Előző fejezet Következő fejezet

11. Das Schulwesen

 

11.1 Das Schulwesen in Gara (Die Volksschule)

Der Schulunterricht in Gara begann mit Johann Gogrinyi 1734, der wahrscheinlich zu gleicher Zeit Kantorlehrer, Notar, Mesner und Glöckner war. Für das Läuten bekam er im Jahr 10 Maß (Presburger) Weizen. In einer Schrift aus dem Jahre 1755 wird Johann Gogrinyi als Mesner erwähnt, der Kinder unterrichtet habe.

Ein eigenes Schulgebäude war in diesen Jahren bzw. in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht vorhanden, so daß die Lehrer in ihrer Wohnung unterrichteten.

Aufgrund dieses Umstandes gab es ein „Schul"- und Wohngebäude mit einem Hof, wo unterrichtet wurde. In einem Raum des Hauses wurde unterrichtet, und in dem anderen Raum wohnte der Lehrer mit seiner Familie, um den Hof standen die Wirtschaftsgebäude (Ställe für die Tiere), denn die Lehrer betrieben zum Teil auch Landwirtschaft.

Nach Gogrinyi übernahm die Stelle Johann Bary. Eine Verordnung der Visitatoren besagte 1761, daß der Kantorlehrer in Gara im Winter für jedes Kind, ob es die Schule besuchte oder nicht, seinem Gehilfen 30 Kreuzer bezahlen mußte. Im Frühjahr des Jahres 1762 haben die Eltern ihre Kinder nur vereinzelt in die Schule geschickt, was den Kantorlehrer in Schwierigkeiten brachte, da er nicht mehr wußte, wie er seinen Gehilfen bezahlen sollte. Das Schulgeld betrug 1 Gulden oder 1 Metzen Weizen im Jahr.

Im Jahr 1762 lebten 386 schulpflichtige Kinder in der Gemeinde Gara. In die Schule gingen aber nur 40 bis 50 Kinder.

Die Unterrichtssprache war im 18. Jahrhundert deutsch und bunjewatzisch.

1763 wurde in Gara die Tätigkeit des Notars von der des Kantorlehrers getrennt.

Nach Johann Bary wurde im Jahr 1763 Anton Tubich Kantorlehrer in Gara.

Die deutsche Bevölkerung, die bereits in dieser Zeit überwog, wählte 1791 den Deutschen Johann Sommer zum Kantorlehrer. Leider beherrschte dieser nur die deutsche Sprache gut, bunjewatzisch und madjarisch nur mäßig, was ein großer Nachteil für die gemischte Gemeinde war.

Johann Sommer stellte 1830 Bernhardt Radler als Hilfslehrer ein. Dieser erhielt, neben Vollverpflegung, 20 Ft Gehalt von Johann Sommer. Die Entwicklung des Kantorlehrergehaltes und die Zahl der Einwohner von Gara in den Jahren:

  Gehalt Zahl der Einwohner
1803 163 Ft 1971
1806 285 Ft 3000
1810 240 Ft 2070

In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts bekamen die Kantorlehrer auch eine halbe Session Feld. So erhielt bereits Martin Toth als Kantorlehrer ab 1864 327 fl, eine halbe Session Feld, 8 Klafter Holz und eine Wohnung.

Johann und Karl Leschediczky folgten nach Johann Sommer, und ab 1864 wurde Martin Toth Kantorlehrer. Dieser wurde von seinem Sohn Julius Toth im Jahre 1902 abgelöst. Nachdem Julius Toth in den Ruhestand gegangen war, kam als Kantorlehrer Anton Prißhnger (Pereszlényi).

Der Erzbischof von Kalocsa ernannte im Herbst 1926 Anton Prißlinger zum Direktor der Garaer Schulen. Dieser gute Pädagoge und Kantorlehrer wirkte bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1956 im Ort, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte. Anton Prißlinger wurde von der Garaer Bevölkerung sehr geliebt und verehrt.

Wann bzw. in welchem Jahr die erste Schule in Gara erbaut wurde, weiß man nicht. Auf jeden Fall war diese erste Schule bereits im Jahre 1783 baufällig, so daß die Lehrer mehrere Jahre keinen Unterricht erteilen konnten. Es dauerte aber noch sehr lange, bis ein neuer Schulraum erbaut wurde (1811). Die Gemeinde ließ im Jahre 1854 diesen einzigen Schulraum abreißen, und an derselben Stelle wurden dann zwei neue Klassenräume erstellt. In diesen beiden Räumen wurden die deutschen und bunjewatzischen Kinder bis 1872 gemeinsam unterrichtet. 1872 errichtete die Gemeinde Gara einen dritten Klassenraum. In den vorhandenen drei Schulräumen war es dann möglich, die Kinder beider Nationalitäten zu trennen und ihnen in ihren Muttersprachen einen besseren Unterricht zukommen zu lassen. Die deutschen Schulkinder verblieben in den zwei älteren Schulräumen. In den neuen Schulraum zogen die bunjewatzischen Kinder ein. Ein weiterer großer Fortschritt war für die Schule, daß am 7. bzw. 12. Oktober 1872 gleich zwei weitere Lehrerstellen geschaffen wurden, von denen die erste eine bunjewatzische Stelle („illyr") war.

Die 1. bunjewatzische Stelle war besetzt mit:

Marian Matkovits von 1884 — 1887
Anna Kubesch von 1898 — ?
Johann Vukmanov von ? — 1922
Ferdinand Lob (Lajtai) von 1922 — 1947 u.
Jákob Würtz von 1947 —

Die 2. deutsche Stelle war besetzt mit:

Kari Povischil von 1883 — 1920 u.
Franz Schal von 1922 —

Erst sechs Jahre später wurde eine weitere Lehrerstelle geschaffen, die mit Eugen Toth besetzt wurde. Dieser wurde 1922 von Etel Wahl (g. Tuschter) abgelöst, Etel Wahl folgte vier Jahre später Magdalena Leh, die bis nach dem Krieg wirkte. Die Kirchengemeinde hatte im Jahre 1894 das ehemalige „Große Wirtshaus und Metzgerei" der Gemeinde geschenkt, die es zu einer Schule umbaute. Für 4000 ft. erhielt das Gebäude drei Schulräume und zwei Lehrerwohnungen. Damit bestanden insgesamt sechs Klassenräume, so daß in vier Klassen in deutscher und in zwei Klassen in bunjewatzischer Sprache unterrichtet werden konnte. In diesem Gebäude war auch zeitweise der Kindergarten (ovoda). Die 5. Lehrstelle (die zweite bunjewatzische) Lehrstelle wurde am 9. September 1886 geschaffen.

Lehrer waren:  
Alexius Milyacski von 1886 — 1892,
Stefan Karagits von 1892 — 1900,
Maria Tumbasz von 1900 — 1936,
Schwester Dolorosa Polich von 1937 — 1938 u.
Schwester Benilda Eichinger 1938 — 1948

Erwähnt werden muß noch Lehrer Josef Jäger, der vorübergehend bzw. nur eine kurze Zeit in Gara tätig war.

Die 6. Lehrstelle, eine weitere deutsche, wurde dann erst acht Jahre später am 5. August 1894 eingerichtet.

Sie war mit folgenden Lehrkräften besetzt:

Valentin Rutterschmidt von 1884 — 1910
  von 1910 — 1913
Klara Kopping von 1913 — 1921
Maria Ronai (geb. Povischil) von 1922 — 1943 u.
Schwester Sigismunda Hauser von 1943 — 1948

 

Kantorlehrer Anton Prißlinger (Pereszlényi) und Lehrer Ferdinand Loh (Lajtai)

 

Das Grab von Lehrer Eugen (Jenö) Toth

 

Die Schulraumfrage wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Ort immer dringender. Dies führte dazu, daß weitere Schulen geschaffen wurden, so 1929 die „Hl. Emmerich Schule", die sogenannte stockhohe Schule; und 1930 kam die Klosterschule hinzu. Neben der stockhohen Schule wurde eine Kantorwohnung gebaut. Die Schule neben der Kirche mit der ehemaligen Kantorwohnung wurde zu einem Kloster. Sie trugen dann auch zur Auflockerung der bis dahin sehr beengten Schulverhältnisse bei. Mit dem Kloster sind weitere zwei Lehrerstellen und eine Kindergärtnerinnensteile geschaffen worden. Die Klosterschule wurde von den katholischen Schulschwestern „Unserer Lieben Frau" geführt.

1930 waren die neuen Lehrerstellen von folgenden Schwestern besetzt:

Die 7. Stelle von:

Chrysastoma Pongratz von 1930 — 1936
Winfrieda Koch von 1936 — 1941
Engelberta Fleckenstein von 1941 — 1943 u.
Seraphine Dorjath von 1943 — 1948

Die 8. Stelle von:

Olivia Holzmann von 1930 — 1934
Andresia Keller von 1934 — 1937
Benilda Eichinger von 1937 — 1938
Dolorosa Polich von 1938 — 1941
Anna Piller von 1941 — 1942
Maria Blassov (Kandidatin) von 1942 — 1943
  von 1943 — 1945
Anna Müller (Kandidatin) von 1945 — 1946
Sarolté Fabian (Kandidatin)  von 1946 — 1947 u.
Romualda Mariasi von 1947 — 1948

In dem von vielen Nationalitäten bewohnten Ungarn gab es immer wieder Probleme mit der Unterrichtssprache. Vielerorts störte dies die Harmonie zwischen dem Staatsvolk und den Nationalitäten. Besonders der Madjarisierungsprozeß störte hier; und Deutsche und Bunjewatzen versuchten, ihre Sprache in der Schule durchzusetzen.

Unterrichtssprache war in den Schulen von Gara bis 1902 die Muttersprache der Kinder, d. h. deutsche und bunjewatzische Sprache. Die Nationalsprache wurde natürlich als Lehrgegenstand in einigen Wochenstunden mit unterrichtet; dagegen gab es keinen Widerstand.

Den großen Schnitt brachte das Jahr 1902, denn da wurde ungarisch die Hauptunterrichtssprache in allen Schulen. Es wurde verlangt, ungarisch in der Schule zu unterrichten, daß die fremdsprachigen Kinder nach dem Besuch der Volksschule (sechs Klassen) die ungarische Sprache so weit beherrschten, daß sie lesen, schreiben, rechnen und sich verständlich ausdrücken konnten. Dies wurde auch in aller Strenge durchgeführt, was wiederum zur Vernachlässigung der Muttersprache führte. Die schulentlassenen Kinder konnten nach sechs Klassen weder die ungarische noch die deutsche Sprache richtig; besonders das Schreiben verursachte große Schwierigkeiten.

Von 1907 an wurde Deutsch bzw. Bunjewatzisch nur noch als Lehrgegenstand mit wöchentlich zwei/ drei Unterrichtsstunden weitergeführt. Das war für diese Minderheiten eine schwere Zeit, denn in ihrer Muttersprache wurden sie nicht unterrichtet und ungarisch verstanden sie nicht, und so lernten sie auch nichts bzw. nur sehr wenig. Die Folge war, daß sie nach dem Schulbesuch beide Sprachen nur unvollkommen beherrschten.

Obwohl sich schon während des Ersten Weltkrieges auf ungarischer Seite namhafte Personen gegen diese Schulpolitik gewandt hatten, geschah bis 1918 nichts. Dann wurde eine neue Schulordnung erlassen, die

aber wegen der serbischen Besetzung von Gara nicht eingeführt werden konnte.

Unter der serbischen Besatzung änderte sich der Schulunterricht, was die Sprache anging, grundlegend. Da die Serben großes Interesse hatten, die nicht-ungarische Bevölkerung für sich zu gewinnen, kamen sie im Unterricht den Minderheiten entgegen. Sie führten wieder den Muttersprachenunterricht ein. Natürlich wurde auch die serbische Sprache unterrichtet. Nur in ungarischer Sprache erfolgte kein Unterricht.

Nach dem Trianoner Frieden am 4. Juni 1920 kam die Nord-Batschka wieder zu Ungarn, aber die Serben zogen erst am 19. August 1921 aus der Gemeinde ab.

Im schulischen Bereich hatte die ungarische Verwaltung nichts Eiligeres zu tun, als den Unterricht in der deutschen Sprache wieder aufzuheben. Daraufhin erfolgte der Unterricht wieder in ungarisch mit Deutsch als Lehrgegenstand mit zwei bis drei Wochenstunden.

Die 1923 herausgekommene Sprachenverordnung kannte drei Schultypen, nämlich A, B und C. In Gara wurde, wie auch in den benachbarten gemischten Gemeinden nach dem ,,C-Typ" unterrichtet, was soviel hieß, daß sich nichts änderte. Eine Änderung bzw. einen Fortschritt brachte erst die Schulverordnung von 1935. Danach erfolgte der Unterricht so:

1. In der Muttersprache der Kinder wurden Religions-, Sittenlehre sowie die Lehrgegenstände Heimatkunde (Sprach- und Bedeutungsübungen) abgehalten; im selben Umfang Lesen, Schreiben, Aufsatz, Rechtschreibung, sprachliche Erklärung und Gesang, Rechnen, Meßkunde, Naturkunde, Physik, Chemie, Wirtschaftskunde, Haushaltskunde mit Hygiene, Zeichnen und Handarbeit unterrichtet.

2. Ungarisch wurden die ungarische Sprache und die Lehrgegenstände Vaterlandkunde, ungarische Sprache-und Bedeutungsübungen, Lesen und Behandlung des Lesestoffes, Schreiben, Aufsatz, Rechtschreibung, Gesang, Geographie, Geschichte, bürgerliche Rechte und Pflichten und körperliche Erziehung unterrichtet.

Diese Sprachordnung sollte in den Klassen IV, V und VI gewechselt werden. Das hieß, daß dann Rechnen, Natur- und Wirtschaftskunde in ungarischer Sprache und die Fächer Geschichte und die bürgerlichen Rechte und Pflichten und Geographie in der Muttersprache wiederholt und abgefragt werden sollten. Diese Schulordnung war kaum durchgeführt bzw. noch in der Durchführunmg, da wurden wieder eine neue Schulordnung erlassen. 1941 wurden zwei Systeme eingeführt und zwar

1. der (reine) Unterricht in der Muttersprache und

2. das bisherige einheitliche System (nach der Verordnung von 1935).

Mit der Umsetzung der letzten Regierungsverordnungwurde in den letzten Kriegsjahren begonnen. Wieweit der reine Unterricht in der Muttersprache auch in Gara eingeführt wurde, konnte nicht geklärt werden.

Der Schulunterricht wurde vormittags von 8.00 bis

12.00 Uhr und nachmittags von 14.00 bis 16.00 Uhr (außer am Donnerstagnachmittag) erteilt. Am Donnerstagnachmittag hatten die früheren Sonntagsschüler ihren Unterricht.

Die Kinder, die im Ort wohnten, besuchten die Schule regelmäßig. Nur für Kinder, die auf den Sallaschen (Aussiedler- oder Einödhöfe) wohnten gab es Schwierigkeiten mit dem Schulbesuch. Viele der Sallasche waren vier Kilometer oder noch weiter entfernt. Von dort war ein Schulbesuch nicht immer möglich, und zum Teil mußten die größeren Kinder auch schon daheim mitarbeiten. Das hieß, sie mußten entweder Schweine oder das Rindvieh hüten. Kinder, die im Ort ihre Großeltern oder andere nahe Verwandte hatten, zogen zu ihnen, um von dort aus die Schule zu besuchen.

Viele Garaer Kinder besuchten nach der vierten Volksschulklasse die weiterführende Bürgerschule (Realschule) in Baja und Kalocsa. Nach dem Besuch des Gymnasiums gingen viele Schüler in das Bajaer Zisterzienser-, das Kalocsaer- und das Fünfkircher-Jesuiten-Gymnasium.

Es gab Eltern, die ihre Kinder bei Familie in Baja ,,in Kost gaben", um den Schülern die Strapazen des Hin- und Herfahrens zu ersparen. Die Schüler bzw. Studenten, die weiterführende Schulen besuchten, waren zum Teil in Internaten untergebracht. Die Bürgerschule war eine auf die Praxis bezogene Schule. Die meisten Bürgerschüler kehrten nach der vierten Klasse wieder in den elterlichen Betrieb zurück.

Manche der Garaer Schüler besuchten in Baja auch die Präparandie oder die Handelsschule. Auch die Höhere Landwirtschaftsschule in Bácsalmás und Orosháza wurde von Garaer Schüler besucht. Die Abiturienten studierten meistens an den Universitäten in Budapest sowie den landwirtschaftlichen Akademien in Keszthely und Mosonmagyaróvár. Sehr viele Bauernsöhne waren Schüler der Landwirtschaftsschule in Jánoshalma (Télimezögazdasági). Der Unterricht wurde in zwei Wintern erteilt; die Lehrgänge dauerten von jeweils November bis Anfang-Mitte März, solange die landwirtschaftliche Arbeit ruhte.

Viele Mädchen besuchten in Baja die Mädchenbürgerschule, die von den Schulschwestern geführt wurde. In der Schule gab es auch ein Internat, in dem die Mädchen wohnen konnten.

Unterrichtssprache in allen weiterführenden Schulen und den Universitäten war ungarisch. Erst ab 1940 wurden mittlere und höhere Schulen mit deutscher Unterrichtssprache eingerichtet. Von da an gab es auch für deutsche Kinder die Möglichkeit, eine deutsche weiterführende Schule zu besuchen. So wurden dann auch die deutsche Bürgerschule in Baja und die deutschen Gymnasien in Budapest und Fünfkirchen Ziel deutscher Schüler.

 

Ein neues Wohnhaus wird für den Kantorlehrer gebaut

 

Die ,,Stockhohe Schule", auch Hl. Emmerich-Schule genannt, wurde 1929 fertiggestellt.

 

Rechts von der Schule das neue Wohnhaus des Kantorlehrers und das Pfarrhaus

 

Klasse II im Schuljahr 1929/30 mit Lehrer Franz Schal

 

Schulklasse des Jahrganges 1928 nach der Einschulung

 

Klasse 111 im Schuljahr 1931/32 mit Schwesteroberin Maria Chrisastoma

 

Schulklasse mit Lehrer Franz Schal

 

Klasse VI im Schuljahr 1933/34 mit Lehrer Franz Schal

 

Klasse 4 und 5 des Jahrganges 1927/28 mit Lehrer Franz Schal

 

Klasse I a. mit Pfarrer Andreas Hrubian und Schwester Sigismunda Hauser

 

Klasse I a. des Schuljahres 1926/27 mit Kantorlehrer Anton Prißlinger und Kaplan Theodor Toth

 

Klasse I des Schuljahres 1932/33 mit Kantorlehrer Anton Prißlinger

 

Klasse I h. im Schuljahr 1926/27 mit Lehrerin Magdalena Leh und Kaplan Theodor Toth

 

Klasse I des Schuljahres 1933/34 mit Kaplan Franz Nagy Zambo und Anton Prißlinger

 

Schulklasse des Jahrganges 1921/22 mit Lehrer Ferdinand Lob

 

Schulabgänger des Jahrganges 1928 mit Lehrerin

                                   Magdalena Leh und Kaplan Franz Mayer

 

Kinder der Jahrgänge 1929 und 1930

 

Klasse 5 und 6 des Jahrganges 1928/29 mit Lehrerin

                                Magdalena Leh und Kaplan Franz Mayer

 

Klasse I im Schuljahr 1929/30 mit der Lehrerin Magdalena Leh und Kaplan Gregor Czrnkovits

 

Eine Gruppe Schulkinder im Jahre 1930 mit Kaplan und Lehrern

 

Landwirtschaftsschüler der Landwirtschaftsschule in Jánoshalma; v. l. n. r.: Josef Dohler, Johann Zuck, Wendelin Putterer, Stefan Müller und Mathias Knipf

 

11.2 Sonntags- oder Wiederholungsschule

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sonntagsschule eingeführt. Ziel war, den Schulentlassenen praktische Wirtschaftsführung zu vermitteln. Anfangs wurde an Sonntagen von 8 bis 10 Uhr unterrichtet; daher der Name ,,Sonntagsschule".

Im Laufe der Zeit wurde der Unterricht vom Sonntag auf Donnerstag nachmittag verlegt.

Nach dem Gesetz sollte die ,,Donnerstag- oder Wiederholungsschule" eine landwirtschaftliche (bei Burschen) und eine hauswirtschaftliche (bei den Mädchen) Einführungs- bzw. Fortbildungsschule sein. Dabei sollte auch das in der Volksschule Erlernte zum Teil wiederholt werden. Sie mußte von allen Jugendlichen nach der Volksschule besucht werden, sofern sie keine weiterführende Schule (wie Bürgerschule oder Gymnasium) besuchten.

In der Donnerstagsschule stand neben dem religiösen und theoretischen Unterricht die Praxis im Vordergrund.

So wurden die Burschen vom Lehrer Franz Schal in der Landwirtschaft, dem Garten- und Obstbau unterrichtet, mit praktischen Vorführungen in der Baumschule, die nördlich vom Ort in der Nähe des Sportplatzes lag.

Die Mädchen lernten bei der Lehrerin Magdalena Leh hauptsächlich Handarbeit und Hauswirtschaft.

 

Mädchen der ,,Donnerstagsschule" mit Lehrerin

                                   Magdalena Leh und Kaplan Emmerich Korsos

 

Mädchen der ,, Donnerstagsschule" mit Pfarrer

                                    Martin Tress und Lehrerin Magdalena Leh

 

11.3 Der Kindergarten (Ovoda)

Der Garaer Kindergarten mit dem ungarischen Namen „Ovoda" wurde im Juni 1899 als staatlicher Kindergarten gegründet. In diesen Kindergarten gingen die Kinder aller Nationalitäten (Madjaren, Deutsche und Bunjewatzen).

Im Kindergarten lernten die Kinder im gemeinsamen Singen und Spielen, wie man sich in eine Gemeinschaft einfügt. Es war aber auch eine Vorbereitung für die Volksschule.

Als erste Kindergärtnerin (Ovodanéni) war Anna Boros tätig; sie arbeitete meistens mit einer Gehilfin/Hilfskraft zusammen, die bei ihr auch im Haushalt half.

Da alle Kinder des ganzen Ortes in einen Kindergarten gingen, war die Umgangssprache madjarisch, obwohl in der Regel nur zwei bis drei madjarische Kinder den Kindergarten besuchten. Dadurch sollte der Eintritt in die Volksschule erleichtert werden, denn dort war die Unterrichtssprache auch madjarisch.

Der Kindergarten wurde im Oktober 1930 von Schul-Schwestern übernommen und von der großen Schule ins Kloster verlegt. Die bisherige große Gruppe wurde jetzt geteilt, und zwar in eine deutsche und eine bunjewatzische. Trotz der Teilung waren die Gruppen immer noch zu groß, und die Umgangssprache blieb im wesentlichen die madjarische.

Oktober 1930 waren folgende Schwestern als Kindergärtnerinnen tätig:

Amalia Lang Evangélista Mexner
Domna Keller Ivetta
Julitta Helmlinger Mathilde
Michaela Leopold Manuela Wildmann
Electa Kral  

In den letzten Kriegsjahren wurde von dem VDU (Volksbund der Deutschen in Ungarn) im „Deutschen-Haus" ein deutschsprachiger Kindergarten errichtet und bis Herbst 1944 aufrechterhalten. Kindergärtnerin: Eva Bischof.

1902 gingen die Kinder noch in ihren Trachten (auch in den damaligen schwäbischen Trachten) in die „Ovoda". Kindergärtnerin war Anna Boros

 

 

Kinder des Jahrganges 1929/30 im Kindergarten (Ovoda) mit der Ovodatante Anna Boros

 

Jahrgänge 1928, 1929, 1930 und 1931 vor der Spielschule bzw. Ovoda in Gara

 

Jahrgang 1935 im Kindergarten mit den Schwestern M. Evangelista und M. Mathildea (rechts)

 

Kinder im Klosterkindergarten mit den Schwestern links Evangélista und M. Amália (rechts)

 

Schwester Evangélista mit ihren Schützlingen 1939/40

 

Kinder des deutschen Kindergartens

 

Kinder des deutschen Kindergartens, mit der Kindergärtnerin Eva Bischof 1944

 

Kinder des deutschen Kindergartens (1944) und die Kindergärtnerin Eva Bischof

 

 

11.4 Majalisch oder Maifest

Was wäre die Volksschule in Gara gewesen, ohne ihr „Majalisch" oder Maifest. Deshalb muß nach der Schulgeschichte gleich der ,,Majalisch" beschrieben werden.

Alle Kinder, die in Gara die Volksschule besuchten, warteten voller Sehnsucht auf den „Majalisch", d. h. auf den gemeinsamen Schulausflug im Monat Mai. Ziel war das einzige Wäldchen auf der Gemeindemarkung, und dies war noch im Ort. Die Kinder fieberten schon Tage vorher, was sie alles mitnehmen und was sie machen wollten beim Majalisch.

War der Tag gekommen, mußte niemand die Kinder wecken. Sie konnten es kaum erwarten, bis sie mit der am Vortag gepackten Jause zur Schule gehen konnten. Bald darauf sah man dann die Kinder paarweise aus allen Schulen mit entsprechender Lautstärke in Richtung Bahnwäldchen gehen. Das Bahnwäldchen war ein südlich des Bahnhofs gelegenes Wäldchen. Groß war es nicht, und die Bäume waren auch keine besonderen. Für die Kinder aber war dies trotzdem das schönste Plätzchen der Welt und das Erlebnis des Jahres. Auf der Gemarkung von Gara gab es sonst keinen anderen Wald mehr. Die letzten hundert Meter wurden schon ungeduldig in der Regel im Laufschritt, zurückgelegt.

Jede Klasse suchte sich nach ihrer Vorstellung den schönsten Platz und ließ sich da nieder. Dann wurde die Jause probiert.

Nachdem alle Klassen ihren Platz gefunden hatten, begannen die Lehrer mit der Organisation der verschiedenen Spiele und Wettkämpfe. Diese Spiele und Wettkämpfe wurden teils innerhalb der eigenen Klasse und teils auch gegen andere Klassen mit dem allergrößten Eifer ausgetragen. Auch die Lehrer und Lehrerinnen sowie Pfarrer und Kaplan waren mit Leib und Seele dabei.

So ging es bis Mittag. Dann kamen die Mütter mit einem guten Mittagessen, Kuchen und Leckereien. Sobald es ans Essen ging, beruhigte sich die muntere Gesellschaft. Es wurde eine Decke auf dem Boden ausgebreitet und alles ausgepackt, was mitgebracht worden war. Die Kinder gingen mit dem größten Appetit ans Essen, und es kehrte auf einmal für kurze Zeit eine ungewohnte Stille im Wäldchen ein. Das Herrichten des Essens, das Essen selbst sowie das Aufräumen nahmen immer viel Zeit in Anspruch. Auf dem Platz gab es an diesem Tag auch ein oder zwei „Zuckerlstände", wo allerlei Schleckereien zu haben waren.

Am Nachmittag wurde nur noch, quer durch die Klassen, in kleineren Gruppen gespielt. Die Mütter blieben in der Regel bis zum Ende des Ausfluges da; so gegen halb fünf Uhr war dann auch das Ende des Ausfluges im Wäldchen gekommen, und es ging nach Hause.

Kamen die Kinder morgens noch schön geordnet, so gingen sie nachmittags in Gruppen oder mit ihren Müttern nach Hause und schwärmten noch Tage später von dem schönen Majalisch.

 

 

   
Előző fejezet Következő fejezet