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3. Die Neubesiedlung von Gara nach der Türkenvertreibung

 

Nach der Türkenvertreibung, d.h. nach den Kurutzenkriegen (1711 bis 1712) haben sich in Gara Serben und Bunjewatzen niedergelassen. Im Jahre 1724 hatten Bajaer Serben Gara gepachtet. Damals siedelten sich hier die ersten Südslawen, Serben und Bunjewatzen aus Maria Theresiopel und Baja an. In der „Zusammenschreibung von 1725/26" (Consciptio Domestica inclyti Comitatus Bacsiensis anno 1725/26) waren diese bereits mit 50 Personen erfaßt.

Unter den damals in Gara Wohnhaften finden wir schon Namen wie: Babits, Kubatovits (Kubatov), Milacski, Ropits (Rapits), Karagits, Zomborcsevits, Guganovits (Gugan) und Rejcsevits (Reits). Einige sind sogar mehrmals erwähnt, d.h. es gab mehrere Familien gleichen Namens.

Die Familie Csobor kaufte am 30. März 1727 die gesamte Bajaer Herrschaft inklusive Gara. Gara war in dieser Zeit an Billard verpachtet. Damals wohnten schon etwa 200 Personen in Gara. Dies zeigt, wie rasch die Gemeinde besiedelt wurde. 1731 wurden bereits 277 Personen gezählt.

Die ersten Deutschen, und zwar Einzelpersonen, dürften schon im Jahre 1729 von Csatalja nach Gara gekommen sein.

Der wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes dienten die wenig später folgenden Ansiedlungen von Deutschen durch den Grundherrn.

 

Die Entwicklung der Zahl der Einwohner von Gara und Györgypuszta (Juritsch)

 

Jahr Zahl der Einwohner in Gara insgesamt Davon Deutsche % Zahl der Einwohner von Juritsch insgesamt Ab 1940 Gara mit Juritsch insgesamt

1725 25        
1731 277        
1734 368        
1756 493        
1762 954        
1786/87 1601        
1770 1888        
1809 1971        
1815/20 2418        
1828 3094        
1856 4048        
1869 3879        
1870 3876     409  
1880 4051 2668 66 408  
1890 4066 2697 66 477  
1895 4028        
1900 3898 2575 66 532  
1910 4087 2749 67 510  
1920 3628 2506 69 524  
1930 4124 2673 65 514  
1941 3941 2709 * 61 532 4473

 

* Mit deutscher Muttersprache

Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß der Anteil der Deutschen von 1880 an sich nicht mehr wesentlich änderte.

Die Zahl der Einwohner stieg in den folgenden Jahren weiter an. So waren es 1734 368, 1756 493 und 1762 bereits 954 (darunter 568 Erwachsene) Einwohner. Acht Jahre (1770) später stieg die Zahl sogar auf 1888 Personen an. Welcher Nationalität die Einwohner waren, ist nicht bekannt. Interessant ist aber, daß der bischöfliche Visitator 1791 feststellte, daß die Deutschen so stark vertreten waren, daß sie gegen die Serben und Bunjewatzen den nur deutsch sprechenden Johann Sommer zum Kantorlehrer wählten. Das heißt, daß die Deutschen schon die zahlenmäßig stärkste Gruppe sein mußten.

Die Angaben über die Ansiedlung der Deutschen in Gara widersprechen sich jedoch. Nach deutschen Unterlagen sollen schon 1734 und nach Csetri sollen erst 1 744 Deutsche in Gara angesiedelt worden sein. In den Kirchenbüchern (Matrikeln) stammen die ersten Eintragungen von Deutschen (eine Taufe) bereits von 1735/36. Der Tod eines deutschen Soldaten wurde 1739 eingetragen.

1748 erfolgte eine Trauung von einem Deutschen mit einer Bunjewatzin. Erst 1760/61 kommen mehrere Eintragungen vor: Die Taufe von ansässigen deutschen Kindern und die Trauung von Franz Koch mit einer Deutschen.

Die Hofkammer hatte 1750 die Bajaer Herrschaft dem Grafen Anton Grassalkovich gegeben, und so kam auch Gara in seinen Besitz. Graf Anton Grassalkovich hatte im Jahre 1768 19 Deutsche von Csatalja nach Gara gebracht und gab ihnen eine halbe Session zur Bewirtschaftung.

1808 hatte Gara bereits 1971 Einwohner. Dies zeigt, wie schnell die Ansiedlung, überwiegend durch Deutsche, vor sich ging. Die Einwohnerzahl ist in knapp 100 Jahren auf über 1900 Personen gestiegen. Während die Deutschen ständig zuwanderten, wanderten die Serben und Bunjewatzen nach Sombor und Baja ab. 1828 war das Verhältnis zwischen den beiden Nationalitäten etwa 50 % zu 50 %. 1828 hatte Gara schon 3094 Einwohner. Aus der Gemeinde Gara wanderten die Serben und Bunjewatzen vielleicht etwas schneller ab als in Vaskút. Die an das freie Leben gewöhnten Hirtenvölker, die ihre Besitzungen verloren hatten, wanderten auch ab, weil die Grundherren die fleißigeren deutschen Bauern mehr unterstützten als die anderen. Aus Csatalja stammen die Familien Bischof, Frank, Eberhardt, Eimer und Keiner. Auf Hajoscher Ursprung weisen die Namen Geiger, Ginder, Kling und Rettig hin. Auf lothringischen Ursprung weisen die Namen Schweitzer und Gatti und auf französischen Ursprung die Namen Depre und Koos. Mit Sicherheit sind auch aus Vaskút und Katymár und aus den südlich liegenden Gemeinden wie Gakowo, Regöce (Legin) und Stanaschitz Deutsche nach Gara gezogen. Zu den Zahlen von 1941 muß bemerkt werden, daß bei dieser Volkszählung einige Deutsche ungarische Nationalität und deutsche Muttersprache angegeben haben. Diese abweichenden Angaben dürften ca. 3 % ausgemacht haben.

In der Statistik sind natürlich auch die sogenannten Sallasch-Leute mit ihren Familien erfaßt. Ihre Familien waren relativ groß; so haben sie, je nachdem ob mehr Mad)aren oder mehr Bunjewatzen im Erhebungsjahr waren, das Gesamtergebnis beeinträchtigt. Dadurch konnten sich ca. 2 % Verschiebung von einem zum anderen Jahr ergeben, wenn man die große Zahl der Sal-lasche in Betracht zieht.

In Gara erhielt die „Deutschgasse" ihren Namen nicht von ungefähr. Dort und im Kepernetzärmel siedelten die ersten aus Csatalja kommenden Deutschen. Erst nach einiger Zeit, als sich einige Deutsche bereits wirtschaftlich hochgearbeitet hatten, zogen diese in die Großgasse um. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang auch die Gernreichgasse. Dort wohnten die, denen es wirtschaftlich besser ging, denen aber die Großgasse noch versperrt war. Im übrigen war es später auch nicht mehr so einfach, in der Großgasse noch einen Platz bzw. ein Haus zu finden, das nicht schon im Eigentum von Deutschen war. In der Großgasse waren 1944 noch zwölf Häuser in bunjewatzischem Eigentum.

Verfolgt man den Zuzug der Deutschen in Gara, so ist festzustellen, daß Anfang des 18. Jahrhunderts nur einzelne einwanderten. Am besten läßt sich dies in den Kirchenbüchern (Matrikeln) verfolgen. Nach dem Taufregister wurde am 18. 9. 1736 die Taufe von Mathäus, Sohn des Mathias Rode und seiner Frau Anna, als erste beurkundet. Die Taufpaten waren ein bunjewatzisches Ehepaar namens Spanievits.

Ein Vierteljahr später, am 8. 1. 1737, wurde bereits das zweite Kind getauft. Es war Paul, Sohn von Martin Kinder und seiner Ehefrau Eva. Taufpaten waren Anna und Lukas Merkoevits.

Bei den Eheschließungen sind zunächst Mischehen zwischen ansässigen Bunjewatzen und zugezogenen Deutschen eingetragen.

Als erste Mischehe im Ehemartrikel ist die am 7. 7. 1748 geschlossene Ehe zwischen Johann Cellner und Eva Dubicz (Witwe) zu erwähnen. Trauzeugen waren Franz Davatov und Jakob Delich. Erst etwa 13 Jahre später folgt die nächste Eheschließung. Diesmal waren beide Ehepartner Deutsche. Am 3. 4. 1761 heirateten Johann Koch (aus Nadwar) und Katharina Valbachin (Witwe aus Gara). Die Trauzeugen waren Martin Perin (aus Vaskút) und Heinrich Koch (aus Nadwar/Nemesnádudvar). Die erste Ehe mit einem deutschen Ehepartner aus Gara wurde am 24. 11. 1767 zwischen Michael Koch und Margarete Scheur geschlossen. Die nächste Eheschließung fand erst am 14. 1. 1773 zwischen Johann Piber und Eva Mészáros statt.

Im Laufe der Zeit traten Deutsche immer häufiger auch als Trauzeugen auf.

Zahlen der Eheschließungen im 19. Jahrhundert:

1806 26 Eheschließungen, davon 10 Deutsche
1816 22 Eheschließungen, davon 8 Deutsche
1826 17 Eheschließungen, davon 4 Deutsche
1828 35 Eheschließungen, davon 19 Deutsche
1836 29 Eheschließungen, davon 16 Deutsche
1846 37 Eheschließungen, davon 19 Deutsche
1856 48 Eheschließungen, davon 27 Deutsche
1866 26 Eheschließungen, davon 14 Deutsche
1890 27 Eheschließungen, davon 15 Deutsche

Bei der Betrachtung dieser Zahlen ist zu erkennen, daß erst ab 1828 die Mehrzahl der Eheschließungen Deutsche betraf, obwohl schon 1791 die deutsche Bevölkerung überwog.

Im Sterbematrikel taucht der erste Deutsche am 11.2. 1739 auf. Es war der verstorbene Jakob Bocs. Bis zur nächsten Eintragung eines Deutschen dauert es 17 Jahre. Am 4. 12. 1756 verstarb ein Mann namens Michael (Zuname fehlt); Vermerk „ein deutscher Vagabund". Zwei Jahre darauf, am 4. 9. 1758, verstarb ein Soldat namens Johannes Sacer. Als nächster Toter ist ein Kind eingetragen. Am 2. 1. 1760 verstarb Thomas, Sohn des Johannes Raab, im Alter von vier Jahren.

 

 

   
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