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Zusammenfassung

 

Das Dorf liegt im Komitat Győr-Moson-Sopron, in der Region Szigetköz, etwa an der Hälfte der Landstraße zwischen Győr und Mosonmagyaróvár. Die Entstehung des Ortes hängt mit der Tatsache zusammen, dass der Gründer der Familie Héderváry, ein gewisser Héder sich in Ungarn niederließ. Der Name des Ortes taucht in den Urkunden im Jahre 1210 zum ersten Mal auf. Trotz der relativ späten urkundlichen Erwähnung steht fest, dass dort schon Jahrhunderte vorher ein Dorf stand. Hédervár ist vielleicht die einzige Siedlung, die immer noch auf der gleichen Stelle steht wie in der Arpadenzeit.

Die Familie Héderváry richtete im 13. Jahrhundert auf dem sog. Zsidódomb (Judenhügel) das Zentrum seines Geschlechtes ein. Der Ort blühte früh auf, die Burg wurde erweitert, in der ersten Hälfte des kommenden Jahrhunderts wurde der Beisetzungsort der Familie, die Kapelle errichtet. In einer Urkunde aus dem Jahre 1443 wird die Siedlung als Marktflecken, als Oppidum erwähnt.

Dieser günstigen Entwicklungsperiode setzten die Türken ein Ende. Die Lage des Ortes wurde dadurch weiter erschwert, dass die Héderváry Familie ein Kredit in Anspruch nahm. Ein Familienmitglied, ein gewisser Lőrinc verließ das Dorf als Banus von Nándorfehérvár während der türkischen Belagerung. Die Familie erkannte die politischen Machtverhältnisse in Westtransdanubien nicht richtig, und stand im Kampf zwischen Ferdinand von Habsburg und Johann Szapolyai an der Seite des späteren Verlierers. Die schlechten Entscheidungen führten dazu, dass sie ihre Güter in der Region Szigetköz verloren haben. Sie gingen an die Familie Bakics.

Der neue Grundbesitzer ließ das alte Zentrum des Familiengutes abtragen. Er wollte die neue Konfession, den Protestantismus mit Gewalt verbreiten. Im Jahre 1529 bedeutete der Feldzug der Türken gegen Wien einen schweren Schlag in der Geschichte des Ortes. Nach dem Rückzug der türkischen Heere wurde Lőrinc Héderváry festgenommen. Er konnte seine Güter erst nach seiner Freilassung im Jahre 1535 mit der Unterstützung des neuen Königs Ferdinand zurückbekommen. Er veranlasste den Neubau des Familiengutes in Hédervár, das Schloss wurde 1578 fertiggestellt.

Den nächsten Schicksalsschlag bedeutete die von 1594 bis 1598 andauernde türkische Besetzung von Győr (Raab). Während der Plünderungen und ständigen Kämpfe wurde die ganze Gegend, so auch Hédervár entvölkert.

Zu einer Wiederbevölkerung kam es erst nach 1600, die Familien Héderváry, Révay und Czobor arbeiteten zusammen daran. Weitere Gefahren für die Bevölkerung stellten weiterhin die Plünderungen der Heiducken, der Österreicher und der erneute Feldzug der Türken gegen Wien dar. Darüber hinaus wüteten die Epidemien und die Überschwemmungen der Donau im Ort. Die Lage wurde durch die mit Gewalt durchgeführte Gegenreformation weiter erschwert. 1643 ließ István Héderváry die Burg weiter befestigen. Der Palatin erteilte 1658 wieder das Privileg eines Oppidums.

Nach dem Aussterben der männlichen Abstammungslinie ging das Gut durch Katalin Héderváry an die Familie Viczay.

Das 18. Jahrhundert bedeutete den Neuanfang im Leben des Ortes. Die Burg wurde zu einem Schloss umgebaut, es entstand ein schöner Park in der Umgebung. Die landwirtschaftlich bearbeitete Fläche nahm auch zu. Die Grafen kauften die Felder der Kleinbesitzer nach und nach auf. Die Einwohnerzahl wurde auch größer. Aus dem Jahre 1720 gibt es eine geschätzte Zahl von 415 Einwohnern. Bei der ersten offiziellen Volkszählung (1786) wurden 777 Personen registriert. Im gleichen Jahr wurde die Feuerwehr organisiert, ein Spital existierte schon seit 1681, der Kindergarten seit 1838. Die erste Erwähnung des Schulmeisters im Ort stammt aus dem Jahre 1556.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts,besonders im Feldzug der Franzosen wurde vieles requiriert. Während der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848-49 dienten viele Einwohner als Soldaten. Nach der Niederlage der Revolution wurden sie in der sog. Bach-Ära von der Regime durchgehend beobachtet. Lajos Kossuth bat Károly Viczay in einem Brief, seine berühmte Waffensammlung für revolutionäre Zwecke zur Verfügung zu stellen. Sie wurde jedoch schon im Oktober 1848 von den Truppen des kroatischen Banus Jellasics beschlagnahmt.

Den größten Wandel im Leben des Ortes stellte die Leibeigenenbefreiung dar, die Leibeigen wurden zu Bauern, die Beisassen zu Tagearbeitern. In den 1870er Jahren wurden die alten Zünfte der Fischer, Müller und Weber zu Industrievereinen umstrukturiert.

Der größte Besitzer des Dorfes war weiterhin die Familie Viczay. 1873 folgte jedoch der Erbe der Familie, ein gewissser Károly Khuen-Héderváry. Der größte Teil der Kunstsammlung der Familie Viczay wurde im Brand des Jahres 1875 vernichtet. Was geblieben ist, hatte dann in den Weltkriegen zu leiden. Nur ein Bruchteil der Samlung kam in die Museen von Győr (Raab) und Mosonmagyaróvár, die Bücher wurden in der Bibliothek des Bistums von Győr untergebracht.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrrhunderts verlor Hédervár den Rang als Oppidum, es hatte nicht einmal einen Notar und gehörte zur Kreisnotariat in Ásványráró.

1889 wurde die freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen, 1912 wurde ein Verein der Bauern, 1925 das Jugendverein, dann 1930 das bürgerliche Schützenverein (1930) gegründet. Das neue politische System nach dem zweiten Weltkrieg löste diese Organisationen auf, 1948 gab es nur noch zwei Vereine im Ort.

Wegen der Bodenreform von 1945 verloren die Grafen ihre Güter, obwohl sie ihre Felder nicht mehr selbst bewirtschafteten. Seit 1929 pachtete die sog. Deutsch-ungarische Landwirtschaftliche AG das Allodium. 1947 wurde im Schloss eine Volksschule eingerichtet, in der die Kinder aus den umliegenden Dörfern und Allodialzentren lernen und wohnen konnten. Die Grundschule des Dorfes wurde auch im Schloss beherbergt.

Schon 1949 wurde die Landesproduktionsgenossenschaft organisiert. In den 1970er Jahren hatten sechs Dörfer zusammen eine große LPG. Die heutigen Unternehmen und Unternehmer setzen sich zum Ziel, neben den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bevölkerung auch die des immer wachsenden Fremdenverkehrs zu befriedigen. In anderen Wirtschaftszweigen hatte man nur provisorisch erfolgreiche Unternehmen. Die LPG Ferenc Rózsa arbeitet dagegen bis heute.

Das rege Leben der Vereine begann mit der Gründung des Freundeskreises von Hédervár im Jahre 1989 neu. Die Zielsetzung des Vereins ist die Pflege und Bewahrung der historischen und Kunstdenkmäler des Ortes. Die Bürgerwache hilft die Ordnung im Dorf aufrechtzuerhalten. Es gibt zwei Stiftungen, die eine arbeitet für die Kirche, die andere für die Kirchen der Siedlung.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Hédervár zwei Ortskerne. Im östlichen Zentrum liegt der historische Friedhof und die mittelalterliche Kapelle. Das westliche ist der Platz vor dem im 16. Jahrhundert erbauten Renaissance-Schloss.

Das heutige Ortsbild ist mit seinen drei schönen Plätzen sehr besucherfreundlich. Die neuen Familienhäuser gliedern sich in die Reihe der vielen Baudenkmäler, Parkanlagen, Alleen und der schönen gepflegten Straßen.

Das wichtigste Baudenkmal ist bis heute das Grafenschloss mit seinem schönen Park. Seit 1983 ist es ein Künstlerhaus, im Besitz einer Stiftung für bildende Künste. Hédervár ist eine der ältesten Siedlungen der Region Szigetköz und hat bis heute die meisten historischen und künstlerischen Denkmäler. Die Familie Héderváry hinterließ viele bewunderswerte Bauten, die mit dem schönen Ortsbild von Hédervár eine Einheit bilden.

 

 

   
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