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6. Handel und Handwerk

 

6.1 Handwerk/Gewerbe

Der Handel und das Handwerk spielten in Gara natürlich auch eine wichtige Rolle, denn das Bauerntum kann ohne Handel und Handwerk nicht existieren.

Interessant ist, daß Handel und Handwerk sich trotzdem nicht mit der Schnelligkeit entwickelten wie die Landwirtschaft.

1725 gab es einen Kaufmann in Gara, 1828 9 Handwerker (7 Müller, 1 Schlosserund 1 Schneider). 1900 wurden bereits 17 Schmiede, 3 Schlosser, 1 sonstiger Metallverarbeiter, 9 Maschinenhersteller, 12 Schreiner, 8 sonstige Holzverarbeiter, 1 Lederverarbeiter, 11 Spinnerund Weber, 21 Schneider, 1O Schuhund Stiefelmacher, 11 sonstige Textilverarbeiter, 4 Müller, 6 Fleischhacker/Metzger, 6 Maurer, 1 Zimmermann und 11 Wirte in der gesamten Gemeinde gezählt (Deutsche, Bunjewatzen und Madjaren zusammen). Insgesamt waren dies 132 Handwerksbetriebe.

Für 1944 liegen keine amtlichen Zahlen über Handel und Handwerk vor. Daher wurden im folgenden nur die Läden und Handwerksbetriebe, die von Deutschen betrieben wurden, erfaßt. Für die Vollständigkeit kann nicht garantiert werden.

Hatte Gara bei einer Einwohnerzahl (ohne Györgypuszta von 3898 (Deutsche, Bunjewatzen und Madjaren) im Jahre 1900 insgesamt 132 Handwerksbetriebe, so waren es 1941 bei einer Einwohnerzahl (ohne Györgypuszta) von 3941, von denen 2207 zur deutschen Volksgruppe gehörten, schon 111 Handwerksbetriebe und 17 Handelsläden und weitere 6 Händler (Landprodukte und Viehhändler).

Die Zahl der Handwerksbetriebe nach Fachrichtungen (1944): 8 Schmiede, 9 Schneider, 6 Schneiderinnen, 7 Schuhmacher, 6 Weber, 2 Seiler, 11 Schreiner, 5 Wagner, 1 Zimmermann, 3 Faßbinder, 1 Drechsler, 1 Holzsäger, 2 Sattler, 1 Kürschner, 1 mech. Stärkebereiter (Kartoffelreiber), 2 Stricker, 3 Schlosser, 2 Maler, 5 Futterschroter, 1 Fotograf, 1 Hutmacher, 1 Spengler, 1 Baumeister, 2 Sodawasserbetriebe, 2 Schnapsbrenner, 5 Fleischhacker/Metzger, 2 Bäcker, 11 Friseure, 3 Maisrebler, 2 Müller und 6 Wirte. Zu diesen kamen die Ladengeschäfte und sonstige Händler. Außer den deutschen Betrieben gab es noch zahlreiche bunjewatzische Handwerksbetriebe.

 

Sattlerei von Mathias Rosmanitz

 

Seilerei mit Johann Weber und Anna Weber, geborene Wolf, mit Kind

 

Schreinereimeister Rohatsch beim Einsetzen von Türen und Fenstern in einem Wohnhaus

 

Damenschneiderei von Gertraud Gatti, geborene Röckel

 

Die Schmiede von Jakob Breitigam

 

Wickeln von Bodenwickeln

 

Die Faßbinderei von Stefan Schmidt

 

Zu den Gasthäusern muß noch bemerkt werden, daß diese von Anfang an auch eine wichtige soziale Funktion hatten. Denn sie dienten nicht nur der Unterhaltung (Kegeln, Karten- oder Billardspielen usw.), sondern sie waren gleichzeitig auch Vereinslokale. Es wurden dort Versammlungen, Vorträge, Aussprachen und Laientheater-Aufführungen abgehalten.

Es gab mehrere Gasthäuser, nämlich die von Josef Müller (246), Peter Ginder (217) und Stefan Knipf (459/607), wo die deutsche Jugend ihre Tanzveranstaltungen hatte. Die Jugendlichen, die dorthin zum Tanz gingen, hielten in der Regel auch ihre Hochzeit dort. Im Gasthaus Anton Locher (298), auch ,,Casino" genannt, befand sich eine eingebaute Bühne, wo im Winter regelmäßig Laientheaterstücke in deutscher, bunjewatzischer und madjarischer Sprache aufgeführt wurden. Hier wurden auch die Vereinsbälle und größere Hochzeiten abgehalten. Gleichzeitig war es der Sitz des „Gazdakörs" bzw. Bauernvereins. Auch die Tanzschule wurde hier absolviert.

In zwei weiteren kleineren deutschen Gastwirtschaften fanden nur kleinere Veranstaltungen (bei Follard der Traubenball) statt.

Das zum täglichen Leben Notwendige konnte in Gara eingekauft werden. Größere Einkäufe und Waren, die in Gara nicht zu haben waren, tätigte bzw. kaufte man vor allem in Baja oder auf den Jahrmärkten der Umgebung.

Jeden Freitag vormittag fand der Wochenmarkt vor dem Haus des Notars und dem Geschäft von Wildmann statt.

Da konnte vieles ge- und verkauft werden. Auf dem Wochenmarkt boten nicht nur Händler, sondern auch Einwohner ihre Ware zum Verkauf an. So gab es Geflügel und Eier, Gemüse, Obst, Textilien und tausend andere Dinge.

Hier war auch das Arbeitsfeld der ,,Kofa und Fratschlerinnen". In Gara gab es auch 16 Geschäfte, zumeist Gemischtwarenläden, die Deutschen gehörten.

 

Der Eingang zum Gemischtwarenläden von Josef Schmidt

 

Neubau des Wohnhauses und Gemischtwarenladens von Stefan Ziel; hier arbeitete er auch als Fotograf

 

Das fertige Haus

 

Der Gemischtwarenladen mit Frau Maria Ziel, geb. Resnicsek

 

Den größten und vielseitigsten Laden hatten die Gebrüder Wildmann; sie führten nahezu alles, von Lebensmitteln, Kolonialwaren, Eisenwaren (Fahrräder und auch landwirtschaftliche Geräte) bis hin zu Baumaterialien.

Zum Handel müssen noch 2 Getreidehändler und 4 Vieh-(Schweine)händler gezählt werden. Getreide wurde auch von den Mühlen aufgekauft. In den Handwerksbetrieben wie auch in den Ladengeschäften arbeiteten zum Teil mehrere Personen.

 

Der Laden der Gebrüder Wildmann, daneben das Haus des Obernotärs. Vor beiden Häusern fand jeden Freitag der Wochenmarkt statt

 

Peter Gatti mit Familie vor seinem Kaufladen

 

6.2 Großindustrie

 

6.2.1 Walz- und Schrotmühlen

In Gara gab es zwei Walzmühlen und fünf Schrotmühlen. Natürlich hatten die Walzmühlen auch gleichzeitig Futterschrotmühlen.

Die Mahlleistung von Getreide bzw. Weizen in den Walzmühlen lag in der „gegnerischen" Mühle bei voller Auslastung um etwa 300 dz und in der Mühle der Gebrüder Anton und Josef Fetzer bei etwa 150 — 200 dz pro Tag. Die an diese Mühlen angeschlossenen Futterschrotmühlen waren Steinmühlen. Die Windmühle hat, solange sie bestand, auch mit Mühlsteinen geschrotet. Geschrotet wurden überwiegend Mais, Hafer und Gerste. Die Leistung der Steinschroter lag bei etwa 3-4 dz pro Stunde.

Die weiteren fünf Lohnschroter waren: Wendelin Heffner (405), Vinzens Toth (376), Jakob Findeis (129a), Josef Schmidt (137, in Miete) und Adam Peller. Diese haben in den 30er und 40er Jahren auf Hammermühlen umgestellt, die im allgemeinen mit 6 — 8 PS starken Benzin- oder Elektromotoren arbeiteten.

Deren Leistung lag bei etwa 3 — 4 dz Feinschrot; bei Grobschrot lag die Leistung bis zu 80 % höher. Großbauern, die große Schweinemastbestände besaßen, hatten eigene Hammerschrotmaschinen mit Antriebsmotoren von 3 — 6 PS Leistung.

Die Walzmühlen haben auch für die Ortsansässigen zur Deckung des Eigenbedarfs Weizen zum Brotbacken in Lohn gemahlen. Als Lohn für das Mahlen bekamen die Walzmühlen wie auch die Futterschrotmühlen 12 % von dem Getreide oder Mais.

So blieben dem Bauern bei einer Anlieferung von 100 kg Weizen noch 85 kg übrig; denn als Lohn für das Mahlen bekam der Müller 12 %, für Abfall wurde 2 % und für Verstaubung 1 % abgezogen, insgesamt 15 % von 100 kg. Aufgeteilt erhielten die Bauern im einzelnen:

20 kg Weißmehl

40 kg Brotmehl

25 kg Kleie oder

7 kg Rotmehl und

18 kg Kleie

 

Gegnerische Mühle und die darin Beschäftigten

 

 

   
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