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12. Vereine in Gara

 

12.1 Sportverein

Einen Sportverein gab es in Gara nicht. Es gab eine Fußballmannschaft, deren Mitglieder aus allen Nationalitäten stammten, und die — wie auch das Kleinkaliberschießen - Lehrer Lob leitete. Wettbewerbe wurden ebenfalls von ihm organisiert.

Erwähnt sollte werden, daß Adam Glasenhardt im Halbschwergewicht und Márton Tadits im Leichtgewicht Baja/Gara sogar in Landeswettbewerben vertraten.

 

Garaer Fußballer auf dem Sportplatz; stehend: Adam Bohner, Stefan Schopper; sitzend: Andreas Eimer, Stefan Kling und AntonStriegl

 

Erste Fußballmannschaft in Gara mit Lehrer Lob (1929)

 

12.2 Gesangverein

Der Kantorlehrer Anton Prißlinger hatte neben dem Kirchenchor auch einen gemischten Gesangverein gegründet. Die Gründungszeit läßt sich leider nicht mehr genau feststellen.

Sicher ist aber, daß der Gesangverein mit Anton Prißlinger und Ferdinand Lob am 4. März 1934 an einem Sängerwettstreit in Baja teilnahm und sogar einen Preis erhielt.

Die Tätigkeit des Gesangvereins ließ aber während des Zweiten Weltkrieges, wegen Unstimmigkeiten unter den Mitgliedern nach.

 

Der Garaer Gesangverein unter der Leitung von Anton Prißlinger und Ferdinand Lob bei einem Sängerwettstreit am 4. März 1934 in Baja

 

12.3 Bauernverein

Der Bauernverein (Gazdakör), der sich nach dem Ersten Weltkrieg gebildet hatte, war anfangs eine lose Vereinigung. Er übernahm erst in den letzten Jahren einige Aufgaben.

Der Bauernverein hatte so zum Beispiel beratende Funktion beim Kauf von Zuchtbullen und Zuchtebern für die Gemeinde. Außerdem wirkte der Bauernverein bei der Gründung der Milchgenossenschaft mit oder half bei der Beschaffung der Futtermittel und des Handelsdüngers. Abgewickelt wurden diese Geschäfte über die Gegnerische Mühle, die am Bahngleis lag und Lagermöglichkeiten hatte. Manchmal wurde die Ware auch von den Bauern aus dem Waggon abgeholt.

Der Vorstand des Bauernvereins organisierte zum Beispiel die 1937 abgehaltene Wandersitzung der Jánoshalmer Landwirtschaftsschule in Gara.

Dem Vorstand gehörten an: Thomas Turi, Stefan Mayer, Adam Klenanz und Josef Gatti sen.

Der Bauernverein hatte eine kleine Fachbücherei im Kasino. Dort war auch der Sitz des Vereins.

 

12.4 „Levente", die ungarische Jugendorganisation

Nach dem Ersten Weltkrieg mußte Ungarn auf Grund des Trianoner Friedenvertrags vom 20. Juni 1920 auf die Wehrpflicht verzichten, und das Berufsheer durfte nur 35 000 Mann stark sein.

Um hier einen Ausgleich zu schaffen, wurden mehrere Organisationen ins Leben gerufen bzw. aufgestellt. So unter anderem die Gendarmerie, eine starke und militärisch einsatzfähige Staatspolizei und der Heldenorden (vitéz).

Weiter wurde im Rahmen des Ertüchtigungsgesetzes von 1921 die staatliche Jugendorganisation „Levente" (Jungmannschaft) gegründet. Sie erfaßte die gesamte männliche Jugend des Landes. Ziel der Organisation war, die schulentlassene Jugend körperlich fit zu halten bzw. sie, natürlich verdeckt, vormilitärisch auszubilden. Offenkundig wurde dies erst, als 1924 die Führung und Ausbildung der „Levente" dem Militär übertragen wurde.

Die Ausbildung der „Levente" erstreckte sich im Winter, bei schlechtem Wetter, auf theoretische Militärwissenschaft, zum Beispiel auf Gelände-, Kartenkunde und die staatspolitische Erziehung. Im Sommer wurde trainiert. Neben der militärischen Grundausbildung fanden Geländeübungen statt. Schießübungen wurden mit Kleinkalibergewehren ausgeführt.

Die Dienst- und Kommandosprache war ungarisch. In der „Levente" wurde die gesamte Dorfjugend (Madjaren, Deutsche und Bunjewatzen) zusammengefaßt und gemeinsam ausgebildet. Die Teilnahme an der „Leventeausbildung" war für die männliche Jugend ab dem 12. Lebensjahr Pflicht. Wer unentschuldigt fehlte, wurde sogar bestraft. Die „Levente" wurde so zum Beispiel auch am Sonntag gemeinsam zur Messe kommandiert.

Es gab auch eine Leventeuniform, die aber selten getragen wurde.

In den letzten Jahren gründete man einen berittenen Zug bei der Garaer „Levente". Ausbilder war Josef Gatti, ein Husarenleutnant der Reserve.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gab es bei der Levente auch einen Zug unter deutschem Kommando; die Teilnahme war freiweillig.

Als Ausbilder waren bei der Levente: Rochus Mészáros, Stefan Garai, Peter Zuck und Jakob Sibalin. Die Leitung der Levente oblag dem Lehrer Ferdinand Lob (Laitai).

Zu bemerken wäre noch, daß Peter Zuck der erste aus Gara war, der Anfang 1943 in Rußland vermißt wurde.

1943 wurde der Oberleutnant Kadocsai (Klocker) der Kreiskommandant, und es kamen auch zwei weitere Ausbilder, Bailosch und Bányai hinzu.

 

Franz Follardt, Josef Hauser und Antun Mihalovits als Levente-Hornisten

 

12.5 Musikkapellen

Gara hatte mehrere Musikkapellen. Bei den Deutschen gab es zwei Blasmusikkapellen und eine Schrammelmusikkapelle, bei den Bunjewatzen zwei Tamburaschkapellen (Mandolinekapellen).

 

Tanzpause bei einer Veranstaltung mit der Blasmusikkapelle Franz Bauer in der Gastwirtschaft Peter Ginder

 

Stefan Knipf (Bahnhofgasse) überwechselte, in der Gastwirtschaft „Müller Seppi".

Die zweite Blasmusikkapelle wurde von Andreas Gatti gegründet und später von dessen Bruder Florian Gatti übernommen. Sie spielte zuerst in der Gastwirtschaft „Seppi Müller" in der Großgasse, ab 1941 in der Gastwirtschaft Stefan Knipf in der Bahnhofgasse.

Die beiden Blasmusikkapellen nahmen mit Erfolg am Musikwettstreit des „Ungarländischen Deutschen Volksbildungsverein" (UDV) am 6. Juni 1926 in Bácsalmás teil. Gara war die einzige Gemeinde, die mit zwei Kapellen am Wettstreit teilnahm. Die beiden Blasmusikkapellen spielten in Gara für die deutsche Jugend zum Tanz. Die Zahl der deutschen Jugendlichen war so groß (oder die Tanzlokale so klein), daß für sie in zwei oder drei Gastwirtschaften zum Tanz aufgespielt werden mußte.

Weiter gab es auch Streichmusik (Schrammelmusik), die unter der Leitung von Anton Imgrund stand. Diese Kapelle spielte für die Tanzschule im Kasino und auch zu Tanzveranstaltungen des Gewerbevereins (z. B. Silvester) bei Ivan Tomaskov (Gari).

Zwei Tamburasch-Mandolinen-Kapellen spielten für die bunjewatzische Jugend; eine in der Gastwirtschaft Stipan Tomaskov und die andere in der Gastwirtschaft von Fabian Sibalin.

Unregelmäßig gab es auch Tanz zu kleineren Anlässen (Traubenball) bei Follardt in der Raazagasse (Raizengasse).

Schon in den 20er Jahren spielte in der Gastwirtschaft Ginder (vormals Knipf) unter der Leitung von Franz Bauer (Stoffel Franzvetter) eine Blasmusikkapelle. Diese Musikkapelle wurde später von Anton Klein übernommen und spielte, nachdem die Blasmusikkapelle von Florian Gatti in die Gastwirtschaft

 

Die ,,großen" Buben und Mädchen mit der Blasmusikkapelle ,, Gatti" in der Gastwirtschaft „ Seppi Müller" (30er Jahre)

 

Die Streichmusikkapelle Schwob bei einer Kinderveranstaltung, Ende der 20er Jahre

 

Faschingstanz (1941) in der Gastwirtschaft Sepp Müller mit der Blasmusikkapelle Anton Klein

 

Blaskapelle Gatti bei einer Tanzpause mit schwäbischen Burschen

 

Bei einer Tanzpause mit der Blasmusikkapelle Franz Bauer, Ende der 20er Jahre

 

12.6 Das Kasino

Der Name „Kasino" läßt vermuten, daß es auch früher einen Verein mit diesem Namen gegeben haben muß. Es ist allerdings nicht bekannt, wann dieser gegründet wurde und wer die Gründer waren.

Dieser Verein hatte vermutlich ein unreglementiertes Vereinsleben. Wahrscheinlich traf man sich in den Sommermonaten zum Kegeln und im Winter ZU anderen Gesellschaftsspielen wie Billard oder Kartenspielen.

Die Mitglieder des Bauernvereins waren sicherlich auch zum Teil „Mitglieder" des „Kasinos", so daß die Eigenständigkeit des Vereins nicht mehr hervortrat.

 

Eingang zum Casino mit Anton Locher in der Tür

 

12.7 Gewerbeverein

Wie die Bauern ihren Bauernverein, so hatten die Handwerker und die Handelsleute ihren Gewerbeverein.

Der Gewerbeverein wurde nach dem Ersten Weltkrieg (1925) unter dem Namen Handwerkerkorporation gegründet.

Seine Tätigkeit erstreckte sich auf fachliche und kulturelle Arbeit. So veranstaltete er Laientheateraufführungen, Tanzabende und Bälle.

Die Weihe der Vereinsfahne wurde 1935 mit einem großen Fest gefeiert.

Auffallend war, daß die Handwerker und Geschäftsleute zum Teil schon viel früher als die bäuerliche Bevölkerung städtische modische Kleidung trugen. Die Verschiedenheit der Kleidung im Ort wirkte nicht störend.

Bemerkenswert war auch, daß im Gewerbeverein verhältnismäßig mehr Bunjewatzen vertreten waren als im Bauernverein.

Die führenden Mitglieder des Gewerbevereins waren: Andreas Heffner, Wendelin Schmidt, Jakob Wittmann, Andreas Gatti, György Risko, Jakob Bräutigam, Johann Schmidt, Stipan Vuits, Josef Heringer, Mathias Bischof, Wendelin Heffner, Michael Heringer, Adam Wirth, Luise Mayer, Luka Sibalin, Peter Gatti und Lazos Petrovats.

 

Mitglieder des Gewerbevereins

 

Die Fahne des Gewerbevereins nach der Weihe

 

Mitglieder der Gewerbekorporation (Gewerbeverein)

 

12.8 Jägerverein

Wer den Jägerverein wann gegründet, ist nicht bekannt. Der letzte Vorsitzende war Anton Gatti. Der Jägerverein organisierte nicht nur Treibjagden, sondern auch gesellschaftliche Veranstaltungen, z. B. Jägerbälle und auch Fischessen.

 

Johann Rutterschmidt als Jäger

 

Ergebnis der Treibjagd

 

12.9 Garaer Begräbnisvereine

Der erste Begräbnisverein wurde bereits am 11. März 1888 gegründet und am 21. April 1888 vom Staatssekretär Beniczky des königlich ungarischen Ministerium des Inneren zur Kenntnis genommen. Der zweite Begräbnisverein wurde später gegründet.

Zweck der Begräbnisvereine war, die Mitglieder anständig zu begraben und die Erben zu unterstützen. Bei der Gründung des Vereins wurde mit den „Statuten des ersten Begräbnisvereins zu Gara" das Vereinsleben geregelt. Diese Statuten bekam jedes Mitglied in seinem Vereinsbüchlein, in ungarischer und deutscher Sprache ausgedruckt, ausgehändigt. Darin waren die Vereinsangelegenheiten, das Vereinsvermögen und die Verwaltung geregelt. Genau so regelten die Statuten, was die Trauerfamilie beim Tod eines Mitgliedes zu erwarten hatte.

In diesen Statuten war das Vereinsleben bis ins kleinste reglementiert. So erfuhr man, was beim Eintritt in den Verein (60 kr) zu zahlen war und wieviel laufend als Leichenbeitrag (10 kr beim Tod eines Mitgliedes) zu leisten war. Diese Beiträge haben sich im Laufe der Zeit erhöht.

Der erste Verein hatte 600 Mitglieder.

Der Vereinsvorstand bestand aus dem Präses, Vizepräses, Kassier, Kontrolleur und Schriftführer; letzterer brauchte kein Vereinsmitglied zu sein.

Die Oberaufsicht über die Leitung (Vereinsangelegenheiten, Vermögen und Verwaltung) lag bei dem jährlich zu wählenden Vereinsvorstand. Der

Ausschuß hatte 12 Mitglieder, die ebenfalls jährlich zu wählen waren und bestimmte den jährlichen Gehalt jedes einzelnen Mitgliedes der Vereinsleitung nach dem Vermögenstande des Vereins. Zur rechtsgültigen Beschlußfassung war die Anwesenheit von sechs Mitgliedern erforderlich, außer Präses und Notar (§ 24 d. Satz.).

Die Statuten wurden vom Präses, Andreas Ribovicz, dem Schriftführer, Ludwig Babics, und von zwei Ausschußmitgliedern, Mathias Klenanz und Johann Engardt unterzeichnet.

Der Verein hatte sowohl deutsche als auch bunje-watzische Mitglieder. Jedes Mitglied besaß ein Mitgliedsbüchlein, in dem seine Beiträge beim Tod eines Mitgliedes vermerkt wurden.

Die Geldsammler bekamen bei jedem Sterbefall 4 Gulden für das Einsammeln des Geldes. Die beiden Begräbnisvereine hatten ähnliche Statuten. Die Mitgliederzahl schwankte und sank immer weiter. Gegen Ende 1944 waren nur noch insgesamt 488 Mitglieder in beiden Vereinen.

Jeder Begräbnisverein hatte seinen Totenversorger und einen Totenwagen sowie die zur Aufbahrung notwendigen Einrichtungen. Die Totenversorger waren Josef Rutterschmidt und Stefan Heffner.

 Die Toten wurden in den Häusern aufgebahrt, in denen sie lebten.

Die Beisetzung des Toten begann auch im Haus bzw. bei gutem Wetter im Hof. Von da zog dann der Leichenzug in den Friedhof, wobei der Tote mit dem Leichenwagen gefahren wurde.

 

 

   
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