Ungefähr seit 20 Jahren gibt es noch einen anderen Brauch. Die Köchinnen bereiten einen Teller vor, auf den sie zwei Scheiben Brot, mit Paprika und Salz bestreut, zwei rohe Eier und eine gelbe Rübe legen.(Abb. 8.)
Vom Brot muß das Brautpaar essen. Dieser Teller ist eigentlich ein Symbol der Fruchtbarkeit.
Wenn das Brautpaar den Tanzsaal betrat, spielte die Kapelle drei Musikstücke nacheinander einen Walzer, eine Sepplpolka und eine Schnellpolka.
Diese drei Tänze durfte der Bräutigam nicht tanzen, er schaute nur zu. Diese Tänze wurden nur von der Braut, den Brautführern und von den Brautjungfern getanzt. Nach den ersten drei Tänzen wurde den Gästen die Jause angeboten. Man hatte hierzu keine Tische gedeckt. Einige Frauen trugen gefüllten Hefekuchen
und Weißbrot herum. Der
Tanz wurde nicht unterbrochen.
Ab Mitte der 50-er Jahre ist die Jause reichlicher. Nach den ersten drei Tänzen werden Tische in den Saal gestellt. Bei gutem Wetter ißt man im Freien. Es wird Hackfleisch, Brot und Salat aufgetragen. Ein jeder ißt im Stehen, nimmt sich Brot und Fleisch in die Hand. Die reichlichere Jause der letzten Jahre hat folgende Ursache: In Liptöd, einem Nachbardorf von Babarc, gab es schon seit langem Fleisch zur Jause. Das verletzte natür-lih die Eitelkeit der Babarcer, sie wollten sich auch nicht ärmer zeigen und haben aus Stolz die Liptóder nachgeahmt.
Nach der Jause tanzte man biz zum Abendessen, das ungefähr um 8 Uhr begann.
Die Tische wurden im Saal gedeckt und die Gäste nahmen Platz. Am Brauttisch saßen die Brutjungfern, die Brautführer und die „Rekruten". Die Eltern und Pateneltern saßen an einem anderen Tisch. (Phetrtisch) Neben dem Bräutigam saß die Brautjungfer, die mit ihm verwandt war, neben der Braut saß jener Brautführer, der mit ihr verwandt war.
Das Brautpaar mußte von einem Teller essen. Damit wurde ihre Zusammengehörigkeit betont.
Beim Abendessen versuchte ein geschickter Junge einen Schuh der Braut zu stehlen. Der erste Brautführer mußte gut aufpassen, daß es ihm nicht gelingt. Wurde der Schuh dennoch gestohlen, mußte ihn der Brautführer „zurückkaufen". Diesen Brauch hat auch E. Fehrle auf deutschem Sprachgebiet belegt.
Zuerst wurde Hühner- und Schweinepaprikasch aufgetragen. Dazu gab es Weißbrot. Als zweites Gericht wurde Schweinebraten (Pral) mit Salat serviert.
Der Schwanz des Schweines wurde gebraten und mit Rosmarin geschmückt, man legte ihn in die Mitte eines mit Fleisch belegten Tellers und stellte ihn vor das junge Paar. Auch das war ein Symbol der Fruchtbarkeit und zugleich auch eine Neckerei.
Zuletzt gab es Gebäck als Nachtisch:
Gugelhupf und Biskuitkuchen.
Der Brauch, daß nach dem Abendessen die Kapelle einen Tusch gibt, lebt erst seit kurzer Zeit. Zu Anfang des Jahrhunderts und auch vorher gab es diese Sitte noch nicht. Der Tusch bedeutet, daß die Kapelle während des Abendessens durch den Saal geht und einem jeden sein Lieblingslied spielt. Der erste Brautführer hält eine mit Rosmarin geschmückte Flasche Wein und zwei Gläser auf einem Tablett in der Hand. Derjenige, dem die Kapelle das Lied spielt, muß die Gläser leer trinken.
Natürlich handelt es sich meist um ein Paar, der Junge ließ dem Mädchen ein Lied spielen. Dafür muß bezahlt werden, das Geld wird auf das Tablett gelegt.
Die Musikanten gingen auch auf den Hof, um dort für die Köchinnen zu spielen. Diese tanzten dann meist im Kreis und sangen dazu.
Beim Abendessen kam eine Köchin begleitet von einem Mann, mit verbundenem Arm in den Saal, und tat so, als ob sie sich ihren Arm verbrannt hätte. Sie verlangten von den Gästen Geld. Das Geld schenkten sie manchmal dem Brautpaar, oft ließen sie sich aber für dieses Geld von der Kapelle ein Musikstück spielen. Dieser Brauch war auch in vielen ungarischen Dörfern üblich.
Nach dem Abendessen wurde im Saal alles aufgeräumt, so, daß man genügend Platz zum Tanzen hatte. Es wurde ungefähr bis 11 Uhr weitergetanzt, dann kam das Schenken.
Man brachte einen großen Tisch herein und stellte ihn in diee Mitte des Saales. Das Brautpaar stand am Tisch, die Kapelle spielte Walzer in kuzen Stücken. Zuerst schenkten die Pateneltern. Die zwei Taufpatinnen schenkten je ein Polster, ebenso die Firmeltern (Firmtet,
.(Abb. 9., 10., IL, 12.) Danach schenkten die Verwandten und
Freunde.
Die Gäste legten ihre Geschenke nacheinander auf den Tisch und tanzten ein Stück des Walzers mit der Braut oder mit dem Bräutigam, d.h. mit dem Teil des Brautpaares, von dem sie eingeladen wurden. Die Brautführer packten die Geschenke aus und hoben sie in die Höhe, um sie allen Gästen zu zeigen. Das Schenken geschieht auch heute noch so. Geld wurde nicht geschenkt, sondern meistens nur Tischdecken, Bettwäsche und Geschirr. Heute dagegen schenken fast alle Leute dem jungen Paar Geld.
Ein schöner Brauch ist heute, daß die Rekruten mit dem Brautpaar extra im Kreis tanzen. Es wird ein „Csárdás" gespielt, danach das Lied „Schön ist die Jugend" und während dieses Liedes trinken die Rekruten mit dem Brautpaar ein Gläschen Wein.
![]() |
Damit verabschiden sie sich voneinander. Gleich nach dem Abendessen gab es einen sog. „Rekrutenreigen". Vor der Kapelle wurde eine Polka gespielt, die nur von den Rekruten getanzt wurde. Jene Jungen, die mit der Braut oder mit dem Bräutigam gleichen Alters waren, suchten sich eine Tänzerin und tanzten diesen Tanz mit ihr. Die Mädchenrekruten durften aber nicht tanzen. Die Begründung hierfür ist nicht mehr bekannt.
Heute wird beim Schenken auch Spaß gemacht. Jemand packt zwei Luller ein, möglichst so, daß ein großes Paket entsteht. Die Brautführer müssen natürlich auch dieses Geschenk auspacken, was sehr lange dauert. Nachher werden die Luller der Braut und dem Bräutigam um den Hals gehängt.
Am Ende des Schenkens tanzten Braut und Bräutigam mit den Eltern. Einen Walzer, der Titel heißt: „Ein Mutterherz"
![]() |
Text:
Die Mutter ist das größte Glück auf Eiden,
was jedes Menschenherz besitzen kann.
Sie kränkt sich ab und denkt wie wird's nun werden,
Sie sorgt und schafft von morgens bis zur Nacht.
Sie ist bedacht aufs Wohlergehn der Kleinen,
setzt manchmal auch ihr eigenes Wohl aufs Spiel.
Wie kann man so ein Mutterherz vergessen,
ein Mutterherz, das trägt unendlich viel.
Und wird man krank und trübe Tage kommen,
dann weißt du erst, was Mutteerliebe war.
Der Vater hat die Mutter dir genommen so
stehst trostlos an ihrem stillen Grab.
Und ist man alt, auf wen kann man dann bauen,
nur auf das liebe, liebe Mütterlein.
Und hat der Tod die Mutter mir genommen,
so steh ich trostlos an ihrem stillen Grab.
Zuerst tanzte die Mutter des Bräutigams mit ihrem Sohn und der Vater mit der Braut, dann tauschten sie. Anschließend tanzte die Mutter der Braut mit ihrer Tochter und ihr Vater mit dem Bräutigam. Dann tauschten auch sie, und so tanzte zuletzt der Vater mit seiner Tochter. Das war deshalb so, weil er am Ende die Braut dem Bräutigam mit folgenden Worten übergab:
Bisher hon ich
noch meiner Hant,
jetzt ziech
noch teiner hant.
,Bisher hab' ich sie gezogen nach meiner Hand,
jetzt ziehe sie nach deiner Hand.,,
Nachdem das Paar mit den Eltern den Walzer getanzt hatte, spielte die Kapelle eine Schnellpolka. Diese Polka tanzte das Brautpaar um den Tisch, auf dem die Geschenke lagen, während ihnen ein Mann mit einem Besen folgte. Sie tanzten dreimal um den Tisch, dann mußten sie aus dem Saal hinausrennen. An der Tür stand jemand mit einem Teller. Wenn sie durch die Tür wollten, warf dieser den Teller vor die Füße des jungen Paares. Nach dem Aberglauben bringt dies Glück. Man sagt auch, daß das Paar so viele Kinder bekommen wird, in wieviele Stücke der Teller zerbricht.
Die Geschenke wurden am anderen Morgen in den Händen nach Hause getragen, damit nichts zerbrach.
Nach dem Schenken ging das Brautpaar nach Hause, um sich umzuziehen, während man im Saal weitertanzte. Ungefähr um 12 Uhr wurde das „Mitternachtsessen" (Rohston) aufgetragen. Diesmal stellte man einen langen Tisch in die Mitte des Saales, Stühle gab es keine.
Ein jeder aß stehend. Man bot den Rest vom Abendessen an, es gab aber auch frische Würste, Schwartenmagen und Sülze.
Nach dem Essen setzte man den Tanz fort. Oft wurde auch Spaß getrieben, um die Hochzeitsgäste aufzurütteln. Davon wurde folgendes erzählt: Noch
Rohston hon sich zwa Lait wie Praut un Preidigam ok
sen
un hon allerhant Witz
(Nach der Ruhestunde haben sich zwei Leute wie Braut und Bräutigam angezogen, sind hereingekommen und haben allerhand Witz gemacht.)
Dieser Brauch war vielerorts auch bei den Ungarn bekannt.
HOCHZEITSTÄNZE
Gegen 3 Uhr morgens, als ein jeder schon ziemlich müde war, spielte die Kapelle zur Aufmunterung die alten Volkstänze, die die Frauen und Männer von ihren Großmüttern und Urgroßmüttern gelernt hatten.und die man vorwiegend auf Hochzeiten tanzte.
Über diese Hochzeitstänze schreibt Franz Basch folgendes:
„Wir dürfen die in den meisten deutschen Gemeinden der Schwäbischen Türkei vom lebendigen Brauchtum bewahrten Hochzeitstänze zu dem eigentümlichsten bäuerlichen Volksgut unseres Deutschtums rechnen. Sie wurden vor Jahrhunderten aus der deutschen Urheimat mitgebracht und als teures Erbe der Altvorderen - gleich Sprache, Sitten, Liedern, Trachten, Volksglauben - bis auf den heutigen Tag getreu und gedeihlich von den Nachkommen gepflegt."
„Kommt es zu diesen Tänzen, so verschwinden auch im vergrämtesten Herzen Sorgen und Plagen des arbeitsbeflissenen Alltags noch weit rascher als beim üblichen Volkstanz:
Aller Ernst des Lebens, ja sogar die Altersgrenzen schwinden."
TANZBESCHREIBUNGEN
NONNENTANZ
![]() |
An diesem Tanzspiel nahmen der Nonnenvater, der Teufeel und die Nonnen teil. Die Zahl der Nonnen war nicht festgesetzt. Da der Tanz auf Hochzeiten getanzt wurde, konnten die Frauen und Mädchen keine weißen Kleider anziehen, so schlugen sie ihren oberen Rock über den Kopf, dadurch war der Kopf zugleich verhüllt. Manchmal zogen sie ihren oberen Rock aus und nahmen das Kopftuch ab. Unter dem Kopftuch trugen sie eine weiße Haube, die dem weißen Kopftuch der Nonnen glich. (Dies konnten aber nur die Frauen machen, weil die Mädchen keine Kopftücher und Hauben aufhatten.) Der Nonnenvater hielt einen Besen in der Hand, er hatte ein weißes Hemd an.
Die Tänzer bildeten eine Schlange, der Nonnenvater stand an der Spitze. Die erste Nonne faßte ihn an den Schultern, die zweite Nonne die erste usw.
1. Teil:
Vom Nonnenvater geführt, gehen die Nonnen im Wechselschritt nach vom. Bei jedem Schritt neigen sie sich in der Richtung des Fußes, mit dem sie vorwärts schreiten. Der Teufel tanzt außerhalb der Schlange und will eine Nonne stehlen. Er muß sehr geschickt sein, damit ihn der Nonnenvater nicht bemerkt. Gelingt es ihm, eine Nonne aus der Schlange herauszureißen, schleppt er sie aus dem Saal hinaus, der Nonnenvater folgt ihm mit dem Besen und schlägt ihm auf den Rücken.
2. Teil:
(langsam) Die verbliebenen Nonnen knien sich nieder und beweinen die Verlorene. Dies wiederholt sich, bis alle Nonnen entführt sind. Zuletzt schleppt der Teufel auch den Nonnenvater hinaus, der sich natürlich mit dem Besen wehrt.
GRÜNE ROSE, ROTE ROSE
![]() |
Beschreibung: Der Tanz ist ein Paartanz, der im Kreis getanzt wird. Die Tänzer stehen einander gegenüber mit geschlossener Fassung. Der Mann steht im inneren Kreis.
Takt 1-2: Vier große Nachstellschritte in die Tanzrichtung. Bei einem jeden Schritt eine Abwärtsschwingung nach vorn.
Takt 3-4: Kleine, kurze Nachstellschritte in Gegenrichtung, wobei die Arme weiterhin nach vorne gesteckt bleiben, der Kopf schaut aber in Gegenrichtung.
Takt 5-8: Polka, die im Kreis getanzt wird. Bei der Wiederholung des Taktes 5-8. wird die Polka rückwärts getanzt, so daß die Paare wieder in die Ausgangsstellung kommen, und der Tanz beginnt von vorn.
SIEBENSCHRTTT
![]() |
Paartanz im Kreis, die Tänzer stehen einander gegenüber, die Männer stehen im inneren Kreis. Geschlossene Fassung.
Takt 1-2: 7 Nachstellschritte in der Tanzrichtung (Frauen beginnen mit dem rechten, Männer mit dem Unken Fuß). Diese Nachstellschritte sind etwas schneller, als im vorigen Tanz: Rote Rose, grüne Rose)
Takt 3-4: Mit 7 Nachstellschritten zurück. (Die Frauen beginnen mit dem linken, die Männer mit dem rechten Fuß.) Die Arme bleiben weiterhin nach vome gestreckt, der Kopf schaut aber in die Gegenrichtung.
Takt 5: Mit drei Schritten eine halbe Drehung nach rechts.
Takt 6: Mit drei Schritten eine halbe Drehung nach links.
Takt 7-8: Mit 4 Schritten einmal rechts herumtanzen. Bei der Wiederholung der Takte 5-8 wird dasselbe getanzt.
MAILÄNDER
![]() |
Text:
Lisje mei, Lisje mei, Lisje mei Weib,
Konrod mein, Konrod mein, Konrod mein Mann
Geh mit mir harn,
Geh mit mir harn,
Geh mit mir, geh mit mir, geh mit mir harn!
Paartanz im Kreis. Aufstellung einander gegenüber mit geschlossener Fassung. Der Tänzer steht im inneren Kreis.
Takt 1-2: Zwei Nachstellschritte vorwärts. (Die Frauen beginnen mit dem rechten, die Männer mit dem Unken Fuß.)
Takt 3-4: Mit ganz kleinen, schnellen Schritten eine halbe Drehung nach rechts. Die ausgestreckten Hände zeigen in die Gegenrichtung, der Kopf in die Tanzrichtung. Es wird auch weiterhin in Tanzrichtung getanzt.
Takt 5-6: jetzt steht die Frau im inneren Kreis. Zwei Nachstellschritte in Tanzrichtung. (Frauen beginnen mit dem Unken, die Männer mit dem rechten Fuß.)
Takt 7-8: Mit ganz kleinen, schnellen Schritten eine halbe Drehung nach links. Die Paare kommen so in die Ausgangsstellung. Takt 8-9: Wie Takt 3-4. Takt 10-11: Wie Takt 7-8.
Takt 12-15: Mit kleinen, schnellen Schritten einmal herumtanzen. Der Tanz beginnt von vorn.
DER SCHMIED
![]() |
Paartanz im Kreis. Die Männer stehen im inneren Kreis, die Frauen im äußeren. Zweihandfassung.
Takt 1-4: Wechselhupf, mit dem rechten Fuß beginnend. Das vordere Bein wird gesteckt, das Standbein im Knie nicht eingeknickt, der Körper ganz wenig nach hinten geneigt.
Takt S-8: Polka in Tanzrichtung mit geschlossener Fassung. Bei der Wiederholung des Taktes S-8. Polka in Gegenrichtung.
Der Tanz beginnt von vorn.
TO HOST...
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis. Die Tänzer stehen einander ge genüber, sie fassen sich an beiden Händen an.
Takt 1-4: Die beiden Tänzer berühren sich mit dem Kpf. Bei der Wiederholung des Taktes 1-4 berühren sie sich mit dem Bauch.
Takt 5-9: Walzer in geschlossener Fassung in Tanzrichtung. Der Tanz beginnt von vom.
![]() |
DER SPIELMANN
![]() |
Paartanz im Kreis. Der Tänzer steht im inneren Kreis. Die Unke Hand des Mädchens und die rechte Hand des Jungens sind aufeinandergelegt und nach vorn gestreckt.
Takt 1-2: In Gehschritten nach vorn gehen.
Takt 3-4: Die Tänzer wenden sich zueinander, ohne Fassung. Winken einander zuerst mit der rechten, dann mit der Unken Hand.
Takt 1-2: (Wiederholung)
Takt 3-4: (Wiederholung) Die Tänzer wenden sich ohne Fassung zueinander, sie klopfen einander auf die Schultern, zuerst mit der rechten Hand (Takt 3) auf die Unke Schulter des Partners, dann mit der Unken Hand (Takt 4) auf die rechte Schulter des Partners.
Takt S-9: Die Tänzer hängen sich mit der Unken Hand ineinander ein, und drehen sich in Laufschritten dreimal nach rechts.
Bei der Wiederholung des Taktes S-9 wechseln sie die Fassung und drehen sich dreimal in Laufschritten nach links.
Takt 10: Die Tänzer stehen einander gegenüber, beugen sich erst nach rechts, dann nach links. Der Tanz beginnt von vorn.
HOPPSA...
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis, Offene Fassung. Takt 1-2: zwei Nachstellschritte in Tanzrichtung
Takt 3-4: mit kleinen, schnellen Schritten eine halbe Drehung nach rechts. (Die Tänzerin steht im inneren Kreis.)
Takt 1-2: (Wiederholung) zwei Nachstellschritte in Tanzrichtung.
Takt 3-4: (Wiederholung) mit kleinen, schnellen Schritten eine halbe Drehung nach rechts (die Tänzerin und der Tänzer kommen in die Ausgangsstellung).
Takt 1-4: (schnell) geschlossene Fassung, die Tänzer tanzen Schnellpolka in Tanzrichtung.
WENN KIRMES IST..
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis. Offene Fassung. Takt 1-3: vier Nachstellschritte in Tanzrichtung.
Takt 4-6: vier Nachstellschritte nach hinten, in Gegenrichtung (die Tänzer gehen rückwärts, sie drehen sich nicht um).
Takt 7-14: Schnellpolka in geschlossener Fassung in Tanzrichtung.
ZUM TANZEN...
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis, offene Fassung.
Takt 1: Mit einem Walzerschritt eine 1/4 Drehung voneinander. Acht Schritte in Tanzrichtung.
Takt 2: In Walzerschritten tanzt das Mädchen um den Burschen, läßt aber seine Hand nicht los, und schlingt so ihren Arm um den Burschen. Die Tänzer bewegen sich nicht.
Takt 3: Wie der erste Takt: sie gehen aber nicht in Tanzrichtung, sondern bleiben auf demselben Platz stehen. Es scheint so, als ob sich der Junge losreißen möchte. (16 Schritte)
Takt 4: Das Mädchen tanzt um den Jungen in Walzerschritten, aber rückwärts. So kommt sie zur Ausgangsstelle. (8 Schritte)
Takt S: Der Junge geht in Walzerschritten zur nächsten Tänzerin, er „rennt" weg.
IM KRONENWALD
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht innen, offene Fassung.
Takt 1-4: 8 langsame Wechselschritte in Tanzrichtung mit dem rechten Fuß beginnend, (auch während der Wiederholung)
Takt 5: Die Tänzer wenden sich zueinander, hängen sich am Unken Arm ein und machen eine ganze Drehung mit Laufschritten.
Takt 6: Die Tänzer hängen sich am rechten Arm ein und machen eine ganze Drehung im Laufschritt.
Takt 7-8. 2 Wechselschritte in Tanzrichtung. Offene Fassung. Der Tanz beginnt von vorn.
ES GEHT NICHT ÜBER DIE GEMÜTLICHKEIT
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht innen, offene Fassung.
Takt 1-3: Gehschritte in der Tanzrichtung vorwärts, mit dem rechten Fuß beginnend.
Takt 4: Die Tänzer wenden sich einander zu und beugen sich. Der Junge hält mit seiner rechten Hand die rechte des Mädchens, die Arme sind emporgehoben.
Takt 5: wie Takt 4, aber mit Handwechsel.
Takt 6-7: Ausgangsstellung wie Takt 1-3.
Takt 8-9: wie Takt 4-5.
Takt 10: Die Stellung bleibt, der Junge hält mit seiner rechten Hand die des Mädchens fest. Sie schwingen mit dem rechten Fuß nach links.
Takt 11: Handwechsel, Tänzer schwingen mit dem Unken Fuß nach rechts.
Takt 12-13: Fassung lösen, die Tänzer drehen sich einmal um.
Takt 14: wie Takt 10.
Takt 15: wie Takt 11.
Takt 16-17: wie Takt 12-13.
Takt 18-19: wie Takt 4-5.
SCHUSTERTANZ
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis.
Takt 1-9: Ausgangsstellung: der Tänzer kniet mit dem rechten Fuß, die Tänzerin steht im gegenüber, sie stellt ihren rechten Fuß auf den Unken des Tänzers. Der Tänzer macht solche Bewegungen, als ob er Schuhe nageln würde, die Tänzerin, als ob sie Garn spinnen würde.
Takt 10-17: Schnellpolka in Tanzrichtung. Geschlossene Fassung.
KREUZPOLKA
![]() |
Paartanz im Kreis, seitliche Kreuzfassung, Tänzer innen.
Takt 1: Wechselshritt mit dem äußeren Fuß beginnend.
Takt 2: zwei Tupftritte mit dem inneren Fuß, erst mit der Ferse, dann mit den Zehenspitzen.
Takt 3: Mit einem Wechselschritt (mit dem Unken Fuß beginnend) halbe Drehung auseinander, Fassung bleibt.
Takt 4: Wie Takt 2.
Takt 5-8: Polka in geschlossener Fassung.
Die folgenden Tänze sind ursprünglich ungarische Tänze. Sie wurden von den Tanz-meistem, die im Dorf oft eine „Tanzschule" hielten, populär gemacht.
MAGYAR KETTŐS
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht innen. Kreuzfassung.
Takt 1-2: Zwei Wechselschritte mit dem äußeren Fuß in der Tanzrichtung vorwärts. Takt 3: Fassung lösen, ein Wechselschritt, 3/4 Drehung voneinander. Takt 4: Männer: Fersenschlag, Frauen: zwei Tupftritte mit dem rechten Fuß vorwärts mit Sprung.
Takt 5: zwei „Cs rd s" - Schritte nach rechts.
Takt 6: wie Takt 5 (links).
Takt 7-8: Paardrehung in geschlossener Fassung mit Laufschritten.
GÓLYA
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht innen. Storchfassung.
Takt 1-8: Acht Wechselschritte in Tanzrichtung vorwärts, mit dem rechten Fuß beginnend.
Takt 9: Der Tänzer dreht die Tänzerin rechts, sie schauen sich an.
Takt 10: Er dräht die Tänzerin links, sie schauen sich an.
Takt 11-12: Der Tänzer dreht die Tänzerin unter seine erhobenen rechten Hand um.
HOGY A CSIBE...?
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht im inneren Kreis, gegenüber der Tänzerin.
Takt 1-2: Der Tänzer hält mit seiner linken Hand die rechte Hand der Tänzerin so, daß ihre Handfläche nach oben gekehrt ist, und schlägt mit der rechten band dreimal leicht darauf.
Takt 3-4: Die Tänzerin hält mit ihrer rechten Hand die Unke Hand des Tänzers so, daß seine Handfläche nach oben gekehrt ist und schlägt mit der rechten Hand dreimal leicht drauf.
Takt 5-12: Die Tänzer hängen sich am Unken Arm ein und drehen sich mit Laufschritten rechts um. Bei Wiederholung des Taktes 5-12 hängen sie sich am rechten Arm ein, und drehen sich mit Laufschritten links um. Der Tanz beginnt von vorn.
PATI, PATI NŐ
![]() |
Paartanz im Kreis, der Tänzer steht innen. Mit Kreuzfassung vorn.
Takt 1: Zwei Nachstellschritte vorwärts, rechts ausschreiten. Beim zweiten Schritt mit dem Unken Fuß schwingen.
Takt 2. Zwei Nachstellschritte vorwärts, links ausschreiten, beim zweiten Shritt mit dem rechten Fuß schwingen.
Takt 3-4: Abwechselnd mit dem rechten und Unken Fuß schwingen (mit dem Unken Fuß wird begonnen).
Takt 5: wie Takt 1.
Takt 6: wie Takt 2.
Takt 7-8: Die Tänzer hängen sich am Unken Arm ein und drehen sich einmal rechts um. Der Tanz beginnt von vorn.
Wie gesagt, die Gäste wurden von diesen alten Volkstänzen „aufgerüttelt", und sie tanzten lustig weiter, bis ungefähr 5 Uhr. Dann wurde der Tanz beendet und das junge Paar nach Hause begleitet. Bei dieser Begleitung gab es zwei Bräuche, manchamal wurde der eine, manchmal der andere verwendet.
Der eine war, daß die Kapelle im Hof drei Märsche spielte, und die Gäste das junge Paar ohne Musik nach Hause begleiteten.
Der andere, daß auch die Kapelle mit den Gästen ging, dann auf dem Heimweg Märsche spielte. Beim „Hochzeitshaus" spielten sie noch drei Musikstücke.
Nachher wurde noch etwas am Hof gegessen ( es waren ja nur noch wenige Gäste anwesend, also brauchte man keinen großen Platz mehr), und dann gingen alle müde und erschöpft nach Hause.
Die Köchinnen mußten aber erst alles aufräumen, das Geschirr spülen, das noch fast den ganzen Tag in Anspruch nahm.
Im Zusammenhang mit der Hochzeitsnacht kann man auch einen Aberglauben finden. Nämlich, wer zuerst ins Bett geht, wird eher sterben.
HOCHZEITSTRACHT
Die Hochzeitstracht am Ende des 19. Jahrhunderts
Die Schuhe der Braut waren aus schwarzem Samt (Sametschu) und in der Mitte mit einem blauen oder schwarzen Band zusammengebunden. Sie trug weiße Patentstrümpfe (Patentstremp). Die 3 oder 4 Unterröcke
waren aus Leinwand (Leine) gefertigt und nicht gestärkt. Darauf kam der Oberrock (Ewerkittel) aus schwarzer Seide oder aus einem anderen glänzenden schwarzen Stoff, der mit Maschinenstickerei verziert war. Er wurde Ameisenrock
genannt. Den Rock bedeckte vorn die gezogene weiße Chiffonschürze, rings herum an die Schürze nähte man Spitzen, in die ein buntes Band gezogen wurde, daß man vorn in eine Masche band.
Das Hemd wurde aus Leinwand genäht, sein Hals war gekräuselt. Der Kurze Mantel (Moutsa), den man auf dem Hemd trug, wurde aus demselben Stoff genäht wie der Mantel des Bräutigams.
Um den Hals trug die Braut ein Samtband mit einem kleinen vergoldeten Kreuz. Ihr Haar war nach hinten gekämmt, in vielen kleinen Zöpfen geflochten und aufgesteckt. Drauf kam der Kranz, der mit zwei bunten Bändern zusammengebunden war. Diese Bänder hingen hinten über den Rücken hinunter, am Ende dieser Bänder waren weiße oder blaue Blumen. Der Strauß bestand auch aus Kunstblumen und aus Rosmarin.(Abb. 13.)
Die Tracht am Anfang des 20. Jahrhunderts
Die Brauttracht war zu dieser Zeit viel schöner, bunter und reicher verziert. Die Schuhe Ueß man aus schwarzem Samt oder aus Leder machen, sie wurden aber mit einem weißen Band gebunden. Die Lederschuhe trug man aber nur dann, wenn es regnete.
Die 5 oder 6 Unterröcke wurden gut gestärkt, darauf kam der schwarze, glänzende Oberrock aus Atlas. (Otloskittel) Die Schürze (Schiaz) wurde auch weiterhin aus weißem Chiffon genäht, oben gezogen und ringsherum mit vielen Spitzen versehen.
Über dem Hemd trug die Braut ein dreieckiges besticktes Tuch (Emhalstuch), und darauf kam ein kurzer Mantel. Der Kranz wurde aus Wachs-Vergißmeinnichtblumen gemacht. Er war hoch und hinten mit zwei weißen Bändern zusammengebunden, dei in silbernen Fransen endeten. In der Hand trug die Braut ein weißes gesticktes Taschentuch mit einem Rosmarin, an den ein schmales Band gebunden war.(Abb. 14., 15., 16., 17., 18.)
Die Tracht in den 40-er Jahren
Die Tracht weist keine besonderen Veränderungen auf. Der Oberrock war nicht mehr einfarbig, sondern mit blauen oder lila Rosen gemustert. Die Grundfarbe war auch weiterbin schwarz.
Die Schürze wurde nicht mehr gezogen, sondern nur einfach aus drei Teilen zusammengenäht, so daß sie sich ganz an den Rock schmiegte. Vor der Schürze prangte ein breites glänzendes Band, das bunt oder in sich gemustert war. In Liptod/Litower dagegen war die Schürze in Falten gelegt.(Abb. 19., 20., 21., 22., 23., 24.)
Auf das weißse Hemd zog man eine Bluse und keinen Mantel mehr. Die Bluse (Plus) wurde aus glänzender schwarzer Seide genäht und mit vielen Spitzen geschmückt. (Abb. 25., 26., 27.)
An den Rosmarin in der Hand band man drei kleine Maschen. Nach der Trauung wurde das Oberteil (Mantel bzw. Bluse) ausgezogen, und auf das Hemd kam ein schwarzes Leibchen mit dem Umhängetuch. (Emhalstichal)(Abb. 28., 29., 30.)
Die Braut zog sich auch zur Mitternacht, nach dem Schenken um. Sie hatte nachher einen Atlasrock oder einen sogenannten „Weschkittel" an, auf dem Kopf trug sie ein Kopftuch, oder den Tschepl.(Abb. 31.)
Wenn im Dorf ein junges Mädchen starb, wurde sie in Brautkleidung gekleidet und hatte auch einen Kranz auf. Die Mädchen, die gleichen Alters mit der Verstorbenen ware, trugen den Sarg.
Der Bräutigam trug einen schwarzen Anzug aus Tuch, hoche Schuhe und einen Hut.
An die Unke Brust wurde ein kleiner Strauß aus weißen Kunstblumen mit zwei weißen Bändern gesteckt. In der Hand hatte er einen Rosmarinzweig.
Die Brautjungfern trugen Atlasröcke mit blauen, lila oder grünen Rosen gemustert. Ihre Schürzen waren weiß, aber gezogen, dadurch unterschieden sie sich von der Schürze der Braut. Sie trugen keine Bluse, sondern einen Halbmantel. Die ersten beiden Brautführer hatten ein großes, vierfach zusammengefaltetes weißes Taschentuch am Arm, daß an einer Ecke weiß bestickt war. Es wurde von der Braut angefertigt. Der erste Brautführer turg es am rechten Arm, er war der sog. rechte Brautführer; der zweite Brautführer hatte es am Unken Arm, er war der sog. Unke Brautführer. Sie trugen einen schwarzen Anzug. (Abb. 32., 33., 34., 35.)
LITERATUR
BASCH, F.: Deutsche Hochzeitstänze in der Schwäbischen Türkei. In: DUHBl,
FEHRLE, E., 1937. Deutsche Hochzeitsbräuche. Jena.
HARTMANN, R., Die „falsche Braut" in der schwäbischen Türkei. In: DUHBl,
HORAK, K., Volkstänze in der Schwäbischen Türkei. In: Deutsche Volkstäze, Heft 29.
KANTER, J., 1979. Als sich zwei Herzen fanden. Deutscher Kalender, S. 194-299. Budapest.
KISS, E., 1979. Deutsche Volkstanzüberlieferungen im südlichen Transdanubien. In: Bei träge zur Volkskunde der Ungarndeutschen, S. 185-230. Budapest.
Magyar Néprajzi Lexikon
A Magyar Népzene Tára (Red., Bartók, B. - Kodály, Z.) IE/A, Lakodalom. Budapest.
SZENDREY, Á., 1956. Lakodalmi szokások gyűjtése. Budapest.
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|
![]() |
|