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JOSEF BANNER

DEUTSCHE PERSONENNAMEN IN ELEK

 

In der vorliegenden Arbeit möchten wir das Material der Personennamen der deutschen Stammeinwohner der Gemeinde Elek (Komitat Bekesch/Békés) aus der Zeit zwischen 1734 und 1945 analysieren. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, wir sind bestrebt so viele Angaben und Belege zu bringen, daß sie in den einzelnen Teilabschnitten eine ausreichende Grundlage zur Verallgemeinerung bieten. So sind die Untersuchungen größenteils geschichtlichen Charakters, was aber im Falle einer Gemeinschaft, die 1944 in ihrem traditionellen, charakteristischen Rahmen zuletzt gemeinsam lebte zweckentsprechend erschien: 1944-45 zwangen die Kriegsereignisse (Zwangsassantierungen, Arbeitsdienst) mehrere tausend Eleker, ihren Heimatort zu verlassen. Später, bei der Aussiedlung im Jahre 1946 wurde aus dem bisher homogenen deutschen Dorf - unter besonderer Berücksichtigung des Innengebietes der Gemeinde - ein Dorf mit verschiedenen Nationalitäten, und so gerieten die Deutschen in die Minderheit. Die Belege der untersuchten zwei Jahrzehnte aus dem 20. Jahrhundert weisen natürlich auch auf die Gegenwart hin, da als Quelle stets nur die Taufmatrikeln aus dem Archiv des Eleker römisch-katholischen Pfarramtes dienten (die Eleker Deutschen sind ausnahmslos katholisch). Auch das Kapitel, das sich mit der typischen Änderung des Namengebrauchs nach 1945, mit der Magya-risierung der Namen beschäftigt, hat mit der Gegenwart zu tun. Die zeitliche Untersuchung des Namenmaterials wurde durch die Tatsache bestimmt, daß erst seit 1734, seit dem Selbständigwerden des Eleker Pfarramtes genaue und immer sorgfältiger geführte Matrikeln über die Eleker vorliegen. Wir beschäftigen uns an erster Stelle mit der Namengebung, mit der aktiven Äußerungsform des allgemeinen Geschmacks, des geistigen Porträts einer Gemeinschaft (Taufnamen,1 Spitznamen, Namensänderungen), aber zur Vervollständigung des untersuchten Materials, nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt der Häufigkeit der vorkommenden Namen, dürfte es von Interesse sein, wenn die von den subjektiven Faktoren unabhängigen, von Anfang an gegebenen Familiennamen in entsprechendem Maße untersucht werden. Die Familien- und Taufnamen werden in der heutigen Orthographie bzw. in jener Form gebracht, die in den Kirchenmatrikeln seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts üblich und nach 1895 auch in den standesamtlichen Matrikeln festgelegt wurde. Das bedeutet, daß die Schreibweise der Mehrheit der Familiennamen sich entsprechend der deutschen Rechtschreibung ändert, die Taufnamen hingegen in allen möglichen Fällen mit ihren ungarischen Äquivalenten erscheinen. Die Kirchenmatrikeln wurden bis zum 1. August 1836 lateinisch geführt - mit unbeständiger deutscher Orthographie geschriebenen Familiennamen und mit lateinischen Taufnamen -, seit dem 1. September 1836 bis zum 31. Dezember 1850 ungarisch, vom 1. Januar 1851 bis zum 31. Dezember 1865 wieder lateinisch, dann aber vom 1. Januar 1866 an bis zum heutigen Tag ungarisch. Die Eleker selbst aber gebrauchten, wenn sie sich in ihrer Muttersprache äußerten, beide Elemente ihrer Personennamen in Wort und Schrift gleichermaßen in deutscher Form. (Auf die sprachlichen Fragen des Namengebrauchs kommen wir später noch zurück.)

Was die Gemeinde Elek und ihre Geschichte betrifft, werden nur jene Belege erwähnt, die vom Gesichtspunkt des Themas unserer Arbeit als wichtig erscheinen. Die Gemeinde, die im Mittelalter zum Komitat Zaránd, vom 20. Jahrhundert an zum Komitat Arad gehörte, liegt gegenwärtig im süd-östlichsten Zipfel des Komitates Bekesch/Békés. Die Zahl ihrer Einwohner beträgt 7300. Der Zusammensetzung der Einwohnerschaft gemäß kann man drei Etappen ihrer Geschichte unterscheiden: 1. Das mittelalterliche Elek, das nach der Einnahme von Jula/Gyula (1566) vernichtet wurde. 2. Das Harruckernsche Elek. Zum Aufleben des vernichteten mittelalterlichen Dorfes wurden im Laufe der Privatansiedlungen von Johann Georg Harruckern 1724 und 1744 fränkische Siedler in zwei Etappen hier angesiedelt. Sie gründeten die auch heute bestehende Gemeinde.2 3. Das Dorf von vier Nationalitäten. Nach der Aussiedlung 1946 kamen anstelle der ungefähr 4000 ausgesiedelten Deutschen ungarische, rumänische und slowakische Siedler. Was die Zeit nach der Aussiedlung der Deutschen und dem Einzug der neuen Einwohner betrifft, so kann man verhältnismäßig genau feststellen, daß von der deutschen Ureinwohnerschaft etwa 300 Familien in Elek verblieben sind, und obgleich sie sich in der Minderheit befinden, ihre Zahl und Rolle im Leben der Gemeinde auch jetzt von Bedeutung ist.

Infolge der Pestepidemie von 1724 und 1739 ist eine zweite Kolonisation (1744) notwendig geworden. Es kamen etwa 110 Familien nach Elek, hauptsächlich aus Bayern, größtenteils aus dem gleichen Gebiet, aus den südlich von Würzburg liegenden Dörfern. Zur Zeit der Pestepidemie starben in Elek zwischen Mai und Oktober 1739 148 Menschen; die Namen von 28 Familen verschwanden völlig. Infolge des natürlichen Bevölkerungszuwachses und der neuen Ansiedler nahm die Einwohnerzahl und allmählich auch der materielle Wohlstand der Einwohner rasch zu. Laut Zehntregister von 1771 gab es im Dorf 256 Pferde und 516 Kühe; diese gehörten 96 Familen und zwar in verhältnismäßig gleicher Aufteilung, wenn wir in Betracht ziehen, daß der reichste Mann, Heinrich Hammer 6 Pferde und 13 Kühe besaß und nur drei Familien erwähnt worden sind, die keine Rinder hielten. 1825 beträgt die Zahl der Familien schon 365, davon hielten 20 Familen je einen Knecht und je eine Dienstmagd.

Das Ortsnamenverzeichnis von E. FÉNYES,3 das die Lage der zweiten Hälfte der 1840er Jahre widerspiegelt, schreibt über Elek unter anderem: „Elek .. . mit 382 Häusern und 3090 Einwohnern; sie sind mit Ausnahme weniger rumänischer Knechte und besitzloser Kleinhäusler Deutsche, römisch-katholischer Konfession . .. Die Felder sind aus schwarzer, sandgemischter Erde; es wird vor allem reiner Weizen angebaut. Auf den Brachfeldern gedeiht Mais. Die Rinderzucht blüht, weniger die Schafzucht. Die Weiden liegen jedoch nicht auf dem Gemeindehotter, sondern auf den gepachteten benachbarten Pußtagebieten. Die Einwohner von Elek sind durchschnittlich sehr wohlhabende und unermüdlich arbeitende Menschen." Mit Hilfe der modernen Agrotechnik (z. B. der systematischen Düngung), der Intensivtierzucht und der Schweinemast bereicherte sich die ganze Gemeinde am Ende des vergangenen Jahrhunderts weiter und obgleich die materiellen Unterschiede immer krasser wurden, dauert dieser Prozeß auch in unserem Jahrhundert weiter an. Zur Zeit der Jahrhundertwende gibt es neben den großen und mittleren Bauern natürlich auch ziemlich viele deutsche Agrarproletarier.

Das an Bevölkerungszahl zugenommene und so an Bodenmangel leidende Elek ließ im 19. Jahrhundert zwei größere Gruppen weiterziehen: 1840 zogen 80 Familien nach Almás (Komitat Arad) und gründeten die Gemeinde Almáskamarás. In den 1860er Jahren übersiedelten mehrere Familien in die benachbarte Gemeinde Ottlaka (das heutige rumänische Dorf Granica) und gründeten dort ein selbständiges Wohnviertel.

Von 1724 bis 1734 war Elek eine Filiale des Julaer Pfarramtes. Über die ersten Ansiedler liegen deshalb keine genauen Angaben vor, weil die damaligen Martikeln des Julaer Pfarramtes verschollen sind. Ab 1734 gehörten mehrere Filialen zum Eleker Pfarramt: Szentmárton bis 1749, Kisjeno, Nadab, Erdőhegy, Miske, Székudvar, Nagyzerind bis 1778 und auch später noch einige Gemeinden und Aussiedlerhöfe aus den Komitaten Arad und Bekesch (Ottlaka, Kétegyháza, Almáskamarás, Nagykamarás, Medgyes usw.). Bei der einreihenden Zusammenstellung der Personennamen mußte man diesem Umstand Aufmerksamkeit schenken, da auch die Gläubigen der Filialen im Eleker Pfarramt matrikuliert wurden, und so mußte ich diese von den Elekern gesondert behandeln. Nur in einem einzigen Fall wurde eine Ausnahme gemacht: die zwischen 1840 und 1860 in Elek matrikulierten Deutschen wurden zu den Elekern gerechnet, da die Überlieferungen der unlängst gegründeten Gemeinde, so auch die Namengebung, anfangs sich nicht von denen der in Elek verbliebenen unterschieden.

 

Familiennamen

Bis zum 15. Mai 1744,4 zur zweiten Ansiedlung von 60 Familien in Elek, kamen laut Zusammenstellung aller Matrikelangaben 62 Familiennamen vor. Die tatsächliche Zahl der Familiennamen konnte nur um ein geringes höher gewesen sein, denn es ist höchstwahrscheinlich, daß wahrend der ersten zehn Jahre, also bis 1734 höchstens 1-2 Familien ausstarben und in den nächsten zehn Jahren aber zu irgendwelchen Gelegenheiten (Geburt, Ehe, Tod) Matrikeleintragungen von fast allen Trägern der Familiennamen vorgenommen worden sind. Von diesen kommen folgende Namen in den Taufmatrikeln mehrere Jahre hindurch, aber mindestens bis Ende des 18. Jahrhunderts (die hervorgehobenen Namen bis zum 20. Jahrhundert) vor: Adam, Alter, Bayer, Binder, Braun, Durst, Eisenbeil, Engelhardt, Faulhaber, Fröhner, Geisel, Hack, Hammer, Hanecker, Heffner, Hoffmann, Jäger, Lang, Krausz, Lehmayer, Mittnacht, Müller, Pfanzer, Ruck, Schmidt, Schneider, Singer, Strifler, Stumpf, Strum, Szilberreisz, Tagleber, Weber, Wittmann, Zellner, Zielbauer.

Von 1774 an wird das Register durch Namen bereichert, die durch mehrere Generationen leben (die Hervorhebung zeigt auch hier die sich bis zum 20. Jahrhundert erhaltenen Namen): Ackermann, Albert, Bambach, Bauer, Brandt, Emenet, Gall, Harrasz, Hauck, Heen, Heilinger, Heim, Jung, Klemm, Mahler, Müllek, Niedermayer, Post, Schlesinger, Schreyer, Seeberger, Steigerwald, Tremmel, Walthier, Zeitler.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, im letzten Drittel, tauchen neuere Familiennamen auf, die größenteils bis in unsere Tage hinein erhalten geblieben sind: Ament, Baumann, Bender, Bloch, Butzig, Dispán, Fackelmann, Förster, Hillinger, Hirth, Japport, Kiefer, Krader, Leist, Metz, Rosenacker, Schimpl, Siebert, Stadler, Stapf, Wirsching.

Charakteristisch werdene Eleker Namen tauchen zum letzten Mal in größerer Zahl an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, bzw. in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auf: Biluska, Biroga, Bogár, Dittmann, Dunai, Gábor, Groh, Kaupert, Kittler, Kneller, Oláh, Rapport, Schinagel, Schnetter, Schön, Schiffert, Spitzer, Täubert, Thör, Tisch, Unterrecker, Waschik, Wiltz.

Häufigkeit der Familiennamen

Tabelle 1

  1881-90 1905-14 1935-44 Insgesamt Prozentsatz aller
Eintragungen
wahrend der
drei Jahrzehnte
1. Strifler 141 133 71 345 6,3
Ruck 119 115 62 296 5,4
Niedermayer 92 109 55 256 4,6
Braun 96 101 44 241 4,4
5. Wittmann 95 101 31 227 4,1
Mahler 57 89 49 195 3,5
Brandt 53 66 34 153 2,8
Zielbauer 60 61 23 144 2,6
Post 46 61 32 139 2,5
10. Hoffmann 35 63 24 122 2,2
Klemm 59 38 25 122 2,2
Reisz 54 47 17 118 2,1
Bender 39 45 32 116 2,1
Tremmel 54 38 17 109 2,0
15. Ament 46 38 22 106 1,9
Bauer 54 35 12 101 1,8
Engelhardt 28 46 27 101 1,8
Hack 30 43 27 100 1,8
Singer 32 33 22 87 1,6
20. Zellner 39 26 21 86 1,6
Jager 32 42 11 85 1,5
Stumpf 34 24 23 81 1,5
Hammer 23 31 19 73 1,3
Schneider 32 20 15 67 1,2
25. Schimpl 27 27 12 66 1,2
Durst 16 24 25 65 1,2
Leist 27 25 11 63 1,2
Schreyer 27 22 12 61 1,1
Geisel 20 29 8 57 1,0
30. Walthier 36 13 7 56 1,0
Zeitler 15 27 13 55 1,0

Den Angaben der Matrikelaufzeichnungen gemäß festigte sich nach der zweiten Ansiedlung von Deutschen während des folgenden Jahrhunderts die Einwohnerschaft der Gemeinde, es kann sogar noch festgestellt werden, daß im Falle der bäuerlichen Einwohner dies schon früher, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte, waren ja die Ankömmlinge aus dem 19. Jahrhundert größtenteils Handwerker oder von anderen bürgerlichen Beschaftigungen. Im Ablauf einiger Geneiationen gleicht sich diese Schicht - hauptsächlich durch Eheschließungen - in Sprache und Bräuchen der die überwiegende Mehrheit bildenden Einwohnerschaft an, und so kann Elek vom ethnographischen Standpunkt aus bis 1945 als eine völlig geschlossene, homogene Einheit betrachtet werden. Das zeigen auch die charakteristischen Beziehungen der im 19. und 20. Jahrhundert angekommenen Neusiedler, unabhängig davon, ob sie Deutsche waren oder nicht wurden sie mit der pejorativen Benennung Hergelofene (Hergelaufene) bezeichnet.

Die Häufigkeit der einzelnen Familiennamen am Ende des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt nachstehende Tabelle, auf der in der Taufmatrikel die (während drei Jahrzehnten mehr als 50 Mal registrierten) häufigsten 31 Namen vorkommen.

Die häufigsten 31 Familiennamen trugen in der neuesten Zeit annähernd ein Dreiviertel der Täuflinge; der Rest von etwa 70 Familiennamen, die als Eleker qualifiziert werden können, sind kaum mehr als einem Viertel der Neugeborenen in der untersuchten Periode zuzuschreiben. Die am häufigsten vorkommenden Familiennamen stammen alle aus dem 18. Jahrhundert, etwa die Hälfte der Namen jedoch stammt aus der Zeit der ersten Ansiedlung.

 

Taufnamen

Die Taufnamen werden ab 1734 in Zeiteinheiten von je zehn Jahren untersucht. Die sieben Jahrzehnte zwischen 1734 und 1805 sind in ihrer Vollständigkeit aufgearbeitet. Aus dem 19. Jahrhundert wurden drei Jahrzehnte herausgenommen, und zwar eines vom Anfang der Jahrhunderts (1805-1814), eines etwa aus der Mitte des Jahrhunderts (1841-1850) und eines aus dem letzten Drittel (1881-1890). Aus dem 19. Jahrhundert werden zwei Jahrzehnte überprüft: das eine zwischen 1905 und 1914 und das andere zwischen 1935 und 1944. Diese Zeitabschnitte sind so ausgewählt, daß sie einerseits den im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben des Dorfes erfolgten Wendepunkten folgen (Urbarialregelung, intensive Warenproduktion, steigende Verbürgerlichung usw.), andererseits daß sie zu gleicher Zeit in der Namengebung eindeutig auf die Tendenzen der inzwischen laufenden längeren Zeitabschnitte hinweisen. Die folgenden zwei Übersichtstabellen (2a und 2b) enthalten einige charakteristische Angaben über das Männer- und Frauennamenmaterial der untersuchten zwölf Jahrzehnte. Das Wort Namenvariation bezeichnet hier und auch im folgenden alle vorkommenden Variationen der Namengebung, außer den aus einem Wortglied bestehenden Taufnamen auch die Taufnamen, die zwei und drei Namen umfassen. (Z. B. Johann, Johann Georg, Georg Johann und Johann Josef sind vier verschiedene Variationen.5)

 

Die gemeinsame Charakteristik unserer sich auf beide Geschlechter beziehenden Angaben besteht in dem stufenweisen Rückgang der Zahl der Namenvariationen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, später aber in ihrem Zunehmen bis in die 40er Jahre unseres Jahrhunderts, so daß die Zahl der Namenvariationen bis 1944 beinahe das Doppelte des an sonsten auch nicht kärglichen Materials von Anfang des 18. Jahrhunderts sein wird. Wenn auch nicht in dieser Größenordnung, so zeichnet sich trotzdem eine ähnliche Entwicklungslinie im Gebrauch der ersten Namen ab. Im großen und ganzen läuft die Entwicklung der Zahl derjenigen, die zwei oder drei Taufnamen führen parallel mit dem Unterschied, daß der Anteil der aus mehreren Teilen bestehenden Taufnamen auch dann klein bleibt, wenn die Zahl der ersten Namen bereits stufenweise ansteigt, und erst zwischen den beiden Weltkriegen, besonders aber in den 1940er Jahren nehmen sie sprunghaft zu.

Die zwei- oder dreiteiligen Namen zwischen 1941 und 1944 werden separat untersucht: ihr Anteil aus diesen vier Jahren beträgt im Falle der eingetragenen Jungen 51%, im Falle der Mädchen 61%, erreicht also bei den Jungen und überschreitet bei den Mädchen weit die hohe Zahl vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Zur Erklärung der Zahlenangaben der Doppelnamen gehört, daß sich unter ihnen drei Variationen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als typisch und beständig erwiesen: Johann Georg bzw. Anna Maria und Maria Anna. Diese Namen bestehen auf Grund der Matrikeleintragungen ohne Zweifel aus zwei Teilen, aber infolge ihres häufigen Erscheinens nebeneinander wurden sie im Bewußtsein der Gemeinschaft zu einem Namen.6 Infolgedessen sind sie auch zu Zeiten noch ziemlich häufig, in denen sonstige Doppelnamen kaum mehr anzutreffen sind. So liegt der Anteil der männlichen Doppelnamen zwischen 1775 und 1774 bei Johann Georg 35%, zwischen 1785 und 1794 50%, zwischen 1795 und 1804 aber 80%. In den gleichen Jahrzehnten beträgt der Anteil der beiden weiblichen Doppelnamen Anna Maria und Maria Anna 70, 95, 99%, zwischen 1841 und 1850 jedoch werden von den 27 Doppelnamen 25 Anna Maria und nur zwei sonstige gebraucht. Demzufolge gehen die Doppelnamen von der Mitte des 18. Jahrhunderts wesentlich mehr zurück als es die Zahlenangaben der Tabellen zeigen.

Die Zahl der dreiteiligen Namen ist bis zum 20. Jahrhundert unbedeutend. Im 18. Jahrhundert finden wir insgesamt 6 solche Namen (5 Variationen von Männer-und 1 von Frauennamen, die ersten zwei Teile der erwähnten Männernamen bestehen aus Johann Georg, in den untersuchten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts haben bei den Männernamen 4 bzw. 2 (drei die Form Kaspar, Melchior, Balthasar, das ist der Name der in der Liturgie an einem Tag gefeierten und so auf eine eigenartige Weise in eine Einheit gefaßten drei Evangelium-Könige). In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts erhöht sich zusammen mit der Zahl der Doppelnamen auch die der dreiteiligen Namen, ihre Zahl ist aber nicht bedeutend: 9 Männer - und 19 Frauennamen in abwechslungsreichen Zusammensetzungen. Es kommt sogar auch ein vierteiliger Frauenname vor.

In den 1940er Jahren ist nicht nur das zahlenmäßige Übertreffen der aus mehreren Teilen bestehenden Frauennamen den Männernamen gegenüber auffallend, sondern auch das Zunehmen der Frauennamen im allgemeinen: früher war nämlich die Zahl der Frauennamenvariationen bzw. der Namen durchwegs kleiner als die der Männernamen. Die Häufigkeit der in den untersuchten Zeitabschnitten vorkommenden Namen wird in den nachstehenden Tabellen gezeigt. In ihren ersten Spalten bringen wir die aus den einzelnen Jahrhunderten hervorgehobenen Namen addiert in der abnehmenden Folge ihres Prozentsatzes, dann detaillieren wir in der so gestalteten Folge der Namen auch ihren Prozentsatz in den einzelnen Jahrzehnten. Aus jenen Zeitepochen, in denen die Zahl der mehrgliedrigen Taufnamen bedeutend oder die Änderung ihres Vorkommens beachtenswert ist, stellen wir auch die Angaben der häufigsten zweiten Namen dar. Um in den Tabellen die erforderliche Anzahl der Namen aufnehmen zu können, legten wir die untere Grenze des häufigsten Begriffes ziemlich niedrig fest: wir nahmen alle jene Namen auf, die in irgendeinem Jahrzehnt mindestens von 0,5 Prozent der Täuflinge getragen wurden. Der Pozentzahl-Endbetrag am Fuße der Tabellen zeigt gut, daß die Tabellen die überwiegende Mehrheit der Täuflinge umfassen.

Die Angaben des ersten analysierten Jahrzehnts (1734-1744) widerspiegeln vermutlich noch jene Namengebungsbräuche, die von den ersten Siedlern aus ihrer fränkischen Urheimat mitgebracht wurden. Von den Männernamen fällt in dieser Zeit auf Johann eine bedeutend hohe Zahl, es ist aber beachtenswert, daß dieser als alleinstehender Taufname nur achtmal (19 Prozent der Fälle) vorkommt, in 34 Fällen finden wir ihn als ersten Namen mit anderen Namen gekoppelt und in ziemlich unterschiedlichen Kombinationen. Unter Berücksichtigung des hohen Prozentsatzes der doppelten Namenvariationen können wir feststellen, daß sich die Männernamen anfangs relativ gleichmäßig verteilten: nur die Form Johann und ihre Variante Johann Georg, sowie Georg nähern sich dem 10 prozentigen Vorkommensverhältnis (insgesamt 23 Prozent), die restlichen 60 Namenvariationen machen in der sich von 1-3% erstreckenden Quote das Gesamtbild der Männernamen ziemlich abwechslungsreich.

Tabelle 3

Die häufigsten Männernamen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts im Prozentsatz sämtlicher Täuflinge

A) Erste Taufnamen

  1734-1804 1734-1744 1745-1754 1755-1764 1765-1774 1775-1784 1785-1794 1795-1804
1. Johann 23,3 41,1 32,9 27,9 22,0 21,3 19,0 17,6
Josef 17,8 5,0 12,1 13,9 22,6 17,8 22,8 21,1
Anton 9,1 1,8 3,4 3,3 5,3 12,0 13,2 13,0
Georg 5,5 9,0 6,9 6,5 3,6 6,9 4,4 4,1
5. Michael 5,3 - 3,4 - 2,4 6,6 8,4 7,6
Andreas 5,2 3,0 5,8 5,5 9,5 6,9 2,3 4,9
Franz 4,0 2,0 2,9 4,1 1,2 3,1 6,7 4,4
Adam 3,5 1,0 1,7 5,7 2,4 2,3 2,3 7,6
Kaspar 1,9 1,0 0,5 0,8 3,6 0,8 2,3 3,1
10. Jakob 1,8 - 1,1 3,3 1,8 1,5 2,3 1,9
Ignaz 1,6 2,0 2,9 0,8 0,6 2,7 1,6 0,9
Peter 1,3 1,0 _ - 3,6 2,7 0,3 1,2
Balthasar 1,2 - 1,1 2,4 1,2 0,3 1,3 1,9
Martin 1,2 2,0 1,1 - 1,2 1,5 0,7 1,9
15. Laurenz 1,1 - 2,9 - 1,8 1,1 1,3 0,3
Sebastian 1,1 3,0 1,1 0,8 - 1,9 1,6 -
Mathias 1,0 _ 0,5 0,8 2,4 1,1 1,0 0,9
Stephan 0,9 - 0,5 1,6 2,4 0,3 0,7 0,9
Philipp 0,7 1,0 1,1 2,4 - 0,8 0,3 0,6
20. Nikolaus 0,7 1,0 2,1 1,6 0,6 0,4 0,3 0,3
Florian 0,6 - _ _ _ 1,5 0,7 0,9
Bartholomaus 0,5 - - 0,8 0,6 0,8 0,3 0,9
Gottfried 0,5 1,0 - 1,6 - - 1,0 0,6
Simeon 0,5 2,0 0,6 - - 0,4 0,3 0,6
Benedikt 0,5 1,0 0,6 0,8 - 0,8 0,3 0,3
  90,8 77,1 85,2 84,2 85,8 95,5 95,4 97,5

 

B) Zweite Taufnamen

  1734-1804 1734-1744 1745-1754 1755-1764 1765-1774 1775-1784 1785-1794 1795-1804
1. Georg 5,0 11,7 11,0 9,1 6,5 4,2 1,3 1,2
Adam 2,3 7,0 7,0 3,3 1,2 2,3 1,0 -
Michael 1,7 5,0 5,0 1,6 1,2 2,3 -
Josef 0,6 3,0 1,1 0,8 1,2 0,7 - -
5. Peter 0,6 2,0 2,3 - 0,6 0,3 - -
Anton 0,5 3,0 0,6 0,8 - 0,7 - -
Johann 0,4 3,0 0,6 0,8 - - 0,3 -
Kaspar 0,3 - 0,1 - 0,6 0,3 - -
Leonhard 0,3 2,0 1,1 _ - - - -
10. Martin 0,3 2,0 0,6 0,8 -

In Verbindung mit den zwei Frauennamen Maria und Anna, die eine auffallend hohe Prozentzahl aufweisen, ist es bemerkenswert, daß sie als selbständige Namen selten vorkommen, und zwar nicht nur in dem ersten untersuchten Jahrzehnt, sondern im ganzen 18. Jahrhundert. Zwischen 1734 und 1744 kommt Anna alleinstehend insgesamt nur einmal, Maria insgesamt viermal vor (1 bzw. 4 Prozent) und dieses Verhältnis erhöht sich bis 1795 nicht, wo Anna zum selbständigen Namen wird. Der Name Maria kommt auch später nicht zur führenden Rolle, von 1734 bis 1744 erscheint der Name Anna meistens mit Maria als zweiten Namen zusammen, was 10 Prozent sämtlicher Namen ausmacht. Da die Form Anna Maria zahlenmässig die größte Namenvariante des Zeitabschnittes ist, können wir die doppelten Namenvarianten am Anfang des XVIII. Jahrhunderts berücksichtigend, auch die Teilung der Frauennamen als ziemlich gleichmäßig ansehen, obgleich das häufige Vorkommen des Namens Maria als zweiter Name eine gewisse Monotonie zur Folge hatte.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts treten einige bedeutende Änderungen in der Namengebung auf. Darunter ist das sprunghafte Anwachsen des Namens Josef auffallend, was im Europa des 18. Jahrhunderts eine allgemeine Erscheinung ist.7 Einen verhaltnismäßig bedeutenden Vorstoß zeigen die Namen Anton und Adam, von den Frauennamen aber Therese, Rosalie und Magdalena. Die Verbreitung des Namens Michael ist in Elek eine dem 18. Jahrhundert eigentümliche Erscheinung: anfangs kommt er nur als zweiter Name häufiger vor, aber vom letzten Drittel des

Tabele 4

Die häufigsten Frauennamen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts im Prozentsatz sämtlicher Täuflinge

A) Erste Taufnamen

  1734-1804 1734-1744 1745-1754 1755-1764 1775-1774 1775-1784 1785-1794 1795-1804
1. Maria 20,5 22,0 25,7 27,5 22,1 12,8 5,3 6,9
Anna 13,6 22,5 23,7 16,8 12,5 11,1 11,3 18,0
Theresie 8,0 3,2 - 0,7 2,8 5,9 14,6 16,5
Katharina 7,4 3,2 4,7 7,3 13,7 5,9 8,0 7,2
5. Elisabeth 6,3 7,5 8,1 8,0 5,1 7,6 3,6 6,9
Barbara 6,0 - 0,7 6,6 5,1 11,1 9,9 4,4
Rosalie 5,8 1,0 0,7 2,9 6,2 11,1 7,0 5,8
Eva 5,4 4,3 8,9 3,7 1,7 4,7 6,6 6,4
Margarete 5,2 5,3 9,0 8,7 5,1 4,7 5,6 2,2
10  Veronika 3,0 - - 0,7 5,1 3,4 3,3 4,2
Magdalena 2,9 1,0 1,3 1,4 1,1 2,5 2,6 5,8
Julianna 2,5 2,1 _ 1,4 3,4 2,5 3,3 2,8
Agnes 2,0 2,1 - 2,2 - 2,1 2,6 3,3
Apollónia 1,6 3,2 - - 2,8 2,5 2,0 1,1
15. Susanna 1,6 - 4,7 2,9 1,1 2,1 1,3 0,5
Regina 1,2 1,0 0,7 1,4 0,5 2,1 2,0 -
Dorothea 1,1 1,0 2,7 2,2 1,1 0,8 1,0 0,5
Christine 1,0 3,2 2,0 - - 0,4 1,6 0,5
Brigitte 0,9 - - - 1,7 0,8 1,0 1,3
20. Franziska 0,8 1,0 _ _ _ 0,4 0,6 2,2
Sabine 0,7 1,0 0,7 1,4 0,5 0,4 1,0 0,5
Gertrud 0,6 1,0 0,7 2,2 - - 1,0 0,3
Klara 0,6 1,0 0,7 0,7 1,1 0,4 1,0 -
Rosine 0,5 1,0 - 1,4 0,5 0,8 0,6 -
Ursula 0,5 2,1 0,7 0,5 0,4 0,4 0,5
  99,2 90,2 95,7 99,6 93,7 96,6 97,2 97,8

 

B) Zweite Taufnamen

  1734-1804 1734-1744 1745-1754 1755-1764 1765- 1774 1775-1784 1785-1794 1795-1804
1. Maria 11,3 10,7 18,4 11,7 11,4 10,2 10,9 9,2
Anna 4,6 10,0 7,4 5,0 8,0 6,4 3,6 5,6
Barbara 2,1 9,7 6,0 3,6 3,4 1,3 - -
Eva 1,6 3,2 2,0 4,4 4,0 2,9 0,3 0,3
5. Margarete 0,7 4,3 2,0 1,4 1,1 - - -
Therese 0,7 - 3,3 0,7 1,7 0,8 - -
Ursula 0,5 1,0 2,0 2,2 1,1 0,4 - -
Katharina 0,5 3,2 1,3 1,4 1,1 0,4 - _
Elisabeth 0,4 2,1 1,3 0,7 - - 0,3 -
10. Rosine 0,4 2,1 2,0 0,6 -

Jahrhunderts an rückt er unter den ersten Namen auf den 4.-5. Platz und behauptet sich auch bis 1944. Im Laufe des Jahrhunderts tauchen auch neue Namen auf, so Florian, Bartholomäus (der aber später wieder verschwindet) bzw. Veronika, Susanne und Brigitte (die beiden letzten wurden nie allzu volkstümlich). Interessant ist die Häufigkeit der Namen Barbara und Franziska. Barbara findet sich als zweiter Name zwei Jahrzehnte lang (1734-1754) unter den volkstümlichsten Namen, dann stößt er stufenweise zum „ersten" Namen vor und parallel damit verkleinert sich seine Rolle als zweiter Name. Franziska erscheint bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts nur vereinzelt bzw. in niedriger Prozentzahl; von 1775 an fortlaufend, später aber, um die Mitte des 19. Jahrhunderts (Siehe Tabellen 6a und 6b) wurde er einer der populärsten Frauennamen. Nur selten können wir den Grund der Verbreitung von Namen feststellen, aber im Falle einer Gemeinschaft, in der die Namensvererbung - mindestens im Falle der Erstgeborenen - als strenge Tradition gilt - ist es beachtenswert, daß ab und zu ein Name zuerst als zweiter Name das Bürgerrecht erlangt, und erst später, wenn er die Zustimmung des allgemeinen Geschmacks findet, beginnt er sich als erster Name zu verbreiten. Von den vorerwähnten Namen kann das in Verbindung mit den Namen Anton, Adam, Michael, Barbara und außerdem teilweise mit Therese beobachtet werden.

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts verschwinden nur jene Namen völlig, die auch bis dahin nicht besonders häufig waren: Bartholomäus, Jonas, Keresztély, Kilián, Leonhard, Markus, Ferdinand, Roman, Vitus, Sigismund bzw. Judith, Kunigunde, Walburga, weiters einige Namen, die im Laufe des Jahrhunderts nur einmal vorkommen. Die Angaben des 19. und. 20. Jahrhunderts zeigen ein Stabilisieren des Namensystems. Die Prozentzahl der im Laufe des 18. Jahrhunderts volkstümlichen oder populär gewordenen Namen hält an oder wächst. Das bedeutet auch ein Ansteigen des Mißverhältnisses in der Teilung der Namen, obgleich die Zahl der Namen und der Namenariationen von den 1880er Jahren ab zunimmt. Wir müssen nämlich berücksichtigen, daß die durch die Doppelnamen sich herausgestaltende relative Mannigfaltigkeit - den kurzen Zeitabschnitt der 1940er Jahre ausgenommen -sich kaum geltend macht. Das Anwachsen des Mißverhältnisses zeigt auch der Umstand, daß während im 18. Jahrhundert durchschnittlich - die ersten Namen berücksichtigend - 16 Männer- und 17 Frauennamen in einer höheren Zahl als 1 Prozent vorkommen, im 19. Jahrhundert durchschnittlich nur 14, bzw. 15, im 20. Jahrhundert aber 10 bzw. 12 erscheinen. Die überwiegende Mehrheit der zu berücksichtigenden häufigsten Namen stimmt mit denen aus dem 18. Jahrhundert überein, und das bedeutet das Festhalten an den Überlieferungen der Namengebung, doch gibt es in der Reihenfolge, ja sogar in der Zusammensetzung des Namenmaterials Unterschiede.

Tabelle 5

Die häufigsten Männernamen im 19. und 20. Jahrhundert im Prozentsatz der Täuflinge

A) Erste Taufnamen

  19. Jahrhundert 3. Jahrzehnt 1805-1814 1841-1850 1881-1890   20. Jahrhundert 2. Jahrzehnt 1905-1914 1935-1944
1. Josef 18,7 16,8 17,9 19,7 Josef 19,1 20,0 20,5
Johann 14,4 15,8 15,1 12,6 Franz 18,6 18,6 18,8
Georg 11,5 5,3 9,1 15,4 Georg 14,2 15,0 12,6
Anton 9,5 9,0 5,1 9,4 Anton 11,8 11,9 11,8
5. Franz 9,4 10,5 7,7 11,0 Johann 10,0 10,9 8,4
Michael 6,5 9,0 6,8 6,1 Michael 4,5 5,9 2,5
Adam 4,3 8,6 7,8 0,4 Adam 3,9 0,5 10,4
Martin 3,0 2,3 3,9 2,5 Andreas 2,7 3,7 1,0
Andreas 2,7 2,8 2,9 2,6 Max 2,3 3,0 1,2
10. Max 1,8 0,3 1,4 3,1 Martin 2,3 2,3 2,2
Florian 1,4 1,6 1,5 1,2 Wilhelm 0,7 0,3 1,6
Kaspar 1,3 2,5 1,4 0,4 Ladislaus 0,7 0,3 1,3
Sebastian 1,1 0,2 1,2 1,4 Florian 0,6 0,9 0,2
Peter 1,1 1,9 1,8 1,8 Mathias 0,5 0,6 0,3
15. Jakob 1,0 1,1 1,0 0,9 Sebastian 0,5 0,6 0,3
Karl 0,9 0,4 0,8 1,0 Béla 0,4 0,4 0,5
Alois 0,8 0,4 1,5 0,4 Karl 0,4 0,4 0,5
Batlhasar 0,7 1,6 0,6 0,3 Peter 0,4 0,7 -
Paul 0,6 - 0,6 0,6 Stephan 0,4 0,3 0,5
20. Laurenz 0,6 0,9 0,8 0,3 Jakob 0,4 0,5 0,2
Wendel 0,6 0,4 0,2 0,8        
Mathias 0,5 0,4 0,9 0,4        
Philipp 0,5 0,9 0,4 0,3        
Melchior 0,5 1,1 0,6 1,1        
25. Stephan 0,4 0,2 0,4 0,6        
  93,8 94,0 90,4 92,3   94,4 96,8 94,8

Im 19. Jahrhundert verschwinden oder geraten in ganz unbedeutendes Verhältnis früher nicht sehr häufige aber charakteristische Männernamen, wie Ignaz, Nikolaus, Bartholomäus, Gottfried, Simon und Benedikt, von den Frauennamen Apollonia, Dorothea, Christine, Gertrud, Klara, Rosine, Ursula. Auffallend wächst die Volkstümlichkeit der Namen Franz bzw. Franziska, Luise und Veronika und auch einige früher nur sporadisch vorkommende Namen bekommen große Bedeutung: Alois, Karl, Max, Paul, Wendel, Meinhard bzw. Helene, Sidonia, Josefa. Im 19. Jahrhundert kommt zum erstenmal der ziemlich volkstümlich werdende Name Viktoria vor.

Aus den Tabellen ist es nicht ersichtlich, aber aus den einzelnen Angaben geht ausgeprägt hervor, daß zum erstenmal in den Jahren nach 1881 oder direkt vor ihnen Versuche zum Durchbruch der Überlieferungen in der Namengebung unternommen werden. Bei den vermehrten Namenvariationen gibt es ziemlich viele Namen, die früher gar nicht vorgekommen waren: unter den Männernamen 11, unter jenen der Frauen 7. Von diesen werden folgende in das 20. Jahrhundert übernommen: Adolf, Albert, Ivan, Otto, Silvester bzw. Emilie, Irene, Gisela. Zur Zeit der Jahrhundertwende gerät diese Tendenz ins Stocken und bis zu den 1940er Jahren ist wieder das traditionelle Namenmaterial kennzeichnend; es ist aber interessant, daß man auch in diesem Zeitabschnitt bestrebt ist, die Frauennamen abwechslungsreicher zu gestalten.

Auch im Laufe des 20. Jahrhunderts verringert sich die Zahl der traditionellen Namen, und ab der 40er Jahre erscheinen massenhaft Namen, bei denen unabhängig von den Traditionen gefühlsmäßige Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Dies läßt sich mit den Tendenzen der Verbürgerlichung erklären.

Die Änderungen gingen von der Intelligenz und der Beamtenschicht aus. Zwischen 1935 und 1944 erscheinen - auch die zweiten und dritten Taufnamen miteingerechnet - 18 Männer- und 31 Frauennamen, deren Vorläufer in den früheren zwei Jahrhunderten - wenigstens aufgrund der untersuchten Jahrzehnte - weder als erste noch als zweite Namen überhaupt nicht vermittelt werden können. Nur einige Beispiele: Alfred, Elemér, Erwin, Emmerich, Zsolt bzw. Angela, Antónia, Beate, Erika, Georgine, Ildikó, Piroska. Die Veränderung ist aber bei weitem nicht auf eine einzige Richtung eingestellt; die führende Rolle haben auch weiterhin die traditionellen Namen inne und diejenigen, die der Mode nachgehen, aber auch der Überlieferung gerecht werden wollen. Die Zahl der Doppelnamen wächst in diesem Zeitabschnitt

Tabelle 6

Die häufigsten Frauennamen im 19. und 20. Jahrhundert im Prozentsatz sämtlicher Täuflinge

A) Erste Taufnamen

  19. Jahrhundert 3. Jahrzehnt 1805-1814 1841-1850 1881-1890   20. Jahrhundert 2. Jahrzehnt 1905-1914 1935-1944
1. Anna 18,8 21,0 20,3 16,9 Therese 18,0 18,7 16,1
Therese 16,0 13,7 16,0 17,1 Anna 15,7 16,6 13,9
Franziska 9,0 1,5 10,3 10,9 Franziska 14,8 14,4 15,8
Eva 8,2 8,4 8,1 8,1 Veronika 10,0 10,4 9,0
5. Veronika 6,6 6,2 4,0 8,4 Elisabeth 8,3 8,3 7,9
Elisabeth 5,9 4,6 7,2 5,1 Luise 5,7 5,5 5,0
Katharina 5,1 7,5 4,7 4,4 Eva 5,5 7,0 3,0
Rosalie 4,4 5,3 3,2 2,5 Magdalena 4,2 4,2 4,1
Luise 4,1 - 1,1 7,6 Katharina 3,4 3,3 3,5
10. Magdalena 4,0 4,6 3,7 4,0 Maria 3,4 3,1 4,1
Sabine 3,5 7,1 3,3 2,2 Helene 2,2 2,2 2,4
Barbara 2,6 4,4 3,2 1,3 Rosalie 1,3 0,6 2,4
Maria 2,3 1,3 1,2 3,2 Sabine 0,7 1,1 -
Julianna 2,2 2,6 2,6 1,9 Barbara 0,6 0,8 0,2
15. Margarete 1,2 1,5 1,6 0,7 Viktoria 0,6 0,7 0,5
Apollónia 0,8 2,4 0,9 0,2 Julianna 0,5 0,7 0,2
Helene 0,7 0,2 - 1,3        
Sidonie 0,6 - 0,8 0,7        
Viktoria 0,6 0,2 0,1 0,1        
20. Agnes 0,5 1,1 0,8 0,1        
Susanne 0,5 1,1 0,8 0,1        
Josefa 0,5 0,2 0,4 0,6        
Regina 0,3 0,8 0,4 0,1        
Brigitte 0,2 0,8 0,1        
  98,6 96,5 94,8 97,5  

94,9

97,6

88,1

 

Zwischen 1935 und 1944 im Prozentsatz sämtlicher Täuflinge

B) Zweite Taufnamen

Männernamen   Frauennamen  
1. Josef 5,7 Therese 6,3
Johann 3,8 Veronika 4,3
Franz 3,3 Maria 4,2
Michael 2,7 Anna 3,3
5 Georg 2,2 Elisabeth 3,3
Stephan 2,2 Eva 2,7
Anton 2,0 Luise 2,7
Martin 1,6 Franziska 2,5
Andreas 1,4 Rosalie 2,0
10. Adam 1,4 Magdalena 1,7
Max 1,4 Erika 0,7
Matthias 1,2 Viktoria 0,7
Adolf 0,8 Gertrud 0,5
Jakob 0,8 Irene 0,5
15. Nikolaus 0,8 Julianna 0,5
Ladislaus 0,5 Margarete 0,5
Wendel 0,5 Sabine 0,5

auch deswegen so auffallend an, weil das Neugeborene neben dem neuen auch einen traditionellen (vererbten) Namen erhält. So kommen Namenvariationen wie folgt zustande: Edwin Georg, Oswald Franz, Robert Anton, Walter Johann oder Etelka Veronika, Georgine Maria Aloisia, Henriette Franziska, Libhilde Eva Maria, Selma Sabine, um nur einige Beispiele zu erwähnen. Diese Bestrebung läßt sich aus den Tabellen ablesen, die die zweiten Namen aufzählen.

Übernamen (Spitznamen)

Die Eleker Spitznamen habe ich zu Zeitpunkten gesammelt, die ziemlich weit auseinander liegen: zuerst sammelte ich 1956 und 1957 Material, später, 1967 ergänzte ich es. Der Natur des Themas entsprechend stütze ich mich vor allem auf mündliche Mitteilungen, ich wählte so, daß die Befragten an verschiedenen Punkten des Dorfes wohnen. Ich legte Gewicht darauf, daß sie aus verschiedenen verwand-schaftlichen und gesellschaftlichen Kreisen, aber in allen Fällen aus der älteren Generation stammen und bei der Abfragung mehrere gleich - zeitig zusammenkommen. Im Falle von mangelhaften Angaben wandte ich mich auch an zweite, dritte und vierte Gewährsleute und nur im Falle mehrerer negativer Antworten reihte ich den fraglichen Spitznamen in die Gruppe der ungeklärten Spitznamen ein. Der Grund dafür, daß es verhältnismäßig viele solche Namen gibt, liegt darin, daß der größere Teil der Spitznamen alt ist, andererseits der Umstand, daß die Sprachgemeinschaft aufgelöst wurde, und es kam häufig vor, daß von der Bedeutung und hauptsächlich vom Ursprung einiger Spitznamen nur die den Namen tragende Familie aufgrund der Überlieferungen etwas wußte. Einen außerordentlich wertvollen Stützpunkt bot mir aber beim Sammeln eine Handschrift, die ich unter den Schriften des römisch-katholischen Pfarramtes fand. Das war eine Übersetzung bzw. Umarbeitung des Werkes „Sári bíró" von Zsigmond Móricz in dem Eleker Dialekt. Sein Titel ist: T'r Sári Richt'r ... (Im weiteren: S. R.). Die Übersetzung soll angeblich zu Beginn der 20er Jahre entstanden sein. Einige meiner Gewährsleute erinnern sich daran und behaupten, daß das Stück angeblich auch aufgeführt worden sei. Im dritten Akt zählt einer der Darsteller diejenigen auf, deren Namen auf jene Liste kommen, auf der man verlangt, daß Pengő Kovács (T'r Bengő Schmied) zum Dorfschulzen gewählt wird. In der Eleker Handschrift, die die ganze Handlung mehr oder weniger auf Elek aktualisiert, ist diese Namenliste veröffentlicht, neben den amtlichen Namen stehen auch die Spitznamen, dazu bestimmt, das Komische zu steigern.) Im Original gibt es keine solche Lesung, dort wird nur die Liste erwähnt). Hier erscheinen insgesamt 198 Personen und ihre Spitznamen. Die Zahl der Spitznamen ist wohl etwas kleiner, da die Aufzählung aufgrund der amtlichen Namen gruppiert geschieht und so kommen die auf weiblicher Linie vererbten Spitznamen mehrere Male vor. Aber auch so gibt es mehr als 150 Namen, die mir zum Sammeln sehr gute Hilfe leisteten. Der S. R. widerspiegelt ungefähr eine Lage vor etwa einer Generation, die Mehrheit der darin vorkommenden Namen lebt auch heute, natürlich in den meisten Fällen in Formen, die von denen in der Handschrift abweichen und von den Söhnen, eventuell von den Enkeln geführt werden.

Ich nahm 18 Namen der Liste des S. R. nicht in meine Sammlung auf, über die sich meine Gewährsleute einstimmig äußerten, daß sie zufällig oder kurzlebig waren, sie hatten nicht die Funktion von Namen oder man erinnerte sich überhaupt nicht an diese, obgleich man die betreffende Person aufgrund des amtlichen Namens kannte. Schließlich gibt es unter den von mir erforschten 243 Spitznamen 126, die in dem S. R. vorhanden sind. Leider enthält diese in mancher Hinsicht interessante Handschrift gar nichts über die Bedeutung oder den Ursprung der Namen. Selbst den Übersetzer betreffend konnte ich nur soviel erfahren, daß er bis zur Mitte dei 30er Jahre in Elek lebte, dann aber verschwand,vielleicht ging er ins Ausland.

Das Spitznamenmaterial schreibe ich phonetisch, auch dann, wenn es sich beim Namen oder einem Familienglied um amtliche Familiennamen handelt) also z. B. Faulhävr und nicht Faulhaber oder Khortsr Pendr und nicht Khortsr Bender usw.). Den Namen des Trägers des Spitznamens schreibe ich natürlich in der Rechtschreibung, der Matrikel. Obgleich die Spitznamen gemischt in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache vorkommen, hielt ich es in der Lautbezeichnung für angebracht, einheitlich die Lautschrift des Theutonista anzuwenden, es handelt sich letzten Endes um deutsches (fränkisches) Dialekt-Material. Da es sich um Namen handelt, verwende ich beim Wortbeginn, der gewohnten Rechtschreibung der Eigennamen entsprechend, die Majuskeln.

Ich war bestrebt, die terminologische Ungewißheit - womit sich auch Lajos LŐRINCZE8 und Katalin FEHÉRTÓI9 beschäftigten -in meiner Arbeit auf die Weise zu überbrücken, daß ich möglichst folgerichtig die Benennung Spitzname gebrauche, die auch ich selber als zusammenfassende Eigenart betrachte, wenn das neben den zwei amtlichen Namen gebrauchte dritte, vierte usw. Element Unterscheidungsgepräge besitzt. Selbst die Eleker Volkssprache nennt sie spotnoma (Spottname), obgleich die Mehrheit der Spitznamen ihren spöttischen, Schimpfnamencharakter schon eingebüßt hat oder überhaupt keinen diesbezüglichen Charakter hatte. Auch im Falle Elek halte ich Imre MARKÓs Betrachtung10 für stichhaltig, der in seiner Systematisierung der Entwicklungslinie Spottname - Spitzname als Grundsatz anwendet. In den wenigen Fällen, in denen der Spottcharakter der nicht amtlichen Namen noch lebhaft ist, oder im Leben der heutigen Generation noch lebendig war, verwende ich gesondert die Bezeichnung Spottname.

 

Herausbildung und gesellschaftliche Funktion der Übernamen

(der Spitznamen)

Wie das Eleker Spitznamensystem heute vor uns steht, können wir ohne Zweifel feststellen, daß diese Namen in erster Reihe einen Unterscheidungscharakter haben. „Die Spottnamen entstanden in erster Reihe dort, wo sie notwendig waren, wo den Spottnamen eine Unterscheidungsfunktion zukam" stellt István Kniezsa fest.11

In Elek trat der praktische Bedarf durch das ständige Anwachsen der identischen Familiennamen und mit dem oben analysierten Verblassen des Taufnamenmaterials in Erscheinung. Die Feststellung der Personenidentität nur aufgrund der amtlichen Namen wäre bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ziemlich schwer gewesen und diese Sorge steigerte sich später immer mehr. Die gesammelten Spitznamen verteilten sich auf 45 Familiennamen und berühren - die Jahrhundertwende berücksichti- gend - annähernd die Hälfte sämtlicher Eleker Familiennamen. Die meisten Spitznamen erhielten die Träger folgender Familiennamen:

Familienname Zahl der Spitznamen
1. Strifler 32
Niedermayer 20
Wittmann 19
Braun 16
5. Reisz 16
Ruck 16
Zielbauer 11
Klemm 10
Mahler 10
10. Post 9
Singer 9
Brandt 8
Bender 6
Hoffmann 6
15. Walthier 6
Ament 5
Schneider 5
Hammer 4

Wenn wir obige Namenliste mit den Angaben der Tabelle 1. vergleichen, können wir sehen, daß sie alle unter den häufigsten Familiennamen der Jahrhundertwende zu finden sind. Die Parallelität ist nicht nur das Ergebnis der mathematischen Wahrscheinlichkeit, sondern sie zeigt, daß eben unter den Trägern der häufigsten Familiennamen die Unterscheidung am nötigsten war. Es ist also wahrscheinlich, daß die Spitznamen schon am Anfang des vergangenen Jahrhunderts in irgendeiner Form vorhanden waren und ein Teil von ihnen, durch mehrere Generationen vererbt, bis in unsere Zeit weiterlebte. Das wird auch von den Gewährsleuten bekräftigt, die sich in zahlreichen Fällen so äußerten, daß schon die Ururgroßväter der heutigen Träger der Spitznamen so hießen und als ich mich nach einigen Spitznamen von klarer Bedeutung oder nach dem Ursprung erkundigte, lautete die Antwort mehrmals so, daß man diese nicht wisse, aber die Namen sind sehr alt.12 Leider fand ich keine wesentlichen älteren schriftlichen Dokumente als der S. R. über die Spitznamen. Die Tatsache aber, daß in den Protokollen13 der von 1920 bis 1923 in Elek gehaltenen Generalversammlungen des Munizipalrates des Komitates Arad die Eleker Mitglieder der einzelnen Ausschüsse auch mit ihren Spitznamen vorkommen (2/1920 Gv. Nr.: „Georg Wittmann [stutzer]"; 3/1920. Gv. Nr.: „Georg Wittman [Maxa] . . . Anton Wittmann [toncsi]" usw.) läßt schlußfolgern, daß die Spitznamen früher auch an amtlichen Stellen zur Unterscheidung der Gleichnamigen, wenn auch selten, verwendet wurden. Das Eleker Material des Arader Archivs enthält vermutlich auch mehrere alte Spitznamen. Die Amtssprache verwendete sonst im allgemeinen straffere amtliche Methoden zur Unterscheidung: man schrieb nach dem Namen die Hausnummer (in Klammern), in der Schule aber wurden die Träger von identischen Familien- und Taufnamen durch nach den Namen gesetzte laufende Nummern unterschieden. Der amtliche Gebrauch der Spitznamen lebt aber auch noch in unseren Tagen fort: Falls an der Kirchentüre Todesanzeigen der in Deutschland verstorbenen Eleker angeschlagen werden, sind auch die Spitznamen angegeben, so z. B. im folgenden Fall: „Georg Niedermayer (Tepsi) verstarb in Deutschland im Alter von 76 Jahren" (8. Januar 1967.).

Neben dem praktischen Zweck der Unterscheidung sind bei der Entstehung der Spitznamen auch psychologische Faktoren von Bedeutung. So in erster Linie der Sinn des Volkes für Humor, das Interesse für das Auffallende, für das Besondere. Einer meiner Gewährsleute (Adam Ruck, 83 Jahre) erklärt das Zustandekommen der Spitznamen folgenderweise: „Vor dem Krieg (vor 1914) war hier ein gutes Leben, die Menschen hielten zusammen, arme und reiche gleichermaßen. Gab es Feuer, so lief das ganze Dorf, man half, man gab Geschenke. Die Menschen waren guter Dinge, sie waren untereinander befreundet, sie machten Spaß, sie gaben einander Namen."

Im Geben von Spitznamen und in der Gestaltung ihrer sprachlichen Formen spielten die rumänischen Knechte, Dienstmägde, die schon E. FÉNYES in seinem angeführten Aufsatz erwähnt, eine bedeutende Rolle. Um die Jahrhundertwende waren sie zahlenmäßig über tausend, aber bis 1945 waren sie, mit wenigen Ausnahmen, Knechte, Gehöftsleute der deutschen Bauern. Gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts erschienen sie in der Sommer- und Herbstarbeitssaison in Massen in Elek, und da die auf immer größeren Bodenflächen arbeitenden Eleker Bauernwirtschaften mit Arbeitskräftemangel kämpften, blieben viele von ihnen in Elek, ließen sich auf den Gehöften, später aber am Rande der Gemeinde nieder. Die Beziehung zwischen den deutschen Arbeitgebern und den rumänischen Arbeitern war im allgemeinen gut, sie eigneten sich gegenseitig ihre Sprache an, mindestens aber lernte der deutsche Bauer die rumänische Sprache (daher die vielen Lehnwörter hauptsächlich in ihrem landwirtschaftlichen Wortschatz). Die rumänischen Knechte, von denen viele Spitznamen stammen, machten außer dem unterscheidenden und humorvollen Zweck in einem gewissen Maße unbedingt ihren eigenen Klassengesichtspunkt geltend: sie kritisierten üble Eigenschaften ihrer reichen Arbeitgeber, vermutlich um sie zu ärgern. Es ist hingegen psychologisch begründbar, daß die Gemeinschaft und mit ihr auch die Familie, diese - im wesentlichen handelt es sich um Spottnamen - annahm. Letzten Endes wird die große Zahl der Spitznamen auch damit begründet, daß dort, wo die Not die Gemeinschaft zwang, solche Namen zu erfinden, diese Art der Namengebung auch zu Brauch wird und viele kleine Momente treten als Gründe der Bezeichnung auf. So kommen auch Personen zu Spitznamen, die nicht die Mitglieder einer vielgliedrigen Großfamilie sind, also namentlich keiner Unterscheidung bedürfen.

Aufgrund obiger Erörterungen ist klar, daß der Gebrauch der Spitznamen in Elek allgemein war und im Falle der Ureinwohnerschaft ist das auch heute so. Die Menschen nannten sich in der Familie und im Dorf untereinander häufig bei ihrem Spottnamen, so daß die amtlichen Namen vieler Familien der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Oft können Menschen den amtlichen Namen eines Dorfbewohners erst nach langem Kopfzerbrechen sagen. Der Namebedeutet in erster Linie den Spitznamen, den amtlichen Namen nennen sie Schriftnamen ,  . Die meisten Spitznamen wurden stabil, sie verloren ihren ursprünglichen Bedeutungsgehalt, wie die Familiennamen im allgemeinen und sie erfüllten in der Öffentlichkeit meistens die Funktion der Familiennamen. So z. B. sind die Mitglieder der Familie Hefnr, seit langem nicht Hafner, die Kävrs sind keine Gerber, der Han-iseri heißt Anton oder Johann usw. Der ursprüngliche Bedeutungsinhalt lebt nur noch im Falle jener Spitznamen, die neueren Ursprungs sind und sich meistens nur auf jeweils eine Person begrenzen[Erde gucker] Franz Singer, er ging, gebückten Kopfes'; Khortsr Pendr: [kurzer] Johann Bender; [Tausendkünstler] Georg Braun usw.). Solche Namen verdrängen manchmal schon bestehende Familienspitznamen (Georg Post: Svartsr Post->Tambor; Max Albert: Radai->Fripkulaptje; Adam Reisz: Kapdebo->Hinderburg usw.). Unter diesen werden eben infolge ihres Inhalts als Spottnamen angesehen z. B.:  (Anton Wittmann, dessen Familienspitzname Maks ist). Sonst zählen die stabilen älteren Spitznamen nicht zu den Spottnamen, auch wenn sie es früher waren, lediglich in Fällen, in denen die betroffenen Familien selbst diese Spitznamen als Spottnamen betrachteten und dagegen protestierten. So wurde die harmlose Kril Grille zum Spottmittel. Anton Hoffmann fühlte es beleidigend, wenn er so genannt wurde und zog dadurch eine Menge Ärger auf sich (Kennzeichend ist es, daß aus dem S. R. dieser Name gestrichen ist, was gleichzeitig den Beweis erbringt, daß das Stück wahrscheinlich aufgeführt wurde.) Wie sich sonst die Eleker mit ihren Spitznamen abfanden, beweist das Beispiel von Paul Hammer , der sich mit dem Jauchzer belustigte:; er akzeptierte also auch den an seinen Namen angeschlossenen spöttisch-neckischen Spruch. Die Eleker haben ein einfaches wohlklingendes Volkslied, das ohne jegliche Spottschärfe die Spitznamen der Familien Strifler aus der Striflergasse (heute Dózsagasse) aufzählt:

(Hinten in der Striflergasse, dort steht ein Haus im Hof, dort guckt vom Bretterzaun Hans heraus, vonüber die Gasse dort wohnt der wohnt der Pek, derwohnt tief an der anderen Eck.)

Fremden gegenüber waren die vielen identischen Familiennamen mindestens auffallend oder gar peinlich, ebenso wie die Vielfalt der Spitznamen. Der S. R. begründet aufgrund der erwähnten Liste die Entstehung der verklungenen vielen Spitznamen: ; das heißt: ,In Elek ist es nicht ratsam die Hunde mit Steinen zu bewerfen, denn man trifft einen Wittmann, Strifler, Niedermayer oder was weiß ich für einen.'

Die Vererbung der Spitznamen erfolgte meistens in gerader Linie bzw. in männlicher Linie, der Spitzname des Vaters vererbte sich auf die Kinder, die Buben und Mädchen gleichermaßen. Nach der Eheschließung ging der Spitzname des Mannes durch Hinzufügen des Suffixes für das weibliche Geschlecht, analog zum Familiennamen, auf die Frau über. Der Name der Frau von Franz Bender (Flents) ist z. B. Benderi bzw. Flentsani, das heißt Frau Bender bzw. Flents. War die Frau schon als Mädchen mit einem stabilen Spitznamen behaftet, so behält sie diesen auch als Frau weiter: die Frau des Josef Niedermayer (Filip), Anna Strifler Nantsi. Zu dem anderen ziemlich häufigen Vererbungstypus gehören die Fälle, in denen die Kinder des Schwiegersohnes den Spitznamen ihrer Mutter führen. Die Spitznamen werden nämlich im allgemeinen vom Haus, als vom Symbol der Familie oder des Geschlechtes gehütet. Den Spitznamen Fältsärr bekam z. B. eine der Strifler-Familien auf die Weise, daß Jakob Strifler in die, den Spitznamen Fältsärr führende Familie Walthier einheiratete. Auf diese Weise vererbten sich z. B. die folgenden Spitznamen: Jeskrlv: Klemm->Strifler: Jeuzi: Ruck->Zöllner; Parti: Zielbauer->Ruck; Pätsr: Klemm->Braun; Radnai: Albert->Klemm. Durch weiteres Heiraten konnte es geschehen, daß denselben Spitznamen mehrere Familien trugen, z. B.:Simelv: Ruck->Strifler->Hoffmann; Täpsi: Niedermayer->Zielbauer->Schreyer usw. Es kommt vor, daß eine Familie durch doppelte Überleitung zu einem Familienspitznamen kommt: die Frau legt sich den Spitznamen ihres Mannes bei, später aber verwitwet, übergibt sie diesen ihrem zweiten Mann und seinen Kindern. Ein Beispiel: Die Frau des den Spitznamen Boxus führenden Johann Klemm bekam durch ihren Mann den Namen Boxusi, später aber, als sie Witwe wurde und Max Strifler heiratete, trugen auch der neue Mann und auch seine Kinder den Spitznamen Boxus. Oder: Michael Mahler (Gävris)->Frau Witwe Mahler (Gävrisi)->Franz Kraus (von Frau Mahler geborener Sohn:usw. Ein interessanter Typ von solchen Namen inneren Ursprungs ergibt sich wenn der amtliche Familienname der Frau bzw. der Mutter zu Spitznamen werden: (verkleinerte Form des Familiennamens Thor der Frau). Auch der Taufname der Mutter kann Spitzname sein: Der Name von Anton Niedermayer (Klampfler) ist auch Nina Tontsi. Es kommt vor, daß der Spitzname der Mutter sich stärker als der des Vaters hält und sich so vererbt. Der Sohn von Josef Niedermayer (Filip) und von Anni Strifler (Srovd) ist mehrJoki als Filips Joki, obgleich beide üblich sind. Ein sehr interessantes und alleinstehendes Beispiel für die Namenbewahrung durch das Haus: Ein Rácz genannter Siedler aus dem Jahre 1946 bekam den Spitznamen Mixalok, denn er zog in das Mixalokis Haus, in das Haus von Michael Strifler (Mixalok). Zur Namenübergabe lieferte auch die Ähnlichkeit des Körperbaus dieser zwei Menschen den Anlass.

Die Vererbung der Spitznamen hört, den Anzeichen nach, mit der heutigen Generation langsam auf. Seit 1946 entstanden eigentlich keine neuen Spitznamen mehr und obgleich die noch bestehenden unverändert und ausschließlich in der Volkssprache üblich sind, begrenzen die von Grund auf veränderten Umstände, die neue Lebensform, die gesellschaftliche Umgestaltung stufenweise auch in Elek, den Gebrauch der Spitznamen.

 

Systematisierung der Übernamen

In der nachstehenden Systematisierung gruppiere ich die Eleker Spitznamen entsprechend ihrem Ursprung. Da ihre Mehrheit vererbte bzw. zu vererbende Namen ausmachen, behandle ich, um Wiederholungen zu vermeiden, die Namen nicht aufgrund ihrer äusseren bzw. inneren Entstehung (zu den letzteren gehören ja sämtliche vererbte Unterscheidungsnamen), sondern ich zähle gruppenweise diejenigen gesondert auf, die nur von einer Person getragen werden oder getragen wurden und die vielleicht keine vererbten oder zu vererbenden Namen sind. Diese nenne ich einmalige Namen. Die interessanteren Typen der Namen inneren Ursprungs behandelte ich kurz in dem vorausgegangenen Kapitel. Erscheint in der Gruppe der vererblichen Namentypen neben den Spitznamen ein einziger amtlicher Name, dann ist das auch so zu verstehen: „X. Y. und seine Nachfolger" oder „X. Y. und seine Vorfahren", aber meine Gewährsleute konnten aus diesen Familien mit voller Sicherheit keine weiteren Namen nennen. (Es handelt sich hierbei größtenteils um ausgesiedelte Familien.)

Wenn sich der Spitzname aus einem Taufnamen herausbildet, dazu füge ich keine Bemerkung hinzu, das bedeutet, daß die Grundlage des Namens der Taufname von irgendeinem Vorfahren ist, meistens wegen seines Kosenamens oder seiner ungewöhnlichen Form. Die Bedeutung des r. bzw. des m.: rumänisches Wort oder rumänische Wortstruktur bzw. ungarisches magyarisches Wort oder ungarische Wortstruktur.

1. Namen nach den körperlichen Eigentümlichkeiten A) Vererbliche SN

 

Siibrik (Sobri) - Er war der Fuhrmann des Abgeordneten, „er war wie Jóska Sobri angezogen" - Franz, Josef, Michael Niedermayer

Tikaroi (dick, fett) r. Suffix - Er war ein reicher, dicker Mensch - Josef Mahler

Tsula (Csula) m - Karl, Josef Walthier

B) Einmalige SN

 

2. Namen, die auf innere Eigenschaften beruhen

A) Vererbliche SN

Baron (Baron, Freiherr) - Er spielte den großen Herren - Max, Karl, Franz usw.

Strifler

Bodja (umsonst, gratis) m. (ung. potya) - Generationen hindurch waren sie Musiker, sie verdienten das Geld der öffentlichen Meinung zufolge umsonst - Georg, Anton

Wittmann Domnjeapara (Herr, hilf!) r. - Er erbte den Namen von seinem Schwiegervater, der sehr geizig war; man verdingte sich nicht gerne bei ihm, darum beteten die

Arbeiter so. Einer anderen Deutung gemäß betete er so, um Mitleid zu erwecken

(Spottname) - Anton Brandt Hantsiprost, Prost (Depp Johann, Depp) - Eine Familie von erblich komischer

Denkungsart - Johann, Josef usw. Walthie

Hapaleu, Hapi (habgierig) r. Suffix - So war der Träger des Namens (Tsamhapa: ,zusammenhappen') - Josef Brandt Hunt, Hunttöni (Hund, Hundstoni) - Wegen seiner Grobheit. Eleker Spruch: Kreubvi a hunt. - Josef, Franz Albert Katäna Snaidrs (Soldat, Korporal) - Aufgrund seiner militärischer Natur - Franz

Schneider (kaprol) Krauz (ekelhaft, gruselig) - Aufgrund ihrer unverträglichen Natur - Franz, Josef,

Therese usw. Mahler Laxpäedr (Lache, Peter!) - Die Ahnen waren von fröhlicher Gemütsart - Josef,

Max, Franz usw. Strifler Pirsli (arbeitsam, ein ganzer Kerl) - Sie waren sehr fleißig - Johann, Adam usw.

Braun

B) Einmalige SN

Bitang (schlechten Verhaltens) m. - Der Vater äußerte sich über seine beiden Söhne: „Ter (Franz) iz a bitang, der (Josef) wird gut sein." (Siehe: Joles ung. jó lesz ,wird gut') - Franz Reisz

Häri (Háry; Aufschneider, Lügner) - Johann Klemm

Joles (Siehe: Bitang ,Schurke, Schuft')

Stuvlrixtrlv (Oberstuhlrichter) - War ein gescheiter Mann - Josef Strifler

 

3. Namen aufgrund von  Gewohnheiten, Sprüchen,  charakteristischen Handlungen, Situationen

A) Vererbliche SN

Bvgeu (Kautabak) m. (ung. bagó) - Der Träger des Namens kaute wahrscheinlich

Tabak. Arme Familie - Johann, Theresie usw. Brandt Bimbok (ung. Ochsenname) - Sie waren arm, Gehöfstleute, beschäftigten sich auch mit Ochsentreiben - Hoffmann Boxus (Familienname Bohus) - Er hatte neben dem Herrengut von Lökösháza eine

Pacht. - Johann Klemm; Max Strifler Fältsärr (Feldscherer) - Er hat sich viel Boden erworben - Jakob Strifler; Walthier

(ursprünglich war das der Name dieser Familie, Strifler hat ihn von weiblicher

Seite her bekommen) Hidäg (kalt) m. (ung. hideg) - Angeblich konnte er auf ungarisch nicht mehr sagen

als: Hideg van ,Es ist kalt'. Khapl (Kappe) - Er war unter den ersten die Kappen trugen (keinen Hut) - Josef,

Adam Brandt Kentspendr (Bender mit Gans) - Aufgrund eines Gänsediebstahls seiner Ahnen -

Georg Stumpf (seine Großeltern mütterlicherseits, die Benders haben ihn erzogen)

Kristi (Mixala) (Christine) - Er ging mit einer Dienstmagd, die so hieß - Michae Zielbauer sowie sein Adoptivsohn, Adam Niedermayer (Adam Kristi oder eher Kriksl).

Lup (Wolf) r. - Einst wohnten sie als arme Leute in der Striflergasse in einem grubenartigen Gebäude „wie die Wölfe." Ein Bursche aus der Familie heiratete ein reiches Wittmannmädchen, deren Leben er früher in Radna gerettet hatte. Angeblich begann hier das Reichwerden der Familie. - Georg, Wilhelm usw. Strifler

Paparetjia (Ißt den Schnaps) r. - Er ließ seine Arbeiter Schnapsbrot essen. - Georg, Max usw. Hoffmann

Pärvets (Ziegenbock) r. - Er konnte gut meckern. Eine andere Deutung: Auch in seinem fortgeschrittenen Alter tat er den jungen Frauen schön. - Anton, Andreas Singer

Popa (Geistlicher) r. - Bei der Ernte sagte er es oft, als man die oberste Garbe (popa) auf das Kreuz legte - Anton, Georg Schneider

Potskr (Bundschuh) m. (ung. bocskor) - Er ging in Bundschuhen bzw. in schlechten Schuhen seiner Arbeit nach - Josef, Adam Strifler

Tepatirt (der Deputierte) - Er war Mitglied irgendeiner Deputation - Georg, Johann Mahler

Tsikra, Tsikru (Tiername) - Sie hatten eine Ziege solchen Namens - Johann Niedermayer

Uxu (Klangimitator) - Als Kind ahmte er die Stimme der Lokomotive nach - Georg, Franz usw. Hammer

Vandrok (Landstreicher) r. - Michael Strifler verließ seine Familie und ging mit einem Mädchen nach Großwardein. Sein Schwiegervater nannte ihn so. -Michael, Georg, Josef Strifler

Hants in leux, Leux (Johann im Loch) - Sie wohnten neben einer am nördlichen Rande des Dorfes liegenden feuchten Grube - Michael Ruck

B) Einmalige SN

Hinderburg - War Wachtmeister im ersten Weltkrieg, „war sehr stolz darauf" -Adam Reisz (Kapdebö)

 af (behaarter Affe) - Es war seine Redensart wenn er zum Friseur ging:  - Martin Bayer (Kleklr)

Hozom (Ich bringe es) m. - Im Wirtshaus beim Kartenspielen blieb er oft Geld schuldig - Josef Kloater

Hujasahip (Interjektion der Unterhaltung) - Auf dem Ball den Hut schwenkend jauchzte er auf diese Weise auf die Melodie eines Walzers: „Hujasahip, ma huad, ma huad iz ma kuad" (mein Hut, mein Hut ist mir gut) - Anton Bayer Istänaldas (Gottessegen) - An die Front seines Hauses ließ er diese Sentenz schreiben: „Eintracht - Gottessegen." Später, da er damit allgemeines Aufsehen erregte, kratzte er sie ab, aber der Name blieb bestehen. - Martin Singer (vgl. ung. Istenáldás ,dass.')

Raizapits (der Penis von Reisz) - Als Fleischhauer fertigte er aus dem Penis des Stiers einen Ochsenziemer - Franz Reisz Kudrkhaid Jok,Jok (Eigentlich, in einem Worte; ung. szóval ,also' - Das war seine Redensart - Josef Reisz  (Haarzupfer) - In der Kirche drillte er die Kinder - Johann Bender Tentsrla (Tänzer) - Er tanzte gemütlich, schön - Anton Ruck

 

4. Die Namen, die auf Berufen beruhen

A) Vererbliche SN

Däpös (Holzlagerarbeiter) - Sie hatten ein Holzlager -Franz, Johann Walthier

Hefnr (Hafner) - Handwerker-Kaufmannsfamilie, sie fuhrwerkten und beförderten auch Töpferwaren - Adam Schneider

Kleklr (Glöckner) - Martin, Theresie Bayer

Kapdebö (Ochsenkopf) r. - Zur Feldarbeit nahmen sie auch Ochsen - Josef, Kaspar, Adam usw. Reisz

Kengier (Klingler) - Kaufmannsfamilie - Josef Ádám

Kärvr (Gerber) - Der Beruf irgendeines Vorfahren - Georg Brandt

 (Kalkfuhrmann) - Wahrscheinlich ist, daß der Name auf die Kalkbeförderung, weniger auf ein riskantes Geschäft hinweist, er kann aber auch mit dem Wagnerberuf in Verbindung stehen - Johann, Julianna usw. Braun; Johann, Anton Niedermayer  1 (Glaser) - Josef Ádám

Khundl (Urteilsverkünder) - Er war Kleinrichter - Georg, Max Weber

Mandlsnaidr, Manja (Mantelschneider) - Michael Hammer, Faulhaber; Niedermayer

Maurr (Maurer) - Adam Ruck

Pek (Bäcker) - Der Beruf irgendeines Vorfahren - Wendel, Max Schreyer

Pindr (Faßbinder) - Karl Strifler

Prunvapeurv (Brunnenbohrer) - Er verstand sich auf das Brunnenbohren - Franz Niedermayer

Purxr (Richter) - Anton, Rudolf Zielbauer

Putrmästr, Väjäs (Buttermeister) - Er hatte ein Milchgeschäft - Anton, Johann Müllek

Smldla (Schmied) - Josef, Karl usw. Walthier  (Seppl Schmied) - Georg Hoffmann

Souk,(Sack) - Sie waren Kaufleute - Josef Ruck

Sörös (Bierhändler) m. - Sie hatten ein Bierlager - Anton Klemm

Tsevr (Stalleimer) - Kaufmannsfamilie - Engelhardt Post Urixltredr (Orgelbalkentreter) - Georg Ruck Vevr (Weber) - Georg, Anton Oláh

B) Einmalige SN

Huvdnr (Hutmacher) - Meinhard Tremmel

Tuturu (Vormund) r. - Er war Vormund beim Waisenstuhl - Max Wittmann

 

5.  Namen, die auf ein Ereignis zurückzuführen sind

A)  Vererbliche SN

Banjär (reich, Bankier) r. - Auf dem Ball steckte er Geld - scheine auf den Hut an -

Anton Strifler Fripkulaptje (Mit Milch abgebrüht) r. - Als Kind fiel er vom Rande des Feuerherdes

in die heiße Milch - Max Albert Pönakhoxr (Bohnenkocher) - Zu einer Zeit gab es in der Gegend nur in seinem Hause

gutes, weiches Wasser zum Bohnenkochen - Johann, Adam Zöllner Purcer, Saihaldr (Sauhirt) r. bzw. deutsch - Als Kind hütete er bei seinem Onkel

Schweine - Adam, Martin Singer

B)  Einmalige SN

Kakankanda (Er kackt in die Kanne) - Hat keine Realitätsgrundlage (Spottname) -

Franz Zielbauer Kakanturets (Er kackt in den Stiefel) - Das passierte ihm einmal, der Feldwächter

sah es. (Spottname.) Sein ursprünglicher Spitzname ist Maks. - Anton Wittmann

 

6.  Aus Taufnamen entstandene Spitznamen

A) Vererbliche SN

Ademla aus Adam Demla - Adam, Veronika Zielbauer

Djuraluts aus Georg, rumänische Bildung - Adam Ament

Djurat, rumänischer Kosename aus Georg Djuratus - Sebastian Mahler

Djuts aus Georg - Franz Strifler

Fika, Fiki aus Viktoria - Josef, Gabriel Niedermayer

Filip Fülöp - Josef, Max, Johann usw. Niedermayer

Frantsulesk aus Franz mit rumänischer Verkleinerung - Georg, Max Wittmann

 aus Franz - Franz Schneider Gäbris, Gävris aus Gabriel - Michael Mahler; Franz Kraus

 aus Hans Georg - Georg, Anton Niedermayer Janko, Janku aus Johann - Martin, Anton, Adam Ruck -Jaske aus Josef - Josef Ruck

B) Einmalige SN

Elek aus Elek - Georg Wittmann Edi aus Adam - Adam Mahler NjotsD aus Josef - Josef Wittmann

 aus Rudolf - Rudolf Zielbauer Sali aus Rosalie - Georg Wittmann

 aus Josef - Josef Schneider

 

7.   Aus Familiennamen entstandene Übernamen/Spitznamen

A)    Vererbliche SN

Brojek Er ähnelte einem Schlosser namens Brojek, auch er war von Beruf Schlosser -Josef Niedermayer

 Rumänische Verkleinerung des Familiennamens Hammer - Ernst, Anton, Max, Paul Hammer

 Die Verkleinerung von Hammer - Josef, Regina Hammer  Aus dem Familiennamen Faulhaber, durch Einheirat - Josef Wittmann  Aus dem Familiennamen Hoffmann (Einheirat) - Niedermayer Jägäs Spielerische Magyarisierung der Familiennamens Jäger - Georg Jäger Radai Vom Namen des Besitzers der Mühle von Medgyesegyháza, dem irgendein

Albert ähnelte - Albert, Johann, Franz Klemm

Srovd Bei der Familie war ein Korporal namens Schrot einquartiert, dessen rühmten sich die Kinder - Franz, Wendel Strifler; Josef Niedermayer

 Vom Familiennamen seines Ziehvaters - Franz Wittmann  Aus dem Familiennamen Thor (Einheirat) - Georg Braun  Aus dem Familiennamen Dispán (Einheirat) - Hirth

 

8.   Familiennamen ungeklärten Ursprungs

B)    Vererbliche SN

 

Einige formelle Fragen des Namengebrauchs

Von den sprachlichen Fragen des Eleker Namengebrauchs möchte ich nur diejenigen erwähnen, die zur Beleuchtung der Formen der Spitznamen notwendig sind. Wie schon erwähnt, weichen die amtlichen und die Mundartformen der Familiennamen voneinander ab. Auch in den Matrikelformen der Familiennamen gibt es eine formelle Änderung: Die Familiennamen der Frauen - gleichgültig ob sie vom Vater oder vom Ehemann stammen - bekommen in den Zeitabschnitten, in den die Matrikelführung in lateinischer Sprache erfolgt, bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts das Suffix -in zur Bildung des Femininums, (z. B. Theresie Ruck/«, Barbara Zellnerin usw.) Auch im Volk hat der Namengebrauch zwei Typen: den gemeinsprachlichen und den mundartlichen Typus. Erster wird angewandt, wenn die Muttersprache unter feierlichen, halbwegs amtlichen Umständen (z. B. in Schriftform) gebraucht wird: der Taufname geht dem Familiennamen voraus und kein einziges Element bekommt einen Zusatz (Elisabetha Klemm, Franz Hammer usw.) Diese von den in den Makrikeln vorhandenen abweichende deutsche Variante kann auf den Grabdenkmälern gelesen werden, auf denen - wie das auch die Bildbeilagen zeigen -die Frauen mit den Namen ihrer Männer vorkommen, aber der Mädchenname mit dem Attribut „geborene" weist darauf hin, daß sie verheiratet waren.

Die volksprachliche Variante hat im Vergleich zur literarischen Sprache eine umgekehrte Wortfolge: vorne steht der Familienname, dann der Taufname und der Familienname bekommt den Zusatz -s, der die Zugehörigkeit zu irgendeiner Gruppe zeigt: Hammers Hans, Rucks Franzi usw. Derselbe Zusatz mit dem Artikel as dient der zusammenfassenden Benennung der Familie: as Hammers (die Hammers) und ist auch dann gebräuchlich, wenn irgendeine Qualifizierungsbezeichnung dem Familiennamen folgt: tr Metzas Huadnr (der Hutmacher Metz), as Striflers Madla (das Strifler-Mädchen), as Bauers Viki Päsla (Tante Viki Bauer) usw. Im Satz sind die Familiennamen mit dem Artikel versehen. Bezieht sich der ohne Taufname vorkommende Familienname auf eine einzige Person, dann bekommt der Familienname das Suffix -i, bzw. irgendeine phonetisch begründete Variante: ti Brandti (Brandt genannte, zur Familie Brandt gehörende Frau), a Reisi (eine Reisz genannte Frau), a Quintschani (eine zur Familie Quintsch gehörende Frau) usw. Oft ist der Gebrauch der Mehrzahl der Familiennamen nötig. Diese bildet sich mit dem Zeichen -a: ti Reisa (die Reisz'), ti Hamra (die Hammers) usw. Die Personen-, so auch die Familiennamen, fügen sich in der lebenden Sprache in das phonetische System der Mundart ein, besonders wenn der Familienname oder irgendein Mitglied desselben ein verständiger oder deutbarer Gattungsname ist: Molr (Mahler), Faulhävr (Faulhaber), Jäxr (Jäger) usw.

Obige Feststellungen beziehen sich auch auf die Gruppe der Spitznamen, die als Eigennamen die Funktion der Familiennamen erfüllen. Diese sind meistens schon im vorhinein eingliedrig, wie die amtlichen Familiennamen, aber ebenso ist ein Großteil der aus Wortstrukturen gebildeten Familiennamen, die die ursprüngliche Funktion der Glieder verlierend, sich wie ein Wort verhalten, also den eingliedrigen Familiennamen ähnlich Suffixe bekommen können. Diese habe ich in der Systematisierungdes vorigen Kapitels bereits zusammengeschrieben

In den anderen wesentlich weniger Namen umfassenden Typus der Spitznamen gehören die Namen, die vor dem Familiennamen stehend, nur mit diesem zusammen gebraucht werden. Ursprünglich sind sie im allgemeinen Adjektive, mit dem Familiennamen bilden sie aber eine attributive Wortgruppe. So z. B.: Khortsr Pendr, Lanr  . Mit diesem Typus wird nur je eine Person benannt. Das Attribut wird manchmal in seiner deklinierten Form selbständig, dabei kommt es in den ersten Mehrheitstypus und dessen Beispiel folgend bekommt es weitere Ableitungen (nach der Flexionsendung auch Suffixe): Khortsr; Kroavr,

Selten kommt der Spitzname nach dem Familiennamen und bildet mit diesem als mit einem Sammelbegriff eine besitzanzeigende Struktur: Raiz Bitang (aber auch allein: Bitang), Snaidrs Katana (aber auch nur Katana). (Vgl. auch die Gruppe Metzas Huadnr!)

In einigen Fällen können wir auch die stufenweise Veränderung der Lautform (phonetische Form) der Spitznamen beobachten. Die Folge ist oft die bedeutende Verzerrung der ursprünglichen Form: Hapaleu->Hapi; Kristi->Kriksl usw. Gewiß sind auch schon früher mehrere solcher Namen zustandegekommen, deren Bedeutung und Ursprung wir heute nicht mehr feststellen können. Bis zu einem gewissen Grad gehören in diese Gruppe die sich ändernden oder alternierenden Namen: Kinji njegru->

Hinsichtlich der sprachlichen Fragen fasse ich zum Schluß die Spitznamen aufgrund ihrer sprachlichen Zugehörigkeit zusammen:

Deutsch

149 (61,2%)

Rumänisch

48 (19,8%)

Ungarisch

21   (8,6%)

Ungeklärt

(25(11,4%)

Als deutsche qualifizierte ich auch die Namen, deren umgangsprachliche Variante ungarische bzw. rumänische Spitznamen in der Eleker Mundart sind  , ich qualifizierte hingegen als rumänisch bzw. ungarisch die mit rumänischen oder ungarischen Suffixen versehenen Namen usw.)

 

Die Veränderung des Familiennamens

Im folgenden will ich nur einige charakteristische Züge der Namenmagyarisierung hervorheben. Die vollständige Analyse des Materials der Namenmagyarisierung ist eine außerordentlich weitverzweigte Aufgabe, die weit über den Rahmen meiner Arbeit hinausgehen würde. In Elek macht unter anderem die Aussiedlung die Frage kompliziert, darauffolgend aber das Zurückkehren vieler ausgesiedelten Familien auf den ursprünglichen Familiennamen, oder die Tatsache, daß in zahlreichen Fällen (ab 1945) die verehelichten Frauen ihre Familiennamen änderten und so diese effektiv zu neuen Namen wurden, sie blieben „verborgene" Namen. In dieser Frage stütze ich mich bei meinen Feststellungen auf die Kirchenmatrikeln (diese enthalten zwar nicht alle Namen, aber die meisten sind hier als nachträgliche Eintragungen trotzdem zu finden), und so ergänzte ich mein Material aufgrund der Aussagen von Gewährsleuten. Die Magyarisierung der Namen begann in Elek nach dem ersten Weltkrieg, kam aber bis 1945 nur vereinzelt unter dem geschulten Kleinbürgertum (in erster Linie den Büroangestellten, staatlichen Beamten) vor. Zu massenhaften Magyari-sierungen kam es erst ab 1945. Einige Magyarisierungen fanden sogar nach den Aussiedlungen, ja auch in der jüngsten Zeit statt. So verdoppelte sich fast das Eleker Familiennamenmaterial, da auch die alten Familiennamen nicht verschwanden. Den mir zur Verfügung stehenden Angaben gemäß berührte die Magyarisierung 44 Namen von den als alteingesessen zu betrachtenden Eleker Familien. Die Anzahl sämtlicher neuen Namen beträgt etwa 130-140, aber wegen der schon erwähnten Ursachen ist die effektive Zahl der neuen Familiennamen viel kleiner.

Die überwiegende Mehrheit der neuen Familiennamen zeigt das Bestreben, irgendein Element des ursprünglichen Familiennamens auch im neuen zu bewahren. Eine Möglichkeit dazu bot die Übersetzung des ursprünglichen Namens ins Ungarische aufgrund seiner wirklichen oder gemeinten Bedeutung bzw. Deutung. Solche sind: Braun->Barna; Bayer->Bajor; Jäger->Vadász; Mahler->Molnár, Festő; Post->Posta; Reisz->Rizs; Schmidt->Kovácsi; Walthier->Erdősi; Zöllner->Vámosi. Zu diesem Typus gehört auch der Name Józseffy, der auf dem Spitznamen Sepala eines Zweiges des Wittmann-Geschlechtes beruht.

Andere waren bestrebt die Lautreihe, die Stimmung des ursprünglichen Namens möglichst zu bewahren: Bender->Bende; Braun->Boronás; Hammer->Hamar, Hámori; Jäger->Jávor; Kern->Kemény; Niedermayer->Nádor; Wild->Villányi; Zimmermann->Zimonyi. Die überwiegende Mehrheit begnügt sich mit der „monogrammgetreuen" Magyarisierung unter Beibehalten des Anfangsbuchstabens oder des Anfanglautes des ursprünglichen Familiennamens. Einige Beispiele aus der Gruppe der häufigsten ursprünglichen Familiennamen: Ament->Árpád, Aradi; Braun->Bánó, Bányai, Bihari; Bender->Bánfi, Bányi; Brandt->Bánki, Bánkuti, Bérci; Durst->Dévai, Diósi; Emenet->Eleméry; Hoffmann->Honos; Hammer->Halmágyi; Mahler->Majté-nyi, Marjai, Marosi, Mester, Mosoni; Niedermayer->Nádasi, Nemere; Post->Pintér;

Reisz->Radnai, Radványi, Rátkai, Regős, Reményfi, Róna, Rónai; Ruck->Radnóti, Radványi, Rátkai, Réti, Rónai; Schimpl->Szigetvári; Schneider->Sarlós, Sütő; Schreyer->Szirmai; Singer->Szálai, Szigeti; Strifler->Sárközi, Sebestyén, Sipos, Solymosi, Somló, Somos, Somossi; Tremmel->Tarnai, Temesvári; Walthier->Vas, Végvári; Wittmann->Vági, Váradi, Varsándy, Vermes, Virágos, Völgyes; Zellner-> Zentai; Zielbauer->Zalai, Zemplényi, Zentai, Zilahi, Zolnai, Zombori.

Es gibt auch solche, die sich von der ursprünglichen Form ihrer Namen völlig lostrennen und ihre neuen Namen aufgrund geographischer Benennungen gestalten, mit denen sie oder ihre Familien gar nichts zu tun hatten. Eindeutig sind solche Namen: Almási (Strifler), Bánkuti, Bánkuty, (Ament, Zielbauer), Elekfalvi (Post, Reisz, Ruck), Elekes (Reisz), Farkashalmi (Mahler). Geographische Namen - wie das auch im ganzen Land allgemein ist - sind die Grundlage vieler anderer ungarischer Namen, diesen wandte man sich aber eher wegen der identischen Anfangsbuchstaben und des ungarischens Klanges zu. Es ist kaum wahrscheinlich, daß die Eleker intensivere Kontakte mit den von Elek entfernt liegenden Orten, wie Abony, Déva, Moson, Szigetvár, Zemplén, Zilah usw. gehabt hätten. Über die Fragen der Ursachen der Namenveränderung könnte man sich nur dann mit Sicherheit äußern, wenn man alle betreffenden Familien fragen würde. Die verschiedenen verwandtschaftlichen Verbindungen, der Name der Ahnen usw. könnten in nicht wenigen Fällen die Motive zur Wahl der Namen liefern. Ein Niedermayer motivierte die Wahl des Namens Nádor nicht nur mit der klanglichen Ähnlichkeit, sondern auch damit, daß einer seiner Vorfahren Nándor (Ferdinand) geheißen hatte. Es gibt ziemlich viele magyari-sierte Namen, die von mehreren Familien unterschiedlichen Namens aufgenommen wurden. Neben dem zufälligen Übereinstimmen konnte die Verwandtschaft auf weiblicher Linie auch eine Rolle gespielt haben.

Übereinstimmend mit dem landesüblichen Bild sind die neuen Namen auch in Elek meistens mit dem Suffix -i gebildet. Diese stammen überwiegend aus geographischen Namen. Auch die mit dem Suffix -i gebildeten Derivate sind nicht selten: Bakos (Butzig), Honos (Hoffmann), Hidas (Heilinger), Kincses (Kneller), Regős (Reisz), Sarlós (Schneider, Schlachter), Sipos (Strifler), Somos (Strifler), Vermes (Wittmann), Virágos (Wittmann), Völgyes (Wittmann). Bei der Wahl derartiger Namen sowie derer, die keine Ableitung haben bzw. bei den magyarisierten Namen, die nicht mit den üblichen Suffixen versehen sind - wie außer der schon erwähnten der Berde (Baumann), der Halász (Heilinger), der Kemenes (Kraus), der Marasztő (Mittl) dürfte auch die Auffassung eine Rolle gespielt haben, daß die mit dem Suffix -i gebildeten Namen sofort die Magyarisierung verraten. (Diese wurden spöttisch ironisch „Peng"-Namen genannt.) Wie aber aus den aufgezählten Namen ersichtlich ist, erreichte man oft eben das Gegenteil des gewünschten Zweckes.

Auffallend gekünstelte, an den romantischen Geschmack des vergangenen Jahrhunderts erinnernde Familiennamen gibt es bei den Elekern kaum. (Z. B. Marosmenti [Merksz], Reményfi [Reisz] und nur noch einige.) Das neue Namenmaterial hat auch einen örtlichen Charakter - es weicht von den magyarisierten Namen der anderen deutschen Siedlungen im Komitat ab. Es gibt aber wenig neue Namen, die die örtlichen Eigenartigkeiten, die Persönlichkeit, die Vergangenheit des neuen Namens auch inhaltlich veranschaulichen. Nur einige wählen z. B. die geographischen Namen der Umgebung, die in den Familien überlieferten Taufnamen oder eben die Spitznamen, die auch Variationen ermöglichen. Jedenfalls hat die Gemeinschaft die anfangs ungewöhnten ungarischen Namen aufgenommen, sie gebraucht sie immer öfter auch in der deutschsprachigen Konversation, die zweite und dritte Generation aber findet diese bereits für selbstverständlich. Die neuen Familiennamen hatten nicht im geringen Maß zur Folge, daß im Leben der heutigen Generation auch im Namengebrauch von Elek eine neue Epoche begann.

 

LITERATUR

FEHÉRTÓI, K., 1966. Az úgynevezett ragadványnevekről (Über die sogenannten Spitznamen). MNy VXII, 462-465. Budapest.

FÉNYES, E., 1851. Magyarország geographiai szótara (Ungarns geographisches Lexikon). Budapest.

KÁLMÁN, B., 1969. A nevek világa (Die Welt der Namen). Budapest.

KNIEZSA, L, 1965. A magyar és szlovák családnevek rendszere (Das System der ungarischen und slowakischen Familiennamen). Budapest.

LőRINCZE, L., 1951. Szempontok és adatok személyneveink újabbkori történetéhez. (Gesichtspunkte und Angaben zur neuzeitlichen Geschichte unserer Personennamen). In: Magyar nyelvjárások (Ungarische Dialekte) I, 64-94. Budapest.

MARKÓ, I., 1955. Kiskanizsai ragadványnevek (Spitznamen von Kiskanizsa). Nyr LXXIX, 113— 124. Budapest.

MÁTRAY, J., 1960. Keresztneveink (Unsere Taufnamen). Budapest.

 


  1. Statt des heutigen amtlichen Vornamens gebrauche ich die eindeutigere Bezeichnung Taufname. Vgl. KÁLMÁN, B. 1969.
  2. Die Belege zur Geschichte der Gemeinde stammen aus der Arbeit von Dechant-Pfarrer Dr. Imre CSEPREGI „Über die Kirchengeschichte von Elek". Handschriftliche Arbeit im Eleker römisch-katholischen Pfarramt.
  3. FÉNYES, E. 1851.
  4. Archiv des Eleker Pfarramtes, Prot. Bapt. I. 18.
  5. Vgl. MÁTRAY, J. 1960.
  6. Bei 49 Namen im Steuerregister vom Jahre 1753 erscheint in 10 Fällen der Taufname: Hanzreich. Der Taufname derselben Personen in den Eleker Matrikeln aber ist: Johann Georg.
  7. Vgl. KÁLMÁN, B. 1969, S. 44.
  8. LŐRINCZE, L. 1951.
  9. FEHÉRTÓI, K. 1966.
  10. MARKÓ, I. 1955.
  11. KNIEZSA, I. 1965.
  12. Gewährsleute und ihr Alter zur Zeit des Sammeins: Josef Bánkuty 69, Adam Biroga 83, Andreas Butrig 84, Frau Witwe Braun 68, Luise Hoffmann 52, Franz Nádor 64, Josef Nador 53, Josef Niedermayer 73, Frau Niedermayer 70, Georg Radványi 48, Frau Witwe Radványi 67, Adam Anton Reisz 58, Adam Ruck 84, Frau Ruck 73, Wendel Strifler 70, Frau Witwe Julianna Sátori 93, Franz Völgyes 60, Frau Witwe Elisabeth Wittmann 60.
  13. Archiv des Komitates Csongrád. Archiv der Vizegespanschaft im Komitat Arad  1920-23. Protokoll des Munizipalrates.

 

  
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