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1. Die natürlichen Verhältnisse in Gara

 

1.1 Geographische Lage

Gara zählte zu den größten und schönsten Gemeinden der Nord- bzw. ungarischen Batschka und ist eines der ältesten Dörfer in der Umgebung von Baja.

Der Ort hegt in der großen ungarischen Tiefebene, zwischen Donau und Theiß, im Komitat Bács-Bodrog, am südlichen Rand des Bajaer Kreises, östlich vom Hauptkanal Igal, unmittelbar an der jugoslawischen Grenze, am Schnittpunkt des 46° 3' Breiten- und 19° 3' Längengrades und 16 km südlich von Baja.

Gara lag an der Bahnstrecke Baja—Zombor. Der Zugverkehr ging aber nach dem Ersten Weltkrieg nur noch in Richtung Baja, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch diese Bahnstrecke stillgelegt.

Obwohl Gara unmittelbar an der jugoslawischen Grenze liegt, hat es in alle Richtungen gute Verkehrsverbindungen. Ausgebaute Straßen verbinden Gara mit den angrenzenden Gemeinden. Im Norden mit Vaskút (9 km), im Osten mit Bácsborsod (13 km), im Süden mit Györgypuszta — heute Bácsszentgyörgy (6 km) und im Westen mit Csatalja (8 km). Die Straße nach Györgypuszta wurde im Zweiten Weltkrieg weiter bis nach Zombor ausgebaut.

Außer den ausgebauten Straßen gab es unausgebaute Straßen nach Hercegszántó (14 km) und nach Regöce-Legin (7 km); an dieser Straße war der Grenzübergang für den kleinen Grenzverkehr nach Jugoslawien, über Feldwege konnten noch Dávod und Katymár unmittelbar erreicht werden.

Die Gemarkungsfläche von Gara ist weitgehend eben, mit nur leichten Erhebungen bzw. Hügeln. Der größte Höhenunterschied der Gemarkung liegt bei 17 m, wobei die niedrigste Höhe südwestlich des Ortes im Saliter mit 94 m ü. NN. und der höchste Punkt nordöstlich vom Ort auf dem „Vaskuter Járás" bei 111 m ü. NN erreicht wird. Lediglich am südlichen Ortsrand in Richtung Saliter fällt das Gelände, auf einer kürzeren Strecke, von 102 m ü. NN auf 95 — 96 m ü. NN ab. Im westlichen Teil der Gemarkung, d. h. westlich der Straße Baja—Zombor (an der Csataljaer Straße) liegen die Höhen zwischen 94 bis 97 m ü. NN Im Ort sowie südlich und östlich ist die Höhenlage um 102 m ü. NN.; nordöstlich (Vaskuter Járás) steigt sie bis zu 111 m ü. NN an.

Ein Entwässerungskanal führt von der Bajaer Gemarkung südlich über die Vaskuter und die Garaer Gemarkung. Nach dem Ort Gara geht der Kanal in südwestliche Richtung über die Gemarkung Dávod und Hercegszántó, wo er in den großen Franzkanal einmündet.

 

 

Westlich von der Ortschaft Gara lag der Saliterteich (511 Kj. = 294 ha), der 1927 trockengelegt wurde. Im Saliterteich sind auch die tiefsten Lagen der Gemarkung Gara.

Die Gemarkungsfläche war bis 1941 10 420 Kj. bzw. 5996 ha. 1941 kam Györgypuszta als Teilort verwaltungsmäßig von Nagybaracska zu Gara, und dadurch vergrößerte sich die Gesamtgemarkungsfläche auf 12981 Kj. bzw. 7469 ha.

1941 zählte Gara 4473 Einwohner, von denen etwa 65 v. H. Deutsche waren.

Der Ursprung des Gemeindenamens ist nach Z. Gom-bocs (1936) aus dem Namen der Familie Gara abzuleiten. Nach L. Kiss (1980) wäre Gara aus dem Gattungsnamen ,,Gora" oder ,,Góra" abzuleiten, was „Wald" oder ,,Berg" heißt; solche Ortsnamen kamen im bulgarisch-serbisch-kroatisch-slowenischen Sprachgebiet vor.

Da die Komitate Bács und Bodrog von der Landnahme der Ungarn bis zur Mohatscher Schlacht nur von Ungarn bewohnt waren und Gara bereits schon damals ein bekannter Ort war, dürfte die Gombocsische Namensableitung aus dem Namen der ersten Besitzer richtig sein.

Nachdem Gara in der Türkenzeit völlig vernichtet und erst im XVII. Jahrhundert von Serben und Bunjewatzen neu angesiedelt wurde, blieb der Name Gara weiterhin, er bekam aber bei den neuen Einwohnern eine neue Bedeutung. Die im XVIII. Jahrhundert eingewanderten deutschen Siedler haben den Namen übernommen.

Das Gemeindegebiet ist schon seit mehr als tausend Jahren bewohntes Gebiet, was zahlreiche Funde bezeugen.

Näher bekannt sind aber nur die letzten 2 — 3 Jahrhunderte, aus denen neben gefundenen Gegenständen auch schriftliche Aufzeichnungen vorliegen. Verwaltungsmäßig gehörte Gara zum Verwaltungsbezirk bzw. Kreis Baja und somit zum Komitat Bács-Bodrog.

Aufzeichnungen zufolge soll der gegenwärtige Standort der Gemeinde nicht mit der ehemaligen Siedlung übereinstimmen. Die ursprüngliche Siedlung soll von der heutigen Gemeinde südwestlich bzw. von Györgypuszta nordwestlich gelegen haben. Vermutlich auf den dort etwas höher gelegenen Flächen, die die Ortsbezeichnung „Gradina" getragen haben. Dort fanden die Leute bei Feldarbeiten Gesteine und auch menschliche Skelette. Daraus kann die Schlußfolgerung gezogen werden, daß einst an dieser Stelle eine Burg stand. Von hier stammt vermutlich auch der Name Gradina, was Ruine bedeutet. Wie weit diese Aufzeichnungen richtig sind, wurde nicht weiter verfolgt. Der derzeitige Ort entspricht jedenfalls dem, wo sich die Menschen nach der Türkenvertreibung bzw. nach den Kurutzenkriegen ansiedelten.

 

1. 2 Erdgeschichtliche Entwicklung

Die unter landwirtschaftlicher Nutzung stehende Gemarkung von Gara, die den Ort umschließt, bildet den nordwestlichen Rand des Südbatschkaer Lößrückens.

Die massive Erdrinde in diesem Bereich, wie auch die der ganzen Tiefebene, bestand geologisch gesehen aus harter Urmasse. Am Ende des geologischen Mittelalters (Mesozoikum) und am Anfang der geologischen Erdneuzeit (Känozoikum) haben sich die europäische Erdplattenkruste und die afrikanische Platte aufeinander zubewegt. Als Auswirkung dieser Bewegung entstand in der festen Rinde eine starke Spannung. Durch diese Spannung und den immer stärker werdenden Seitendruck begann die Urmasse sich zu spalten, zu reißen bzw. zu brechen und zu knittern. So entstanden die Alpen, die Karpaten und die Dinariten (Dinarische Alpen). Die Fläche dazwischen hat, wegen der ringsum immer höher ansteigenden Berge, angefangen zu sinken. Das so gebildete große Becken wurde von Wasser überflutet. So entstand das Pannonische Meer. Das Meerwasser wurde zum einen von dem diesem Gebirge herabstürzenden Wasser aufgefüllt, andererseits hat es das Meer mit dem mitgeführten Geröll stufenweise aufgefüllt. Dieser Vorgang dauerte mehrere Millionen Jahre. Die Tiefebene hat ihr heutiges Gesicht am Ende der geologischen Neuzeit, dem Pleistozän, vor etwa 1 Million Jahren erhalten. In dieser Zeit spielte der starke Wechsel des Klimas eine entscheidende Rolle. Neben gemäßigtem Klima wechselten Eis- mit subtropischen Perioden. In den Eiszeiten hat sich im Gebirge, auf Grund des Frostes, viel Geröll gebildet, welches dann die Flüsse in die Tiefebene gebracht und dort diese nach und nach aufgefüllt haben. Das Geröll wurde hauptsächlich von der Donau und der Theis in die Tiefebene transportiert. In den vielen Millionen Jahren haben sich die Flußbetten ständig verändert. Als Folge bildeten sich in deren Umgebung Ablagerungen in wechselnder Menge und Qualität. In der geologischen Geschichte von Gara hatten die Flüsse in der Neuzeit eine entscheidende Rolle gespielt, die vom „Überdonauer Mittelgebirge" und vom „Baranyaer Inselgebirge" kommend, in die Nordbatschka flössen. In dieser Zeit lag das Donaubett noch östlich von Gara. So bildete der Batschkaer Rücken mit dem Überdonauer Gebirge eine hydrographische Einheit. Das von hier abgeschwemmte Geschiebe bildete die Ablagerungskuppe des Rückens. Die Ausbildung des Rückens wurde noch wesentlich durch den Wind beeinflußt, welcher einerseits den im Uberschwemmungsbereich der Flüsse abgelagerten Sand vom Flußbettrand in entfernte Gebiete beförderte und andererseits den in größerer Entfernung gebildeten feinen Staub auf dem „Batschkaer Rücken" ablagerte und so den Löß bildete.

Im Laufe der Zeit hat sich das Donauflußbett linksseitig ständig aufgefüllt, so bildeten sich dort überschwemmungsfreie Flächen. Das Flußbett der Donau bewegte sich so schrittweise, wobei es den höher gelegenen Flächen auswich, unter Hinterlassung wandernder und toter Flußarme, in westlicher Richtung. So hat die Donau ihr heutiges Flußbett und Aussehen erreicht. In dem folgenden Schnitt ist dargestellt, wie sich die Gliederung der Erdrinde von Westen nach Osten zeigt:

— Mohatscher Terrasse — Hauptarm der Donau — Mohatscher Insel — Baratschkaer Donauarm —. Südbatschkaer Terrasse — Südbatschkaer Lößrücken. Aus dem Schnitt ist auch ersichtlich, daß die Mohatscher Insel nicht aus Ablagerungen besteht, sondern aus Urgestein, welchem die wandernde Donau ausgewichen ist. Ebenso ist zu erkennen, daß Gara auf der höchsten Erhebung über dem Meeresspiegel liegt (102 m ü. d. M.). Es ist sicher von Interesse zu erwähnen, daß unter der Gemeindegemarkung die Stärke der Ablagerungen auf der Urmasse mehr als 1000 — 1600 m beträgt und auch, daß diese Flächen, wie die Flächen der ganzen Tiefebene, noch in den heutigen Tagen absinken.

 

 

Der Garaer Lößrücken ist 1,5 bis 2,5 m tief. Unter dem Löß ist Fluß- oder Treibsand und lößiger Sand, in der Stärke von 5 bis 10 m, zu finden. Die Lößschicht ist von wechselhafter Stärke und verschwindet hier und da ganz (Die Sandadern auf dem Vaskuterjaras). Auf diesen Stellen tritt dann der Flugsand zutage. Die östliche Grenze der Südbatschkaer Terrasse liegt etwa in der Linie Vaskút — Gara — Legin. Die Oberfläche ist heute (Holozän) von Uberschwemmungs-schlamm-Ablagerungen überdeckt, stellenweise unterbrochen von Flugsandhügeln und (an das ehemalige Schwemmland erinnernden) Saliterteichen. Im Osten der über drei Gemeinden gezogenen Linie beginnt die Südbatschkaer Lößplatte.

Die in der Umgebung durchgeführten Tiefbrunnenbohrungen ergaben, daß der Eiszeitsand (Pleistozän), der tonige Sand, der sandige Ton und die lößähnlichen Ablagerungen sich vier- fünfmal wiederholen bzw. abwechseln.

Die für die Gemeindegemarkung typische Lößschicht besteht aus mittelschwerem, kalkhaltigem, nährstoffund humusreichem Lehmboden (Steppenschwarzerde — Tschernosiom), der gute Voraussetzungen für den Pflanzenbau bietet. Die sandigen Flächen, ohne Lößabdeckung, sind auch nicht arm an Kalk und organischen Stoffen. Mit verhältnismäßig guter Wasserversorgung bildet sich sandiger Lehm und humoser Sandboden, der sehr gute Voraussetzungen, nicht nur für ackerbauliche Kulturen, sondern auch für gärtnerische Pflanzungen und den Weinbau mit sich bringt.

 

1.3 Geologie

Die tiefen „geologischen Veränderungen" zeigten sich auf der Erdoberfläche durch die Erdbeben. Bei den heimischen Erdbeben lag das Epizentrum immer weit entfernt von Gara. Nach Aufzeichnungen waren die nächsten Erdbebenzentren in der Umgebung von Pécs und Szekszárd. Nach der Marcalli-Siebergskala haben die Erdbeben eine Stärke von fünf nie erreicht.

Gara liegt am Rande der großen Tiefebene und somit im seismisch neutralen Gebiet. Nach Aufzeichnungen waren im Umkreis von 200 km zwischen 515 bis 1946, also in fast eineinhalb Jahrtausenden, 215 Erdbeben feststellbar. Dabei waren die Epizentren des Erdbebens soweit entfernt, daß man im Dorf kaum eine Bewegung des Bodens bemerkte. So wurden in Gara auch nur 22 Erdbeben wahrgenommen (Daten des erdbebenregistrierenden Observatoriums der Ungarischen Akademie der Wissenschaft). Wenn wir die Abbildung, in der die Erdbeben im Kreis von 50 km um Gara dargestellt sind, betrachten, können wir feststellen, daß die Beben im wesentlichen westlich von Gara lagen.

Seit der Arpadenzeit konnte in Gara kein erwähnenswertes Beben, das die Bewohner störte oder Schaden verursachte, festgestellt werden.

 

 

Zeitpunkt, Stärke und Epizentrum der Erdbeben im Umkreis von 50 km von Gara. Aufzeichnungen der Ungarischen Seismologischen Station:

 

Lfd. Nr. Datum Uhrzeit Stärke Ort des Epizentrums

1. 12. 06. 1876 8.30 6,0 Mohatsch *
2. 22. 06. 1881 22.20 4,5 Sioagárd
3. 24. 11. 1882 1.30 3,0 Bátaapáti
4. 12. 12. 1882 21.30 3,0 Mohatsch
5. 09. 02. 1883 22.30 3,0 Bonyhád
6. 09. 02. 1883 23.55 3,0 Bonyhád
7. 10. 02. 1883 2.15 3,0 Bonyhád
8. 04. 12. 1885 15.00 3,0 Apatin
9. 24. 08. 1897 5.40 3,0 Karács
10. 23. 03. 1900 15.20 3,0 Szekszárd *
11. 16. 01. 1901 0.00 3,0 Bezdánkozora
12. 06. 10. 1902 23.30 4,0 Sombor *
13. 25. 03. 1907 20.10 4,0 Bátaszék *
14. 22. 08. 1907 22.18 5,0 Bácsmonostorszeg *
15. 21. 01. 1909 1.40 5,5 Baja *
16. 25. 06. 1915 3.05 4,0 Szabadka
17. 23. 09. 1922 20.00 2,5 Pécsvárad
18. 24. 11. 1922 3.15 7,5 Kroazien
19. 01. 01. 1923   4,0 Ivándárda
20. 12. 08. 1924 17.27 6,0 Bácska-Breg *
21. 04. 01. 1931 17.33 2,0 Udvar
22. 06. 03. 1932 5.00 4,0 Hercegszántó *
23. 04. 06. 1933 12.45 3,0 Bata
24. 04. 06. 1933 15.00 2,0 Bata
25. 18. 07. 1938 23.55 5,0 Mariakemend

Die mit * gezeichneten Erdbeben waren auch in Gara wahrnehmbar.

 

1.4 Gewässer (Hydrographie) der Gemeinde Gara

Natürliche Gewässer gab es in Gara nur wenige. Einst, vor 1927, bestand noch am Westrand des Dorfes eine natürliche Wasserfläche von 511 Kj (294 ha) Größe; der „Saliter-Teich". Das Wasser war maximal ca. 2 m tief. Der Rand war von Schilf gesäumt, welches früher zum Decken der Hausdächer diente. "Während des Winters wurde das Schilf geschnitten. Damals gab es eine sehr reiche Vogelwelt in Gara. Ein Versuch, im Saliter Fischzucht zu betreiben, scheiterte, weil der Salzgehalt des "Wassers, besonders im Sommer so hoch bzw. stark konzentriert war, daß die Fische starben.

Die Rückstände des Saliterwassers betrugen zeitweise bis zu 3000 mg/qm. In diesen Rückständen waren größere Mengen Soda (Kohlensaures Natrium, Na2C03), Kochsalz (NaCl) und Glaubersalz (Na2S04). Das Soda und das Glaubersalz schlossen eine normale Vegetation aus. Sogar die Entwicklung der Krankheitserreger (z.B. Malaria) waren im Sumpfwasser bis zu einem bestimmten Grad eingeschränkt.

In den von Mai bis Anfang September ausgetrockneten Teilen des Sees hatten sich die Salze in größeren Mengen auf dem Boden abgelagert. Die Salze konnten gesammelt werden. Man konnte sogar Wäsche darin waschen und Seife damit kochen.

Im Igal bestanden, bis zur Fertigstellung des Igalkanals, auch einige sumpfige Flächen, die aber nach der Entwässerung gute Ackerflächen ergaben.

Die Entwässerung des Saliters erfolgte durch den „Igalkanal". Der ehemalige Saliter wurde nach der Entwässerung eine schlechte, unter der Trockenheit im Sommer stark leidende Weide (Natron). Im Jahr konnte sie nur eine kurze Zeit (im Frühjahr) als Viehweide genutzt werden. Ein Teil konnte als einschürige Wiese genutzt werden. Versuche mit Reisbau schlugen fehl.

Der Entwässerungskanal Igal führte von Baja über die Gemarkung Vaskút und Gara, wo er den Saliter durchquerte, dann weiter über Teile der Gemarkung Davod und Hercegszántó. Dort mündete er schließlich in den Franzkanal.

Außer dem Kanal Igal gab es noch den Kanal Kigyos, der die Gemarkung ganz im Süden auf kurzer Strecke (in Györgypuszta) durchquerte und dann in Jugoslawien ebenfalls in den Franzkanal mündet. Die Wasserversorgung der Bevölkerung war durch verschiedenartige Brunnen wie Ziehbrunnen, Galgen oder Schwengelbrunnen und artesische (geschlagene) Brunnen gesichert. Von den letzteren waren ca. 70 in Gara in Betrieb, die Mehrzahl in Höfen; ca. 10 waren in Gemeindebesitz.

 

1.5 Gehölze

Auf der Garaer Gemarkung gab es nur kleinere Baumgruppen. Allerdings waren die Salläsch (Einödhöfe) gut mit Bäumen eingegrünt. Die Wege bzw. die Strassenränder waren mit Maulbeerbäumen bepflanzt, deren Blätter zur Seidenraupenzucht benötigt wurden. Weitere Baumarten waren Akazien, Pappeln, Rüsten oder Ulmen und natürlich eine ganze Menge Obstbäume im Dorf, in Hausgärten und in den Weingärten sowie auf den Salläsch.

 

1.6 Das Klima

In Gara selbst gab es keine Wetterstation. Daher wurden die Wetterdaten von den Wetterstationen der umliegenden Städte (Baja, Kalocsa und Mohatsch) herangezogen. So wurden auch die Durchschnittswerte der letzten 50 Jahre dieser Wetterstationen und die langjährigen örtlichen Beobachtungen der Menschen und deren Erfahrungen mit in die Wertung einbezogen. Gara liegt im Festlands-Klimabereich der ungarischen Tiefebene. Diese gehört zu den wärmsten Gegenden des Landes. Die Sommerhitze hält im allgemeinen lange. Es folgt ein warmer Herbst. Der Winter ist relativ kurz, aber kalt.

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt + 10,9° C. Die Aufwärmung im Frühjahr ist sehr intensiv. So beträgt die tägliche statistische mittlere Temperatur am 15. März + 5° C und ab 10. April + 10° C.

Die mittlere Temperatur im Juli beträgt im Durchschnitt + 21° C. Das Dorf Gara befindet sich in keinem ausgesprochenen Windgebiet, was aber nicht heißt, daß keine Luftbewegung stattfindet. Im allgemeinen ist der Monat Februar am windigsten. Im Winter dominieren die Winde aus dem Osten. Im Frühjahr und im Sommer kommt der Wind hauptsächlich aus dem Westen und Nordwesten.

Die Luftbewegung des Windes liegt allgemein bei 2 m/s. Selten erreichen Winde 10—12 m/s. Diese Luftbewegung ist im Sommer, besonders im Juli und August, wenn die Temperaturen über + 30° C ansteigen, von einer sehr wohltuenden Wirkung.

Ein starker Sturm tobte zum Beispiel am 24. Juli 1889 und am 27. Juli 1889, nachmittags gegen 5 Uhr. Dieser entwurzelte die stärksten Bäume und deckte ganze Häuser ab. Zäune wurden umgeworfen. Die auf den Feldern zusammengesetzten Getreidekreuze wurden weit verstreut und der Kirchturm leicht umgebogen. Nicht einmal die ältesten Einwohner von Gara konnten sich an einen vergleichbaren Sturm erinnern.

Die Bewölkung ist unterschiedlich. Sie ist in den Wintermonaten am stärksten. Die Stunden des Sonnenscheins liegen im Jahresdurchschnitt 5 — 6 % über dem Landesdurchschnitt. Die sonnenscheinreichsten Monate sind Juli und August. Hier scheint die Sonne im Durchschnitt 300 Stunden/Monat. Im Dezember scheint die Sonne durchschnittlich 46 und im Januar 54 Stunden.

Die feuchten Luftmassen kommen in der Regel aus westlicher Richtung, z.B. vom Ozean und treffen hier auf die warmen Sonnenstrahlen und die dunstenden Flüsse und Gewässer. Dadurch entstehen starke Wolken, die dann zu Niederschlag, in Form von Regen, Schnee, Nebel, Reif und Rauhreif führen. Diese Situation, warmer Sommer und ein niederschlagsreicher Winter, macht eine tiefe Winterfurche auf den Ackerflächen unentbehrlich. Der Boden muß in die Lage versetzt werden, die Winterfeuchtigkeit aufzunehmen und sie bis weit in den Sommer für die Pflanzen zu speichern.

Die intensive Sonneneinstrahlung bei hohen Temperaturen würde eigentlich eine reiche Niederschlagsmenge fordern. Sie ist aber nur selten ausreichend vorhanden. Deshalb kommt es oft zu ernsthaften Dürren und Mißernten.

Die am häufigsten vorkommenden Wolkenformen sind: Feder-(Zirrus-)Wolken, Schäfchen-(Zirro-Kumulus-) Wolken, Haufen-(Kumulus-)Wolken, Schichtwolken (Stratus), und niedrige Regenwolken (Nimbus) sowie die Kombination dieser in verschiedenen Höhen. Außerdem gibt es noch Gewitterwolken (Kumulo Nimbus).

Der Niederschlag ist recht unterschiedlich. Es gab Jahre, in denen nur 420 mm Niederschlag registriert wurden, es gab auch Jahre mit 600 mm Niederschlag.

Der Jahresdurchschnitt liegt bei 540 mm, was eigentlich sehr wenig ist.

Der Herbst beginnt zwischen dem 20. Oktober und dem 20. November. Dies ist wichtig, weil damit die Niederschläge beginnen, die die Feldarbeit sehr erschweren können.

Die Zahl der Frosttage liegt zwischen 80 und 90 und die Zahl der Hitzetage zwischen 25 und 30. Der erste Frosttag kommt im allgemeinen zwischen dem 25. und 31. Oktober, der letzte Frosttag im Frühling um den 10. April.

Im Januar schneit es am häufigsten. Hagel fällt am häufigsten im Mai, Juli und August. So war am 6. Juni 1928 ein verheerender Hagelschlag über das Dorf niedergegangen. Die größten Hagelstücke erreichten bis zu 200 gr; einzelne sollen sogar bis zu 300 gr gewogen haben. Etwa dreiviertel der Gemarkung von Gara war von dem Hagelschlag betroffen. Im Ort verwüstete er auf 1 km Breite die Häuser, zerschlug die Fensterscheiben und die Dachziegel, hauptsächlich auf der Nord- und Westseite. Es gab Häuser, wo kaum ganze Dachziegel übrig waren. Der Hagelschlag verursachte unter dem Vieh, vor allem dem Federvieh, großen Schaden. Es wurde im Freien vom Hagel erschlagen. Groß war der Schaden natürlich auch auf den Feldern, wo durch den Hagel alles in den Boden geschlagen war. Es gab viele Felder, die total zerstört waren.

In der Vegetationszeit, zwischen April und September, beträgt die gesamte Wärmemenge in der Batschka 3350° C und ist somit um ein gutes Stück höher als im Landesdurchschnitt. (Die Wärmemenge ist die Addition aller Tages-Temperaturmittel in der Vegetationszeit der Pflanzen in der wachstumsfähigen Zeit). Hinzu kommt die relativ niedrige Luftfeuchtigkeit mit ca. 60 %.

Die Verteilung des Niederschlages im Jahr ist sehr ungünstig und launenhaft. In der Wachstumszeit der Sommergetreide (vom März — Juni) sind etwa 250 mm Niederschlag zu erwarten. In der Wachstumszeit der Hackfrüchte (vom April — September) kann mit etwa 350 mm Niederschlag gerechnet werden. Dabei ist der Juni der niederschlagreichste Monat.

Der Wassermangel tritt in der Regel in der zweiten Hälfte der Wachstumsperiode der Pflanzen ein. Unter diesen klimatischen Verhältnissen mußten die Bauern sehr vorsichtig mit den Böden und mit der Düngung umgehen. Das hieß, im Herbst so tief wie möglich zu ackern und den Dünger sparsam einsetzen. Bei Hackfrüchten mehrmals hacken, damit nur das Unkraut beseitigt wird, aber die Wasserverdunstung so niedrig wie möglich bleibt.

Wie gut die Bauern ihre Arbeit verstanden haben, zeigt sich daran, daß Gara, wenn keine Naturkatastrophe eintrat, den Landesdurchschnitt an Ernteerträgen weit übertraf.

 

Die Kaserne der Grenzwach Soldaten nach dem großen Hagelschlag im Jahre 1928

 

Eine von den Serben verlassene Grenzfestung im Jahre 1941

 

Ein Sallascb in der Gemarkung Gara, der mit jungen Obstbäumen und Maulbeerbäumen sehr gut eingegrünt war. Sie bildeten ein belebendes Element in den sonst so baumlosen Flächen. Der im Vordergrund sichtbare Weg war eine unausgebaute Landstraße von Gara nach Hercegszántó. Der Sallasch gehörte Stefan Keiner.

 

Der Sallasch von Stefan Keiner im Winter

 

 

   
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