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4. Die wirtschaftliche Entwicklung von Gara bis zur Vertreibung

 

Die Gegend des Ortes und der Umgebung war in der Urzeit von verschieden großen Volksgruppen bewohnt. Sie lebten von der Fischerei und vom Sammeln der Früchte der vorhandenen Pflanzen. Später hielten sie Tiere und sicherten sich durch Pflanzen mit kurzer Wachstumszeit (Gerste, Hirse) ihre Nahrung.

Im Altertum lebten die hier ansässigen Völker von Fischerei, der Jagd, der Viehhaltung (Pferde, Schafe, Rindvieh) und dem Anbau verschiedener Pflanzen (Gerste, Weizen, Hirse, Erbsen). Ihre Ernten lagerten sie in Gruben. Mit einem gefertigten Schrotstein mahlten sie und haben eine dem heutigen Brot ähnliche Mehlspeise gebacken. Es ist anzunehmen, daß sie bereits alkoholische Getränke herstellen konnten.

In der Zeit nach dem Römischen Reich bis zur Landnahme durch die Arpaden hat die hier lebende Bevölkerung den fruchtbaren Boden systematisch bearbeitet. Die Menschen bauten die im Altertum heimischen Pflanzen an. Ihre Haustiere waren das Pferd, Rindvieh, Schaf, Ziegen und Geflügel.

Nach der Landnahme, bis zum Beginn des Königtums von Stefan L, haben die Madjaren mit unterjochten Slawen das Land bebaut. In diesen Zeiten konnte man von keinem Gewerbe oder Handwerk sprechen. Zum Leben notwendige Gegenstände (z.B. Gewebe, Kleider, Textilien, Werkzeuge, Haushaltsgegenstände usw.) kamen von Handelsleuten, die das europäische Gebiet vom heutigen Konstantinopel bis zum Rhein bereisten.

Mit Beginn des Königtums unter Stefan dem Heiligen, nach der Aufteilung der Flächen unter den Geschlechtern und nach der Einstellung der Feldzüge begann die Umstellung auf das friedliche Leben und Erzeugung/ Produktion. Die Madjaren erlernten von den Slawen die einfache Technik der Landwirtschaft. Sie übernahmen die Namen der Produkte und Werkzeuge. Das Gewerbe wurde um die Burgen (Burg Bodrog) und die Klöster (Bátmonostor) von den dort angesiedelten Deutschen weitergeführt. Der Handel blieb in den Händen fremder wandernder Händler (Armenier, Griechen, Juden). Die Adeligen in Gara, die ihre bisherigen Unterkünfte allmählich gegen feste Häuser im Dorf tauschten, wandten sich dem Pflanzenbau in der Art zu, daß sie die Ureinwohner, die Slawen, damit betrauten. Sie selber befaßten sich mit der Tierzucht, hauptsächlich der Pferdezucht. Den Stand der Adeligen bestimmte die Flächengröße, die sie besaßen. Deshalb ist es verständlich, wenn die Adeligen das Anschaffen von Land (Kauf, Verleihung, Tausch, Erbschaft usw.) als vorrangiges Familieninteresse behandelten. In Gara und Umgebung waren es die Becsi-, Töttös-, Szobor- und Garai-Familien, die gegenseitig um die Flächen konkurrierten.

Während des Königtums bis zum Unglück bei Mohatsch wurde das fruchtbare Land sorgfältig bewirtschaftet. So wurden Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse angebaut. Das Ackerfeld wurde jährlich aus den Weideflächen herausgeschnitten. Nach Einbringung der Ernte blieb es dann wieder als Weide liegen, und ein neues Stück wurde umgebrochen. Dieses Wandern mit dem Ackerfeld ging mit dem Wechsel des Wohnortes einher. Im ersten Jahrhundert des ungarischen Königtums haben die Völker über Generationen (obwohl die Ungarn den Ansiedlern freundschaftlich gegenüberstanden), in den Grenzen des ihnen zugeteilten Landes von Jahr zu Jahr ihre Wohnsiedlung gewechselt.

Die Klöster- und Kirchenführer achteten sehr sorgfältig darauf, daß die Bekehrten das Heidentum vergessen sollten und sich nicht allzu weit von der Kirche entfernt niederließen, um während der Sonntagsmesse anwesend zu sein.

Im Einzugsbereich des Klosters (Monostor) bildete sich auch der Ort Gara an der Hauptstraße, die die Landeshauptstadt (Esztergom, Buda) und die Burg Bodrog verband.

Grundlage für die Tierzucht sind Wiesen und Weiden. Das Rindvieh, die Pferde und Schafe hielten sich das ganze Jahr über im Freien auf. Sie waren abgehärtet gegenüber der extremen Witterung. Aus dieser Zeit erwähnen die Chroniken berühmte Gestüte, von denen die meisten der Familie Töttös gehörten. Berühmt war auch die Fischzucht in den abflußlosen, toten Armen der Donau. Sie sicherten reichliche Ernährung für Diener und Adel.

Die in Jahrhunderten ausgebildete feudale Ordnung der Adeligen und der Kirche beschwerten den ackerbautreibenden Bauern auch mit Steuern wie dem Zehnt und dem Neintel. Eine aus dieser Zeit stammende Zehntliste gibt Aufschlüsse und detaillierte Angaben über die damalige Situation.

Während der Türkenherrschaft starb das Dorf aus. Die verwilderte Gemarkung wurde von den Schafen der von Süden heraufziehenden serbischen Siedler beweidet. Bis zum Anfang des 18. Jahrhundert erfahren wir nahezu nichts über eine Tätigkeit der Garaer Bevölkerung in der Landwirtschaft. In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts haben die angesiedelten Bunjewatzen auf den riesig ausgedehnten Flächen hauptsächlich Rindvieh gehalten. Auf den Ackerflächen wurden die Pflanzen angebaut, die bereits vor der Türkenzeit vorhanden waren. In dieser Zeit benötigte man auf ein Joch 4 Preßburger Metzen Saatgut Weizen, und bei einer mittelmäßigen Ernte lag der Ertrag bei 20 Preßburger Metzen.

Daß die Entwicklung nach der Türkenaustreibung und dem Kuruzenaufstand rasant verlief, zeigt, daß von 1725 bis 1786/87 die Zahl der Häuser auf 312 anstieg.

Es waren bereits wieder 202 Bauern und insgesamt 220 Familien im Ort. Darunter schon mehrere deutsche Familien.

Die Einwohnerzahl stieg auf 1601 Personen (1786/87), davon waren 802 Männer und 799 Frauen.

Bedeutende Änderungen traten erst unter der Herrschaft von Maria Theresia ein. Durch den Aufschwung der österreichischen Textilindustrie benötigte man gute Faserpflanzen (Hanf, Flachs, Baumwolle). Der Wiener Hof versuchte diese innerhalb der Grenzen zu erzeugen. Hanf und Flachs mit Erfolg; Baumwolle auf den von Gara südlich gelegenen Hofkammergütern aber ohne Erfolg. Für die Textilindustrie waren auch Färberpflanzen notwendig. So die Färberröte (Rubin tinotorum) für die rote Farbe und für blau Färber-Waid (Isatis tinctoria). Der mit der deutschen Besiedlung betraute Graf Mercy betrieb den Anbau bzw. die Versuche auf den "Wiener Hofkammergütern. Ab 1768 wurden auch auf dem Gebiet um Gara für die Schwechater Textilfabrik Färberpflanzen gebaut und geliefert.

Eine gründliche Veränderung der Landwirtschaft brachten die in dieser Zeit erfolgten deutschen Ansiedlungen. Die nach Gara gekommenen deutschen Siedler führten die ihnen bekannte Dreifelderwirtschaft (Winterung, Sommerung, Brache) ein. Sie beschleunigten auch die bis dahin Monate dauernde Getreideernte und lagerten das Erntegut nicht mehr in Gruben, sondern in Scheunen und Kammern. Dadurch konnte eine wesentlich bessere Mehlqualität von den Müllern für Wien erzeugt werden, gegenüber dem von Bunjewatzen und Madjaren in Gruben gelagerten, muffigen, dumpfen, kornwürmigen Weizen.

Der Hof hatte die Saatgutreinigung vorgeschrieben, welche sich unter der deutschen Bevölkerung am schnellsten verbreitete. Ebenso hatte die deutsche Bevölkerung den von zu Hause mitgebrachten, langhalmigen, besser fasergebenden Hanf eingeführt. Auf diese Zeit entfällt auch die systematische Verbreitung des Maisanbaus sowie die Einführung von Raps und Kürbis. Aus den Samen der zwei letztgenannten Pflanzen wurde öl geschlagen. Das öl wurde zur Beleuchtung genutzt.

Der Aufschwung des städtischen Lebens in den österreichischen Städten machte auch die Erweiterung der Seidenraupenzucht notwendig. Maria Theresia ließ auf den Kammergütern in der Batschka Maulbeerbaum-Baumschulen anlegen. 1760 sammelte die Bevölkerung bereits von etwa 20 000 Maulbeerbäumen die Blätter für die Seidenraupen. Es ist anzunehmen, daß eine bedeutende Zahl der Bevölkerung von Gara in dieser Zeit sich auch mit der Seidenraupenzucht beschäftigte. Die Maulbeerbäume und auch die Seidenraupenzucht blieben in Gara bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten.

Neben den Maulbeerbäumen wurden auch von anderen schnell wachsenden Baumarten Wälder in den toten Armen der Flüsse und im Überschwemmungsgebiet angelegt. Es waren dies Weide, Ulme/Rusten, Ahorn und Linde.

Nach dem Kuruzenaufstand, bei dem Gara völlig zerstört wurde, siedelten in dieser Gegend zuerst illyrische Völker, die sich mit Viehzucht, im wesentlichen Schafzucht, beschäftigten. Die Gemarkung wurde laut Zustandsbeschreibung von 1725/6 bis auf kleinere Flächen als Weideland genutzt. Die Ackerflächen wurden dort angelegt, wo es den einzelnen gerade beliebte.

In der Zeit, als die Conscription für das Komitat Bacs 1725/6 aufgestellt wurde, lebten in Gara bereits 50 Personen, von denen 33 namentlich bekannt sind. Diese waren:

Ilja Sokacz

Nikola Babity

Czampa Kubatovics

Marko Dujmovics

David Vidakovity

Mitisa Conuszar

Christoff Babity

Nikola Kubatovics

Philip Milaczki

Marko Kovacsev

Sztepan Ropics

Ivan Karagity

Petar Zomborovics

Sztepan Guganovics

Marko Karakity

Nikola Guganovics

Misko Halasics

Marko Orgirics

Simon Beshty

Marko Kubatovics

Marko Guganovics

Nikola Gyurakovics

Matho Kablity

Gyuro Sokecz

Jakob Rajcsevics

Pava Oszekacsis/Pecsoracs/

Thomas Sztrangolivics

Marko Rajcsevics

Pava Oszekacsis

Aus dieser Aufzeichnung geht auch hervor, daß zu dieser Zeit insgesamt 101 Ochsen, 170 Kühe, 100 Pferde, 4 Maultiere (von 3 Jahren) und 99 Färsen (bis 3 Jahre), 6 junge Stiere, 562 Schafe und 66 Schweine gehalten wurden.

Auf den Ackerflächen wurde folgendes angebaut: 1094 Weizen, 1132 1/2 Gemenge, 670 1/2 Gerste, 558 1/2 Hafer. Leider wurde nicht angegeben, um welche Maßeinheit es sich dabei handelte. Es dürfte sich aber vermutlich um das Preßburger Maß gehandelt haben. Somit wurden insgesamt 3456 1/2 als Acker genutzt (ca. 1296 Kj). Dies entsprach, grob überschlagen, nur etwa 10 % der späteren Gemarkungsfläche.

Von der Tierhaltung war die Rindviehhaltung im 18. Jahrhundert die einträglichste für die Bauern. Die großen Heidegegenden (Pußta) waren billig zu pachten, und mit wenig Hirten konnten große Rindviehherden auf reichen Weiden gehalten werden. Auf der Gemarkung von Gara hatte sich die bunjewatzische Bauernschaft auch mit der Rinderhaltung befaßt. Von ihnen kauften die griechischen und armenischen Händler die Tiere auf und trieben sie nach Ödenburg (Sopron) und Raab (Györ). Dort wurden sie auf den Märkten den Wiener Metzgern verkauft. Diese trieben die Tiere dann zu den Schlachthöfen von Wien. In den 1760er Jahren begann der Fleischpreis zu steigen, was eine Intensivierung der Rindviehhaltung zur Folge hatte. Eine höfische Verordnung schrieb für die Landwirtschaft des ganzen Reiches vor, daß die Weidehaltung stufenweise in Stallhaltung überzuführen und Futterpflanzen (Klee, Luzerne) anzubauen seien. Die Milchleistung mußte gesteigert werden. Mehr Milch bringende Rinderrassen sollten gehalten werden. Die Auswahl der Vatertiere mußte zielbewußter erfolgen.

Diese Anordnungen wurden von den deutschen Siedlern sofort übernommen, da sie dies aus ihren Heimatländern so kannten. Die bunjewatzischen und madjarischen Bauern leisteten demgegenüber lange Widerstand. Im Komitat Bács (Batsch) gab es 1773 15 670 Stück und 1779 bereits 17 849 Stück Kühe und 334 Stiere.

Ähnliche Anordnungen ergingen unter der Herrschaft von Maria Theresia zur Pferdezucht. Die weniger tragfähigen und verhältnismäßig kleinen Pferde mußten, um die Leistungsfähigkeit zu steigern, größeren (großrahmigen) Tieren weichen. Für Stuten, die von solch einem Vatertier gedeckt wurden, mußte keine Steuer bezahlt werden. Trotz Anordnung ist dies ohne Erfolg geblieben. Die Bauern haben auch weiterhin für die Landarbeit lieber Ochsen eingesetzt.

Zur Verbesserung der Schafhaltung gab es ähnliche Verordnungen. Diese haben aber erst am Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Wirkung gezeigt.

Begünstigt wurde auch die Bienenhaltung. Der Bedarf für Honig, als Süßungsmittel, und Wachs für die Beleuchtung (Kerzen) war bei den verstädterten Einwohnern des Reiches groß.

Nach der 1743 durchgeführten Zusammenschreibung gab es in Gara 65 Steuerzahler.

Deren Vermögen war (nach dem ,,Bács-Bodrog megyei történeti Társulat Évkönyve 1885"):

Pferde 122 Stück
Kühe 146 Stück
Ochsen 108 Stück
Rinder 57 Stück
Lämmer, Schafe 151 Stück
Weizen 1434 Preßburger Metzen
Gerste 37 Preßburger Metzen
Hafer 566 Preßburger Metzen

So blieb die Wirtschaftsstruktur in der Gemarkung bis 1740-1750. Erst dann kam allmählich mit den ersten deutschen Siedlern etwas Bewegung ins Wirtschaftsleben in Gara. Bis 1760 siedelten nur einzelne Deutsche in Gara. Erst als der Grundherr Grassalkovich auf einmal 19 deutsche Familien aus dem benachbarten Csatalja in Gara ansiedelte, änderte sich manches. Auf Drängen der Siedler wurde auch ein Teil der Gemarkung unter den Bewohnern aufgeteilt. Bei dieser ersten Aufteilung erhielten die Deutschen nur je eine halbe Session, während die Bunjewatzen eine ganze oder sogar mehr erhielten.

Alexius Rapits erhielt sogar 6 Sessionen, Johann Dniyinoff (Dujmov) und Markus Kareicx (Karagits) je 5 Sessionen. Trotz der Bevorzugung der Bunjewatzen änderte sich in verhältnismäßig kurzer Zeit mit der weiteren Zuwanderung von Deutschen die wirtschaftliche Struktur grundlegend.

So kam es, daß bereits nach der 1828er Konskription mehr als die Hälfte der Einwohner Deutsche waren und von 424 Häusern bereits 226 den Deutschen gehörten. Nur beim Eigentum der Flächen waren die Bunjewatzen noch begünstigt. Sie hatten 4 — 5 % mehr Flächen als die Deutschen. Die Zahl der Leibeigenen und der Kleinhäusler mit Haus war schon größer als die der Bunjewatzen.

Am 27. September 1828 fand in Gara auf Grund von Artikel VII des durch Kaiser Franz I. und König von Ungarn erlassenen und im Jahre 1627 zu Preßburg verkündeten Dekrets eine Konskription statt. Im Beisein des Gemeinderichters (Bürgermeister) Anton Gatti, des Notars Andreas Skoritza sowie Vertretern der Bauern und Häusler: Karoly Tomasko, Andreas Milyatski, Stefan Jung, Dominikus Schvörat, Jakob Koratov, Mate Gujanov, Josef Cerkat, Luka Sziborits, Jakob Heffner, Franz Vogner und Franz Engardt. Die Konskription wurde unter Aufsicht von Karl Hertelendy de Hertelend, Beisitzer des Zalaer Komitatsgerichtes und Johann Kardos de Kardosfalva, Beisitzer der Bácser (Batscher) Komitatsgerichtes, durchgeführt.

Das Komitat wurde vertreten durch den Stuhlrichter Josef Kováts de Prigitza und den Geschworenen Mate Rudits de Almas. Beauftragter des Grundherren war der Verwalter Mihael Németh.

Nach den laufenden Nummern und den Namen steht bei den Leibeigenen die Sessionsgröße, bei den Kleinhäuslern der Buchstabe H. Die danach stehenden Buchstaben zeigen uns die vermutliche Volkszugehörigkeit des Haushaltsvorstandes. Die laufende Nummer könnte die damalige Hausnummer gewesen sein.

Es sind Abkürzungen der Nationalitäten:

D = Deutscher, M = Madjare und B = Bunjewatze. Die Schreibweise der Namen wurde aus der „Cons-criptio Regnicolaris Poffessionis Gara Comitatus Bacsicnsis 1828" entnommen.

Das Namensverzeichnis:

1. Johann Müller alt 2/4, D

2. Josef Kling 3/4, D

3. Georg Eimer 2/4, D

4. Josef Gatti 3/4, D

5. Adam Richter 2/4, D

6. Peter Minich 2/4, D

7. Josef Penz 2/4, D

8. Anton Kainer alt 1/4, D

9. Stefan Czapf 1/4, D

10. Valentin Schmidt 2/4, D

11. Peter Turi 3/4, D

12. Johann Gatti 2/4, D

13. Josef Wagner 2/4, D

14. Phillip Wagner 2/4, D

15. Franz Wagner H,D

16. Adam Roth 2/4, D

17. Anton Schmidt jung 2/4, D

18. Konrad Raitzner 1/4, D

19. Johann Schuller jung 1/4, D

20. Adam Lang 1/4, D

21. Georg Schuller 3/4, D

22. Paul Hornung 1/4, D

23. Friedrich Peller 1/4, D

24. Baltasar Szikinger 1/4, D

25. Uszleberin Witwe 2/4, D

26. Andreas Halter 1/4, D

27. Josef Jungaberle 1/4, D

28. Kaspar Szikinger H, D

29. József Eisele 1/4, D

30. Michael Keller 2/4, D

31. Konrad Schmidt 2/4, D

32. Josef Heinrich 2/4, D

33. Simon Höfner 2/4, D

34. Mathias Rutterschmidt 2/4, D

35. Konrad Schneider 1/4, D

36. Stipan Bundits 1 1/4, B

37. Josef Augmann 1/4, D

38. István Bagényi H, M

39. Lasa Sibalin 1/4, B

40. Mio Szibalin 1/4, B

41. Mio Rapits 2/4, B

42. AlboBaritsl/4, B

43. IliaSokatzl/4, B

44. Konrad Einwiller 1/4, D

45. Vinzens Usleber 3/4, D

46. Josef Zuck 2/4, D

47. Mathias Gstalter 1/4, D

48. Georg Faldum H, D

49. Anton Repman 1/4, D

50. Johann Schwob H, D

51. Nikolaus Friedrich H, D

52. Michael Potz 2/4, D

53. Klingin Witwe 1/4, D

54. Johann Schuller Witwer 1/4, D

55. Johann Heibele Witwer 1/4, D

56. Josef Kainrat 2/4, D

57. Stefan Turi 2/4, D

58. Georg Czuck 2/4, D

59. Josef Bischof 3/4, D

60. Franz Halter 2/4, D

61. Georg Bischof 3/4, D

62. Philipp Heinrich 1/4, D

63. Franz Kinder Witwer 1/4, D

64. Michael Kling 1/4, D

65. Mathias Schuller 2/4, D

66. Adam Gnausz 2/4, D

67. Mathias Engart 2/4, D

68. Georg Hasz 2/4, D

69. Martin Eimer 2/4, D

70. Stefan Gyallos 2/4, D

71. Johann Majer 2/4, D

72. Josef Czapf 2/4, D

73. Josef Letser H, D

74. Melchior Polyak H, D

75. Michael Eberhard 1/4, D

76. Mathias Moszt H, D

77. Jakob Moszt H, D

78. Nikolaus Laur Witwer H, D

79. Stefan Heibele 1/4, D

80. Andreas Junk 2/4, D

81. Sebastian Kling 2/4, D

82. Christian Hefner 2/4, D

83. Johann Fleischer 2/4, D

84. Kaspar Rubi H, D

85. Johann Mikits 1/4, D

86. Johann Stoll 1/4, D

87. Johann Eimer jung 1/4, D

88. Peter Hefner 2/4, D

89. Johann Bajer 2/4, D

90. Mato Alasits 3/4, B

91. Jakob Heffner 3/4, D

92. Kaspar Wolfart 3/4, D

93. Martin Heinrich 2/4, D

94. Simon Minich 2/4, D

95. Josef Locher 3/4, D

96. Franz Hirschleger 2/4, D

97. Irme Hegedűs 1/4, M

98. Stipan Kubatov2/4, B

99. Benedik Einwiller 1/4, D

100. Martin Feczer 2/4, D

101. Kaspar Peller 3/4, D

102. Andreas Veltz 3/4, D

103. Jakob Penz 2/4, D

104. Michael Roth H, D

105. Michael Feldes 1/4, D

106. Bena Sibalin 2 1/4, B

107. Stipan Sibalin 2/4, B

108. Philipp Kubatov 1 1/4, B

109. Johann Szommer 1/4, D

110. Johann Klazer 2/4, D

111. Jakab Zombortsev 3/4, B

112. Antun Sibalin H, B

113. Stipan Rapits 1 3/4, B

114. PetarRapitsl 2/4, B

115. Mio Barits 2/4, B

116. Andria Milyatski 1 1/4, D

117. Georg Friedrich 2/4, D

118. Anna M. Kristmann H, D

119. Gerga Rapits 1/4, B

120. Gerga Azian 2/4, B

121. Isak Karagits 3/4, B

122. Philipp Einwiller 2/4, D

123. Georg Schofhauser 1, D

124. Anton Kinder 1, D

125. Simon Kainer 2/4, D

126. Adam Strigl 2/4, D

127. Josef Czigenhagen 1/4, D

128. Mato Kubatov 1, B

129. Gyula Milyatski 1 1/4, B

130. Georg Klazenhart 1/4, D

131. Josef Hirt 1/4, D

132. Lorenz Tobler 2/4, D

133. Franjo Sibalia H, B

134. Adam Gruber 3/4, D

135. Michael Pencz 2/4, D

136. Josef Braun 1/4, D

137. Franz Engart 2/4, D

138. Johann Hofpaur 2/4, D

139. Mathias Wagner 1/4, D

140. Gyula Sevaratz 1 1/4, B

141. Georg Skaritza H, B

142. Stefan Hirt 1/4, D

143. Johann Hirt 2/4, D

144. Imre Mészáros 2/4, D

145. Klazenhart Wirwe 3/4, D

146. Johann Stern Witwer 3/4, D

147. Nikola Zegnalov 3/4, B

148. Anton Kristman 1/4, D

149. Stefan Schofhauzer 1/4, D

150. Luka Kubatov 2/4, B

151. Joso Dujmov 2/4, B

152. Petar Kubatov 1, B

153. Benzo Zombortsev 2 2/4, B

154. Johann Einwiller 2/4, D

155. Stefan Knipf 1/4, D

156. Karla Kritskov 3/4, B

157. PavoZegnáll.B

158. Anton Kainer jung 1/4, D

159. Karla Tomaskov 2/4, B

160. Dominik Pantsits 2/4, B

161. Stanko Kubatov 1, B

162. Lorenz Kainrath 3/4, D

163. Johann Hornung 2/4, D

164. Peter Staller 3/4, D

165. Martin Klenancz 1, D

166. Johann Knpif 3/4, D

167. LukaReitsl 1/4, B

168. Valentin Szaur 2/4, D

169. Ilia Osztrogonatz 1, B

170. Nikola Sziplanszki 2/4, B

171. Friedrich Wagner 1/4, D

172. János Nagy Witwer 1/4, M

173. Anton Gatti 3/4, D

174. Sebastian Heinrich 2/4, D

175. Anton Trexler 1/4, D

176. Josef Schön 2/4, D

177. Johann Eimer 2/4, D

178. Sebastian Puterer 2/4, D

179. Josef Kraml 2/4, D

180. Nikolaus Kaitzer 3/4, D

181. Franz Eimer 2/4, D

182. Johann Müller jung 2/4, D

183. Dominik Schwemiein 2/4, D

184. Franz Schmidt 2/4, D

185. Lorenz Valtz 2/4, D

186. Antan Mészáros H, D

187. Kraml Witwe 1/4, D

188. Friedrich Jungaberle H, D

189. Sebastian Sauer H, D

190. Johann Hauzenstein H, D

191. Mato Reits H, B

192. Franjo Milyatski 2/4, B

193. Nikola Simits 2/4, B

194. Josef HarapaH, D

195. Ferenc Nagy H, M

196. Petar Raits 2/4, B

197. Josza Kubatov 1/4, B

198. Antun Sziplatski H, B

199. Jakob Bischof 1/4, D

200. Ivan Guganov 2/4, B

201. Mihály Lázár 1/4, M

202. Ivan Andrusits 2/4, B

203. TomaTadits2/4, B

204. Pero Gain H, B

205. Adria Kubatov H, B

206. Tadia Bedekov 2/4, B

207. Gyula Sziplatski 1/4, B

208. Mató Davidov 1/4, B

209. Johann Régeisz 1/4, D

210. Tadia Dujmovl,B

211. Georg Knipf 2/4, D

212. Simon Einwiller 1/4, D

213. MatoBarits 1/4, B

214. Gyula Sibalia Witwer 2/4, B

215. Marian Perkat 2/4, B

216. Barisa Csupits H, B

217. Jakab Tadits Witwer 2/4, B

218. Stakó Dujmov 1 1/4, B

219. Marko Sibalia Witwer 2/4, B

220. Antun Czarity H, B

221. Pásó Kubatov 1/4, B

222. Josza Davidov H, B

223. Ivan Kuszulya 2/4, B

224. Marko Gyurakov Witwer 2/4, B

225. Gyula Rapits 1/4, B

226. Jakab Balits 2/4, B

227. Stipan Beslity Witwer 2/4, B

228. Franjo Gyurakov 2/4, B

229. Josza Medits 1/4, B

230. Gerga Bálits 2/4, B

231. Lázó Rapits 1/4, B

232. Nikola Davidov 2/4, B

233. Gerga Gojtan 3/4, B

234. SavoDévits 1/4, B

235. Marko Tomaskov 1/4, B

236. Alba Perkat 1/4, B

237. Luka Rabits 2/4, B

238. Ignaz Rutser H, D

239. Philipp Tadits 1/4, B

240. Gyula Pikarszky H, B

241. Loka Sibalia 1/4, B

242. Mio Alasitsstari H, B

243. Karla Gyurakov 1/4, B

244. Petar Sibalia 1/4, B

245. Jokó Stipits H, B

246. Ivan Kubatov 1/4, B

247. Jaka Kubatov H, B

248. Antun Rapits Witwer 1/4, B

249. Josza Perkat 2/4, B

250. Karla Barits 1/4, B

251. Johann Keller 1/4, D

252. Josef Vászla 1/4, M

253. Borisa Babits 2/4, B

254. Bona Karagich 1,B

255. Kochin Witwe 1/4, B

256. Petar Balits 1/4, B

257. Mia Balits 1/4, B

258. Marko Rapits 2/4, B

259. Mátó Karagich 1/4, B

260. Stipan Karagich 1, B

261. Luka Balits 3/4, B

262. Jakab Kubatov 3/4, B

263. Stipan Tadits 1/4, B

264. Tadia Simich 2/4, B

265. Stipan Merkovits 2/4, B

266. Jakab Rapits 2/4, B

267. Antun Medits 1/4, B

268. Stanko Karagits 2/4, B

269. Mata Tadits 1/4, B

270. Vlada Alasits H, B

271. PavoPansits 1/4, B

272. Mato Perkanov 1/4, B

273. Joza Sokatz 1/4, B

274. Peter Kainer 1/4, D

275. Michael Majer H, D

276. Gerga Sibalia 3/4, B

277. Alba Guganov 1/4, B

278. Marian Guganov 2/4, B

279. Luka Sibalia H, B

280. Mato Guganov 2/4, B

281. Franz Müller H,D

282. Czirga Alasits 2/4, B

283. Stipan Raits Witwer 1/4, B

284. Mato Kuszulya 2/4, B

285. Ilia Davidov 2/4, B

286. Toma Kubatov 1/4, B

287. Karla Alasits 2/4, B

288. Marko Kubatov 1/4, B

289. Gyula Osztrogonatz 1/4, B

290. Jakab Komeszar 1/4, B

291. Antun Komeszar H, B

292. Stefan Hornung H, D

293. István Kuli 1/4, M

294. Mato Barakov 1/4, B

295. Marko Guganov 1/4, B

296. Marko Guganov 1/4 B

297. Mijó Budimatz 1/4, B

298. Matisa Sibalial/4, B

299. Antun Sokatz 1/4, B

300. Karla Tulits 1/4, B

301. JokaPekanovl/4, B

302. Marko Zorics 3/4, B

303. Mata Mramorag 1/4, B

304. Mato Sibalia 1/4, B

305. Nikola Zombortsev 2/4, B

306. Jakab Gyurakov 1/4, B

307. Alba Sibalia 1/4, B

308. Josef Staller 1/4, D

309. Bartolomäus Tiel H, D

310. Thoma Rapits 2/4, B

311. Gyurka Guganov 1/4, B

312. Johann Valter H,D

313. Andreas Ster H, D

314. Sebastian Puterer H, D

315. Peter Strigl 1/4, D

316. Sebastian Halbik H, D

317. Karla Bedekov 1/4, B

318. Stanko Kuszulya 1/4, B

319. Johann Bischof alt 2/4, D

320. Valentin Roth H, D

321. Georg Fetzer 2/4, D

322. Jakob Klazenhart 1/4, D

323. Jakob Kling 2/4, D

324. Alba Zombortsev 1/4, B

325. Jakab Sokatz 2/4, B

326. Johann Limburger H, D

327. Beno Zombortsev 2/4, B

328. Christian Hambach 1/4, D

329. Nikola Beslity 1,B

330. Lon. Soksits H, B

331. Johann Krix 1/4, D

332. Mathias Richter 1/4, D

333. Nikolaus Eimer 1/4, D

334. Josef Ilich H, D

335. Anton Hameder H, D

336. Jakab Stetits 1/4, B

337. Petar Tatich H, B

338. Pavo Sokatz 2/4, B

339. Lazo Komeszar H, B

340. Michael Stoll 2/4, D

341. Marian Rapits H, B

342. Josa Sokatz 1/4, B

343. Marko Gyurakovits 1/4, B

344. Paul Hász 1/4, D

345. Anton Friedrich 1/4, D

346. Johann Hász 1/4, D

347. Michael Pirkenstok 1/4, D

348. Jakob Peller 1/4, D

349. Mathias Krix 1/4, D

350. Thoma Berberov 1/4, B

351. Dúsa Kubatov 1/4, B

352. Josef Kinder 1/4, D

353. Miso Gojtan 1/4, B

354. Josza Karagits 1, B

355. Martin Karagits 2/4, B

356. Pero Dujmov 2/4, B

357. Stanko Zombortsevits 2/4, B

358. Benedikt Jungaberle H, D

359. Gerga Berberov H, B

360. Josef Fetzer H,D

361. Josef Richter 1/4, D

362. Stefan Pencz 2/4, D

363. Josef Valcz 2/4, D

364. Anton Schmidt alt 1/4, D

365. Andreas Veiszenperger 1/4, D

366. Michael Knipf 2/4, D

367. Gerga Sokatz 3/4, B

368. Mato Dujmov 3/4, B

369. Nikola Kubatov 1,B

370. Jakab Masits Witwer 2/4, B

371. Stanko Masits 1/4, B

372. Michael Schäfer 1/4, D

373. Josef Klazenhart 2/4, D

374. Franz Hekenperger 1/4, D

375. Andreas Szikinger H, D

376. Heinrich Schát H, D

377. Josef PekkerH, D

378. Kaspar Pösz H, D

379. Mata Komeszar 1/4, B

380. Martin Gyallos H, D

381. Wenzel Bodolanszki H, D

382. Jakob Heffner klein H, D

383. Georg Milits 1/4, B

384. Mata Alasits 2/4, B

385. Johann Bischof jung 1/4, D

386. Georg Fleischer H, D

387. David Rapits 2/4, B

388. Jakob MändlerH, D

389. IljaGyurakov2/4, B

390. Mija Masits 2/4, B

391. Stipan Berkanov H, B

392. Mato Szunora Fi, B

393. Anton Bruner Fi, D

394. Antun Osztrogonatz 1/4, B

395. Lazajaksits H, B

396. Alba Osztrogonatz H, B

397. Savo Budimatz H, B

398. Roka Maisztrovits H, B

399. Adam Komeszar 2/4, B

400. Ivan Komeszar Fi, B

401. Mija Barakov 1/4, B

402. Antun Rapits 1/4, B

403. Mathias Virth H, D

404. Marko Tadits 1/4, B

405. Anton Halter H, D

406. Karla Hodos H, M

407. Benjamin Julits 1/4, B

408. Simon Friedrich H, D

409. Jakob Heffner jung H, D

410. Michael Mészáros H, D

411. Franz Friedrich 2/4, D

412. Josa Barits 2/4, B

413. Andreas BajerH, D

414. Joka Merkovits H, B

415. Gerga Tomaskov 2/4, B

416. Paul Eimer 1/4, D

417. Sebastian Stoll H, D

418. JohanVolf H, D

419. Valentin Kinder 1/4, D

420. Johann Kainer 1/4, D

421. Michael Partschneider H, D

422. Stipan Barakov 1/4, B

423. Simon Fleischer H, D

424. Johann Laibl H, D

Nach der 1828er Konskription waren in Gara 424 abgäbe- bzw. steuerpflichtige Haushaltungen erfaßt.

Zum Überblick über die wirtschaftliche Lage und die nationale Gliederung der Grundbesitzverhältnisse folgende Tabelle:

Session Deutsche Madjare Bunjewatze Haushaltungen

1/4 71 5 70 146
2/4 77 57 134
3/4 19 12 31
1 3 15 18
1 1/4 4 4
1 2/4 1 1
1 3/4 1 1
2 1/4 1 1
2 2/4 1 1

Bauern 170 5 162 337
Kleinhäusler 54 3 30 87

Zusammen 224 8 192 424

Eine ganze Session umfaßte in der Regel in Gara:

42 4/6 Preßburger Metzen Ackerfläche und
22 Tagwerk Grünland

64 4/6 (etwa 48,5 kj oder 27,9 ha)

Viehbestand:

Art D M B Zusammen

Ochsen 4 64 = 68
Milchkühe 124 3 23 = 150
Kühe (leerstehend) 36 10 = 46
Jungvieh unter 3 Jahren 6 7 = 13
Jungvieh über 3 Jahren =
Pferde über 3 Jahren 349 7 322 = 678
Pferde unter 3 Jahren 12 13 = 25
Schafe 60 679 = 739
Schweine 26 66 = 92

Aus dieser Zusammenfassung der 1828er Konskription ist die Entwicklung der Wirtschaft von 1725/6 gut ersichtlich.

Aus der Konskription geht weiter hervor, daß in Gara durch Adlige keine Flächen bewirtschaftet wurden. Damals lebten in Gara 9 Handwerker, 7 Müller, je ein Schmied (Schlosser) und Schneider.

Die Flächennutzung durch die Nationalitäten war wie folgt:

  D M B   Zusammen

Acker in Preßburger Metzen 3167 53 3532 = 6752
Grünland in Tagwerk 1633 27 1817 = 3477

Zusammen 4800 80 5349 = 10229

Weingarten in Preßburger Metzen 60 1 79 = 140
oder in Hauer 180 3 237 = 420
  (1/3 Preßburger Metzen = 1 Hauer)

Weingarten hatte nicht jeder Bauer, und die Größe des Weingartens hatte sich nicht an der Größe der Session orientiert. Kleinhäusler konnten auch Weingarten haben.

Als Acker ohne Brachfläche (Brache waren 2250 Preßburger Metzen) werden 6752 P.M. bewirtschaftet; von denen sind 1125 2/6 P. M. in der I. Klasse, 2250 P.M. in der II. Klasse, und in der III. Klasse sind es 3376 P.M.

Die jährliche Durchschnittseinnahme von einem P. M., nach Abzug der Brache, in der I. Klasse betrug lfl, in der II. Klasse 48 Kreuzer und in der III. Klasse 36 Kreuzer; zusammen für die 6752 P. M. insgesamt 4951 fl und 20 Kreuzer. Abgaben an den Grundherrn und an die Kirche mußten wie üblich (Siebentel und Zehnt) abgeliefert werden.

Auf dem Acker wurde ,,Dreifelderwirtschaft" betrieben. Die alte Dreifelderwirtschaft bestand in der Fruchtfolge: Wintergetreide, Sommergetreide und Brache, wobei die Brache bis zur Sommermitte auch als Weide diente.

Zur Herbstsaat mußte dreimal, zur Frühjahrssaat zweimal geackert werden. Geackert wurde mit drei und vier Pferden.

Das Grünland in Gara war in keinem guten Ertragszustand. Größtenteils war es jedes Jahr von Überschwemmungen betroffen. Daher war das Grünland in der II. Klasse ausgewiesen.

1851 umfaßte die Gemarkung von Gara 14 788 Joch (das Joch beinhaltet 1200 qkl = 4315 qm).

Dies waren 159 Sessionen. Davon waren auch viele Sessionen in halbe und viertel Sessionen aufgeteilt.

Von den 14 788 Joch waren:

5244 Joch Acker

3778 Joch Wiesen

4316 Joch Weiden

35 Joch Sandhügel (unnutzbar)

189 Joch Weingarten

74 Joch Herrschafts-Acker und Grünland

40 Joch Röhricht (Schilf)

694 Joch See (Salliter)

418 Joch Wege usw.

Wie wir sehen, ist dies eine erhebliche Weiterentwicklung zu 1828 gewesen, wobei erst drei Jahre vorher (1848) die Leibeigenschaft aufgehoben worden war. In den folgenden Jahren bis 1928 ging es stetig mit der Landwirtschaft und auch mit der Gesamtwirtschaft aufwärts. Lediglich die Folgen der großen Wirtschaftskrise (1927) machten sich auch in Gara bemerkbar.

In diese Zeit fallen die Entwässerungsmaßnahmen wie auch die Kommassierung (Flurbereinigung) in den Jahren 1900 und 1923. Diese Maßnahmen gingen parallel zu den strukturellen Umschichtungen.

Die Entwicklung der wirtschaftlichen Strukturänderung zugunsten der Deutschen ist aus dem ersten Grundbuch ersichtlich. Als das erste Grundbuch 1857 angelegt wurde, gehörte bereits 2/3 der Gemarkungsfläche den deutschen Bauern.

1900 wurde etwa 2/3 der Gemarkungsfläche komma-siert bzw. flurbereinigt. Die restliche Gemarkung wurde 1923 bis 1927 flurbereinigt (mit Vaskút). Zu dieser Zeit besaßen die deutschen Bauern bereits 7/8 der Gemarkungsfläche.

Nach der Flurbereinigung kam der große Aufschwung in der Landwirtschaft. Gara war unter den ersten Gemeinden, in denen die Flurbereinigung auf Betreiben der Deutschen durchgeführt wurde.

Im Rahmen der Flurbereinigung bekamen die kleinen Bauern und Häusler ihre Felder in der Nähe der Ortschaft. Die weiter entfernt liegenden „Hotterfelder" erhielten die Großbauern. Da die Zusammenlegung verhältnismäßig große Flächen für je einen Großbauern auf einer Stelle auswies, entstanden in entsprechender Entfernung von der Gemeinde die sogenannten „Tanyawirtschaften" auch ,,Sallasch" (Einöd- oder Aussiedlerhöfe) genannt.

Der landwirtschaftliche Betrieb wurde hauptsächlich von dort geführt bzw. bewirtschaftet.

 Die Landwirtschaft war und blieb der wichtigste Wirtschaftszweig vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in Gara. Sobald es den Bauern gut ging, ging es auch den örtlichen Handwerkern gut.

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Grenzziehung 1921 und die Weltwirtschaftskrise stark gebremst. Trotzdem gehörte Gara zu den aufstrebenden und wirtschaftlich stärksten Orten des Landes. Dazu trugen nicht nur die fortschrittlichen Agrarmethoden der Garaer Bauern bei, sondern auch die Aufwärtsentwicklung des Gewerbes und des Handels.

In der Gemeinde waren alle für das dörfliche Leben notwendigen Gewerbebetriebe vorhanden. Industrie gab es keine, dafür Handwerker (Schneider, Schuhmacher, Schmiede usw.) und genügend Lebensmittelläden bzw. Gemischtwarenläden, Fleischhacker/ Fleischbänke (Metzgereien), Bäcker usw.

Auch Textilien, Eisenwaren, Baumaterialien, Holz usw. konnten in der Gemeinde gekauft werden. Wichtig war, daß alle landwirtschaftlichen Produkte (Getreide, Vieh usw.) im Ort verkauft und die für die Landwirtschaft notwendigen Betriebsmittel (Futtermittel, Handelsdünger usw.) gekauft werden konnten.

Zudem gab es zur Kreisstadt Baja nicht nur eine Straßen- sondern auch eine Schienenverbindung. Dieser Wohlstand der Garaer schlug sich nicht nur in den prachtvollen Wohnhäusern, sondern auch in der Zahl der Personenkraftwagen (11) und Motorräder (etwa 60) nieder. Die Garaer Bauern zählten zu den wohlhabendsten Leuten in der Nordbatschka. In Gara gab es kaum Familien, die kein eigenes Wohnhaus hatten. Von vielen Leuten der Garaer Bevölkerung wurde jedes Jahr das Thermalbad in Harkány aufgesucht.

Als in Gara zur Weiterentwicklung der Bauern (Landkauf) keine Möglichkeit mehr bestand, begann die Abwanderung nach anderen Landesteilen wie Syr-mien und Slowenien, wo noch reichlich Möglichkeiten gegeben waren. In diesen Landesteilen der Monarchie tauchten die Namen ehemaliger Garaer Familien wieder auf, die Gara verlassen haben.

 

Flächenmaße bei den Ansiedlungen

Der Preßburger Metzen als Flächenmaß hatte in den einzelnen Gemeinden ein unterschiedliches Maß, z. B. in Kunbaja: Acker 1100 qkl, Wiese/Tagwerk zu 1100 qkl;

Vaskút: 2 Preßburger Metzen = ein Joch zu 1100 qkl bei Acker, bei Wiesen 1 Tagwerk = 1100 qkl; Csatalja: 2 Preßburger Metzen = 1 ungarisches Joch zu 1200 qkl bei Acker;

Tevel: 2 Preßburger Metzen = ein Joch. Die Größe eines Jochs Ackerfeld konnte je nach der Qualität des Bodens bzw. nach den ökonomischen Verhältnissen 1100, 1200, 1300 qkl betragen.

Das Flächenmaß eines Tagwerks Wiese war umstritten, und es schwankte zwischen 800 und 1200 qkl.

Weinbau, 2 Hauer hackten an einem Tag einen Preßburger Metzen, demnach ein Hauer = 300 qkl/Tag; Nagybaracska: 1 Hauer/Tag = 100 qkl; Acker: 1 Preßburger Metzen = 550 - 600 qkl; Wiese: 1 Tagwerk = 800 — 1200 qkl; Tagwerk ist die Größe, die ein Mann am Tag mähen kann. (1 okka = 1,3 Liter) Ein anderer Autor, Banati Miklós: Huszonhét évtized uj hazánkban. Kecskemét, 1969 Régéi értékek és mértekek táblázata, gibt an, daß 1 Hauer (kapás szölös) 200 qkl entspricht.

Für Gara könnte der Mittelwert sein: 2 Preßburger Metzen = 1200 qkl bei Acker; 1200 qkl (auch: 1 Tagwerk) bei schwacher Wiese und 1 Hauer Weingarten 200 qkl = 1/3 Preßburger Metzen.

 

Zur Ausfahrt bereit

 

Mit der Kutsche bei einer Ausfahrt. Vorne Jakob Tuhardt und Stefan Penz; hinten Maria Kling und Gertraud Tuhardt, geb. Penz

 

Ansichtskarte von Gara

 

4.1 Die Entwicklung des Ortes Gara

Als Gara nach den Türken- und Kurutzenkriegen und dem Bauernaufstand besiedelt wurde, war es am Anfang sicherlich eine Sallaschsiedlung (Tanya) bzw. ein dem Haufendorf ähnlicher Weiler. Zu dieser Zeit gehörte Gara Mathias Urbanecz, der es an Bajaer verpachtet hatte.

Die ersten Siedler, Serben und Bunjewatzen, kamen wahrscheinlich aus Maria Theresiopel und Baja.

Diese gründeten zuerst eine Sallasch-(Weiler)siedlung in Form eines Haufendorfes bzw. Haufenweilers um die Anhöhe bei der Kirche. 1725/26 wohnten 50 Personen in Gara.

Von 1725/26 an setzte eine starke Besiedelungstätigkeit ein. Die Siedlung war bis 1783 noch nicht geordnet, d. h. sie war ein Haufendorf. In den späteren Jahren wurden auch Straßendorf bzw. Blockdorf-Züge erkennbar. Siehe dazu die folgenden Karten von 1783, 1861, 1881 und 1944.

 

 

In den nächsten 80 Jahren, das heißt zwischen 1783 und 1861, bildete sich der bis heute noch vorhandene Ortsgrundriß aus. 1881 ist dann bereits der heutige Grundriß feststellbar.

Nach 1881 wurden nur noch im nördlichen Teil des Dorfes die Deutschgasse, Großgasse, Raizengasse (um den Kalvarienberg), die Gasse zu den Alten Weingärten und die Untere Reihe bzw. Kasernenreihe erbaut. Außerdem wurde noch die Schmalzgasse angelegt, und mehrere Grundstücke wurden geteilt und ein zweites Haus darauf erbaut. Daneben erweiterte man die Bahnhofreihe nördlich und errichtete einige Häuser nördlich der Friedhofsreihe. Die Länge von Gara in Nord-Südrichtung beträgt ca. 2000 m, die Breite in West-Ostrichtung ca. 1750 m.

Zur Ansiedlungszeit von Gara lebten — wie bereits erwähnt — dort Serben und Bunjewatzen sowie in einer kleineren Zahl Madjaren. Die Deutschen wurden in diese bereits bestehende Siedlung integriert. Die Siedlungen hatten keine einheitliche Form, und die bestehende Siedlung wurden einfach für die neuen Siedler entsprechend erweitert. Daher auch die Vielfalt dieser Dörfer. Die Wiener Kameralvorschriften konnten in diesen Siedlungen erst später angewandt werden.

Die Wiener bzw. ,, Kamerái-Ansiedlungs-Bauamts"-Vorschriften bzw. Impopulationsvorschriften sahen vor, daß bei Neuanlage eine Gemarkung 15 km oder mehr im Durchmesser haben sollte. Die Siedlung sollte auf weniger fruchtbarem Boden, an Landstraßen, Bächen oder Kanälen, in der Mitte der Gemarkung angelegt werden.

Obwohl Gara schon vor den erwähnten Regelungen angesiedelt wurde, trafen die meisten Regelungen dieser Vorschriften zu. Auch die weiteren Vorschriften sind in Gara erfüllt oder sogar übertroffen worden. So sollten die Hauptstraßen 18 - 20 kl (34 - 38 m), Zwerggassen 7— 8 kl (13 — 15 m) breit angelegt werden. Der Hausgrund 75-100 kl (142 - 190 m) lang und 12 — 15 kl (23 — 28 m) breit sein; die Häuser durften nur auf einer Seite des Grundstücks mit dem Giebel zur Straße gebaut werden. Zwischen den Häusern mußte, wegen der Feuergefahr, 9 kl (17 m) Abstand sein.

 

4.2 Die Straßen bzw. Gassen in Gara

Als erstes muß festgehalten werden, daß es in Gara zwei Grundrichtungen für die Gassen gab. Einmal, für die Hauptstraßen/Gassen, die Nord-Südrichtung und für die Zwerggassen die West-Ostrichtung. Da der Ort aber eine Ansiedlung ohne vorherige Planung darstellte, waren die Straßen/Gassen auch nicht so regelmäßig, wie in späteren oder vorgeplanten Siedlungen.

Die erste Straße bzw. Gasse bildete sich sicherlich an der Landstraße Baja-Sombor und bekam den Namen Großgasse (Großgaß), vermutlich weil diese die längste Gasse war und auch blieb.

Die Großgasse ging von Norden, beginnend am Kalvarienberg, südostwärts. Im nördlichen Teil ist sie am schmälsten (ca. 20 m) und wird in südlicher Richtung immer breiter. Bei der Kirche betrug die Breite schon 62 m. Am breitesten ist sie südlich der Kirche, wo sogar ein Zirkuszelt aufgestellt werden konnte (ca. 75 m), ohne den Verkehr zu behindern. Zur Kirchweih standen hier auch das Ringelspiel und die Schiffschaukel. Weiter südlich wurde die Gasse wieder etwas schmäler (ca. 58m).

Westlich der Großgasse befand sich die Deutschgasse (Deitschgaß). Diese begann an der Csátaljaer Landstraße und endete im Süden in einer Sackgasse. Die Deutschgasse verlief ähnlich der Großgasse von Norden südostwärts und war viel schmäler als die Großgasse (15 — 29 m).

Wie die Deutschgasse westlich der Großgasse lag, so lag die Raizengasse (Raazagaß) östlich davon. Die Raizengasse hatte ihren Anfang unterhalb des Kal-varienberges. Die ersten 80 — 100 m verlief sie in östlicher Richtung, um dann nach Süden abzubiegen und parallel zu der Großgasse bis zur Kasernenreihe zu verlaufen, wo sie endete. Die Raizengasse war auch schmäler als die Großgasse (ca. 14 — 46 m).

Weitere Straßengassen östlich der Großgasse bzw. der Raizengasse waren die Schmalzgasse, Gernreichgasse, Neugasse (Neigaß) und die Äußere- oder Bahnhofreihe (Außr- oder Bahofsraaja), die alle mehr oder weniger parallel zur Großgasse verliefen.

 

Garaer Markung mit Györgypuszta (Juritsch)

 

Die Schmalzgasse war die kürzeste (ca. 450 m) und auch die schmälste (ca. 6 — 15 m) der Dorfgassen, denn sie verlief zwischen Bahnhofgasse und Unterer Kreuzgasse (Unr Kreizgaß).

Die Gernreich- und die Neugasse hatten denselben Verlauf. Ebenso die Äußere Reihe bzw. Bahnhofsreihe. Die Gernreichgasse setzte sich nördlich der Bahnhofsgasse fort; sie führte aus dem Ort zu den alten Weingärten. Die beschriebenen Gassen wurden wiederum durch Querstraßen bzw. Kreuzgassen verbunden.

Als erste in West-Ost-Richtung laufende Straße muß der Kepernetzärmel genannt werden. Dort befand sich die erste Ansiedlung der Deutschen. Der Kepernetzärmel ging im Westen vom Saliter bis zur Deutschgasse im Osten und von dort als Obere Kreuzgasse (Owr Kreizgaß) bis in die Großgasse. Als nächste ist südlich vom Gemeindehaus das Ge-meindehausgässl (Gmahausgässl) zu erwähnen. Dies verband die Deutschgasse über die Großgasse mit der Raizengasse.

In der Mitte des Ortes, bei der Kirche, war die längste (1500 m) aller Kreuzgassen, die Bahnhofsgasse. Sie stellte die einzige Querverbindung dar, die alle Nord-Süd-Gassen verband. Sie kam vom Saliter als Fußweg in die Deutschgasse und von hier über die Großgasse und Raizengasse weiter zur Schmalzgasse, der Gernreichgasse, der Neugasse und der Äußereoder Bahnhofsreihe und ging über die Bahngleise, wo sie als Friedhofsreihe bis zum Ende des Friedhofs führte bzw. am Dorf ende aufhörte. Weiter ist anzuführen die Untere Kreuzgasse (Unr Kreizgaß), die die Großgasse mit der Raizengasse, Schmalzgasse, Gernreichgasse, Neugasse und der Bahnhofsreihe verband.

Fast am südlichen Ortsrand war die Untere Reihe (Unr Raaja) oder Kasernenreihe, die ähnlich der Unteren Kreuzgasse die Großgasse, Raizengasse, Gernreichgasse, Neugasse bis zur Bahnhofsreihe verband.

Bis Mitte der 30er Jahre gab es in Gara neben der Ziegelei eine Windmühle, die leider wegen Unrentabilität zuerst zu einer Futterschrotmühle umgebaut und dann abgerissen wurde.

Im Vordergrund vor der Windmühle Ziegeleiarbeiter (Kotsteinschlager genannt). Die Windmühle war lange Jahre im Besitz der Familie Kohler. Von Kohler ging die Windmühle in den Besitz von Adam Peller über. Sie blieb in seinem Besitz bis zum Abbruch 1941.

Ähnlich erging es der Ziegelei. Weil aus dem dort vorhandenen Lehm die gebrannten Ziegel nicht die beste Qualität hatten und die dort gefertigten ,,Kotsteine oder Kotziegel" zum Hausbau nicht mehr benötigt wurden, mußte die Ziegelei ebenfalls stillgelegt werden. Die Ziegelei am nördlichen Ortsrand wurde schon eher stillgelegt.

 

 

4.3 Ortslagekarte mit öffentlichen Gebäuden in Gara

 

 

Es gab auch Zeiten (im 19. Jahrhundert), als kleinere Quergassen, zum Beispiel zwischen der Deutschgasse und der Haupt- oder Großgasse, andere Namen hatten als vor der Vertreibung.

So hieß zum Beispiel die Gasse, die von der Deutschgasse zur Großenschule führte, „Ispan Gasse" und die Fortsetzung des Kepernetzärmels in Richtung Großgasse „Czapf Gasse". Der Kepernetzärmel war damals die „Keiner Gasse". Zehn Plätze südlich vom Kepernetzärmel (die Fortsetzung der „Ispan Gasse") hatten den Namen „Notar Gasse". Diese Bezeichnungen sind noch in einer Ortskarte aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ersichtlich.

 

 

4.4 Die Häuser (Haustypen und Bauweise)

Die Häuser in Gara wurden in der Ansiedlungszeit, ähnlich wie in den Kameralsiedlungen, ebenerdig mit dem Giebel zur Straße gebaut.

Die Kolonistenhäuser aus der Zeit Maria Theresias bestanden aus einer Stube, Küche, Kammer, Speisekammer und Stall. Als Baumaterial für die Wände wurde gestampfter Lehm verwendet. Das Dach war mit Schilf gedeckt. Von diesem Typ gab es in Gara nur noch wenige Häuser.

Abbruch eines mit Schilfrohr gedeckten Kolonistenhauses

 

Das Wohnhaus (rechts) ist noch mit Schilfrohr gedeckt, der neuerstellte Gebäudeteil mit Dachziegeln

 

Die meisten Häuser in der Ansiedlungszeit wurden von der Herrschaft (dem Grundherren) errichtet. Sie hatten zwei Zimmer, Küche, Kammer (Speis), Stall, Scheune und Schuppen. Die Josefinischen Siedlungshäuser waren ebenso erbaut. Dieser Häusertyp war mit einigen Abwandlungen der meist verbreitete Haustyp, auch noch im 20. Jahrhundert bzw. bis zur Vertreibung.

 Die Häuser (ohne Scheune und Schuppen) bestanden aus der sogenannten Vorderstube oder auch Paradestube, der Sparküche und der eigentlichen Wohnstube sowie aus der Sommerküche.

Die Vorderstube (Paradestube) war ein „Vorzeigezimmer". Wenn die Sommerküche nicht neben der Wohnstube war, wurde im Winter in der Sparküche gekocht. In der Sparküche wurde auch geschlafen. In der Sommerküche oder in der Wohnstube befand sich der Back- oder Batzofen, der zum Brotbacken und im Winter zum Heizen genutzt wurde. Der eigentliche Aufenthaltsraum für die ganze Familie war im Winter die Wohnstube oder hintere Stube. Dort wurde auch gegessen.

Im Sommer hielt man sich vorwiegend in der Sommerküche auf. Die Mahlzeiten wurden dann auch hier eingenommen. Im 18. und zum Teil auch noch im 19. Jahrhundert befand sich in der Sommerküche ein offener Kamin, der zugleich auch die Räucherkammer war. Später wurde die Räucherkammer auf der Bühne an den Kamin angebaut.

In der Sommerküche wie auch in der Sparküche war im 18. und 19. Jahrhundert meistens ein gemauerter Herd mit einer eingemauerten Backröhre und einer Warmhalteplatte. Diese gemauerten Herde wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert durch fabrikmäßig hergestellte Sparherde abgelöst. Neben der Sommerküche lag eine Kammer, die mehreren Zwecken diente. Der Boden-(Bühnen-)aufgang war dort. Im übrigen wurde sie auch als Speisekammer usw. genutzt. Die Sommerküche diente meist als Haupteingang zur Wohnung. In diesem Bereich befand sich auch der Zugang zum Keller. Am Haus zog sich ein offener Säulengang hin, der in der Höhe des Wohnbereiches oft mit einer etwa 90 cm hohen Mauer, der „Brustmauer", zum Hof abgegrenzt war. Im Laufe der Zeit änderte sich aber die strenge Einteilung der Häuser.

Der offene Kamin verschwand fast überall. Der offene Säulengang aber wurde größtenteils bis zuletzt beibehalten.

Die erste wesentliche Änderung in späterer Zeit war, den Stall und die Scheune quer zum Wohnhaus zu bauen, so daß ein winkelförmiger Trakt entstand. Diese Anordnung zeigte auch, daß Stall und Scheune meistens neuer waren als das Wohnhaus.

 Durften in der Gründungszeit des Ortes nur Handwerker ihre Werkstatt in den Hof bauen, so wurden später auch Ausgedinghäuser, Ställe und andere Wirtschaftsgebäude im Hof errichtet.

 

Überdachter Gang mit einer Brustmauer. Davor Weinreben. Auf dem Bild sind Stefan Keiner jun. und Stefan Keiner sen. zu sehen

 

Ein Straßenteil der unteren Deutschgasse

 

Kleine Wäsche im überdachten offenen Gang ohne Brustmauer: Katharina Locher, geb. Bischof

 

Maria Kling im Blumengarten; (im Hintergrund ist der Glasgang gut zu erkennen)

 

Ebenso wurden in späterer Zeit die offenen Säulengänge zum Teil verglast und als geschlossener Glasgang genutzt. Dies vergrößerte ebenfalls den Wohnraum.

Eine weitere Änderung bestand darin, daß immer mehr Wohnhäuser an der Straße, quer zum bisherigen Wohnhaus, mit oder ohne trockene „Einfuhr" (Einfahrt), gebaut wurden. In diesen ,,Triangelhäuser" (in Gara auch Uberzwerchbauten genannt) gab es mehr Zimmer, die dem Wohnbedarf der Familie besser gerecht wurden. Von einer trockenen Einfahrt sprach man, wenn diese durch das Wohngebäude führte, voll überdacht und mit einem großen Tor zur Straße geschlossen war.

 

Im Rohbau ist die trockene ,,Einfuhr" bzw. Einfahrt am besten ersichtlich; ebenso sind die Baumaterialien wie die Bauweise erkennbar

 

Ein verziertes Einfahrtstor bei Haus-Nr. 2141215 (Auf der Bank sitzen Annus Hutflus und Maria Kling)

 

Ein einfacheres Einfahrtstor bei Haus-Nr. 153

 

Die Höfe waren in der Regel in drei oder vier Funkdonsbereiche geteilt. Wenn man von der Straße/Gasse in den Hof kam, durchschritt man zuerst den Vorhof. Er war der Blumengarten und vom Rüsthof durch einen Zaun getrennt. Der Rüsthof war der Hofteil, in dem die Wagen angespannt wurden und die Tiere zum Tränken kamen. Von hier aus war der Zugang zu den Ställen (Pferde- und Rindviehstall). Der Rüsthof war meistens gepflastert.

Skizzenhafte Darstellung der Funktion der Höfe in einem Bauernhaus:

1. Vor-oder Blumenhof

2. Rüsthof

3. Hinterhof oder ,,Treplatz" und

4. Gemüsegarten

(Gezeichnet: Wendelin Heffner)

Dem Rüsthof folgte der durch die Wirtschaftsgebäude getrennte Hinterhof oder „Treplatz'VDreschplatz. Daran schloß sich, durch einen Zaun getrennt, der Gemüse- und Obstgarten an.

Im Vorhof pflanzte man außer Blumen auch einige Obstbäume und Weinstöcke. Ansonsten wurde dieser Hofteil nur als Einfahrt genutzt, war dementsprechend sauber und gepflegt, so daß beim Betreten des Hofes nicht bemerkbar war, daß es sich um ein Bauernhaus handelte.

Im Rüsthof, der meistens gepflastert war, stand der Brunnen mit einem Trog, in dem die Tiere getränkt werden konnten. Hier wurden die Wagen bespannt usw.

Der Hinterhof enthielt den Misthaufen, die Strohtristen (Getreide- und Maisstroh) die Maisdare (Gore) und auch die Ausläufe der Schweineställe und des Hühnerstalles. Im Hinterhof standen in der Regel einige Maulbeerbäume. Man konnte ihn beim Betreten des Hofes von der Straße her nicht einsehen. Als letzter Teil der Hofanlage ist der Gemüsegarten, der vom Hinterhof durch einen Zaun getrennt war, zu erwähnen. Im Gemüsegarten wurde das für die Familie notwendige Gemüse erzeugt. Auch standen dort Obstbäume.

 

 

Eva Heffner, geb. Müller, in ihrem besonders schön gepflegten Blumengarten mit ihren Angehörigen

 

Wurden die Häuser im 18. und 19. Jahrhundert hauptsächlich aus gestampftem Lehm, Flechtwerk, Kotsteinen gebaut und mit Rohr vom Saliter gedeckt, so wurden sie Ende des 19. und im 20. Jahrhundert aus gebrannten Ziegeln mit gebrannten Dachziegeln erstellt. Die Rohrdeckung verschwand, da die alten Häuser nach und nach mit Dachziegeln umgedeckt wurden. Die zum Bauen notwendigen Ziegel kamen anfangs aus den zwei Garaer Ziegeleien; später, nach Aufgabe dieser Ziegeleien, mußten die Ziegel von weiter her bezogen werden. Die Garaer Ziegel waren qualitätsmäßig nicht die besten.

Zur Fundamentierung wurden meistens gebrannte Ziegel verwandt. Auf diese kam Dachpappe und anschließend das Mauerwerk aus gestampftem Lehm oder Kotsteinen. In den Lehm arbeitete man Spreu oder Stroh ein, an den Ecken auch Rohr- oder sonstiges Flechtwerk, damit die Mauern keine Risse bekamen. Sobald die Mauern getrocknet waren, wurde das Dach aufgerichtet und eingedeckt. Nachdem das Haus eingedeckt war, begannen die sogenannten „Wickler" mit der Arbeit. Sie waren für die Decke zuständig. In die Deckenbalken waren bereits Nuten gehauen, in die man die Wickelböden einlegte. Die Wickelhölzer bestanden aus drei bis vier cm starken und, je nach Balkenabstand, 80 bis 100 cm langen, an beiden Enden etwas zugespitzten Harthölzern. Die Wickelhölzer wurden in mit Spreu gemischten Lehm getaucht und in Stroh gewickelt. Das zum Wickeln verwendete Stroh war ein von Hand gedroschenes Roggenstroh. Die so gefertigten Wickel wurden in der Sonne getrocknet und anschließend zwischen die Deckenbalken gelegt. Die Decke mußte dann nur noch mit Lehm angeworfen und mit einem Glattputz versehen werden. Nach dem Austrocknen ergab dies eine sehr gute Wärmeisolierung der Decke.

Als nächstes wurden die Fenster und Türöffnungen auf die gewünschte Größe gebracht, damit der Zimmermann die Fensterrahmen und Türstöcke anfertigen und der Maurer sie einmauern konnte. Danach fertigte der Tischler die Fenster und Türen an.

Die Fenster waren Kastenfenster, bei denen sich die äußeren Flügel nach außen, die inneren nach innen öffneten. Der Zwischenraum zwischen den Fensterflügeln betrug etwa 10 bis 15 cm. Innen, vor dem Fenster befanden sich noch „Holzspaletten", mit denen die Fenster von innen fest verriegelt werden konnten. Die Holzspaletten hatten mehrere Aufgaben. Mit ihnen konnte im Sommer verdunkelt und somit der Raum kühl gehalten werden. Im Winter hielten sie die Räume während der Nacht warm. Im übrigen dienten sie auch der Sicherheit. Waren sie erst einmal von innen verriegelt, so konnten sie von außen kaum bzw. nur mit erheblicher Gewalt geöffnet werden. In den neuen Häusern gab es an den Fenstern zur Straße hin bereits Rolläden aus Holz.

Die Türen bestanden vielfach aus Doppeltüren mit zwei Flügeln. Selbstverständlich gab es auch viele einflügelige Doppeltüren als Eingangstüren. Die Innentüren waren früher einflügelig, hatten aber Glasscheiben. In der letzten Zeit wurden auch diese als zweiflügelige Türen mit Glasscheiben gefertigt.

So wurde ein gestampftes Haus gebaut

 

So wurden von den Wicklerinnen die zur Decke nötigen Wickel gefertigt; Material waren Lehm und Spreu

 

Die meisten Fußböden waren gebrettert. Die Bretter wurden gestrichen, damit man sie leichter reinhalten konnte. In den neueren Wohnhäusern gab es in den Paradezimmern, aber auch in den anderen Zimmern, schon Parkettfußböden. Allerdings fand man noch vereinzelt in älteren Häusern Lehmfußböden vor. Die Streicharbeiten an den Holzteilen wurden von den Tischlern durchgeführt. Das Ausmalen der Wohnräume oblag dem Maler oder angelernten Frauen. Die Wohnstuben zeigten meistens mehrfarbige Muster. Von außen wurden die Häuser mit verschiedenen Farben (weiß, gelb usw.) großflächig geweißelt. Der Sockel war meistens mit einer passenden dunkleren Farbe gestrichen. Geweißelt wurde jährlich ein oder zweimal. Es gab auch Häuser, bei denen der Sockel aus geschliffenen Natursteinen bestand.

Die Häuser waren durchweg mit elektrischem Licht ausgestattet, und einige, in denen Bäder vorhanden waren, verfügten auch über eine hauseigene Wasserleitung.

In Gara gab es bereits drei zweigeschossige (stockhohe) Häuser, nämlich die beiden Wohnhäuser der Großbauern Peter Gatti und Stefan Kling/Dr. Mathias Keiner und die Stockhoheschule.

Darüberhinaus gab es, neben kleinen Wohnhäusern mit ein und zwei Zimmern bis zu sehr großen „Triangelhäuser", die allein an der Straße über fünf Zimmer verfügten, auch eine Anzahl herrlicher Prachtbauten, die den Wohlstand ihrer Bewohner nur erahnen ließen.

 

Das zweigeschossige Wohnhaus von Stefan Kling und seiner Familie, Haus-Nr. 249 (Vor dem Haus Dr. Mathias Keiner und Maria Keiner geb. Kling mit den Kindern)

 

Weitere Skizzen von Häusertypen (gezeichnet von Wendelin Heffner)

 

 

 

 

 

In diesem Haus wohnte und praktizierte der Gemeindearzt Dr. Péter Lackó

 

Wohnhaus des Josef Bischof

 

Das Wohnhaus von Franc Heffner

 

Das Wohnhaus von Peter Hummel

 

Die Straßenseite des Wohnhauses von Stefan Gatti, Haus-Nr. 285/286

 

Die Hofseite des Wohnhauses von Stefan Gatti

 

Das Wohnhaus von Sebastian Merkler

 

Das Wohnhaus von Paul Zuck

 

Das Wohnhaus von Florian Gatti

 

Das Wohnhaus der Familie Anton Settele (bis 1944)

 

Das Wohnhaus von Wendelin Schön

 

Erika Keiner im Hinterhof bzw. Trepplatz des Hauses der Familie Stefan Keiner, Haus-Nr. 153

 

In der letzten Zeit vor der Vertreibung wurden die Höfe in allen möglichen Formen ( ) angelegt.

Charakteristisch war für fast jedes Haus eine Mauer, die den Hof zur Straßenseite hin abschloß. In vielen Fällen begrenzte die Mauer auch den Hof zum Nachbarn.

Zur Straßenseite hin enthielt die Mauer ein Tor (groß genug für Stroh- und Heufuhren) aus Holz oder Eisen. Auffallend war auch eine Türe in der Mauer („Terl" genannt). Sie führte in den Säulenvorgang oder Glasgang.

Die prachtvoll gebauten Häuser waren auf der Straßenseite oft mit Stuckverzierungen und geschliffenen Steinsockeln versehen.

Die Baustrukturen der Häuser, ob groß oder klein, waren einander ähnlich und auf den bäuerlichen Zweck ausgerichtet.

So stand vorne das Wohnhaus mit Kammer und Speis. Nebenan der Pferdestall, der Kuhstall, die Scheune und der Schweinestall. Dann folgten, zum Teil unter der Mais-(Kukruz-)gore bzw. Dare die Ställe für Kleinvieh (Federvieh). In jedem Hof befand sich eine Sommerküche, oft zwischen dem Wohnhaus und den Ställen. Die „Sommerkuchl" hatte im Winter zum Teil andere Funktionen zu erfüllen. So zum Beispiel als Wasch- oder als Schlachtküche. Die Räucherkammer war meistens im Sommerküchenkamin oder mit ihm verbunden. Ebenso hatte jedes Haus einen oder zwei Keller. Einer diente als Wein- und Vorratskeller, der andere als Wirtschaftskeller, der zur Lagerung von Kartoffeln und Futterrüben verwendet wurde.

 

4.5 Die Sallaschgebäude

Die Sallasche oder Tanyahöfe waren Einöd- bzw. Ausiedlerhöfe, die hauptsächlich nach der Flur-creinigung (Kommassierung) in größerer Zahl erbaut wurden. Nachdem die Felder großzügig zusammengelegt waren, mußten bis zu 5 km Anfahrtswege zu den Feldern in Kauf genommen werden. Da dies sehr beschwerlich war, wurde über eine Problemlösung nachgedacht. Das Ergebnis war der „Sallasch". Es war von großem wirtschaftlichen Vorteil, daß die Felder von einer Hofstelle aus bewirtschaftet werden konnten, die bei den Feldern und nicht im drei bis fünf Kilometer entfernten Ort lag.

Auf den Sallaschen wohnten in der Regel ständig die Dienerschaft (Sallaschmann mit Familie) und zum Teil auch Mitglieder der Familie des Eigentümers. Selbstverständlich wurden auch die Tiere (Pferde, Rindvieh, Schweine usw.) und das notwendige Futter dort untergebracht.

Die Sallasche war überwiegend an den in Nord-Süd-Richtung liegenden Feldwegen, alle 200 bis 800 Meter entfernt, angelegt. Aus der Luft wirkte dies wie Perlen an einer Schnur. Auf der Gemarkung und im Besitz von Garaer Bauern auf anderen Gemarkungen (Bachborschod, Dawod und Györgypuszta) gab es über 160 Sallasche, von denen mehr als 95 % ganzjährig bewohnt waren.

Die zum Betrieb gehörenden Flächen wurden von dort aus bewirtschaftet. Die innere Verkehrslage des Betriebes konnte nicht besser sein. Der Nachteil des Sallasch war, daß alles, was auf den Markt gebracht werden sollte bzw. mußte, in den meisten Fällen zur Bahn, etwa zwei bis fünf Kilometer mit Pferdefuhrwerken transportiert werden. Betnebs-und arbeitswirtschaftlich hatte der Sallasch mehr Vorais Nachteile.

Die Größe des Wohngebäudes entsprach der Anzahl der Sallaschleute. Jeder Sallaschmann mit Familie hatte ein Zimmer, eine Küche und eine Kammer. Die Kammer bzw. Speisekammer war von der Küche abgeteilt.

Die Sallaschleute wohnten in diesen Räumen das ganze Jahr über. So gut dies für die im Betrieb Arbeitenden war, so ungünstig war es für die schulpflichtigen Kinder. Hatten sie doch einen sehr langen Schulweg, den sie bei schlechtem Wetter, besonders im Winter, manchmal gar nicht machen konnten. So konnten sie im Winter oft längere Zeit nicht in die Schule gehen. Manche hatten Verwandte im Ort und besuchten von* dort aus die Schule.

In vielen Fällen wohnten und arbeiteten die jüngeren Familienmitglieder des Eigentümers (die jung Verheirateten) auf dem Sallasch. Dies war meistens in Betrieben der Fall, in denen es mehrere Kinder gab und die Familie noch in der Lage war, den landwirtschaftlichen Betrieb ohne ständig anwesende fremde Arbeitskräfte zu bewältigen.

Wenn Sallaschleute auf den Sallaschen waren, hatte der Eigentümer in der Regel dort auch eine Wohnung. Allerdings wohnte er meistens nur im Sommerhalbjahr, während der Woche auf dem Sallasch. Den Sonntag verbrachte er in seinem Haus im Dorf. Im Winter ging er nur zum Arbeiten auf den Sallasch.

 

Schematische Grundrißzeichnung einer Sallaschanlage

 

Der Sallasch war bautechnisch in der Regel ein durch Gebäude umschlossener Hof. An einer Seite befand sich das Wohngebäude mit einem Teil der Ställe. An der zweiten Seite gab es weitere Ställe und Scheunen sowie Schuppen; dort gab es auch in einer Ecke eine große Düngestätte (Ako). Diese war mit Holzstangen eingezäumt. Darin wurde das Rindvieh während der heißen Sommerzeit gehalten, denn im Stall war es dann zu warm. Außerdem hatte dies noch weitere Vorteile. Zum einen eine erhebliche Arbeitsersparnis (kein Ausmisten), zum anderen die Möglichkeit, das Maisstroh in fast unbegrenzter Menge zu Mist zu verarbeiten.

Auf der dritten Seite standen, an den Misthaufen angrenzend, die Schweineställe. Oftmals mit der Maisgore (Dare) kombiniert. Die vierte Seite bildeten die weiteren Gebäude wie Schuppen, Gore, der Hühner-, Gänse-, Entenstall sowie die sonstigen Federviehställe oder eventuell auch nur ein Zaun. Nachstehend die einzelnen Gebäude des Sallasch von Mathias Dobler und seiner Frau Maria Dobler geb. Eberhardt und ihres Sohnes Johannes.

 

Das Wohnhaus auf dem Sallasch der Familie Mathias Dohler; im Vordergrund die Familie

 

Rindviehstall

 

Rindviehherde im ,,Ako" bzw. Auslauf

 

Der Brunnen und die Remise

 

Schweinestall und Auslauf

 

Die Familie Dohler mit Arbeitern

 

Geflügelstall; im Vordergrund Mathias Dobler, Sohn Johann und Frau Maria Dobler, geb. Eberhardt.

 

Maisdarre bzw. Gore; unter der Gore Schweineställe

 

Das Wohnhaus der Familie Dohler im Ort, Haus-Nr. 171

 

Der Geflügelstall auf dem Sallasch der Familie Keiner; im Vordergrund Frau Maria Keiner, geh. Turi hei der Fütterung

 

Das zusammengefahrene Getreide vor dem Drusch; das Löschwasser durfte nicht fehlen

 

Ein weiterer Sallascb bzw. ein Gebäudeteil davon

 

Rindvieh beim Sallascb von Josef Dobler; im Hintergrund ein Teil der Sallascbgebäude

 

 

Die Bauweise der Sallasche war auf Grund der verschiedenen Betriebsgrößen, der Organisation des Betriebes und der Tierhaltung derart verschieden, daß sich keine typische Bauweise entwickeln konnte. In den meisten Fällen wurde aber versucht, einen geschlossenen Hof zu schaffen. Dies schloß nicht aus, daß ein oder mehrere Gebäude auch abseits standen, besonders Erweiterungsbauten. Die Bauweise und Materialien der Sallasche waren dieselben wie bei den Gebäuden im Ort.

Die Sallasche wurden, mit wenigen Ausnahmen, nach den Flurbereinigungen nach 1900 und 1923 gebaut. Viele wurden im Laufe der Zeit zu klein und mußten erweitert werden; auch daher kommt die bauliche Vielfalt der Sallasche.

 

 

   
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