Előző fejezet Következő fejezet

9. Verwaltung

 

9.1 Die Garaer Gemeindeverwaltung

In Clara war die Verwaltung genauso aufgebaut bzw. organisiert wie in anderen gleich großen Ortschaften. Die Gemeindebediensteten waren: Friedrich Radányi (Röder) als Obernotär, Josef Vida, Steuernotär. Weiter standen Béla Pallos, Ivan Mézes, Josef Bányai und Emma Giesse im Dienst der Gemeinde.

Außerdem gab es noch drei Gemeindediener, genannt Kleinrichter, die Bekanntmachungen an die Bevölkerung weitergaben. Sie trommelten an gewisse Stellen in der Straße, bis die Leute aus den Häusern kamen, und verlasen dann die neuen Verordnungen und sonstige Bekanntmachungen. Sie versahen auch den Botendienst.

Kleinrichter waren: Mathias Regényi (Rengir), Georg Nádai (Nuspl) und Stipan Batits. Die Gemeinde hatte einen Gemeindearzt, Dr. Peter Lacko und einen Gemeindetierarzt, Ede Rónai. Eine Hebamme stand ebenfalls im Dienste der Gemeinde. Dies war bis 1944 Katharina Stoll und anschließend Marianna Schön.

Neben der Gendarmerie, die staatlich war, gab es auch Konstabier (Gemeindepolizisten). Diese waren: Mate Szabo, Kaspar Gyalosch, Pero Osztrogonacs, Josef Striegl und Josef Erdös (Engardt). Dazu kamen noch die Feldhüter, Jäger und Straßenwärter.

Die Gemeinde mußte für die Vatertierhaltung sorgen und die Hirten für die Gemeindeweidefläche stellen. Die Gemeindestierhaltung wurde von Stipan Babits und einer entsprechenden Zahl von Hirten betreut. Ebenso stellte die Gemeinde die Schweinehirten Janschika Sibalin und Mata Kubatov, die die Schweine hüteten und die gemeindeeigenen Eber versorgten.

 

9.2 Die Selbstverwaltung und ihre Organe

Die selbständige Gemeinde Gara hatte alle Rechte und Pflichten nach dem Gesetzartikel XXII. vom Jahre 1886. Das heißt, sie hatte in örtlichen Angelegenheiten das Recht auf Selbstverwaltung und in Bagatellfällen auf eine eigene Gerichtsbarkeit. Auf das Recht der Gerichtsbarkeit läßt sich auch die Bezeichnung des Gemeindevorstandes als ,,Gemeinderichter" zurückführen.

Das Selbstverwaltungsrecht wurde durch die Gemeinderepräsentanz, Gemeindeausschuß genannt, ausgeübt. Dem Gemeindeausschuß gehörten 40 Mitglieder an. Hinzu kamen noch die Gemeindevorstands-Mitglieder. Der Gemeindeausschuß bestand aus 20 Viri-listen (Personen, die die meisten direkten Staatssteuern zahlten) und weiteren 20 gewählten Vertretern. Auf Grund ihrer Stellung bei der Gemeinde waren noch stimmberechtigt die Gemeindevorstandsmitglieder, bestehend aus dem Richter, dem Obernotär, dem Kassier, dem Waisenvater und 5 Geschworenen.

Die Gemeinde verfügte über das Gemeindevermögen. Sie konnte in internen Gemeindeangelegenheiten Entscheidungen treffen, Statuten/Satzungen aufstellen usw. Sie vollstreckte ihre Beschlüsse und Statuten durch eigene Organe.

Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Führung eines Gemeindehaushaltes und gegebenenfalls auch das Festlegen und Einholen der Gemeindesteuern. Sie mußte für die Gemeindewege, Straßen und Schulgebäude sorgen. Außerdem gehörte zu ihrem Aufgabenbereich die Sicherheitspolizei (Konstabier), die Feuerwehr, die Feldhüter, das Armenwesen, das Gesundheitswesen (so mußte die Gemeinde Zulagen für den Gemeindearzt, die Hebamme, den Leichenbeschauer usw. zahlen). Weiter gehörte noch die Organisation bzw. die Aufrechterhaltung der Vatertierhaltung, der Gemeinderobot (Frondienst) oder auch Versteigerungen zu ihrem Aufgabenbereich. Dies alles war im Gesetzartikel XXII. vom Jahre 1886 vorgeschrieben.

Bei allen Gremien sollten in Gara, soweit möglich, die einzelnen Nationalitäten entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil berücksichtigt werden. Dies war aber nicht immer zu gewährleisten.

Die Gemeinderepräsentanz bzw. Führung der politischen Gemeinde bestand im Jahre 1936 aus folgenden Personen:

Gemeindevorstand:  
Gemeinderichter Turi Josef
Vizerichter Kubatov Antal
1. Geschworener Schmidt Johann
2. Geschworener Rutterschmidt Michael
3. Geschworener  
4. Geschworener Gojtan Stipan
5. Geschworener Follardt Mathias
Gemeindekassier Eimer Adam
Waisenvater Wolfart Stefan
(Vormundschaftsvertreter)
Obernotär Radányi (Röder) Frigyes
  (kraft seines Amtes)

Zur gleichen Zeit waren folgende Virilisten Gemeindevertreter:

1. Gatti Josef

2. Gatti Anton

3. Keiner Stefan

4. Kling Stefan

5. Kling Josef

6. Mayer Paul

7. Zuck Sebastian

8. Zomborcsevits Antal

9. Witwe Frau Turi, in Vertretung Peter Turi

10. Gatti Peter

11. Keiner Wendelin

12. Klenanz Josef jun.

13. Pestalits Miska

14. Dobler Mathias

15. Heffner Anton

16. Turi Josef

17. Pentz Anton

18. Turi Peter, in Vertretung Turi Thamas

19. Witwe Frau Heffner, in Vertretung Pentz Heinrich

20. Milyacski Mate

 

Erstatzmitglieder:

Witwe Frau Frank

Karagits Gyula

Bischof Stefan

Eberhardt Andreas

Bischof Adam, in Vertretung Frau Zuck

 

Gewählte Gemeindevertreter:

1. Einwiller Josef

2. Kling Josef

3. Potz Mathias

4. Gojton Mátyás

5. Zuck Johann

6. Sibalin Joszef

7. Sokats János

8. Schuller Georg

9. Glasenhardt Konrad

10. Schnaderbeck Wendelin

11. Eimer Adam

12. Dujmov Jakab

13. Rutterschmidt Michael

14. Eimer Georg

15. Schön Wendelin

16. Karagits Gyula

17. Knipf Andreas

18. Rutterschmidt Georg

19. Pestits Alajos

20. Raits Mihály

 

Ersatzmitglieder:

Wolfart Stefan

Schmidt Johann

Eberhardt Stefan

Tomaskov István

Bergerstock Josef

Der letzte Gemeindevorstand (von 1939) bestand aus dem

Gemeinderichter Tun Josef
Vizerichter Dujmov Jakab
1. Geschworener Vitez Garai Stefan (Gatti)
2. Geschworener Einwiller Josef
3. Geschworener Gojtan István
4. Geschworener Milankov János
5. Geschworener Probst Andreas
Gemeindekassier Schmidt Johann
Waisenvater Wolfart Stefan
(Vormundschaftsvertreter)
Obernotär Radányi Frigyes (Röder)
  (kraft seines Amtes)

Für ihre Tätigkeit mußten sie (insbesondere der Gemeindekassier) so manche Stunde opfern. Sie bekamen kein Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung. Aber, wie es sich in den Gemeinderatswahlen immer wieder bestätigte, tat man die Arbeit gern. Die Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft ging von Generation zu Generation und war so eine Selbstverständlichkeit.

 

9.3 Die Gendarmerie in Gara

In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg befand sich in Gara ein Gendarmerie-Posten. Er war im Haus Nr. 699 untergebracht. Die Aufgabe der Gendarmerie war, auf der Gemeindemarkung für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Der Posten war in der Regel mit 8 Gendarmen besetzt. Der Name Gendarmerie (ungarisch „csendőr") hieß in wörtlicher Übersetzung ,,Ruhe-Hüter". Damit war die Aufgabe der Gendarmen treffend beschrieben.

Die Aufgaben der Gendarmen waren sehr vielseitig. So haben sie bei ihren Streifen- oder Patroulliengängen öffentliche Einrichtungen wie Brücken, Straßen usw. überwacht. Sie sorgten für Ruhe und Ordnung bei Kundgebungen, Versammlungen, Umzügen, Volksfesten, Tanzveranstaltungen und bei sonstigen Anlässen, wie auf Jahrmärkten usw., wo es oftmals Grund zum Eingreifen gab.

Die Gendarmen kamen vorwiegend auf Anordnung des Stuhlrichters (Landrat) zum Einsatz. Selbstverständlich hatten sie einen Dienstplan, nach dem sie in der Gemeinde und auf der Gemarkung ihre Kontrollgänge machen mußten. Die Stärke der Streifen richtete sich nach dem Einsatzanlaß.

Die Gendarmen waren gut bewaffnet. Sie hatten ein Karabinergewehr mit Bajonett, einen Revolver und einen Säbel. In besonders kritischen Situationen durften sie auch von der Schußwaffe Gebrauch machen. Ihren Dienst versahen sie in Gara hauptsächlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Es gab anderorts auch berittene Gendarmen.

Bei besonderen Vorkommnissen wie Schlägereien, Diebstählen, Einbrüchen, Unfällen usw. waren sie in der Regel sehr schnell zur Stelle und griffen, wenn nötig, auch ein. Bei Unfällen leisteten sie Erste Hilfe. Bei Bekanntwerden einer Straftat nahmen sie die ersten Ermittlungen auf. Sie waren beauftragt, den Täter zu verfolgen und Zeugen zu vernehmen. Bei der notwendigen Verfolgung eines Täters konnten sie auch über ihren Dienstbezirk hinaus ermitteln. Sie mußten aber sobald wie möglich die dortigen Behörden (in erster Linie die zuständige Gendarmerie) verständigen oder auch deren Hilfe in Anspruch nehmen. Die Gendarmerie durfte, wie die Polizei in der Stadt, mit schriftlicher Genehmigung Hausdurchsuchungen, aber nur tagsüber, durchführen.

Der Gendarmerie stand im Gemeindehaus ein Raum zur Verfügung, in dem sie ihre Verhöre vornahm. Die Verhörmethoden waren, um ein Geständnis zu erreichen, nicht immer gewaltfrei. Die Gendarmen durften, wenn nötig, jemanden verhaften und ihn mehrere Tage in Gewahrsam halten.

Bei großen Vergehen wie Raubmord, Mord, schwere Körperverletzungen, auch bei Unfällen, mußten sie einen Staatsanwalt zur Aufnahme des Tatbestandes hinzuziehen. Die Gendarmerie war eine große Stütze der Regierung und ihrer Verwaltung — als Hüter von Ordnung, Ruhe und Sicherheit.

Bedauerlich war, daß die Gendarmerie von der Regierung auch für politische Zwecke eingesetzt wurde, so auch unter anderem zur Unterdrückung der Minderheiten.

lm allgemeinen hatte das Volk sehr großen Respekt vor den (lendarmen. I )ies hatte den Vorteil, daß in der (lemeinde und auf der Gemarkung kaum gestohlen wurde. Sogar die nach dem Ersten Weltkrieg sehr stark überhand nehmenden Pferdediebstähle konnten trotz dei nahen Landesgren/e in sehr kurzer Zeit unterbunden werden.

Besonders großen Respekt hatte die Dorfjugend vor den Gendarmen. Wenn sie am Abend oder in der Nacht die Ruhe gestört hatte und merkte, daß die Gendarmen im Anmarsch waren, haben die jungen Leute so schnell wie möglich das Weite gesucht. Denn, wenn diese jemanden erwischten, konnte es passieren, daß dieser mehr abbekam, als er sollte. Die Gendarmerie trug so durch ihre Strenge dazu bei, daß in den Gemeinden die verschiedenen Nationalitäten nicht nur friedlich nebeneinander, sondern sogar freundschaftlich miteinanderlebten.

 

9.4 Die Polizei

Die Garaer uniformierte Gemeindepolizei bestand aus sechs Konstablern (je 3 Deutsche und Bunjewatzen). Der örtliche Polizeikommandant hieß Mate Szabo. Szabo war ein gutmütiger, gerechter und liebenswerter Mann, mit dem sich fast alle Ortsansässigen gut verstanden. Trotzdem erging es ihm nach dem Einmarsch der Russen und der Partisanen schlecht. Er wurde aus Rache vom Pöbel abgeholt, schwer mißhandelt, im Salliter vom Wagen geworfen und erschossen (Bericht eines Augenzeugen).

Die Konstabier gingen im Ort zusammen mit den Gendarmen auf Streife; immer zwei und zwei Mann.

 

Gemeindepolizei oder Konstabler

 

9.5 Luftbeobachtungsposten

Während des Zweiten Weltkrieges, als es mit den Luftangriffen losging, wurde in Gara im Rahmen des Luftwarnungssystems ein Luftbeobachtungsposten eingerichtet. Dessen Aufgabe war, Tag und Nacht zu beobachten bzw. zu hören, ob feindliche Flugzeuge das Gebiet überflogen.

Die Beobachtungen mußten per Telefon weitergemeldet werden.

Als der Beobachtungsposten am 1. März 1940 eingesetzt wurde, befand er sich im Ziegelofen bei der Windmühle im Süden des Ortes. Bereits am 21. Juni 1941 wurde der Beobachtungsposten auf das „stockhohe Wohnhaus" von Peter Gatti in der Mitte des Ortes verlegt.

Als Beobachter wurden ältere Reservisten des Ersten Weltkrieges (vitéz) herangezogen, die auch als Kommandeure eingesetzt waren. Es waren: Ivan Sokats, Josef Turi, Rochus Mészáros, Stefan Garai (Gatti), Josef Eberhardt und Wendelin Heffner.

Aber auch junge Leute dienten als Beobachter; Mathias Knipf, Adam Bohner, Andreas Heibili, Anton Bischof und Anton Wolfardt.

Hier soll auch erwähnt werden, daß westlich der Gemeinde ein viermotoriger amerikanischer Bomber auf dem Rückflug nach einem Angriff abstürzte und explodierte. Die Besatzung war schon vorher mit Fallschirmen abgesprungen. Sie wurde gefangengenommen und von deutschem Militär abgeholt.

 

9.6 Feuerwehr

In Gara gab es keine große Freiwillige Feuerwehr. Sie bestand aus sechs Mann, die mit einem 1000-Liter-Tankwagen und einer von Pferden gezogenen Handpumpe ausgerüstet waren. Das Pferdegespann gehörte dem Gemeinde-Ordonanzkutscher Franz Wagner, genannt Schlosser Franzvetter.

Der Tankwagen und die Pumpe waren im Gemeindehaus untergebracht.

Feuerwehrkommandant war Franz Windisch, der Einsatzleiter Anton Gatti sen., später Adam Kling.

Im Falle eines Feuers kamen alle, die sich im Ort und besonders in der Nähe der Brandstelle befanden, zu Hilfe geeilt. Zu Schwierigkeiten beim Löschen kam es nur in einer Trockenheitsperiode mangels Wasser.

Gendarmen

 

Kath. Kirche und Kloster in Gara

 

 

   
Előző fejezet Következő fejezet