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Vorwort

 

Allmächtiger Vater...

. . . Du bist mir auf den Fersen

jeden Schritt und Tritt.

Du schützest mein Gehen,

indem Du gehest mit.

 

. . . Du reichest, wenn ich in Not,

zur Hilfe Deine Hand.

Du bist mir Leben und Tod,

indem Du mich gesandt.

 

. . . Du hast es bewiesen,

ohne Dich nur Untergang.

Tägliches Gebet sei Dir gepriesen

von mir als innigster Dank.

 

Jakob Rettig, Gara

 

Warum noch so spät, d. h. nach 45 Jahren, ein Heimatbuch? Sind doch die meisten, die Gara noch erlebten und sich an vieles erinnern könnten, schon tot.

Auch die Jüngeren, die Gara nur in ihrer frühesten Jugend erlebten, haben meist keine Erinnerungen mehr an die sogenannte „alte Heimat".

Tatsache ist es auch, daß in wenigen Jahren keiner der ,,alten" Garaer mehr leben wird, die das frühere Gara und das Leben, so wie es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war, aus eigener Anschauung kannten. Nachdem in den letzten 20 — 30 Jahren aber viele der jungen Generation die Möglichkeit hatten, Gara zu sehen, sollte ihnen ein Vergleich mit früher ermöglicht werden.

Dies soll mit Hilfe dieses Heimatbuches geschehen. In der Geschichte von Gara ist die Zeitspanne, in der die Deutschen siedelten und Gara maßgebend gestalteten, verhältnismäßig kurz.

Vor allem sollen in diesem Buch auch kleinere Ereignisse festgehalten werden, die in den allgemeinen Geschichtsbüchern keine Aufnahme finden. Es soll auch daran erinnert werden, wie sich die einzelnen Nationalitäten in den Jahrhunderten, in unterschiedlichsten wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen, mal friedlich, mal feindselig verhalten haben. Vor allem im Zweiten Weltkrieg traten die Differenzen, die man längst vergessen wähnte, wieder zutage. Sie endeten in der Flucht und in der Vertreibung der Deutschen durch die Besatzungsmächte, die Rote Armee und die Partisanen. Die Entrechtung der gesamten deutschen Bevölkerung und die Verschleppung (Internierung vieler Deutscher in die Arbeitslager der UDSSR) war eine weitere Folge des Krieges. Unsere Geschichte soll der jüngeren Generation ein lehrreiches Vermächtnis und eine Erinnerung daran sein, was ihre Vorfahren in ihrer in 200 Jahren liebgewonnenen Heimat erleben mußten.

Leider konnte das Heimatbuch nicht durchgehend auf authentischen Unterlagen aufgebaut werden, sondern es basiert auch auf teilweise nicht mehr ganz lückenlosen Erinnerungen der derzeit noch lebenden Landsleute. Ich bitte daher um Verständnis, wenn einige Leser Einzelheiten anders in Erinnerung haben, als sie hier dargestellt wurden.

Stefan Keiner

 

 

 

   
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