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21. Györgypuszta

 

21.1 Györgypuszta, Bácsszentgyörgy, Gyurity, Juritsch

Györgypuszta oder ,,Juritsch", wie es von den Garaern genannt wurde, lag etwa 6,6 km südlich vor Gara zwischen dem Kanal ,,Igal" und dem Bach „Kigyos" außerhalb des Überschwemmungsgebietes.

Juritsch begegnet man unter dem Namen Szent-György bereits 1425. Schon 1430 und 1455 gab es den Namen Baracska- Szent-György.

Das Geheimnis, daß der winzige Weiler sechs Jahrhunderte überdauern konnte, liegt darin, daß er verborgen im Überschwemmungsgebiet zwischen Donau und Kigyos liegt. Schon die Handelswege der Römer führten am Rande des Lößrückens hier vorbei, und zwar von Dunaszekcsö über Madaras nach Szeged.

Bereits 1391 zeugt eine Urkunde im Archiv der Grafen Zichy anläßlich eines Eigentumsstreites, daß der Name Mezö-Szentgyörgy eine Rolle gespielt hat.

 Bis 1519 wird der Name Szentgyörgy noch dreimal wegen der dem Heiligen Georg geweihten Kirche erwähnt. Ein gewisses Ansehen gewann der Ort, als die Zehentliste des Komitats Bodrog in den Jahren 1520-22 darauf verwies, daß der dem Kalocsaer Bischof zustehende Zehent für ein größeres Gebiet von dem Pfarrer Cirjek, in der Tenne von Richter Georg Kövér, eingesammelt würde.

1514 wurde auch hier zum Kreuzzug von Bakocz aufgerufen und in der wenige Kilometer entfernten Hájszentlörinzer Propstei mit der Anwerbung begonnen.

Györgypuszta befand sich 1536 im Besitz von Barbara Abaffy, geb. Várday.

1543 zahlte der Ort an den Erzbischof von Kalocsa 8 Gulden Zehent, was für die damalige Zeit nicht wenig war.

Auch Györgypuszta hatte unter der Türkenherrschaft schwer zu leiden. 1580, damals „Gyurgyin" genannt, zählte man imOrt24undlO Jahre später (1590) nur 21 steuerzahlende Häuser. Die schlechte Situation zeigte sich auch darin, daß 1650 ebenfalls (wie 1543) 8 Gulden als Zehent zu zahlen waren.

Während der Türkenzüge wurde Györgypuszta zu einem unbedeutenden Weiler, der aber seine Lebensfähigkeit nicht verlor. Das bezeugt auch das Verhalten von Anton Cothmann, Ratgeber der Kaiserin Maria Theresia, der mit dem Ingenieur Koväcs die verwüstete Batschka durchzog, um die Orte aufzunehmen, in denen wieder Hofkammergüter aufgebaut werden sollten. In dem von ihm aufgestellten Verzeichnis wurde Juritsch als die Vorratskammer von Nagybaracska aufgenommen.

1720 war in Juritsch und in Ridjica/Legin Militär einquartiert.

1742 wird Juritsch als Puszta/Weiler der Gemeinde Baracska angeschlossen. Dies ist auch 1772 ersichtlich. Györgypuszta gehörte von 1742 bis 1939 verwaltungsmäßig zu Baracska. 1939 kam Györgypuszta verwaltungsmäßig zu der näherliegenden Gemeinde Gara.

Eine grundlegende Änderung in der Struktur von Györgypuszta ergab sich, als die Hofkammer ihre Wiesen, die näher zu Baracska als zu Györgypuszta lagen, verkaufte. Darauf versilberten mehrere Baracskaer ihre erstklassigen Flächen in Györgypuszta, um Teile dieser Wiesen kaufen zu können. Gleichzeitig begann eine Rücksiedlung der Madjaren nach Baracska.

Diese Gelegenheit haben die Bewohner der nahegelegenen Orte wahrgenommen, denn sie kauften die frei werdenden Flächen auf. So haben die Deutschen, Madjaren und Bunjewatzen aus den Dörfern Örszállás, Gádor, Körtes, Szentiván, Regöce, Gara, Her-cegszánto und Madaras in Györgypuszta Flächen erworben. Zum Teil bauten sie auf diesen Flächen auch Sallasche auf, wie zum Beispiel einige Garaer.

 Die Bevölkerung von Györgypuszta bestand überwiegend aus Madjaren, die hauptsächlich aus Baracsa stammten. Außerdem siedelten sich aus den umliegenden Dörfern wie Gara, Vaskut, Gádor, Regöce usw. auch Deutsche und Bunjewatzen an.

Die während der Türkenherrschaft angesiedelten Serben nannten den Ort ,,Burici". Ab 1904 wurde es Györgypuszta, und 1947 wurde der mittelalterliche Name Szentgyörgy erneuert und ergänzt zu Bácsszentgyörgy, um es von gleichnamigen Orten zu unterscheiden.

 

21.2 Die Kirchengeschichte

Kaiser Josef II. hatte 1785 im Rahmen eines die Kirchenangelegenheiten ordnenden Erlasses von Baracska einen Zustandsbericht gefordert. Der dortige Pfarrer berichtete, daß zu den 1399 Seelen des Ortes auch der 103 Seelen zählende Weiler Gyurity gehört, welcher 1,5 Stunden entfernt liege. Die Siedlung bestehe aus einer Gastwirtschaft und sieben Häusern.

Wahrscheinlich wurde in dieser Zeit die mit einer Steinmauer umgebene und der Hofkammer gehörende Tscharda (Heideschenke an der Straße Baja — Sombor) errichtet.

1787 hatte der Kaiser das Komitat Bács-Bodrog angewiesen, in Baracska einen Kaplan anzustellen und Gyurity, wenn möglich, in eine andere, näherliegende Kirche einzugliedern. Aber Gyurity ließ sich nicht von Baracska trennen.

Nach einer weiteren Generation war die Lage im wesentlichen noch die gleiche. Pfarrer Emmerich Veg berichtete 1819, daß die Pfarrei Baracska keine Filiale habe, aber die Puszta Gyurity, wo im Winter nur die zur Versorgung der Tiere erforderlichen Leute und verarmte Familien wohnten , gehöre zur Pfarrei.

Die Kirche von Györgypuszta wurde im Jahre 1911 und zu Ehren der Heiligen Maria im Rosenkranz geweiht.

Die Pfarrei besteht seit 1934, bis dahin war Györgypuszta eine Filiale der Nagybaracskaer Pfarrei.

 Daß Györgypuszta/Juritsch die Selbständigkeit anstrebte, läßt sich daraus erkennen, daß Baracska 1892 die Tscharda von der Hofkammer für schulische Zwecke erworben hatte. Der Unterrichtssaal wie die Ausstattung der Schule waren mangelhaft. Der im Schulsaal befindliche Batzofen wurde mit Stroh gefeuert. Die Schule hatte für die Juritscher aber dennoch einen unschätzbaren Wert. Der erste Lehrer war Läszlo Szikägyi.

Eine weitere Errungenschaft sollte der Gemeindefriedhof sein. Die dafür nötigen Flächen wurden bereits am 6. November 1897 von Paul Gyetvai erworben. Bis aber die ersten Menschen dort auch beerdigt werden konnten, mußten die Gläubigen noch lange warten. Das Bistum hatte nach vielen Anmahnungen der Györgypusztaer Bevölkerung dem Pfarramt in Baracska erklärt, daß es mit der Einweihung des Friedhofes einverstanden sei, wenn für den Leichentransport Sorge getragen, ein Kreuz aufgestellt, der Friedhof mit einem Graben umgeben, Bäume gepflanzt und eine Kreuzstiftung gegründet werde.

Der Kreuzstiftungsbrief vom 25. Februar 1905 besagt, daß die Gläubigen von Györgypuszta an die Kasse der Pfarrei von Baracska 48 Kronen einzahlten.

Das 1905 aufgestellte Friedhofskreuz verfaulte und wurde von Anton Müller, einem Einwohner von Györgypuszta, auf seine Kosten erneuert.

Die staatlichen und kirchlichen Matrikelbücher sind 1905 von Baracska nach Legin/Regöce und 1921 nach Gara gekommen. Zahl der Einwohner von Györgypuszta/ Juritsch Jahr Zahl der Einwohner

1870 409
1880 408
1890 477
1900 532
1910 510
1920 524
1930 514
1941 532

 

stehend: Imre Csoka, Georg Tun, Erzsébet Bincki, Margit Pallagi, Jenö Kokány, Gellért Szabo;

sitzend: Maria Kokány, Erzsébet Csoka, Pfarrer Ernö Huszár, Magda Molnár, Boris Pallagi;

Vor dem Pfarrer: Theresia Zirschka

 

21.3   Hauseigentümer (Mieter),  in Gara-Györgypuszta (Juritsch), Stand Ende 1944

Nr. Haus-Nr. Name Nr. Haus-Nr. Name
1. 2 Pallagi György 58. 62 Einwiller Dominik
2. 3 Kubatov Mark 59. 63 Barth Franz
3. 5 Gatti Georg 60. 64/65 Szücs Márton
4. 6 Turi Josef 61. 67 Molnár Joszef
5. 7 Putterer Adam 62. 68 Gemeindehaus/Rathaus
6. 8 Vince Antal 63. 69 Schmidt Stefan
7. 9 Mago Péter 64. 70 Dara István
8. 10 Somogyi Pál 65. 71 Frech Josef
9. 11 Penz Sebastian 66. 72 Rokus Joszef
10. 12 Németh Antal 67. 73 Kubatov István
11. 13 Aladzits Stipan 68. 74 Jagicza Mihály
12. 14 Penz Joszef 69. 75 Korsos János
13. 15 Kaszás Mihály 70. 76 Hernyák István
14. 16 Mojzes Pál 71. 77 Kubatov Ferenc
15. 17a Németh István 72. 79 Bayer Elisabeth
16. 17b Németh Ferenc 73. 80 Illich Johann
17. 18 Kubatov Antal 74. 81 Barna Teréza
18. 19 Gyetvai Ferenc 75. 82 Stigmond Mihály
19. 20 Lakatos Gáspár 76. 83 Barna Imre
20. 21 Csoka István 77. 85 László György
21. 23 Hahn Maria 78. 88 Benyi Pál
22. 24 Kubatov Joszef 79. 89 Király István
23. 25 Knipf Johann 80. 90 Pestalits Vranca
24. 26 Kricskovits Jakove 81. 92 Király Kata
25. 27 Müller Anton 82. 93 Horváth János
26. 28 Vismeg István 83. 94 Sümegi András
27. 29 Schäffer Florian 84. 95 Illich Franz
28. 30 Wolf Stefan 85. 97 Turi Stefan
29. 31 Rettig Wendelin 86. 99 Devits Antal
30. 32 Kokäny Mátyás 87. 100 Karagits Joszef
31. 33 Stein Sebastian 88. 101 Sümegi István
32. 34 Rapits Elek 89. 102 Petike Imre
33. 35 Eifried Josef 90. 103 Barna István
34. 36 Majstrovits Antal 91. 108 Kubatov István
35. 37 Grabovits Antal 92. 119 Merkler Anton
36. 38 Barna Ferenc 93. 120 Kubatov Miklos
37. 39 Karagits Rosa 94. 123 Lehrerwohnung
38. 40 Zirschka Sebastian 95. 124 Kovács János
39. 41 Rapits Stanko 96. 125 Kokäny Ferenc
40. 42 Landgraf Jakob 97. 129 Kubatov István
41. 45 Molnár Pero 98. 129 a Kubatov Lázár
42. 46 Zomborcsevits Ivan 99. 131 Kubatov Andria
43. 47 Pestalits Ferenc 100. 132 Holkovits Márton
44. 48 Pestalits István 101. 133 Szabo Gellért
45. 49 Mojzes János 102. 136 Penz Stefan
46. 51 Dara Imre 103. 137 Heck Anton
47. 52 Uhercsák István 104. 138 Király István
48. 53 Vörös István 105. 139 Zirschka Valentin
49. 54 Slezak Mihály 106. 140 KokányJoszef
50. 55 Illich Johann 107. 141 Miokovits Lajos
51. 56 Vismeg András      
52. 57 Kanya Béla (Die Sallasche der Garaer sind bei Gara erfaßt)
53. 58 Lovrits István      
54. 59 Illich Joszef      
55. 59 a Berberovits Antal      
56. 60 Usleber Vinzens      
57. 61 Mihalovits István      

 

21.4    Die Ortslage von Györgypuszta/Juritsch mit den Hausnummern (Stand Ende 1944)

 

Da  Györgypuszta/Juritsch   erst   1941   verwaltungsmäßig zu Gara kam, wurde auch nur kurz Geschichte und Kirchengeschichte des Weilers behandelt.

Es   folgt   eine   ethnographisch-topographische   Beschreibung des Ortes Gara, Kreis Zombor, Bezirk Baja, von einem unbekannten Verfasser, ohne Datumsangaben.

Stilistisch und orthographisch wurde der Text von mir (St. Keiner) nicht verändert. Änderungen sind nur erfolgt, wenn das Textverständnis dies erforderte.

Jugendgruppe aus Juntschl Györgypuszta mit Pfarrer Ernö Huszár 1937

 

Tanzkurs mit der Tanzlebrerin Dora Joszef (1937/38)

 

 

 

   
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