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KATALIN MAJOR

Zur Beschreibung der Volkstracht der Deutschen in Werischwar/Pilisvörösvár

(Eine Dokumentation)

 

Aus der Vergangenheit von Werischwar

Vor der Behandlung der Volkstracht soll man einen kurzen Überblick über die Vergangenheit des Dorfes geben. Dem Quellenmaterial nach weiß man, daß in dieser Gegend lange Zeit die Römer lebten. „Aus der Römerzeit fand man einen Meilenstein, der in dem Hof der Bibliothek steht. Seine Inschrift enthält einen lateinischen Satz: „AB AQ Villi MP", das heißt, „ab Aquincum novem (9) mille passus, 9000 Schritte".1

„Pilisvörösvár (Werischwar) erhielt seinen Namen eigentlich von den Türken. Auf dem Gebiet der heutigen Dorfgemeinde wurde von ihnen eine Festung aus Planke gebaut. Da aber ihre Mauern rot waren, wurde die Festung „Rotenturm" genannt."2

„Im Laufe der Türkenherrschaft bildete diese Gegend den Schauplatz ständiger Kämpfe, die hier das Leben vernichteten. In der Konskription aus 1688 wurde festgestellt: „Werischwar, ist ein von langen Jahren her ganz ruiniert vndt öedes Dorff... alwo die Türkhen eine Baianken gehabt."3

Woher kamen eigentlich die neuen deutschen Siedler?

„Die Besiedlung dieser Landschaft erfolgte nicht auf einmal, sondern erst nach und nach. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Hauptmasse der Siedler. Nachher trafen nur noch kleinere Gruppen oder Einzelpersonen, besonders Handwerker ein."4

„Als Hörige konnten die Siedler nur mit dem Konsens des Gutsherren auswandern. Über die Erlaubnisse nahmen einzelne deutsche Domänen Protokoll auf. In der Arbeit von W. HACKER über die Angaben der Protokolle führte er den Namen des Ansiedlers, den seiner Frau und seiner Kinder an, außerdem noch die Summe, die den Bauern dem Vermögen nach bezahlt wurde."

„Die Ansiedler erhielten Steuerfreiheit für 3 Jahre und hatten Freizügigkeit."5 „Das zeigte eine starke Binnenwanderung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, einen regen Bevölkerungsaustausch zwischen den Dörfern. Die Siedler dürften fast ausschließlich Bauern gewesen sein."6 „Außer dem Ackerbau begannen sie sich mit Weinbau zu beschäftigen."7

„Kaum war das Volk seßhaft geworden, verlangte es auch schon nach einem Gotteshaus. Die deutschen Siedler waren katholisch."8 ,,Die Werischwarer Kirche wurde gegen 1700 gebaut, zuerst aus Holz, später aus Stein. Im Laufe der Geschichte wurde sie mehrmals umgebaut, heute steht sie unter Denkmalschutz, wie auch das Rathaus, das ursprünglich als Postamt, später als Gasthof bestand. Seit 1895 fungiert es als Gemeindehaus."9

„Im Frühling 1894 begann man die Bahnlinie zwischen Budapest und Gran/ Esztergom zu bauen. Die Eisenbahn und dadurch die bessere Verbindung mit der Hauptstadt übte eine große Wirkung aufs Wirtschaftsleben des Dorfes aus, wie auch der Steinkohlenbergbau. Die Kohlengrube in Werischwar wurde durch eine belgische Firma angelegt. Der großangelegte Kohlenbergbau verursachte einen großen Wohnungsmangel. Da wurde die Kolonie errichtet, deren Häuser auch in unseren Tagen gebraucht werden."10

 

Über die Volkstracht

„Als wichtiges Element der Volks- wie der Nationalitätenkultur nimmt die Volkstracht einen bedeutenden Platz ein."11 Was bedeutet das Wort Volkstracht? „Die Volkstracht ist die Form der menschlichen Bekleidung, die innerhalb eigenständiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umstände vom Volk, vor allem von der Bauernschaft gestaltet und im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte, ihrem Geschmack gemäß, entsprechend entwickelt wurde. Das Volk stellte im Laufe der Geschichte seine Kleidung stets nach eigenem Geschmack her, selbst dann, wenn einzelne Stücke als Muster von den angrenzenden Völkern oder der herrschenden Klasse übernommen wurden. Bei den Ungarndeutschen spielte es eine große Rolle, aus welchem deutschen Gebiet sie einwanderten, weil sie ihre Lebensform wie ihre Bräuche teils beibehielten, ihre heimatlichen Trachten mit sich brachten und diese auch hier trugen."12

Die Gesichtspunkte der Untersuchung der Trachten sind folgende:

nach Geschlecht: Frauen- und Männertracht:

nach Alter: Kleinkind, Kind, Jugendliche, Ältere;

nach Jahreszeiten: Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterkleidung:

nach Bräuchen und Gelegenheiten:

 

- Bräuche, die an das Kalenderjahr gebunden sind;

- verschiedene Gelegenheiten des täglichen Lebens (Wochentag, Sonntag, festliche Gelegenheiten).

Außerdem wird die Tracht der Farbe und dem Stoff nach behandelt. Weiterhin lernen wir die Volkstracht in Werischwar von der Jahrhundertwende bis ungefähr 1940 kennen. Wie wir sehen werden, trugen während dieser Zeit alle Leute (Frauen, Männer, Kinder) die Volkstracht. Gegen 1940 erfolgte die sog. „Um-kleidung", die bedeutete, daß man schon industriell erzeugte „moderne" Kleidungsstücke meistens in der Hauptstadt kaufte.

Mit Hilfe der Abbildungen können wir die echte Volkstracht in Werischwar suberblicken. Es ist interessant, daß sich die Tracht der Kleinen und der Erwachdienen nicht oder nur kaum veränderte. Der Grund besteht einerseits darin, daß Jugendlichen von den Älteren im allgemeinen die Gewohnheiten übernahmen und die Kleidungsstücke erbten. Andererseits konnten sich die Bauern, die Arbeiter nicht leisten, neue Kleidungsstücke öfter in Mode zu bringen.

Erst von den 20er Jahren kann man eine „Modernisierung", besonders den Schnitt betreffend, beobachten.

(Gebe ich keinen Zeitpunkt an, so bezieht sich das Gesagte auf die Zeit von der Jahrhundertwende bis 1940.)

 

Die Tracht des Kleinkindes von der Geburt bis zum 3. Lebensjahr

A. Bekleidung der Säuglinge, Bestandteile der Kleidung

1. Die Windel

Bis zu den dreißiger Jahren wurde die Windel aus alten, abgetragenen Unterröcken, Röcken und anderen Sachen von den Müttern zu Hause angefertigt, und zwar so, daß sie aus dem Stoff einfach, viereckig ausgeschnitten, aber garnicht gesäumt wurden. Ab 1930 verbreitete sich die industriell erzeugte, weiße Leinenwindel , die man beim Schnittwarenhändler kaufen konnte. Unab-

hängig davon kam es noch vor, zumeist in ärmeren Familien, daß die zerfetzten Stoffe zum Einwindeln verbraucht wurden. In den reicheren Familien machte man die Windel immer aus schönen Stoffen.

Die Windel war also immer viereckig, beim Einwindeln wurde sie dreieckig zusammengelegt. Auf dieser Windel gab es noch eine andere, in die das Kind ganz einfach eingewickelt wurde . Zuletzt drehte die Mutter das Kind in die

viereckige Gummiwindel ein, die schon vom Anfang des Jahrhunderts an gebräuchlich war. Diese Gummiwindel und auch andere Sachen kaufte man im Dorf, im Textilgeschäft der Brüder Armin und Philipp Reiß.

2. Das Babyhemd

Das Hemdsah fast so aus, wie das heutige, es war aus weißem Leinen (läduv) und hatte lange Ärmelund einen kleinen Spitzenkragen

Vorn wurde es bis an die Taille mit Faltengeschmückt. Von der Taille weitete sich das Hemd aus. Hinten war es offen und mit einem Börtelzu binden.

Die Zahl und die Breite der Falten waren unterschiedlich. Die Falten können entweder weniger an der Zahl aber breiter, oder reichlicher aber schmäler sein. Das Hemd war viel länger als es das Kleinkind brauchte, damit es der Säugling (pui-stvkcind) auch später tragen konnte.

Die Babys hatten 3-4 Hemden, die täglich zusammen mit dem Tulifant (ra'kl) gewechselt werden mußten ('Röckel').

3. Der Tulifant (raikl 'Röckel') (Abb. 1.)

Diesen den Rumpf deckenden Tulifant trugen die Säuglinge immer über dem Hemd. Der Tulifant war langärmelig, hatte keinen Putz und keinen Kragen (krong), sondern der Spitzenkragen des Hemdes war darauf ausgeschlagen.

Hinten war er offen und am Hals zog man ihn mit einem Börtel zusammen wie auch beim Unterhemd.

Der Festtulifant (faistraikl) wurde aus weißem Strick- oder Häkelstoff (Abb. 1. unten), der Haustulifant (häzraikl) aus dem farbigem, sog. Waschzeug im allgemeinen von den Müttern angefertigt.

Weder das Babyhemd noch der Tulifant wurde gestärkt, da sie so die Haut des Kindes gerieben hätten.

1. Das Röckel (der Tulifant)

 

4. Die Winde(Abb. 2.)

Nur die Winde wurde gestärkt, wovon eine Familie 3-4 Stück besaß, und die von den Geschwistern geerbt wurden.

Ihr Schnitt war ganz einfach. Anfangs war die Winde viereckig. Ab 1930 veränderte sich ihr Schnitt insofern, daß sie beim Kopfteil abgerundet und der Rand rund oder spitzig geschlungen wurde. Übrigens gab es keinen Unterschied. Dazu ist zu bemerken, daß diese Form nicht typisch für die Volkstracht war, sondern im allgemeinen auch industriell so erzeugt wurde. Nur der Anschaulichkeit wegen wurde sie von mir hier genau beschrieben. Jedoch pflegten die Frauen diese Winden zu Hause selbst anzufertigen, oder von Näherinnen anfertigen zu lassen.

An die 2 Längsseiten der Winde waren je 3 oder 4 Bänder genäht, die vorn in Maschen gebunden wurden. Ihre Farben paßten zu der der Winde, oder sie waren aus dem Stoff der Winde. Unten am Rand war die Winde mit einigen Knöpfenversehen.

Die Farbe der Winde war lila, rosarot und zartblau, entweder kariert (Abb. 2.) oder gestreift, aber ab 1930 gab es auch einfarbige. Die Festwinde (faistpuista) war immer weiß. Am Anfang des Jahrhunderts wurde diese Winde beim Kopfteil mit Spitzeneinsatz geschmückt (Abb. 3.).

 

2. Die Winde (Polster genannt)

Darunter war ein einfarbiges Tuch gezogen, damit die Winde noch schöner, verzierter sei. Diese Winde nannte man „Winde mit Spitzeneinsatz" mid spits): Abb. 3. zeigt eine Art dieses Spitzeneinsatzes.

Anfangs wurde die Winde aus Kanevas, später aus Leinen angefertigt und der Enghien (angin) wurde mit Gänsefedern gefüllt.

Der Säugling wurde 4-6 Monate gewickelt. Bei kaltem Wetter drehte ihn die Mutter noch in ein warmes Tuch ein.

In der ersten Hälfte des Jahrhunderts konnte man im Dorf merkwürdige Bräuche beobachten, z. B. die Arme des Säuglings wurden nach der Geburt abgebunden, damit die Form der Arme schöner sei. So lag er 8 Wochen in der Winde. Außerdem wurde auch der Bauch mit Fatschenaus weißem Kattun abgebunden, um den Nabel (nopi) herabzudrücken, bis die Wunde heilte.

5. Die Haube

Die Babys hatten von Geburt an 6 Wochen lang kleine Hauben fast den ganzen Tag an, damit sie keine Eselohrenbekämen. Der Schnitt dieser Haube ist ganz einfach, wie der der Heutigen. Sie wurden aus 2 Teilen genäht und am Hals mit 2 Bändern gebunden. Diese Hauben wurden aus leichtem, farbigem Waschzeug (woStsäg) oder aus weißem Strick- oder Häkelstoff, im allgemeinen von den Müttern angefertigt. Die Haube aus weißem Strick- oder Häkelstoff (Abb. 1.: oben) trugen die Babys erst an Sonn- und Festtagen. Sonst hatten sie 3-4 kleine Hauben.

3. Winde mit Spitzeneinsatz

 

Über 6 monatige Kinder trugen bei kaltem Wetter solche Hauben, bei schönem Wetter waren sie barhäuptig.

6. Die Taufe

Die Taufe war im Dorf ein großer Festtag, und fand im allgemeinen einige Tage nach der Geburt statt. Bis 1940 wurden die Kinder auch wochentags, aber seit 1940 nur sonntags getauft. Fast jede Familie hatte weiße Winden und Decken, aber besaß man sie nicht, so verlieh die Hebammeder Familie die zur

Taufe notwendigen Sachen.

Bei schönem Wetter bedeckte man die Winde mit dieser Decke, bei kaltem Wetter zuerst mit einem warmen Tuch der Mutter, und darauf legte man die weiße Decke, die viereckig war und deren Rand zu Hause geschlungen wurde. Ein anderer merkwürdiger Brauch war am Anfang des Jahrhunderts im Dorf, daß die Taufpatin (kou'l 'Godel') 6 Tage lang nach der Geburt die Familie mit Frühstück und Mittagessen versorgte. Sie erfüllte diese Aufgabe, die zu einer Wohltat zählte, gern. Später, als man schon wohlhabender war, veränderte sich dieser Brauch insofern, daß die Taufpatin, die bei der Ankleidung des Kindes half, auf die Winde Geld legte.

7. Der Gängelwagen, (Vgl. Zeichnung I.)

Seit den 10er Jahren, ungefähr bis Mitte des Jahrhunderts, stellte man das 7-8 Monate alte Kind in den Gängelwagen, der so lange gebraucht wurde, bis das Kleinkind allein  gehen  konnte. Wo man keinen Gängelwagen

hatte, in erster Linie in armen Familien, stellte man das Baby in einen umgestülpten Hocker. Dieser mit Rollen versehene Gängelwagen war ungefähr so hoch, wie das Kind selbst. Die Beine wurden vom Tischler aus Holz, der obere Teil mit einem Durchmesser von 30 cm vom Wagner aus Leder hergestellt. Der obere Teil war inwendig mit Pferdehaar gefüttert. Der Gängelwagen, der auf dem Fußboden stand, stützte das Kind unter den Schultern.

Zeichnung I.

 

Die Tracht vom 6. Monat bis zum 3. Lebensjahr

Es ist interessant, daß die Kleinkinder, Mädchen und Buben bis zum 3. Jahr gleich gekleidet wurden. Der Grund besteht darin, daß eine Familie im allgemeinen mehrere Kinder hatte und man konnte sich nicht leisten, jedes Jahr neue Kleiderstücke machen zu lassen. So konnten die Kleider von Generation auf Generation weitergegeben werden. Es kam aber vor, meistens in reicheren Familien, daß die Kinder öfter neue Kleider bekamen.

4. Eine deutsche Familie aus 1930

 

Die Unterkleidung

1. Das Unterhemd

Unter dem Kleid trugen die Mädchen und die Buben Unterhemden aus weißem Leinen. Das Unterhemd hatte den gleichen Schnitt wie das Babyhemd. Sein Spitzenkragen oder sein Halskragen wurde im allgemeinen auf das Kleid ausgeschlagen. (Abb. 4.: die Mädchen in der Mitte; Abb. 5.: das Mädchen in der Mitte.) Es waren aber auch Unterhemden, deren Kragen nur gesäumt und so umgelegt wurden. Ein Kind hatte davon einige Stücke.


5. Tracht der Mädchen und Jungen

 

6. Die Wiege

 

2. Die Unterhose

Zu Beginn dieses Jahrhunderts hatten die Kleinkinder bei schönem Wetter keine Schlüpfer an. Bei kühlerem Wetter zogen die kleinen Mädchen und Buben sog. „Flitschihosen", auch „Leib- und Seelhosen" genannt (läb und so housn) an, die man auch fertig kaufen konnte. Diese Unterhose war so angefertigt, daß sie aus einem oberen und einem unteren Teil bestand, die in einem geschnitten waren. Der obere Teil hatte lange Ärmel und vorn einen runden Ausschnitt. Hinten, vom Hals bis zur Taille, war sie mit Knöpfung versehen. Der untere Teil war langschaftig und hatte vom Nabel bis zum Kreuzbein (kräts) einen Schlitz. Diese Unterhose nähte man aus Flanell (flanö).

Ab 1920 machten die Mütter für Buben auch langschaftige Unterhosen aus Flanell und ab 1930 konnte man fertige Unterhosen kaufen.

3. Der Strumpf

Erst wenn das Kind gehen lernte, bekam es den ersten Strickstrumpf, der ihm bis weit über die Knie reichte. Man ließ die Strümpfe in dunklen Farben, für Festtage in Weiß stricken. Ungefähr bis 1930 wurde der Strumpf mit einem Strumpfband befestigt. Ab dieser Zeit nähten die Mütter Strumpfhalter  aus rosarotem Rips, den sowohl kleine Mädchen als auch Buben trugen. Dieser Strumpfhalter wurde aus mehreren 2-3 cm breiten Bändern angefertigt. Um den Rumpf gab es ein Band, worauf man noch 4 Bänder nähte. 2 Bänder davon bildeten die Schulterbänder, die anderen 2 reichten vom Rumpf bis an die Knie. Hier wurden die Bänder mit 2 Spangen oder Knöpfen an den Strümpfen befestigt. Ab 1930 konnte man in den Geschäften braune, drappfarbige und weiße Florstrümpfekaufen.

 

Die Oberkleidung

1. Das Kleid., (Abb. 7.)

Schon mit 6 Monaten bekam das Kleinkind (klaskhind) sein erstes Kleid, das aus einem langärmeligen oberen und einem rockartigen unteren Teil bestand. Von der Taille weitete sich das Kleid aus und reichte bis zum Knöchel. Es hatte keinen oder einen kleinen Kragen und war hinten oder vorn bis an die eingehaltene Taille mit einigen Knöpfen versehen.

Das Kleinkind hatte ein Festkleid (faistklad) und 3-4 Alltagskleider, die man immer mit großem Saum anfertigte, um es später verlängern zu können.

Zu einem Kleid brauchte man im allgemeinen 1,5 Meter Stoff.

 7. Das Kleid des Kleinkindes

 

Die Kleider hatten verschiedene dunkle oder helle Farben. Bei schönem Wetter hatten die Kinder Kleider aus leichtem, gemustertem (z. B. kariert - tsweklt, gestreift -, oder mit verschiedenen Mustern) Waschzeug oder aus Kattun an. Bei kühlerem Wetter zogen sie Kleider aus warmem, auch gemustertem Barchent, aus Flanell oder aus Zwirnbarchent an. Das Festkleid unterschied sich im Schnitt vom Alltagskleid nur darin, daß der Kragen, die Ärmel und unten der Rand mit Spitze (spits) oder mit glänzendem Band, mit sog. „Litzen" (litsn) verziert wurden.

2. Die Schürze (siatsn), (Vgl. Zeichnung II.)

Wenn das Kind 2 Jahre alt war, bekam es schon eine Schürze. Um das Kleid vor Schmutz zu schützen, wurde sie aus dunklem, einfarbigem, meistens aus blauem Waschzeug angefertigt. Die Schürze der Mädchen und der Buben war verschiedenen Schnittes. Die Schürze für Mädchen war immer viereckig (Zeichnung IL, Abb. 5.), die der Buben sah der Schürze ähnlich, wie sie heute die Fleischhacker tragen. (Vgl. Zeichnung III.) Die Mädchen hatten für Sonn- und Festtage blaue, glänzende sog. ,,Rumburger" Schürzen. (Abb. 5.) Demgegenüber besaßen die Buben keine Schürzen für Sonn- und Festtage, sondern wenn die Alltagsschürzen noch neu waren, wurden sie zuerst nur festtags angezogen.

 

Zeichnung II.

 

Es ist interessant, weiterhin zu beobachten, daß sich die Tracht der Kinder und der Erwachsenen voneinander nicht oder kaum unterschied. Auch in diesem Fall stimmt die Schürze mit der der Mädchen und Frauen, bzw. mit der der Jungen und Männer überein.

3. Die Babusche (kstrikti sua 'gestrickte Schuhe')

Im Winter und Sommer liefen die kleinen Mädchen und Buben in hellblauen, gestrickten Babuschen aus Wolle (woi) herum, die mit ungefähr 1 cm dicker Ledersohle angefertigt wurden. Diese Babuschen sahen wie die heutige Halbschuhe aus. Ihre Anfertigung knüpft sich an Josef Link, der aus dem Komitat Baranya stammte und in Werischwar als „Babusche-Macher" lebte und arbeitete. Diese sog. Babuschen für Kinder und auch Erwachsene strickte er und seine Familie zuerst mit Hand, später mit Maschine. Den Faden besorgten sie in Fünfkirchen/ Pécs und Kaposvár. Die Babuschen wurden immer größer gestrickt, als man sie in Wirklichkeit brauchte. Danach weichte man sie in heißem Wasser ein, so gingen sie natürlich ein und dadurch wurde der Strickstoff dichter. Erst danach wurden sie gefärbt und zuletzt mit der Ledersohle versehen. Die Kinder erbten diese Babuschen von den Geschwistern und wenn sie schon zerfetzt waren, flickte sie die Mutter.

Festtags hatten die Mädchen schwarze Schnürschuhe an. Diese fertigte man aus Samtmit Schuhbandan. Die Kappepü) wurde mit einem blauen oder rosaroten Band geschmückt.

4. „Der Wintermantel"

Damals gab es keinen Wintermantel für das Kleinkind. Bei kühlerem Wetter legte das Kind ein warmes Tuch um, dessen Farbe braun, schwarz oder baige war. Der Stoff war meistens kariert und rundherum hatte er Fransen. Dieses Tuch (tivcht Tücherl') bedeckte auch den Kopf und wurde quer an der Brust, hinten an der Taillegebunden, getragen.

 

Ergänzung

1. Die Haartracht

Die Haartracht des Kleinkindes veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte nicht. Die Mädchen hatten entweder kurze oder lange Haare. Diese flocht man in einen oder in zwei Zöpfe. Die Haare der Buben ließ man im Frühling gänzlich abschneiden, sonst waren sie kurz.

2. Der Ohrring

Als Schmuck dienten bei den kleinen Mädchen die Ohrringe, die sie von der Taufpatin als Geschenk bekamen. Dies war nicht obligatorisch, denn nicht alle Paten konnten es sich leisten, solche Geschenke zu machen.

3. Die Wiege(Abb. 6.)

Bis zu den 40er Jahren lag oft auch das 3jährige Kind in der Wiege. Darin gab es einen Strohsack ßtrausok), ein weißes Bettuch aus Leinen, einen kleinen Polster und eine Duchent (tuchvd). Es kam vor, wo es keine Wiege gab, daß man das Kind in Holzmulde legte. Nachts hatten die Kinder dieselben Unterhemden an, die sie tagsüber trugen.

 

Die Tracht der vorschulischen und der Schulmädchen

Vom Anfang des 20. Jahrhunderts an bis zu den 40er Jahren, bis zu der sog. „Umkleidung", ging keine Veränderung an den Kleidungsstücken des vorschulischen und Schulkindes vor. Deshalb werden die 2 Trachten zusammen behandelt.

8. Schulkinder

 

Die Unterkleidung

1. Das Unterhemd, (Abb. 9.)

Das Unterhemd hatte den gleichen Schnitt wie bei den Erwachsenen. Da ich kein Mädchen-Unterhemd gefunden habe, wird hier ein Unterhemd für Frauen vorgezeigt. Dieses Unterhemd war fast so lang wie der Rock, war kurzärmelig und hatte keinen Kragen. Vorn wurde es mit 3-4 Knöpfen versehen. Außer den Knöpfen war es vom Hals bis über die Taille mit Falten (mit sog. samäl 'Saumerl') geschmückt. Ab 1930 wurden japanisch geschnittene Unterhemden genäht. In diesem Fall wurden die Ärmel und der Kragenbzw. der ganze Vorder- und Hinterteil in einem geschnitten. Anfangs war das Unterhemd aus weißem Leinen oder Flanell. Das weiße Festunterhemd verzierte man am Hals und am Rand der Ärmel mit Spitze, (Abb. 9.).

Für Sommer hatten die kleinen Mädchen noch weiße Unterhemden, die ärmellos und auf den Schultern knöpfbar waren. Die Mädchen hatten im allgemeinen. 4-5 Unterhemden.

9. Das Unterhemd

2. Die Unterhose, die Strümpfe

Hier werden die Unterhosen und die Strümpfe nicht mehr behandelt, da sie mit denen der 2-3jährigen Mädchen übereinstimmen.

3. Der Unterrock, (Abb. 10, 11.)

Die vorschulischen und Schulmädchen zogen wochentags 2, sonn- und festtags 3 eventuell 4 Unterröcke an. Auch hier spielte die Wohlhabenheit eine entscheidende Rolle.

Der Schnitt des Unterrockes stimmte mit dem der Frauen überein. Von den Unterröcken war der unterste enger und kürzer als die oberen und aus Flanell oder aus farbigem, gemustertem Waschzeug angefertigt. Der Flanellunterrock hatte 2 Schulterbänder, die vorn und hinten auf den Stoff genäht wurden. Die meisten Unterröcke waren farbig - blau, rosarot, weiß - und hatten verschiedene Mustern oder sie waren einfarbig. Sonn und festtags zogen die Mädchen weiße Unterröcke aus Kattun an, die immer gestärkt wurden (Abb. 11.). Anfangs wurde der Rand des Festunterrockes mit Spitze geschmückt, später wurde er geschlungen. Das Schlingen machte man zu Hause. Die Zusammenstellung erfolgte auf die gleiche Weise wie bei dem oberen Rock.

10. Der Unterrock 11. Der Unterrock

 

Die Oberkleidung

1. Die „Blusen"

Wenn das Mädchen schon 3 Jahre alt war, erhielt es Bluse und Rock. Bis zu den 20er Jahren zogen die Mädchen sog. „Janker", (Abb. 18, 19.) und „Juppel" , (Abb. 5.: die Mädchen links und rechts, Abb. 14.: das Mädchen links) an. Da auch die Frauen diese Kleidungsstücke trugen, bringe ich über ihren Schnitt bei der Untersuchung der Frauentracht einen ausführlichen Überblick.

Ab 1920 trugen die Mädchen Blusen, die einfach Blusen genannt wurden. Diese Bluse hatte einen kleinen Stehkragen und bis zum Handgelenk reichende Ärmel. Vorn war sie knöpfbar, außer den Knöpfen und auf dem Rükkenteil wurde sie bis an die Taille gefaltet (Abb. 12, 13.), von hier weitete sie sich aus. Es waren auch solche Blusen, die vorn und hinten glatt waren. Die Blusen wurden aus Waschzeug, Tuch oder aus Stoff angefertigt und hatten verschiedene, kleine, farbige Muster. Der Stoff konnte auch kariert oder gestreift sein. (Abb. 8.: in der ersten und zweiten Reihe von rechts das 2. und 3. Mädchen )


12. Die Bluse (vorne)

 

13. Die Bluse (hinten)

 

Die Festblusen unterschieden sich im Schnitt von den Alltagsblusen nicht. Wenn die Familie arm war, ließ die Mutter für das Mädchen nur eine Festbluse mit Rock, meistens aus warmem Stoff nähen, damit sie das Mädchen das ganze Jahr über tragen konnte. Wenn diese schon abgetragen waren, zog sie das Mädchen wochentags an. Es kam auch vor, daß die Ärmel unten mit schwarzem Samtbesatz geschmückt wurden. (Abb. 8 : in der ersten Reihe von rechts das 3. Mädchen.) In Familien mit mehr Geld bekam das Mädchen Festbluse und Rock sowohl für den Sommer als auch für den Winter. Die Abbildungen 12, 13. zeigen eine weiße Festbluse, die mit Spitze geschmückt wurde.

 

14. Familie in der Festtracht

 

2. Der Rock

Der Stoff des Rockes stimmte nicht in jedem Fall mit dem der Bluse überein. Wenn die Bluse abgetragen wurde, ließ die Mutter eine aus anderem oder ähnlichem Stoff nähen. Nur der Festrock und die Festbluse wurden aus gleichem Stoff angefertigt. Wenn schon beide Kleiderstücke abgetragen waren, zogen sie die Mädchen wochentags an und die neuen durften sie erst fest- und sonntags tragen.

Als Erstkommunikant erhielt das Mädchen anfangs einen Janker mit einem Rock, die immer dunkel waren, später eine weiße Bluse, weißen Rock und dazu eine weiße Schürze. Der Rand und die Ärmel der Bluse wurden mit Spitze verziert (Abb. 15). Später zog das kleine Mädchen diese Kleidungsstücke nur an Festtagen an.

Der fußfreie Rock wurde aus 4-5, der Unterrock aus 3-4 Teilen, bzw. aus „Blattei" - wie man es im Dorf nannte - gemacht. Zuerst wurden diese gleichen Teile zusammengenäht, dann fertigte man den Aufschlagan, der umso breiter war, je reicher die Familie war. Dies kann man bei jungen Frauen besser beobachten, nicht so sehr bei kleinen Mädchen, bei denen der Aufschlag noch dazu diente, den Rock zu verlängern, da die Röcke 2-3 Jahre lang, oft noch länger getragen wurden. Danach machte man den der Taillenweite entsprechenden sog. „Schluß", worauf der Rock so genäht wurde, daß er vorne glatt blieb. Demgegenüber war er hinten im „Schluß" eingehalten, dadurch war er dort viel breiter als vorne (Abb. 10, 11.). Die Falten hinten im „Schluß" verliefen von links und rechts zur Mitte des Rockes hin.

15. Mit Spitzen verzierte Bluse

 

Der Rock hatte an der linken Seite einen Schlitz, der vom Kreuz gerechnet 20-30 cm lang offen war. Auf die 2 Enden des Schlußes waren 2 Bindfaden genäht. Der eine davon war viel kürzer als der andere. Den längeren Bindfaden drehte man einmal um den Rumpf und band ihn vorne mit dem anderen zu einem Knoten. Danach steckte man die Bindfaden unter den Schlitz. In der Seitennaht des Rockes war eine Tasche eingenäht, die im allgemeinen zur Aufbewahrung des Taschentuches vorgesehen war. Zu der Bluse und dem Rock der kleinen Mädchen brauchte man 2-2,5 Meter Stoff. Nach dem Waschen wurden sie im allgemeinen gestärkt, damit sie dauerhafter sein sollten.

3. Hansl, (Abb. 16.)    

Schon vom Anfang des Jahrhunderts war das sog. Hansl gebräuchlich. Damit der Rock hinten über den Unterröcken schön hervorstehe, trug oft schon das kleine Mädchen einen mit Wattelin ausgestopften Gürtel, der im Dorf Hansl oder Wurst genannt wurde. Da der Rock vorne glatt sein sollte, bestand der Vorderteil des Gürtels nur aus 2 Bändern, die vorn und hinten auf das Hansl genäht wurden. Die Mütter machten das Hansl zu Hause aus verschiedenen Stoffen.

 

16. „Hansl/Wurst"

 

4. Die Schürze

Das nächste Kleidungsstück war die Schürze, die den gleichen Schnitt hatte wie beim Kleinkind. (Vgl. Zeichnung 2.) Die Schürzen reichten bis an den Aufschlag des Rockes oder noch länger. Wochentags hatten die Mädchen Schürzen aus dunklem, meistens aus blauem Waschzeug an. (Abb. 8.: das 2. und 3. Mädchen in der ersten Reihe von rechts.) Diese wurden nach dem Waschen mit der Handmangel gemangelt. Sonntags zogen sie schwarze, sog. „Rumburger" Schürzen aus Leinen an (Abb. 5., Abb. 14. das Mädchen links), die nach dem Waschen zuerst gestärkt, dann gemangelt wurden. Diese Schürzen legte man mehrmals zusammen was den Eindruck machte, als wäre der Stoff kariert. Dies war aber nicht obligatorisch. (Die Abb. 5. und 14.: zeigen die Schürzen nicht in dieser Form. Nur die weißen Schürzen wurden gefaltet, die die Mädchen sonn- und festtags sowohl zu den weißen als auch zu den farbigen Röcken anzogen.) Oft trugen die vorschulischen und Schulmädchen dieselben Schürzen im Kindergarten bzw. in der Schule wie zu Hause. Diese wurden so angefertigt, daß sie auf beiden Seiten getragen werden konnten. Die Mädchen kleideten sich tagsüber nicht um.

5. Das Schultertuch

Bei kühlerem Wetter legte das Mädchen ein warmes Schultertuch um, das man „Berliner" Tuch nannte. Das Schultertuch war viereckig, aber wenn man es umhing, legte man es dreieckig zusammen. Dieses wurde quer an der Brust, hinten an der Taille gebunden, getragen. Es war aus warmem Tuch oder aus Reinwolle (echtwoi) angefertigt, hatte meistens dunkle Farbe und war oft kariert. Der Rand des Tuches war mit Fransen verziert.

6. Das Kopftuch

Zur Kopfdeckung diente das Tuch aus Kaschmir. Der schwarze Grund hatte verschiedene kleine, farbige Muster. Dieses Kopftuch wurde hinten am Hals zum Knoten gebunden.

7. Der Schuh

Vom Anfang des Jahrhunderts bis zu der sog. „Umkleidung" zogen die Mädchen wochentags im Winter und im Sommer Babuschenan. Die Festschuhe wurden aus schwarzem Samt gemacht und sie sahen wie die Schnürschuhe aus. Auf der Kappe und neben dem Schuhbandwurden sie mit schwarzem Lack oder Ledergeschmückt. Außerdem gab es noch schwarze Schnürschuhe aus Leder.

In den Sommermonaten liefen sie barfuß.

 

Ergänzung

Die Haartracht

Die Haare flocht man wie bei den kleineren Mädchen, in einen oder in zwei Zöpfe.

 

Die Tracht der Mädchen und der jungen und alten Frauen

Da zwischen der Volkstracht der Mädchen und der jungen und alten Frauen kein Unterschied besteht, werden sie zusammen behandelt. Die eventuellen Abweichungen werden erwähnt.

 

Unterkleidung

1. Das Unterhemd, (Abb. 9.)

Das Unterhemd reichte bis an die Knie, es hatte einen fingerbreiten Hals und kurze Ärmel. Vom Hals bis über die Taille war es mit Knöpfen versehen. Neben der Knöpfung war das Unterhemd mit Falten, mit sog. „Schmissel"geschmückt.

Hinten am Hals war es eingehalten. Dadurch weitete sich das Hemd von hier abwärts aus. (Die Abb. 9. zeigt das Festunterhemd nicht in seiner ursprünglichen Länge, es wurde verkürzt.) Ab 1930 nähte man auch Unterhemden japanischen Schnittes. (Dieses Unterhemd war so wie bei den kleinen Mädchen.) Das Festunterhemd (Abb. 9.) unterschied sich von den Alltagsunterhemden insofern, daß der Vorderteil, die Ärmel und oft auch der Ausschnitt am Hals Spitze oder mit Krause, die Knöpfung selbst mit schönem Monogramm verziert wurden. Dieses Festunterhemd zog man bei schönem Wetter zu dem Leibchen an. (Abb. 36.) Anfangs wurde das Unterhemd aus weißem Leinen angefertigt, ab 1930 nähte man es aus rosaroter oder blauer Popeline (puplin) mit Weiß gestreift. Das Festunterhemd war aber immer weiß.

Jeder hatte im allgemeinen 6-7 Unterhemden, die man oft 4-5 Jahre lang trug. Ab 1925 zogen Mädchen und junge Frauen ärmellose Unterhemden an. Diese waren an den Schultern knöpfbar. Oft wurden sie um den Hals mit Spitze geschmückt. Das aus Nansun angefertigte Unterhemd hatte rosarote oder blaue Farbe.

In unseren Tagen tragen nur einige alte Frauen diese Unterhemden. Wenn man jetzt ein Unterhemd nähen läßt, dann wird es aus farbiger Popeline oder Seide (sädn) angefertigt. Dieses Unterhemd ist ganz einfach, hat keine Falten.

2. Das Leibchen

Als Büstenhalter diente das Leibchen, das bis über den Rumpf reichte. Vorn hatte es einen tiefen Ausschnitt, der rund oder spitzig war. Es war ärmellos und passend. Vorn wurde es mit Knöpfen geschlossen. Sein Stoff war aus warmem, gestreiftem Flanell (Blau mit Weiß gestreift oder Rosarot mit Weiß gestreift), oder aus farbigem, gemustertem Waschzeug. Diese Leibchen trugen Mädchen und Frauen immer über den Unterhemden. Festtags und zum Ball hatten sie weißes Leibchen an. Es wurde beim Ausschnitt mit Spitze geschmückt oder geschlungen.

3. Die Unterhose

Zu Anfang dieses Jahrhunderts trugen die Mädchen und die Frauen bei schönem Wetter keine Höschen. Erst winters hatten sie die langschaftigen sog. „Flit-schihosen" an, die man auch „Leib- und Seelenhose" nannte.

Diese Unterhose hatte den gleichen Schnitt wie bei den kleinen Mädchen. Nach dem ersten Weltkrieg nähte man sich langschaftige Schlüpfer aus Flanell oder aus Barchent. Diese waren nicht mehr aufgeschlitzt.

Ab 1930 konnte man die Unterhose im Geschäft besorgen. Bis 1935 war es Mode, daß die Mädchen zum Tanz weiße Unterhosen, die bis über die Knie reichten, anzogen. Diese waren unten mit Spitze verziert. Auch heutzutage ziehen die alten Frauen, die sich noch nicht „umkleideten", im Sommer keine Unterhosen an.

4. Die Strümpfe

Bis zu den 40er Jahren ließ man die verschiedenen Strümpfe im Dorf vom Strumpfweber Martin Spiegelberger und später seiner Familie stricken. Diese waren einerseits gestreift, andererseits einfarbig. Die gestreiften Strümpfe (Abb. 17, 21, 23, 24.), deren Farben im allgemeinen blau-weiß, grün-weiß, meistens eine dunkle Farbe mit einer hellen waren, nannte man „Latterstrumpi"

 

17. Strümpfe

 

Die Seidenstrümpfe verbreiteten sich von den 20er Jahren. In verschiedenen soliden Farben trug man sie bei schönem Wetter sonn- und festtags. (Abb. 35, 38.) Für Winter ließ man Strümpfe aus warmem, sog. „Berliner" Faden machen. Die Alltagsstrümpfe waren immer dunkel, z. B. blau, schwarz, grau, an Festtagen hatte man anfangs dunkle, später auch helle Strümpfe an. Ab 1930 konnte man in den Geschäften Florstrümpfe in Braun, in Baige, oder in Schwarz kaufen. Die Strümpfe reichten bis an die Knie, wo sie anfangs mit Strumpfband, später mit Gummibandbefestigt wurden.

5. Der Unterrock, (Abb. 10,11.)

Die Anfertigung, der Stoff und die Farbe des Unterrockes waren dieselben wie bei den Schulmädchen. Der Unterschied bestand nur darin, daß die Mädchen und die Frauen immer mehrere Unterröcke anzogen als die kleinen Mädchen. Anfangs hatte man wochentags 5-6, festtags 7-8 Unterröcke an. Seit den 20er Jahren trugen die Mädchen und die Frauen wochentags 3-4, sonn- und festtags 5-6 Unterröcke.

6. „Wattekittel"

Für den Gebrauch im Winter war der sog. „Wattekittel" bestimmt. Ungefähr bis zu den 30er Jahren war er unter den Frauen sehr beliebt. Der Wattekittel wurde ebenso angefertigt, wie der Unterrock, aber er war viel enger und kürzer als jener.

Dieser Kittel hatte hinten eine mit Wattelin abgesteppte Einlage, die vom Rumpf bis zur Schenkelmitte reichte, und die nachträglich noch in den Kittel eingenäht wurde. Dazu zog man den Flanellunterrock nicht an. Der Wattekittel wurde zu Hause aus rosarotem oder blauem mit weiß gestreiftem Flanellstoff angefertigt.

7. „Hansl", (Abb. 16.)

Die meisten Mädchen, die jungen und alten Frauen trugen ein sog. „Hansl", dessen Zweck war, die Hüfte der Frauen zu betonen. Breithüftige Frauen verzichteten darauf. Man hatte 2-3 Stück davon, die man zu Hause aus verschiedenen Stoffen herstellte. Es leben heute alte Frauen, die es noch tragen.

 

Die Oberkleidung

Ungefähr bis zu den 30er Jahren trug man den sog. ,,Janker"und das sog. „Juppel". Sie waren „außen gebunden" und in den Rock nicht hineingestülpt. Der untere Teil desselben lag über dem Rock und der Schürze.

1. Der Janker (Abb. 18, 19.)

Den Janker hatte man eigentlich im ganzen Jahr an. In Sommer zog man ihn zumeist sonn- und festtags, im Winter auch wochentags an. Der abgetragene Festjanker wurde wochentags als Arbeitskleidung benutzt.

Der Janker besteht aus mehreren Teilen. Oben ist er passend, unterhalb der Taille ist er vorn abgerundet (Abb. 20, 21, 22.), hinten weitet er sich aus (Abb. 19.), da er in der Mitte eine Falte hat. Der Janker ist mit einem kleinen Stehkragen und langen Ärmeln ausgestattet.

Als Festtracht wurde der Janker aus Samt (Abb. 18.), aus Seide (Abb. 27.), oder aus einem anderen besseren Material, im allgemeinen einfarbig getragen (Abb. 21-28.). Wochentags jedoch trug man einen Janker, der wiederum einfarbig oder auch gemustert war. Vorherrschend waren dunkle Farben. Jeder Janker wurde mit farbigem Waschzeug gefüttert

18. Janker

 

19. Janker

 

20. Festjanker

 

21. Festtradit der Frau

 

22. Junges Fear in der Festtradit

 

23. Junges Paar in der Festtradit

 

24. Femncbt

 

25. Fattracht

 

26. Feettracht der mittleren Generation

 

27. Geschmückter Janker

 

28. Janker

 

Die meisten Janker wurden mit verschiedenen, dunklen (schwarz, braun, grün) Maschinenklöppelspitzen geschmückt. (Abb. 20-23; 25.) Es kam vor, daß der Kragen, die Ärmel am Handgelenk und der Stoff entlang der Knöpfe mit schwarzem Samt verziert wurden (Abb. 18, 27). Der Festjanker war entweder aus dem Stoff des Rockes angefertigt, oder zu ihm hatte man einen anderen Festrock an. (Abb. 20, 21.)

Meistens Mädchen und junge Frauen trugen unter dem Festjanker einen anderen aus leichtem Stoff, dessen Kragen, Ärmel und der untere Rand mit Spitzen verziert wurden. (Abb. 20,21.)

2. Das „Juppel", (Abb. 29, 30.)

Das sog. Juppel trug man im ganzen Jahr meistens wochentags, aber es gab Juppel auch für Sonn- und Festtage. Das Juppel hatte einen viel einfacheren Schnitt als der Janker, so bestand es eigentlich aus einem Vorder- und einem Hinterteil, die man so schnitt, daß sie sich abwärts ein wenig ausweiteten. Hinten ließ man das Juppel ein bißchen länger als vorne, damit es sich über dem Rock schön ausbreiten konnte. Das Juppel hatte einen kleinen Stehkragen, lange Ärmel und wurde vorn mit einigen Knöpfen geschlossen.

Das Festjuppel wurde aus Lüster (Abb. 29, 30.), aus Stoff dunkler Farbe, das „Alltagsjuppel" aus Flanell, aus farbigem, gemustertem Waschzeug, oder aus Kattun angefertigt. Der Stoff unter der Taille und die Ärmel des Festjuppels wurden mit Spitzenbesatz versehen. (Abb. 29, 30.) Es ist interessant zu beobachten, daß die Janker viel eleganter und verzierter waren als das Juppel.

 

29. Das Juppel (vorne)

 

30. Das Juppel (hinten)

 

3. Die Blusen

Um 1920 wurden der Janker und das Juppel von der Bluse abgelöst, die einen neuen, man kann sagen, modernen Schnitt hatte und der heutigen Bluse ähnlich war. Das bedeutete aber nicht, daß der Janker und das Juppel nicht mehr getragen wurden. Diese Blusen hatten die verschiedensten Schnittmuster, aber jede Bluse hatte als gemeinsames Charakteristikum einen kleinen offenen Kragen (entweder runden oder spitzigen), sie waren langärmelig und vorne mit Knöpfung versehen. Hinsichtlich ihres Schnittes waren sie abwechslungsreicher als die vorher beschriebenen Oberkleidungsstücke. Die Gestaltungslust zeigte sich bei der Ausformung des Vorderteiles am deutlichsten. Es waren Blusen, die vorn glatt waren, aber auch solche, die über der Brust waagrecht geteilt waren. Die untere Hälfte der Bluse (unterhalb des waagrechten Schnittes) wurde mit sog. „Schmissel" geschmückt. Es war auch Mode, daß der ganze Vorderteil neben den Knöpfen mit diesem „Schmissel" angefertigt wurde. (Abb. 31, 32, 33.) Diese sind schmälere oder breitere senkrechte Falten. Die Faltenreihe - die Anzahl der Falten und der Abstand zwischen den Faltenreihen - wurden rhythmisch variiert.

Es gab auch Blusen, die in den Schultern eingehalten waren. Außerdem nähte man Blusen mit kleinem Stehkragen und es kam auch vor, daß die Manschetten mit Knöpfen geschmückt wurden. Der Hinterteil war immer aus 2 Teilen angefertigt, sie wurden in der Höhe des Schlüsselbeins zusammengenäht. Die untere Hälfte war ähnlich wie beim Vorderteil mit senkrechten Falten ausgestattet.

 

31. Bluse mit Stehkragen. Männerhose der 30er Jahre.

 

33. Junge Frau in geschmückter Bluse (Schmissel)

 

32. „Schmissel"

 

Bei den Festblusen war es Mode, daß nicht nur der Hinter- sondern auch der Vorderteil aus 2 Teilen zusammengesetzt wurde. Über der Brust verzierte man die Blusen gelegentlich mit Häkelpiquots, die wie kleine Kugeln aussahen und sich im allgemeinen der Farbe der Bluse anpaßten, oder sie wurden aus dem Stoff der Bluse gemacht. Man trug diese Blusen immer über dem Rock aber unter der Schürze (Abb. 31-33, 55.). Die Blusen waren immer mit leichtem Stoff gefüttert. An das Futter nähte man beiderseitig an der Taille je 1 Band ein, das man beim Tragen vorne zusammenband.

Die Alltagsblusen wurden aus farbigem, gemustertem Flanell, Barchent, oder aus Waschzeug genäht. Die Festblusen fertigte man aus Lüster, aus Seide, aus Popeline, aus Delin oder aus Samt an. Die Festblusen hatten meistens dunkle Farben, braun, grün, lila, schwarz, blau (Abb. 31, 32.), aber unter den Mädchen und den jungen Frauen waren auch die hellen Farben beliebt. (Abb. 33.)

In unseren Tagen tragen einige alte Frauen Juppel und Blusen. (Abb. 34, 35, 53, 54, 56, 57, 58.)

4. Die weiße „Unterlage", das sog. „Schessel"

Ungefähr seit den 20er Jahren besaßen Mädchen und junge Frauen sog. weiße Unterlagen, die man „Schessel" nannte. Diese Hüftbinde bestand aus 2 Teilen, war in der Regel hinten 1-2 cm länger als der Janker (denn dieses zog man nur zum Janker an), und war dort auch eingehalten. Am Rand war es anfangs mit Spitzen besetzt, später geschlungen. Da man dieses „Schessel" immer unter dem Janker trug, war hinten nur die Spitze oder der mit Schlingen geschmückte Teil sichtbar. Der Vorderteil bestand aus 2 Bändern, die vorne gebunden wurden. Man. trug es nur sonn- und festtags und zum Tanz, da es ein Schmuckkleidungsstück war. Das „Schessel" machte man aus Leinen zu Hause und es wurde immer gestärkt.

5. Das Leibchen (läwü), (Abb. 36.)

Bis zu den 40er Jahren war es Mode, daß die Mädchen und die jungen Frauen farbige Leibchen zu den weißen Festunterhemden anzogen. Diese Leibchen trugen sie nur bei schönem Wetter zum Tanz oder Sonntag nachmittags.

Das Leibchen war ärmellos, vorn mit einigen Knöpfen versehen und hatte hier einen tiefen Ausschnitt. Der Hinterteil war aus mehreren Teilen zusammengesetzt, und entlang der Nähte wurde der Stoff mit farbigen Kreuz- und Hexenstichen (krätsstich) verziert. Vorn wurde es meistens beim Ausschnitt mit dreieckigen, farbigen Formen geschmückt. Die Leibchen wurden in verschiedenen Farben angefertigt, wie lila, grün, grau, blau, braun, schwarz, nur selten rot. Der Stoff hatte oft kleine Muster. Sie waren aus Samt oder aus Seide genäht. Zu diesem Leibchen zog man den weißen oder einen Festrock an. An den Rock, den man zum Leibchen anhatte nähte man 2 Bänder, die mit weißer Spitze geschmückt waren.

6. Der Rock

34. Frauen in ihrer Tracht vor der Werischwarer Kirche

 

36. Das Leibchen

 

Der Rock hatte den gleichen Schnitt und die gleiche Zusammenstellung wie bei den Schulmädchen. Im weiteren möchte ich nur auf diejenigen verweisen, die von den bei den Schulmädchen behandelten abweichen. Die Röcke der Frauen sind wesentlich anspruchsvoller hergestellt als die der kleinen Mädchen. Je breiter der Rock war desto schöner galt er. Deshalb war er aus mehreren Teilen zusammengesetzt. (Vgl. Abb. 55.) Man ließ Röcke aus warmem Reintuch nähen, da es sehr dauerhaft war und oft mehreren Generationen dienten Man nannte sie „Tuchkittel" aus WollstoffWenn der Tuchkittel noch neu war, zog man ihn zumeist im Winter, bzw. bei kaltem Wetter sonn- und festtags an, aber wenn er schon abgetragen war, hatte man ihn auch wochentags an. An den unteren Rand dieses Rockes nähte man sog. „Pirstl", damit sich der Rock nicht schnell abnutzte (Abb. 59.). Der Rock war einfarbig (braun, grün, schwarz, dunkelblau) oder mit diesen Farben kariert. (Abb. 20, 59.) Da der Wollstoff sehr dick ist, wäre der Bauch unvorteilhaft zur Geltung gekommen; deshalb schnitt man an dieser stelle ein Stück von dem Rockteil heraus und besetzte diese Stelle durch einen leichteren Stoff.

Es wurden Röcke aus Webstoff, aus Kattun, aus Seide oder Samt genäht. Die beiden letzteren werden in dem Kapitel „Festkleidung" behandelt.

Die Mädchen und die Frauen besaßen wenigstens 4-6 Alltagsröcke, davon hatten sie 2-3 für schönes Wetter, die anderen zogen sie bei kaltem Wetter an. Für Festtage hatten die Reicheren 8-10, die Ärmeren wenigstens 6-7 Röcke.

Wie schon erwähnt, waren die Blusen und die Röcke für Festtage im allgemeinen aus gleichem Stoff genäht. Bei den Alltagskleidern war es verschieden. Wenn die Bluse früher abgetragen wurde, nähte man zum Rock eine aus anderem Stoff, die zur Farbe des Rockes paßte.

Zu einem Rock brauchte man oft 6-8 Meter Stoff. Der Stoffbedarf eines Rok-kes hing von der körperlichen Konstitution der Trägerin ab. Wenn der Rock nach dem Waschen, das im Sommer stattfand, längs einging, stückelte man zur Taille einen anderen Stoff. Dieser hatte eine dem Rock ähnliche Farbe.

7. Die Schürzen

Die Schürzen hatten den gleichen Schnitt wie bei den kleinen Mädchen. (Vgl. Zeichnung II.)

Die sog. „Rumburger" Schürze war Ausgehschürze, die man wochentags oder Sonntag nachmittags trug. Diese war glänzend und dunkelblau. Im allgemeinen konnten beide Seiten der Schürze getragen werden. (Abb. 20-22, 28, 38.)

Die schwarze Schürze aus Lüster (Abb. 33, 38.) durfte man an dem ersten Sonntag des Monats, festtags und zum Tanz, oder Ball anziehen. Heute trägt man sie sonntags. (Abb. 35,60.)

37. Schürze (Fürtuch)

 

38. Mädchen in der Festtracht mit Schurzen aus Lüster (Ball- und Tanzkleider)

 

39. Brautschürze

 

40. Brauttracht

 

41 Brauttracht

 

Die Brautschürze (prádsiatsn) (Abb. 39,40,41.) wird bei der Brauttracht ausführlich behandelt. Später zogen die Frauen diese Schürzen zur Prozession, zur Taufe an, oder wenn jemand Brautjungfer war. Wochentags hatten die Mädchen und die Frauen schwarze Schürze aus Waschzeug an. Es gab noch Schürzen aus schwarzer Seide, die man an den großen Feiertagen und zum Tanz oder zum Ball anzog. Die Alltagsschürzen wechselte man nach 2-4 Tagen. Nur diese und die „Rumburger" Schürzen wurden gestärkt und gemangelt.

Mit Ausnahme der Brautschürzen wurden die Schürzen nach einem bestimmten System zusammengefaltet aufbewahrt. Beim Tragen waren die Faltkanten sichtbar, was auch beabsichtigt war und was den Eindruck machte als wäre der Stoff kariert. (Abb. 20, 22, 33.) Es war auch gebräuchlich, daß die Schürzen mit schönem Monogramm verziert wurden. (Abb 37.)

8. Das Kopftuch

Man besaß im allgemeinen 10-15 Kopftücher, die man zu verschiedenen Gelegenheiten anhatte. Es ist zu erwähnen, daß die Frauen das Kopftuch viel öfter trugen als die Mädchen, unter denen es Mode war, selbst bei kaltem Wetter ohne Kopfbedeckung zu gehen. Zu Beginn des Jahrhunderts hatten zumeist die älteren Frauen wochentags Kopftücher aus dünnem Waschzeug an, das man „Schopf"  nannte. (Abb. 28.) Sein Stoff war dunkel oder hell und hatte verschiedene kleine Muster. Der Stoff konnte noch kariert oder gestreift sein. Man band dieses Kopftuch hinten am Hals zu. Zur Kirche zog man einen schöneren Schopf an. Bei kaltem Wetter trugen die alten Frauen darüber warme Kopftücher aus samt oder aus Tuch, dessen Zipfel oft mit Perlen verziert wurde und ringsum hatten sie Fransen (frauntsn). Diese Kopftücher wurden „Muscheltücher"im Dorf genannt. (Abb.* 42, 43, 59, 61.)

Zur Sommerzeit trug man Seidenkopftuch. Später veränderte sich die Verwendung der Kopftücher dahingehend, daß man hinfort auf das Tragen des Schopfes verzichtete und statt dessen nur noch ein Kopftuch aufsetzte. Unter den Mädchen und den jungen Frauen waren die Samt-und Seidenkopftücher sehr beliebt. Natürlich trugen sie auch die älteren Frauen. Das Kopftuch aus Samt (Abb. 42.) war gemustert oder einfarbig, vorherrschend waren die dunklen Töne, z. B. grün, braun, schwarz, blau. Dieses Kopftuch hatte keine Fransen. Das Kopftuch aus Seide hatte verschiedene Blumenmuster, üblich waren die Farben: braun, grün, grau, blau.

Die Samt-und Seidenkopftücher waren ungefähr 85x85 cm groß. Vorn wurden sie mit Schmucknadel (knjaupfnö'l) zugesteckt. Die anderen Kopftücher waren kleiner. Sonntag nachmittags, wenn die Frauen zur Litanei gingen, banden sie Kopftücher aus Webstoff um. Diese waren entweder kariert (Abb. 54.) oder einfarbig. Die einfarbigen - blau, braun, grün, weinrot - Kopftücher waren ringsherum mit dem zu der Farbe des Kopftuches passenden Seidenfaden bestickt. Motive waren Blumen oder verschiedene Muster. (Abb. 22, 26.)

 

42. Kopftuch

 

43. Kopftuch

 

44. Kopf tuch aus Samt

 

Jede junge Frau hatte ein weißes Kopftuch aus Webstoff oder aus Delin. Dies zog man sonntags zum Stoffkleid an. Das Kopftuch wurde ringsherum mit einem ungefähr 2 cm breiten Blumenmuster geschmückt, das mit verschiedenen Seidenfäden in den Stoff eingewoben war. Auch das weiße Kopftuch aus Delin war mit kleinen Mustern - Ringel , Tupfe (tupf) oder verschiedenen Mustern - in Braun, in Blau oder in Weiß durchwirkt bzw. bedruckt.

Außerdem gab es noch farbige Kopftücher aus Delin, die zum Teil auch gemustert waren.

Erst an dem ersten Sonntag des Monats setzte man das Kopftuch aus Kaschmir  auf, dessen schwarze Grundfarbe von verschiedenen kleinen und hellen Mustern aufgelockert wurde.

Die Art des Zubindens variierte man. (Abb. 22, 25, 26, 32, 58.) Als besonders elegant galt der sog. „Wienerknopf", bei dem die Zipfel des Kopftuches besonders schön auseinanderstanden. (Abb. 22.) Die erwähnten Kopftücher tragen in unseren Tagen nur die alten Frauen. (Abb. 53-58.).

9. Das Schultertuch

Die Schultertücher ersetzen den heute üblichen Wintermantel. Wochentags legten Mädchen, junge und alte Frauen die warmen sog. „Berliner" Schultertücher um. Diese waren kariert in den Farben: grün, braun und baige. Sie wurden im Dorf  genannt. (Abb. 62, 63.)

Fest- und sonntags wurden schwarze Schultertücher getragen, die man Tücher nannte. (Abb. 45.)

Beide Schultertücher wurden aus reiner Wolle angefertigt und waren ungefähr 150x150 cm breit. Ringsherum waren Fransen. Man kaufte diese Schultertücher im Geschäft des Dorfes.

10. Der Schuh (Sua)

Zu Beginn des Jahrhunderts trugen Mädchen und Frauen sog. „Regatta"-Schuhe. Diese Schuhe sahen wie die heutigen Halbschuhe aus, sie waren im allgemeinen schwarz und außen knöpfbar. (Abb. 21, 24, 31.). Später ließ man „Schnallenschuhe" aus Leder oder aus Samt machen, oder man konnte sie kaufen. Diese schwarzen Schuhe nannte man „Spangelschuhe" (spanglsuv). (Abb. 33, 53, 60.) Alle Mädchen und Frauen hatten 2-3 Paar Schuhe. Die Spangelschuhe aus Leder trugen sie sowohl sonn-und festtags, als auch wochentags, aber die Samtschuhe nur an Festtagen. Winters hatten alle Mädchen und Frauen schwarze gestrickte Schuhe (kStriktisun) an, die den Kleinkinderschuhen in Art und Beschaffenheit gleich waren.

Ab 1930 ließen sich die alten Frauen schwarze Schnürschuhe aus Leder machen. Die Frauen, die in unseren Tagen die Volkstracht noch tragen, ziehen diese Schuhe oder die Spangelschuhe an. (Abb. 53, 56, 57.)

45. Gehäkeltes Tuch (Umhangtuch)

 

Die Festkleidung

1. Sonntagskleider (sundogklad)

Die Mädchen und die Frauen besaßen wenigstens 3-4 Sonntagskleider (Blusen und Röcke). Als Oberteil diente anfangs der „Janker", später die Bluse verschiedenen Schnittes. Für Winter gab es ein dunkelfarbiges Kleid aus Webstoff, was einfarbig, kariert war oder verschiedene Muster hatte. Zumeist trugen Mädchen und junge Frauen Kleider aus Delin in verschiedenen hellen Farben, deren Stoff im allgemeinen gemustert war. Zur Prozession zog man oft karierte oder gemusterte, farbige Kleider aus Popeline an. Zur Kirmeshatte man Kleider aus verschiedenem Stoff an Es gab noch Sonntagskleider aus Seide mit Blumenmustern, aus Samt oder aus Crepe de Chine. Alle Mädchen und Frauen hatten schwarze Kleider aus Stoff oder aus Lüster, die sie am Karfreitag, am Totenfest und bei Trauer anzogen.

Es ist interessant, daß die Frauen über 40 Jahren lieber dunkle Kleider trugen, wogegen die Mädchen und die jungen Frauen sowohl helle als auch dunkle Kleider anzogen.

Heutzutage sieht man die alten Frauen im Dorf im allgemeinen in dunkelfarbigen Kleidern. (Abb. 53-57.), aber es kommt vor, daß sie Kleider von helleren Farben nähen lassen. (Abb. 58.)

2. Das Erstsonntagskleid

Das sog. Erstsonntagskleid zog man nur am ersten Sonntag des Monats zum Kirchgang oder beim Spaziergang an. Bis etwa zu den 30er Jahren hatten nur die wohlhabenderen Frauen Erstsonntagskleider, später jedoch verfügten auch andere Frauen über solche Kleider. Dazu trug man den Janker als Oberteil, später wurde er durch die Bluse abgelöst. Diese Kleider waren aus dunklem - braun, grün, grau, blau - Stoff oder aus Lüster angefertigt, und es kam oft vor, daß Blumenmuster aus glänzendem Faden eingearbeitet waren.

3. Kleider zum Tanz und zum Ball (Abb. 38 )

Schon vom Ende des 19. Jahrhunderts war es Mode, daß alle Mädchen und junge Frauen weiße Kleider zum Tanz und zum Ball trugen. Sie zogen diese Kleider im ganzen Jahr sechsmal an: am Neujahrstag, zur Faschingszeit am Pfingstmontag (pfingstmaudog), am Ostermontag, zur Kirmes und zum Katharina-Ball.

Bis 1925 gab es weiße Janker, ab dieser Zeit weiße Bluse und dazu trug man weiße Röcke mit kleinen farbigen Mustern. Diese Röcke wurden vom Anfang an gestärkt und gebügelt.

Die Blusen und die Röcke waren anfangs aus Batist oder aus Popeline, später ab 1930 aus „Bemberger" Seide angefertigt. (Die Seide erhielt ihren Namen angeblich nach dem Fabrikanten Bemberg.)

Zum weißen Tanzkleid zog man schwarze Schürze aus Lüster oder aus Seide an, die nach Geschmack zusammengefaltet wurden, und deren Faltkanten beim Tragen mit Absicht sichtbar blieben.

Die weißen Unterröcke wurden auch gefaltet. Es war Mode, den unteren Rand des Unterrockes mit Spitzen oder mit Schlingen zu besetzen. Es kam auch vor, daß man zum Tanz helle, farbige, gemusterte Sonntagskleider trug.

Weiße Strümpfe und schwarze Schnallenschuhe bildeten die Fußbekleidung zu diesen Kleidern.

4. Brauttracht (prädkwaund 'Brautgewand')

Bis 1910 war der Brautrock aus einfarbigem, dunklem Tuch genäht. Zu diesem Rock trug man Janker aus Seide, deren Farbe zu der des Rockes paßte. Später wurden die Janker bzw. die Blusen und die Röcke aus demselben Stoff angefertigt. Sie waren aus Seide, aus Brokat oder aus Samt genäht. Die Farben der Blusen und der Röcke waren grün, dunkelblau, grau, lila, weinrot, braun oder baige. Die Brautkleider waren entweder einfarbig (Abb. 48.), oder sie hatten verschiedene Blumenmuster, die sich entsprechend der Grundfarbe entweder heller oder dunkler abhoben. (Abb. 41, 46, 47.)

 

46. Kopftuchmuster

 

47. Kopftuchmuster

 

48. Tracht der Hochzeitsgäste

 

Die Braut trug weiße Schürze aus Leinen oder aus Popeline. Sie war gestärkt und längs gefaltet. Diese Schürzen hatten unten und seitlich Spitzenbesatz. (Abb. 39.) Ab ungefähr 1930 fertigte man die Brautschürze aus Organtinan. Diese Schürze hatte unten verschiedene Muster, zumeist Blumenmuster. Der untere Rand wurde spitzig oder rund geschlungen. (Abb. 40, 41.) Zu einer Brautschürze brauchte man 2-3 Meter Stoff, den man im Geschäft besorgte.

Zu Beginn des Jahrhunderts hatten die Bräute die sog. „Latterstrümpfe, später weiße Seidenstrümpfe an. Sie trugen anfangs „Regatta"-Schuhe, später „Spangelschuhe". (Abb. 48.)

Bis zu den 20er Jahren flocht man die Haare der Braut in mehrere Zöpfe, die mit Hilfe kleiner Haarnadelnam Kopf befestigt wurden. Diese Haartracht nannte man Schalneist. Ab dieser Zeit machte man aus 2 Zöpfen Haarknoten.

Zu der Brauttracht gehörte noch der weiße Myrtenkranz (Abb. 40, 41.), worauf hinten eine weiße Masche und 2 Bänder genäht wurden. Die Bänder reichten vom Hals bis an den Rumpf und waren aus Seide oder aus Taft. Es war Mode, die Bänder zu falten.

Die Trauung fand im allgemeinen am Vormittag statt. Zum Mittagessen kleidete sich die Braut nicht um, sondern erst am Nachmittag, später zum Abendessen. Da zog sie ihr Sonntagskleid an. Um Mitternacht schlüpfte sie wieder in das Brautkleid. Jetzt stellte man in die Mitte des Zimmers einen Stuhl, worauf sich die Braut setzte. Vorher spritzte man unter den Stuhl Wasser, um auszudrücken, daß die Braut ihren Mädchenbestand beweint. Dieser Brauch war etwa bis zu den 20er Jahren festzustellen, später ließ man davon ab. Dann erhielt die Braut von der Taufpatin den Schopf, ein Kopftuch aus Seide. Damit drückte man aus, daß das Mädchen Frau wurde. Der Brautkranz wurde von der Mutter der Braut vorher abgenommen und verbrannt.

Ein interessantes Gedicht knüpft sich an die Brauttracht. Dieses Gedicht lautet:

Bring, bring den Stuhl herein!

Die Braut muß abgebunden sein.

Jetzt binden wir der Jungfraubraut

Das Kränzlein ab, ihren Mann muß sie

lieben bis in das Grab.

 

Jetzt binden wir der Jungfraubraut

das Tüchlein auf,

das muß sie tragen, in ihrem ganzen Lebenslauf.

Sie muß es tragen schwarz oder rot,

ihren Mann muß sie lieben bis in den Tod.

Zwei Brautjungfern begleiteten die Braut. Sie hatten schöne Sonntagskleider an, die mit dem Kleid der Braut in Farbe und im Schnitt nicht übereinstimmen durften, nur das weiße Kränzlein war ähnlich, was auch die Brautjungfern anhatten.

Hier erwähne ich, daß die Schwangeren keine anderen Kleider hatten, man trug weitere Röcke und Blusen.

 

Ergänzung

1. Das Taschentuch

Anfangs machte man für Wochentage Taschentücher aus farbigem Leinen, für Sonn-und Festtage hatte jeder weiße Taschentücher (Abb. 49.), deren Rand geschlungen oder durchbrochen war. In eine Ecke stickte man aus dunklerem Garn ein reich verziertes Monogramm.

Man steckte das Taschentuch in die Tasche des Rockes oder in den Schürzenbund, so daß ein Teil des Taschentuches sichtbar blieb, aber dies kam nur im Falle vor, wenn man ein Festkleid anhatte. Es war auch gebräuchlich, daß die Mädchen sie in der Hand hielten. (Abb. 21.).

Die Taschentücher wurden zu Hause angefertigt, aber später konnte man sie auch kaufen.

49. Taschentuch

 

2. Die Halskette

Bis 1925 hatten die Mädchen und die Frauen sonn-und festtags Perlenketten an, die sie ein paarmal um den Hals legten. Sie waren weiß, hellblau oder rosarot. (Abb. 24.)

3. Das Gebetbuch, der Rosenkranz

Zu der Mädchen- und Frauentracht gehörten das Gebetbuch und der Rosenkranz, die sie in der Hand hielten. (Abb. 25, 28, 38.) Mädchen und Frauen gingen damit zur Kirche oder zur Prozession.

Auch heute ist es noch bei den alten Frauen so üblich, was auch die Abb. zeigen. (Abb. 34, 53, 57, 60.)

4. Die Knöpfe (knjaupf)

Man besetzte die Unterhemden mit weißen Beinknöpfen, während die Alltags- und Festblusen (Janker, Juppel, Bluse) mit den jeweils dazupassenden Knöpfen versehen wurden.

5. Der sog. „Fratschlsock"

Die Frauen, die zum Markt oder zur Kirche gingen, trugen unter der Schürze einen sog. „Fratschlsock". (Abb. 64.) Dieser wurde aus verschiedenen, billigen Stoffen zu Hause genäht. Darin hielten die Frauen ihr Geld, das Gebetbuch oder auch andere Sachen. Auch heute noch ist diese Tasche unter den alten Frauen, die sich noch nicht „umkleideten", sehr beliebt.

Die Tracht der vorschulischen und Schulbuben

Die Tracht der Buben und der jungen und alten Männer war viel einfacher und ärmer, als die der Mädchen und Frauen. Es bestand eigentlich kein Unterschied zwischen der Buben- und der Mädchentracht, was auch die Bilder zeigen.

 

Die Unterkleidung

1. Die Unterhose

Bis zum 8-10. Lebensjahr trugen die Jungen im Winter sog. „Flitschihosen", die auch die Mädchen hatten, und deren Schnitt schon bei den Kleinkindern behandelt wurde. Bei schönem Wetter zogen die Jungen bis an die Knie reichende Unterhosen an, die man aus farbigem, gemustertem „Waschzeug" im allgemeinen zu Hause nähte. Ab 1930 machte man für den Winter bis über die Knie reichende Unterhose aus grauem oder hellfarbigem Flanell. Außerdem hatten die Jungen Unterhosen aus Kloth (glot) in Schwarz, die im Handel erhältlich waren. Jeder Bube besaß 2-3 Stück von den verschiedenen Unterhosen.

2. Der Strumpf

Die Jungen trugen einfarbige, gestrickte Strümpfe, die aus Wolle, anfangs der 20er Jahre jedoch auch aus Zwirn von dem Strumpfweber des Dorfes, Johann Brückner hergestellt wurden. Die Strümpfe reichten bis an die Knie, v, o sie zuerst mit einem Band, später mit einem Gummiband befestigt wurden.

Mit 10 oder 12 Jahren erhielten die Jungen Fußfetzen , die aus Flanell oder aus sog. Molinó waren. Das Molinó war ähnlich wie der Enghien. Den Fußfetzen, der ungefähr 40x60 cm breit war, drehte man mehrmals um die Füße.

Mit der zunehmenden Industrialisierung konnte man in den Geschäften verschiedene Strümpfe erhalten.

Auch die Jungen hatten keine Nachtkleider, sondern nachts hatten sie die Unterhosen und die Hemden an, die sie tagsüber trugen.

 

Die Oberkleidung

1. Das Hemd (Abb. 50.)

Das Hemd hatte einen ganz einfachen Schnitt: anfangs hatte es einen kleinen offenen Kragen, der mit der Zeit immer spitziger und breiter wurde. Vorn am Hals-war es mit 2 Knöpfen geschlossen, ab 1937 nur mit einem. Vorn war das Hemd bis an die Taille geöffnet und hatte eine einreihige Knöpfung. Zuerst wurde es entlang der Knopfreihe mit Falten, mit Schmissel geschmückt. Später gab es keine Schmisset, das Hemd war vorn glatt.

Anfangs bestand der Rückenteil aus einem Teil und war weit geschnitten, jedoch unterhalb des Kragens eingehalten. Später fertigte man den Rückenteil aus 2 Teilen an, so daß der obere Teil vom Hals bis an das Schulterblatt reichte, und durch eine waagrechte Naht mit dem Unterteil verbunden war, der sich ab der Mitte nach unten hinausweitete. Die Ärmel waren so geschnitten wie die heutigen Hemden. Sie hatten am Handgelenk Aufschläge mit je 1 Knopf, seit den 30er Jahren gab es schon Manschetten. Das Hemd, das man direkt auf den Körper anzog, reichte bis an die Schenkelmitte.

50. Männerhemd

 

Bis 1935 gab es nur weiße Hemden aus Popeline, dann ließ man auch farbige, gemusterte oder gestreifte Hemden aus Waschzeug oder aus Zephir nähen, deren Farben im allgemeinen grau, oder hellblau waren. Die Festhemden gleichen Schnittes waren immer aus weißen Leinen oder Batist angefertigt, und bis 1930 kam es vor, daß sie vorne, entlang der Falten, mit Spitzen verziert waren.

Die Jungen besaßen 1-2 Festhemden und 1-2 Alltagshemden, die den Geschwistern weitergegeben wurden. Diese Hemden fertigten die Näherinnen des Dorfes an, die sich auf die Herstellung von Unterwäsche, sowie Hemden spezialisierten.

2. Das Oberhemd

Seit Anfang des Jahrhunderts wurden die bis unter den Rumpf reichenden Oberhemden nur an Festtagen, bei kaltem Wetter getragen. In abgetragenem Zustand verwendete man sie auch wochentags. Diese Oberhemden wurden immer über das Hemd aber unter das Leibchen gezogen. (Abb. 51.) Ihr Schnitt war einfach,, vorne glatt, langärmelig, geknöpft und sie hatten einen kleinen Stehkragen.

Der Rückenteil war aus 2 Teilen zugeschnitten, und in der Höbe der Schulterblätter waren beiderseits 2-3 Falten in die Naht eingearbeitet, Diese Oberhemden waren immer aus winterlichem Stoff genäht, dessen Farbe dunkel - grün, braun,, grau - war.

3. Die Hosen

Mit 3-4 Jahren erhielten die Buben sog. Pantalonshoen, die wie die heutigen Hosen aussahen. Diese Hose war passend, reichte bis zum Knöchel. (Abb. 4.: der Bube rechts.) Vorn hatte sie einen Schlitz, der mit Knöpfen zu schließen war.

Die Alltagshosen waren immer aus dunklem (braun, grün, schwarz) Stoff  oder aus Kordsamt angefertigt.

Die Buben hatten 2-3 Alltagshosen, eine aus leichtem Stoff für Sommer, und 1-2 Festhosen, die seit Beginn des Jahrhunderts nur schwarz, ab den 30er Jahren auch von brauner und grauer Farbe waren.

51. Bburschentracht

 

Mit 14 Jahren erhielten die Jungen sog. „Stiefelhosen", (Abb. 51.)-

Auch die Männer trugen sie, deshalb wird ihr Schnitt bei der Männertracht behandelt.

Diese „Stiefelhosen" hatten die Jungen zumeist bei kaltem Wetter an, bei schönem Wetter trugen sie Fantalonshosen.

Zu den Hosen trugen die Jungen bis zu den 20er Jahren Hosenriemen  , ab dieser Zeit hauptsächlich Hosenträger

4. Das Leibchen (läwü)

Das Leibchen war schon vom Anfang des Jahrhunderts gebräuchlich, das man sowohl zu der Pantalonshosen als auch zu der Stiefelhose für Sonn- und Festtage nähen ließ (Abb. 51.: der Junge rechts). Das war im allgemeinen aus dem Stoff der Hose, z. B. aus Tuch angefertigt. Das Leibchen hatte fast so einen Schnitt wie das heutige. Ungefähr bis zu den 20er Jahren hatte es einen offenen Kragen, später keinen mehr. Vorn war es zuerst mit zweireihiger, später mit einreihiger Knöpfung versehen. Es war ärmellos, passend und reichte bis an den Rumpf. Der Rückenteil war anfangs glatt, später hatte er unten in der Mitte einen Aufschnitt, der mit einer Schnalle geschmückt war. Dieses Leibchen wurde immer für kaltes Wetter mit warmem Flanell, für schönes Wetter mit leichtem Stoff gefüttert. Fast jedes Jahr ließ man Leibchen machen, besonders die reicheren Familien konnten es sich leisten. Die abgetragenen Festleibchen zog man später wochentags an, oder sie wurden von den Geschwistern weitergetragen. Bei schönem Wetter hatten die Jungen nur diese Leibchen über den Hemden an.

5. Die Schürze

Die vorschulischen Buben trugen im Kindergarten und auch zu Hause, die Schulbuben nur zu Hause bis unter die Knie reichende Schürzen. Die Schürze war entweder in einem oder in der Taille geschnitten, und in diesem Fall bestand sie aus 2 Teilen. Allerdings sah sie wie die Schürze der Fleischhacker aus. Oben, vorn war die Schürze im allgemeinen mit Monogramm geschmückt. Man band sie am Hals und vorn an der Taille. Da die Schürze oft gewaschen werden mußte, war sie immer aus leicht zu handhabendem, blauem „Waschzeug" angefertigt.

6. Der Wintermantel

Die Jungen hatten eigentlich keinen Wintermantel, was sie anhatten kann man «her als Sakko bezeichnen. (Trotzdem wird das Wort Mantel dafür verwendet.)

Zeichnung III.

Dieser Mantel (Abb. 4.: der Junge rechts) hatte einen ganz einfachen Schnitt. Er reichte nur bis an den Rumpf, hatte offenen Kragen, bei den reichen Familien war er mit Astrachan geschmückt. Vorn hatte er zweireihige Knöpfung und unten zwei Taschen. Der Mantel war aus schwarzem Tuch angefertigt und mit Wattelin gefüttert. Man ließ keinen Mantel für Wochentage nähen, sondern wenn der Festmantel schon klein war, trug ihn der Junge wochentags oder er wurde den Geschwistern weitergegeben.

7. „Runder Hut", (Abb. 4; Abb. 14.: die Jungen; Abb. 51.)

Ein wichtiger Bestandteil der Kleidung der Buben und Jungen war der „runde Hut", den sie oft mit 3 Jahren erhielten, und den man auch in Geschäften kaufen konnte. Der Hut sah ganz einfach aus, war immer schwarz, und hatte ringsum ein 5-6 cm breites, schwarzes Band aus Seide.

Die Jungen hatten 1 -2 Hüte, von denen sie den einen nur sonn- und festtags, bei schönem und kaltem Wetter, den anderen wochentags und bei kaltem Wetter aufsetzten. Es kam aber auch vor, daß der Bub, bei kaltem Wetter das Tuch seiner Mutter auf den Kopf setzte.

8. Die Schuhe

Bei kaltem Wetter trugen die Jungen die gestrickten, warmen Babuschen, wie auch die Mädchen und Frauen. Bei schönem Wetter zogen sie sog. „Zugschuhe"  an. Diese Schuhe waren aus schwarzem Leder so angefertigt, daß sie außen Gummieinlagen hatten. Wo man viel Geld hatte, ließ man für kleinere Jungen Stiefel aus schwarzem Leder machen, die sie nur im Winter anzogen. Aber mit 14 Jahren besaßen fast alle Jungen Stiefel. (Abb. 51.)

 

Festkleidung

Die Festkleidung der Jungen unterschied sich im Schnitt, in der Farbe und oft in dem Stoff von der Alltagskleidung nicht. Man ließ für sie „Festkleider" nähen, die sie später wochentags trugen. In den Familien, wo mehrere Kinder waren, wurden die Kleidungsstücke weitergegeben. Zu den feierlichen Gelegenheiten zogen die vorschulischen — und Schulbuben immer ihre schönsten, man kann sagen neuesten Kleidungsstücke an.

 

Ergänzung

Die Haartracht (hovtrocht)

Man ließ die Haare der vorschulischen Buben im Frühling oft ganz kurz schneiden, sonst hatten sie und die Schulbuben kurze Haare.

 

Die Tracht der jungen und alten Männer

Die Männertracht veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte nicht oder nur kaum. Die älteren Männer trugen die Kleidungsstücke ,die sie schon länger besaßen, oft Jahrzehnte lang, falls sie noch paßten. Die Jüngeren ererbten die Kleidungsstücke, aus denen die Älteren herausgewachsen waren, trugen diese hauptsächlich wochentags. Für Sonn- und Feiertage ließen sie sich neue Anzüge anfertigen, die sich manchmal von der Form älterer Kleidungsstücke unterschieden.

 

Unterkleidung

1. Die Unterhose

Die jungen und alten Männer trugen langschaftige Unterhosen, die bis zu den Knöcheln reichten, wo sie außen ungefähr 8-10 cm lang aufgeschnitten waren. An den Stoff waren dort je 2 Bänder genäht, die man zusammenband. Vorn hatte die Unterhose einen Schlitz. Beim Rumpf zog man sie mit einem Band zusammen, dann machte man einen Knoten. Bei kaltem Wetter zog man Unterhose aus Flanell oder Barchent an, die grau, drappfarbig oder hellblau waren. Bei schönem Wetter trug man sie aus grauem oder drappfarbigem Zwirnköpper. Diese Unterhose war mit dunklen Farben gestreift. Jeder Mann hatte für Festtage weiße Unterhose aus „Köpper" oder aus Leinen, die oft weiße Streifen hatte. Ab 1930 ließen die jungen Männer bis über die Knie reichende Unterhosen aus grauem, drappfarbigem oder hellblauem Zephir nähen. Sie trugen diese erst bei schönem Wetter. Man hatte 6-8 Unterhosen.

52. Unterhose (Gatya-Hoee)

 

Bei schönem Wetter trugen nur die alten Männer zur Arbeit die sog. Katjihosen (Abb. 52.), die im allgemeinen aus weißem Leinen oder aus farbigem „Waschzeug" angefertigt waren. Diese Hose hatte den gleichen Schnitt wie die Unterhose, aber jene war noch weiter geschnitten als diese. Diese Hose trug man zusammen mit der Schürze.

2. Der Fußfetzen

Statt Socken trugen die Männer von der Jahrhundertwende an sog. „Fußfetzen", die sie sowohl zu den Stiefel- als auch zu den Pantalonshosen anzogen. Mitte der 30er Jahre konnte man schon Socken kaufen. Es leben heute nur einige alte Männer, die winters die Fußfetzen zu den Stiefelhosen tragen.

Auch die Männer hatten keine Nachtkleider. Nachts zogen sie die Hemden an, die sie tagsüber anhatten.

 

Oberkleidung

1. Das Hemd (Abb. 23, 25, 31, 50.)

Die Hemden der Männer stimmten im Schnitt, im Stoff und in der Farbe mit denen der Jungen überein. Deshalb werden sie hier nicht behandelt.

Das weiße Festhemd unterschied sich vom Alltagshemd insofern, daß es bis zu den 20er Jahren entlang der Knöpfung mit 1-2 cm breiten Spitzen geschmückt wurde. Diese verschiedenen Spitzen konnte man in Geschäften kaufen. Man ließ fast jedes Jahr 2-3 Hemden, Fest- und Wochentagshemden, von den Näherinnen des Dorfes machen. Die Reicheren konnten sich natürlich noch mehrere Stücke leisten. Wenn die Festhemden schon zerfetzt oder abgetragen waren, zog man sie wochentags an.

2. Das Oberhemd

Das Oberhemd zog man vom Frühling bis Herbst bei kaltem Wetter an. Sein Schnitt, sein Stoff und seine Farbe waren ähnlich wie bei den Jungen. Für Fest-und Wochentage hatte man davon 2-3 Stücke.

3. Das Leibchen (läwü)

Das Leibchen hatte den gleichen Schnitt wie bei den Buben. Die Männer trugen Leibchen nur in dunklen Farben (schwarz,   braun, grau). Das Festleibchen, das immer aus dem Stoff der Hose angefertigt war, hatte immer schwarze Farbe. (Abb. 31.) Die Alltagsleibchen ließ man aus Kordsamt nähen. Das Leibchen hatte zuerst zweireihige, später einreihige Knöpfung. Vorn steckte man in die Tasche des Leibchens die Uhrenkette mit der Uhr. (Abb. 23, 31.) Die alten, abgenützten Leibchen wurden wochentags getragen.

4. Die Hosen

Die Stiefelhose zu tragen, war im allgemeinen zusammen mit den Stiefeln gebräuchlich. (Abb. 22, 26.). Diese Stiefelhose wurde aus Tuch oder aus Webstoff angefertigt, und war meistens schwarz, braun oder dunkelgrau. Sie hatte eine ähnliche Form wie die Reithose, das heißt, sie war von der Hüfte an bis zum Knie weit geschnitten und ab dem Knie eng anliegend. Beim Knöchel war die Hose 10-15 cm lang aufgeschnitten und sie hatte dort 2 Bänder, die man band, später verwendete man Knöpfe. Zuerst hatte die „Stiefelhose" vorn einen „Aufsatz"  , der abknöpf bar war. (Abb. 51,: der Junge rechts.) Dieser Aufsatz und die Hose von der Taille bis über die Knie war mit schwarzer oder blauer Schnurverzierung geschmückt . Später war die Hose vorn so einfach wie die heutige.

Man besaß 3-4 Hosen, davon trug man 1-2 sonn- und festtags, die anderen wochentags. Es war eigentlich kein Unterschied zwischen den beiden, nur soviel, daß die Festhose immer die schönste, eventuell die neueste war, und ihr Stoff aus feinem schwarzen oder braunen Tuch war. Jeder Mann hatte eine Hose aus warmem Tuch für den Winter, deren Hosenbeine mit Flanell''gefüttert waren. Eine andere war aus leichtem Stoff für den Sommer angefertigt. Die jungen und alten Männer trugen diese Stiefelhosen bei kaltem Wetter immer, sowohl an Fest- als auch an Wochentagen. Bei schönem Wetter hatten sie diese Hosen mit den Stiefeln nur sonn-und festtags an, wenn sie z. B. in die Kirche gingen. Sonst zogen sie dazu zu Hause oder zur Arbeit die Pantoffel an.

Die Hose mit anderem Schnitt war die sog. „Pantalonshose" (Abb. 31, 32.), die aus Tuch, aus Stoff oder aus Kordsamt genäht war. Diese Hose hatte den gleichen Schnitt wie bei den Jungen, und war grau, braun, dunkelgrün oder schwarz. Die Festhosen waren wie die Alltagshosen genäht. Es kam vor, daß man die abgetragenen Festhosen wochentags anzog. Bis ungefähr 1940 war es noch Mode, daß man an Festtagen die Stiefelhose anzog und es war auch gebräuchlich, daß man zu der Pantalonshose die Stiefel anhatte. (Abb. 32.)

Man ließ die Hosen mit dem Leibchen und mit dem Sakko im allgemeinen zusammen nähen.

Die Männer legten die Hosen in die Schublade.

Zu Beginn des Jahrhunderts trug man zu den Hosen Hosenriemen, ab 1930 im allgemeinen Hosenträger.

5. Der Sakko

Den Sakko ließ man aus dem Stoff der Hose nähen. Dieser Sakko reichte anfangs bis an den Rumpf, später war er ein bißchen länger. Vorn war er mit zweireihiger (Abb. 22, 25, 26) und auch mit einreihiger Knöpfung geschlossen. (Abb. 32.) Vorn hatte er noch zwei Taschen an der Taille. Die langen Ärmel waren am Handgelenk aufgeschnitten. Der Sakko hatte einen ausgeschlagenen Kragen, und es kam vor, daß er hinten in der Mitte der Taille einen 10-15 cm langen Aufschnitt hatte.

Man zog ihn bei kaltem Wetter sowohl wochentags als auch sonn- und festtags, bei schönem Wetter erst festtags an, wenn man zur Kirche, zur Weinschenke oder zum Tanz ging. Die jungen und alten Männer hatten 1-2 AHagts- und 1-2 Festsakkos. Die letzteren waren immer schwarz, sonst war jeder Sakko z.B. mit Flanell gefüttert. Den Stoff zu einem Anzug (Sakko, Hose, Leibchen) kaufte man im allgemeinen im Dorf. Die Anzüge wurden in jedem Fall von Schneidern, die im Dorf lebten und arbeiteten, angefertigt.

6. Die Schürze

Auch die Männer trugen sonntags sog. „Rumburger" Schürzen, die man aus dunkelblauem Leinen anfertigte. Wochentags hatte man zur Arbeit Schürze aus „Waschzeug" an, man nannte sie Fürtuch (fivdv). Die Schürzen der Männer sahen genauso aus wie die der Jungen. Bis zu den 20er Jahren zogen junge und alte Männer Schürzen zur Arbeit an, oder wenn sie sonntags zur Weinschenke gingen. Von dieser Zeit trugen die jungen Männer nur zur Arbeit oder zu Hause Schürzen.

7. Der Wintermantel

Der Wintermantel (Abb. 4.: der Mann in der Mitte) war aus schwarzem Tuch angefertigt. Er reichte bis an die Schenkelmitte. Vorn hatte er unter der Taille zwei Taschen und war mit zweireihiger Knöpfung geschlossen. Das Futter war Flanell oder Kloth, sonst wurde der Wintermantel mit Wattelin gefüttert.

Die Wohlhabenden ließen den offenen Kragen mit Astrachan oder mit Samt schmücken. Anfangs ließ man Wintermantel nur für Sonn- und Festtage, ab 1920 auch für Wochentage aus grauem Stoff machen.

8. Die Schuhe

Bei kaltem Wetter immer, bei schönem meistens an Festtagen trug man Stiefel, die bis an die Knie reichten. (Abb. 22, 26.) Die Stiefel waren aus schwarzem Leder angefertigt. Man hatte je ein Paar Stiefel für Werktage und für Festtage.

Die Feststiefel, die immer aus schönerem Leder waren, trug man oft 10-15 Jahre lang. Wochentagsstiefel ließ man 4-5-jährlich machen, aber es war oft so, daß die abgetragenen Feststiefel wochentags angezogen wurden.

Zu der „Pantalonshose" zog man die sog. „Zugschuhe" aus schwarzem Leder an. Diese hatten außen Gummieinlagen, sonst sahen sie wie die heutigen Halbschuhe aus. Zu Beginn des Jahrhunderts trugen nur die wohlhabenden Bauern diese Schuhe, die ärmeren hatten die schwarzen gestrickten Schuhe an. Im Sommer zog man zu der Arbeit oder zu Hause Pantoffelan, die aus braunem oder schwarzem Leder angefertigt waren. Diese Pantoffel waren hinten offen.

9. Der Hut (Abb. 14.: die Männer)

„Der runde Hut", den man winters und sommers anzog, war unter den Männern sehr beliebt. Im Sommer trug man in dem Falle einen Hut, wenn man zur Kirche, zur Weinschenke oder zum Tanz ging.

Für den Winter gab es eine schwarze Pelzmützeaus Astrachan oder aus verschiedenen Pelzen. Diese besaßen im allgemeinen nur die wohlhabenderen Männer. (Abb. 48.: der 2. Mann in der ersten Reihe von links). Die Pelmütze kaufte man auf dem Markt, später konnte man sie auch in Geschäften sehen. (Man nannte sie auch kutsntv, vgl. ung. kucsma.)

 

Festtracht

1. Schwarzer Anzug

An den Sonn- und Festtagen trug man den schwarzen Anzug (Hose, Sakko, Leibchen) und das weiße Hemd. Bei schönem Wetter zog man die Hose nur mit dem Leibchen an, bei kaltem Wetter hatte man unter dem Leibchen das Festoberhemd an. Dazu trugen die Männer den Festhut, der oft mit Rosmarin geschmückt war.

2. Die Tracht des Bräutigams

Zu der Trauung zog der Bräutigam (prädigam) das weiße Hemd und dea schwarzen Festanzug an. (Abb. 48.: der Bräutigam in der Mitte). Es war im allgemeinen so, daß die Eltern einen neuen Anzug zu der Trauung nähen ließen, den der Bräutigam später festtags anzog. Der Anzug war meistens aus warmem Tuch angefertigt, da die Hochzeit öfter im November oder im Februar stattfand.

Zu dem Anzug hatte der Bräutigam die Feststiefel und den schwarzen Hut an. Den Kragen des Sakkos verzierte man vorn mit sog. „Rösel", aus weißen

Wachsblumen mit 2 weißen Bändern.

 

Ergänzung

1. Die Haartracht

Die Männer hatten immer kurze Haare, die sie zur Seite kämmten. Die Haartracht der alten Männer war unterschiedlich. Im allgemeinen hatte jeder Mann Schnurbart

2. Das Taschentuch

Anfangs gab es keinen Unterschied zwischen den Taschentüchern der Frauen und der Männer. Sie wurden aus farbigem Leinen geschnitten, dann gesäumt. Später konnte man sie kaufen.

3. Die Knöpfe (knjaupf, knjeipf)

Man schmückte die Hemden mit weißen Beinknöpfen, die Leibchen, die Sakkos und die Mäntel mit Knöpfen aus Messing oder mit Zwirnknöpfen. Natürlich konnte man später aus den industriell erzeugten Knöpfen wählen.

 

53. Auf dem Heimweg aus der Kirche

 

54. Festtracht einer alten Werischwarerin

 

55. Festtracht der Frauen

 

56. Die vereinfachte Tracht der Frauen

 

57. Die vereinfachte Tracht der Frauen

 

58. Neue Stoffe in der Ftauentracht

 

59. Karierte und gestreifte Stoffe in der Tracht

 

60. Schwane Tracht

 

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man feststellen, wenn wir die Tracht dieser Dorfbewohner ansehen: die Kleidung war einfach, sparsam (das zeigte, daß die abgetragenen Kleidungsstücke wochentags angezogen oder von den Generationen weitergegeben wurden), zurückhaltend in Farbe (es herrschen meistens die dunklen Farben), im Schnitt, in Musterung und es fehlte an Einfallsreichtum.

Es ist interessant, daß die Kleinen so gekleidet wurden wie die Erwachsenen. Eine sog. Entwicklung der Tracht war kaum feststellbar. Die Tracht, besonders die Festtracht der Mädchen und der Frauen war viel reicher als die der Männer.

Ihre Festtracht bestimmten in erster Linie die religiösen Feiertage. Besonders die jungen Mädchen und Frauen standen miteinander im Wettbewerb, wer schönere oder mehr Kleider hatte. Man achtete darauf sehr, besonders bei der Frauentracht, daß die Kleidungsstücke in der Farbgebung aufeinander abgestimmt werden. Der Unterschied der Kleidungsstücke zwischen den Reicheren und Ärmeren bestand darin, daß die Reicheren sich mehrere Kleider machen ließen und schönere und teurere Stoffe kaufen konnten.

Die einfach geschnittenen Kleider wurden im allgemeinen zu Hause angefertigt, da es fast in jedem Haus eine Nähmaschine gab. War keine vorhanden, dann trug man diese Arbeit zu Bekannten oder Nachbaren. Für die Anfertigung komplizierter Kleider waren die berufsmäßigen Schneider oder Schneiderinnen (nodvrin 'Näherin') zuständig.

61. Kopf tuch mit Fransen

 

62. Stofftuch

 

63. Stofftuch

 

64. Taschen unter dem Fürtuch

 

65. Die „neue Männertracht"

 


  1. MARLOK, I. o. J.
  2. MARLOK, I. o. J.
  3. MARLOK, I. o. J.
  4. BONOMI, E. 1940.
  5. MARLOK, I. o. J. e
  6. BONOMI, E. 1940.
  7. MARLOK, I. o. J.
  8. BONOMI, E. 1940.
  9. MARLOK, I. o. J.
  10. MARLOK, I. o. J.
  11. SZEITL, E. 1975.
  12. SZEITL, E. 1975.

 

LITERATUR

BONOMI, E., 1940. Die Ansiedlungszeit des Ofner Berglandes. SODF 5, S. 403 ff.

MANHERZ, K. 1968. Die deutschen Mundarten im Pilisch-Gebirge. Hs. Dissertation an der Budapester Eötvös Universität.

MARLOK, I. o. J. Adalékok Pilismegye történetéhez (Zur Besiedlung des Komi-tates Pilisch). Aus der Geschichte von Pilisvörösvár, Hs

SZEITL, E. 1975. Die Volkstracht der ungarlandischen Deutschen Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen 1, S. 105. ff.

 

MAJOR KATALIN

A pilisvörösvári németek népviselete (Dokumentáció)

A dokumentáció gazdag fényképanyag kíséretében mutatja be Pilisvörösvár Pest megyei nagyközség német nemzetiségének népviseletét. Pilisvörösvár 18 km-re fekszik Budapesttől, északnyugati irányban, a régi Buda-Bécs postaút mentén. Tőrök utáni újratelepítése 1690-től kezdődik, mintegy száz éven át jönnek a községbe németek a birodalom legkülönbözőbb területeiről, elsősorban Baden-Württembergből. A község lakosai mezőgazdasággal, bányászattal és fuvarozással foglalkoztak, a második világháborúig a lányok budapesti családoknál szolgáltak. A város közelsége ellenére a közösség erősen megőrizte nyelvjárását. Ehhez természetesen az is hozzájárult, hogy a kitelepítési akció ezt a települést megkímélte. A német nyelvjárás még ma is a nyelvi kommunikáció eszköze.

A szerző a szakirodalomban használatos módon mutatja be a település németségének népviseletét. A leírás fontos dokumentáció, mert az egyes viseleti darabok a Budai-hegyvidék és a Pilis-hegység német településeinek típusait képviselik. A viselet-leírás a kővetkező szempontokat veszi figyelembe: életkori (generációs) és nemi sajátosságok, különböző alkalmak viselete, évszakok szerinti viseletek. A gazdag rajz- és fényképanyag jól dokumentálja egy még ma is élő, német eredetű viselet alakulását.

 

 

  
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