Előző fejezet Következő fejezet

MONIKA SCHMIDT - HANS FATUSKA

„Graf und Nonne". Eine Ballade im Spiegel der Zeit

 

Der meistverbreitete Balladentyp des deutschen Sprachgebietes ist die Graf--und-Nonne-Ballade. „Das Lied wird von allen deutschen Volksliedern noch jetzt am meisten gesungen und ist am weitesten verbreitet" - schrieb Franz Magnus BÖHME im Jahre 1877.1 Allein das Deutsche Volksliedarchiv besitzt über zweitausend Aufzeichnungen der Ballade. Nach Hans HELBRON, der 1936 eine Monographie über die Ballade schrieb, soll sie im 14. Jahrhundert entstanden sein.2 Es ist wirklich wahr, daß eine Aufzeichnung aus 1544 ein Textfragment der Ballade mit Singweise - mit Mensura - Notation - enthält:

In den Niederlanden ist das Lied mit gleichem Text (1c stont op hoghe berghen) schon aus dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Varianten der Ballade sind in fast allen Sammlungen, Liederbüchern zu finden. Sehen wir zuerst eine „Graf und Nonne" Ballade aus Gara/Gara (Ung. Batschka) an.

(gesungen von Katharina Wohlfahrt - 1914
gesammelt von Monika Schmidt u. Erika Freund)

 

Ich stand auf hohen Felsen,

Und schau' hinunter ins tiefe Tal,

Sah ich ein Schiffelein schwimmen,

Darinnen drei Grafen war'n.

 

Der jüngste, der darinnen war,

In diesem Schiffelein war,

Der gab seinen Lieben zu trinken,

Den Wein aus seinem Glas.

 

Was zog er aus dem Finger,

Ein' Ring vom feinsten Gold,

Nimm hin du hübsche, du feine,

Das soll dein Gedenkmal sein.

 

Was soll ich mit diesem machen,

Was soll ich mit diesem tun,

Ich bin ein armes Mädtichen,

Hab' Geld weder noch Gut.

 

Bist du ein armes Mädtichen,

Bist du ein armes Blut,

So denk an unsre Liebe, (in Wh.: meine)

Die zwischen uns beide ruht.

 

Ich denk'an keine Liebe

Ich denk' an keinen Mann,

In Kloster will ich's hingehen,

will werden eine Nonn'.

 

Ins Kloster willst du hingehen

Willst werden eine Nonn'

So will ich die Welt durchreisen,

Bis ich ans Kloster ankomm.

 

Ins Kloster angekommen,

Gar leise klopf ich an:

Gebet mir die jüngste Nonn' heraus,

Die zuletzt gekommen ist an.

 

Es ist ja keine gekommen,

Wir gebet auch keine heraus,

So will ich das Kloster erstürmen,

Das schöne Gotteshaus.

 

Endlich kommt sie geflossen,

In einem schneeweißen Kleid,

Ihre Haar'n war'n abgeschnitten,

Zur Nonne war sie's bereit.

 

Was gab sie ihm zu trinken,

In einem Gläselein;

Unter vierundzwanzig Stunden

Schlief er ganz selig ein.

 

Mit ihren zarten Finger'

Grub sie ein Gräbelein,

Mit ihren zarte Hände'

Legt sie ihn selbst hinein.

 

Das Thema dieses sehr alten Liedes ist so sehr allgemeinmenschlich: vorerst ist es der Standesunterschied, der der Liebe zweier junger Leute den Weg verbaut. Die Bilderfolge von hohem Berg, tiefem Tal, und einem Schifflein, „darin drei Grafen", läßt ein frohes Geschehen erwarten. Aber schon in der vierten Strophe zeichnet sich das tragische Thema ab: die Unüberwindbarkeit des Standesunterschiedes zwischen den Liebenden. In mehreren älteren Aufzeichnungen wird die Motivierung ausdrücklich formuliert: als der Graf durch Zutrinken oder durch Überreichen eines goldenen Ringes dem Mädchen seine Liebe bezeugt, antwortet es:

„Ich bin ein armes Mädtichen,

Hab' Geld weder noch Gut."

Doch seine Liebe ist letzlich stärker als alle von Standesdünkel geprägten Überlegungen. Nunmehr aber vereitelt ein anderes Hindernis das Zusammenfinden der beiden: denn als einzigen Ausweg aus der hoffnungslosen Situation erschien dem Mädchen der Gang ins Kloster. Unausweichlich steht der tragische Ausgang hervor: allein der Tod kann das Dilemma lösen.4 Die Ballade hat auch Goethe 1771 im Elsaß aufgezeichnet, die später in Herders „Stimmen der Völker" publiziert wurde. Goethe bemerkt, die Ballade sei von „guter, inniger, zarter Romanzenart, etwas rätselhaft." Die Ballade lautet in Goethes Aufzeichnung so:

 

Ich steh auf einem hohen Berg,

seh nunter ins tiefe Tal,

da sah ich ein Schifflein schweben,

darin drei Grafen saßn.

 

Der allerjüngst, der drunten war,

die in dem Schifflein saßn,

der gebot seiner Liebe zu trinken

aus einem venedischen Glas.

 

„Was gibst mir lang zu trinken?

Was schenkst du mir lang ein?

Ich will jetzt in ein Kloster gehn,

will Gottes Dienerin sein."

 

„Willst du jetzt in ein Kloster gehn,

willst Gottes Dienerin sein,

so geh in Gottes Namen;

deinsgleichen gibts noch mehr!"

 

Und als es war um Mitternacht,

dem jungn Graf träumts so schwer,

als ob sein allerliebster Schatz

ins Kloster gezogen wär.

 

„Auf Knecht, steh auf und tummle dich;

sattl uns beide Pferd!

Wir wollen reiten, sei Tag oder Nacht;

die Lieb ist Reitens wert!"

 

Und da sie vor jens Kloster kamen,

wohl vor das hohe Tor,

fragt er nach jüngst der Nonnen,

die in dem Kloster war.

 

Das Nönnlein kam gegangen

in einem schneeweißen Kleid;

ihr Härl war abgeschnitten,

ihr roter Mund war bleich.

 

Der Knab, er setzt sich nieder,

er saß auf einem Stein;

er weint die hellen Tränen,

brach ihm sein Herz entzwei.5

 

Diese Varianten sind als solche zu betrachten, die der hypothetischen „Urform" der Ballade am nächsten stehen. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich aber bedeutende Veränderungen sowohl im Text, als auch in der Melodie unsrer Ballade vollzogen. Eine wesentliche Änderung der Melodie war, daß die Ballade in einer anderen Tonart (nicht mehr in Moll, sondern in Dur) gesungen wurde, was im vollen Einklang mit der spätmittelalterlichen Entwicklung der deutschen Volksmusik steht. Diese tonale Änderung brachte natürlich auch die Veränderung der Melodie mit sich, obwohl die melodischen Zusammenhänge der älteren und der neueren Fassung zu bemerken sind. Als Beispiel zur neueren Melodie sehen wir jetzt eine Variante unserer Ballade von Liebling (rum. Banat) an:

Ich stand auf hohem Berge

Und sah ins tiefe Tal

Ein Schifflein kam gefahren

Ein Schifflein kam gefahren

Worin drei Grafen warn.6

Wie es erwähnt wurde, ist eine Veränderung des Balladentextes auch vollzogen. In vielen Varianten unserer Ballade werden die ersten Strophen (die Bilderfolge vom hohen Berg, Schifflein, darin drei Grafen...) durch eine einzige Strophe ersetzt, wo das Mädchen die Einhaltung des Eheversprechens ihres Geliebten verlangt:

„Du hast mich wöllen nehmen,

Ja, wenn der Sommer käm;

Nun ist der Sommer kommen,

Du hast mich nicht genommen:

Ach, Lieber, nimm mich noch!"

Diese Strophe wurde einem kurzen 3-Strophen-Lied (also von keiner Ballade) verleiht, dessen erste Textaufzeichnung aus dem Jahre 1580 stammt, in diesem Jahre wurde das Lied duich Jakob Regnart in Nürnberg mit dem Titel „Newe kurtzweilige Teutsche Lieder mit 5 Stimmen" publiziert. Die Melodie wurde schon 1577 in Straßburg als „Ein guter neuer Dantz. Du hast mich wöllen nehmen." erschienen.7 Die neue textliche Fassung der Ballade ist also eine Kontamination aus dem Text eines Liebesliedes und einer Ballade. Die Möglichkeit dieser Kontamination bietet die inhaltliche Übereinstimmung des Ausgangskonfliktes. Solche Kontaminationen sind in der Volksdichtung viel zu finden. Die Varianten dieser neueren Fassung sind im allgemein kürzer: die Handlung entwickelt sich hier schneller. Die neuere Fassung der Ballade soll auf Grund textologischer und musikgeschichtlicher Erwägungen im 17-18. Jahrhundert entstanden sein. Eine sehr schöne Variante dieser neueren Fassung ist die Ballade, die von Josef Ströcker im Jahre 1980 in Niklo/Dunaszentmiklós gesungen wurde. Die Ballade hat eine archaisch gebogene Melodie, einen schlichten reinen Rhytmus, in ihrem Text sind die wichtigsten Eigenheiten der Balladen zu bemerken: die Wiederholung der Textzeilen, die lakonische Formulierung, der Text sind pathosfrei und dramatisch.

Du'st g'sogt du werst mi' neimen

Bis als der Sommer kommt.

Der Sommer, der ist kommein,

Du host mi' ned genommein,

Du host mi' ned genommt.

 

Ins Kloster wüll i' gehein,

Wüll werden ein frommes Kind.

Alle Länder wüll ich ausreisein,

Alle Länder wüll ich ausgehein,

Bis i' dich wiederum find'.

 

Der Ritter reit' am hohen Berg,

Schaut nieder ins tiefi Toi.

Sieht er eine Kloster stehein,

Sieht er eine Kloster stehein,

Wo seine Herzliebste woar.

 

Der Ritter reit' vor de' Klostertür,

Klopfet an mit sein' sülbingen Ring:

- Die olle' junsti Nunne,

Die erst in Kloster ist kommen,

Die soll hervieri tret'n.

 

Die Nunne kommt getretein

Mit ihre schneeweißen Kleid.

Ihre Hoar woar'n ihre geschnittein

Ihre Hoar woar'n ihre geschnittein,

Zur Nunne woar sie bereit.

 

Der Ritter trat si' dreimol um

Und weinet bitterlich.

Bis in eine viert'l Stunde

Ist ihm sein Herz zersprungen

Voll lauter Lieb' und Leid.

 

Kloster wüll mi' loss'n bauen,

Wohl auf den Ritter sein' Grob.

Darinnen wüll ich bleiben,

Darinnen wüll ich wohnen,

Bis an den jüngsti Tod.

(gesammelt von M. Schmidt
und H. Fatuska am 14. 9. 1980.)

 

Diese neuere Fassung der Ballade ist im Ungarischen Mittelgebirge weit verbreitet. Wir zeigen hier noch zwei weitere Varianten von Somor/Szomor und von Tolnau/Vértestolna.

Du host gesogt, du nimmst mi',

Und weinn der Sommer ankommt.   

 ,Der Sommer ist angekommein,

Und du host mi' nicht genommein,

Schein Schotzel nimm mi' nur!

 

Warum soll i' di' deinn neihmein,

Weinn i' di' gor net mog,

/:Du bist mir viel zu arme :/

Und du bist mir viel zu schlecht.

 

Bin ich dir viel zu arme,

Bin i' dir viel zu schlecht,

/: So will ich ins Kloster gehein :/

WüU werdein eine Nonn'.

 

Willst du's ins Kloster gehein,

Willst werden eine Nonn',

/: So will ich die Welt durchreisein :/

Bis i' di' wieder find'.

 

Der Ritter reit' vor ein hohein Berg,

Er reit' vor die Klostertür.

/: - Gibt's heraus die jüngste Nonne :/

Die zuletzt ins Kloster ankommt.

 

Es ist ja keine gekommein,

Wir gebein keine heraus.

/: So will ich das Kloster zerstörein :/

Das schönste Gotteshaus.

 

Die Nonne ist hervorgetretein

Mit ihrein schneeweißen Kleid.

/: Ihre Haare war'n abgeschnittein :/

Zur Nonne war sie bereit.

(gesungen von Katharina Balogh geb.
Wiest gesammelt von M. Schmidt und
H.Fatuska am 5. 2. 1981. in Somor/Szomor)

Du host gesogt, du nimmst mi',

Sopold der Summer kummt.

Der Summer is' gekommen,

Du host mi' nicht genummen,

Schein' Schotzerl, neimm mi' no'!

 

Wie soll i's tenn dich nehmen,

Warum i' di' goar ned mog.

/: Ins Kloster wüll i's gehen :/

Wüll werden ein frommes Kind.

 

Willst du's ins Kloster gehen,

Willst werden ein frommes Kind,

/: Alle Welt will ich ausreisen :/

Bis i' di' wiederum find'.

 

Der Ritter kommt geritten.

Die allerjüngste Nunne,

Die erst in Kloster ist kummen,

Soll tritten do hervier.

 

Die Nunne kommt gegangen

Mit ihr'n schneeweßen Kleid,

/: Ihre Haar'n waren abgeschnitten :/

Zur Nunne war sie bereit.

 

Der Ritter traht si' dreim'l um

Und weinet bitterlich.

/: Sein Herz ist ihm zersprungen :/

Aus lauter Lieb' und Leid.

 

Ist dir's dein Herz zersprungen

Als lauter Lieb' und Leid,

/: Ein Schießlein will i'bauen :/

Zu deine' Sölichkeit.

(gesungen von Anna Piff geb. Schlegel 1903
gesammelt von M. Schmidt am 18. 9. 1980)

Auf Grund der Änderungen des Textes und der Melodie, die sich zwischen dem 14. und 18. Jh. vollzogen haben, können 3 Untertypen der Nonnenballade unterschieden werden:

1.Untertyp A mit den folgenden Merkmalen: alter Text (Berg, Schifflein, Graf), alte Melodie (Moll), Entstehung im 14-15. Jh.

2.Untertyp B mit den folgenden Merkmalen: alter Text und neue Melodie (Dur), Entstehung im 16-17. Jh.

3.Untertyp C mit den folgenden Merkmalen: neuer Text (Kontamination), neue Melodie, Entstehung im 17-18. Jh.

Die Reihenfolge der Untertypen zeigt gleichzeitig die chronologische Entwicklung von Text und Melodie der Ballade. Was aber im Falle der Nonnenballade ganz eigenartig ist: diese Entwicklung brachte nicht das Verschwinden der älteren Fassungen mit sich, die Varianten aller Untertypen sind heute noch zu hören. Die Unterschiede der Varianten der verschiedenen deutschsprachigen Gebiete sind also nicht nur durch geographische, sondern auch chronologische Momente motiviert.

Die geographische Verbreitung der einzelnen Untertypen sind die folgenden:

  1. Die Varianten des Untertyps A sind an den westlichen Randgebieten des geschlossenen deutschen  Sprachgebiets   (Flandern,   Elsaß-Lothringen), sowie in den südostdeutschen Sprachinseln (Karpathenraum, Bessarabien, Dobrudscha, Wolga-Gebiet usw.) zu finden.
  2. Die Varianten des Untertyps B charakterisieren den binnendeutschen Raum und sind auch im historischen Südungarn (Banat, Batschka, Schwäbische Türkei) zu finden.
  3. Die Varianten des Untertyps C sind fast ausschließlich nur in den östlichen und südöstlichen deutschen Sprachinseln zu finden (Slowakei, Galizien, Ungarn usw.).

Es ist sehr interessant, daß im historischen Südungarn Varianten aller drei Typen zu finden sind, in einigen Dörfen gleichzeitig Varianten von Typ A und B> oder von B und C (aber von A und C nie!), in dem Ungarischen Mittelgebirge werden aber - den bisherigen Forschungen nach - eher Varianten des Typs C gesungen.

Aus der geographischen Verbreitung der Nonnenballade ist klar zu sehen, daß eben der Karpathenraum das Gebiet ist, wo alle Untertypen gehört werden können. Diese Tatsache kann mit der Vielfalt der Abstammungsgebiete der Siedler erklärt werden.

Auf dem Gebiet der interethnischen Beziehungen spielt die Nonnenballade auch eine wichtige Rolle. Im ungarischen Balladenschatz ist nämlich ein Balladentyp (Gróf és apáca) zu finden, dessen direkte Verknüpfung mit der Nonnen ballade ohne Zweifel ist. Nach dem ungarischen Balladenforscher L. Vargyas:

,,A magyar szöveg sok helye szinte fordításnak hat a német mellett. Úgy látszik, csehnémet vagy morva vásári énekesek terjesztették el nálunk újabb időkben, valószínűleg ............ a századforduló körül. A dallam............ semmi esetre sem német dallam."8 Der ungarische Balladentext ist wirklich eine fast wortwörtliche Übersetzung des Untertyps A o. B der Nonnenballade, die weiteren Behauptungen von Vargyas sind aber nicht zu bejahen. Die Melodie der ungarischen Ballade ist nämlich mit der Melodie des Untertyps A der Nonnenballade identisch. Wie es schon bei der Verbreitung der Untertypen der Nonnenballade zu sehen war, ist eine Entlehnung aus dem binnendeutschen Raum im 19. o. 20. Jh. unmöglich, da die Varianten dieses Untertyps in diesem Zeitraum nur in Elsaß-Lothringen und in den südostdeutschen Sprachinseln gesungen worden sind. In |ieser Form des Textes und der Melodie (Moll) konnte die ungarische Ballade nur im Karpathenraum entstanden sein, es ist also ein Ergebnis des Einflusses des ungarndeutschen Balladenschatzes auf dem ungarischen. In diesem Zusammenhang ist die ungarische Ballade für die volkskundliche Forschung besonders interessant. Sehen wir jetzt eine „Gróf és apáca" - Ballade an und noch vorher eine Strophe der Nonnen ballade als Vergleich.

Ich stand mal am hochen Berge

Und schaue ins tiefe Tal:

/: Da seh' ich ein Schiffelein schwimmen,

Darinnen drei Grafen war'n. :/

(Aufnahme von J. Künzig u. W. Werner-Künzig aus 1954,
gesungen von Resi Klemm, Kamarasch/Almáskamarás)

 


Egy magas hegytetőről

egy völgybe néztem át.

Ott láttam három grófot,

ki csolnakon halász.

 

Köztük a legifjabb gróf,

ki kormánybiztos volt,

egy szegényebb kislánynak

már régen udvarolt.

 

De a lány igen szegény,

s így el nem vehette.

Zárdába kellett lépjen,

hogy ott elfelejtse.

 

Későn a zárda előtt

megszólal a csengő.

Hol az az új apáca,

aki ma idejött?

 

Ide be nem jött senki,

de ki sem mehetett.

Rátok gyújtom a zárdát,

ha be nem engedtek!

 

Ekkor kijön az a nő

talpig fehérbe,

haja rövidre vágva

és kész apáca lőn.

 

Ekkor a legifjabb gróf

lehúz egy karikát.

- Fogadd el édes lánykám

szívemnek zálogát!

 

Minek nékem a gyűrű,

hisz úgysem hordhatom,

zárdában kell meghalnom,

Ezt biztosan tudom.

 

Ekkor a legifjabb gróf

rohan a haboknak,

ifjú életét adá,

szerelmi zálognak.

(gesungen von Eszter Molnár [geb. 1905]
gesammelt von Hans Fatuska am 28. 4. 1981)

 


  1. BÖHME, Fr. M. 1877. Altdeutsches Liederbuch. Leipzig. Nr. 36. ERK, L.-BÖHME, Fr. M. 1893-1894. Deutscher Liederhort. Leipzig. Nr. 89-90.
  2. HELBRON, H. 1936. Das Lied vom Grafen und der Nonne. Kiel, s. 67-68.
  3. BÖHME, Fr. M., a. a. O., Nr. 36.
  4. HABENICHT, G. 1980. Die Nonnenballade - Zu einem Sondertyp mit vornehmlich ost-und südostdeutscher Verbreitung. Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 23, S. 83 ff.
  5. HERDER, J. G. 1972. Stimmen der Völker in Liedern. Leipzig, S. 13-14.
  6. KÜNZIG, J. 1935. Deutsche Volkslieder aus dem rumänischen Banat. Berlin und Leipzig, S. ÍZ
  7. ERK, L.-BÖHME, Fr. M., a. a. O., Nr. 552a.
  8. VARGYAS, L. 1976. A magyar népballada és Európa (Die ungarische Ballade und Europa), Budapest, 2. Band, S. 622.

 

SCHMIDT MONIKA - FATUSKA JÁNOS

"Graf und Nonne". Egy ballada történeti vizsgálata

A gróf és az apáca balladája az egyik legismertebb és legelterjedtebb német népdal, ahogyan ezt F. M. BÖHME 1877-ben megállapította. A német népdal archívum kétezer feljegyzését tartja nyilván, 1936-ban H. HELBRON monográfiát is készített e népdalról, amely valószínűleg a 14. században keletkezett. 1544-ből töredékes feljegyzések ismertek, a 15. század közepén egy németalföldi variáns is feltűnik (Ic stont op hoghe berghen), későbbi gyűjtemények, daloskönyvek rendszeresen közlik ezt a közkedvelt népdalt.

A szerzők a hazai németek körében ismert variánsokat mutatják be és elemzik. (Gara, Dunaszentmiklós, Szomor, Vértestolna.) Az elemzések eredményeképpen három típust mutatnak be: A) régi szöveg, régi dallam, archaikus, 14-15. századra visszavezethető eredet; B) régi szöveg, újabb dallammal, keletkezése a 16-17. századra tehető; C) újabb szöveg, (kontamináció), újabb dallam, 17-18. századi eredet. A bemutatott ballada esetében sajátos, hogy a három típus - amely egyben időbeli fokozatokat is jelent - a mai napig megtalálható a magyarországi németek körében. A C) típus megléte nem jelenti azt, hogy a régebbi A)-típus már ismeretlen lenne. Csupán földrajzi elterjedésük határozza meg az egyes variánsokat. Az A)-típus elsősorban Nyugat-Magyarországon, valamint a délkeleti német településeken ismert. A B) -típus a Tolna megyei és a bácskai, településekre, valamint a Bánátra jellemző. A C)-típus főleg a keleti és délkeleti területeken vált ismertté (Szlovákia, Galícia, Magyarország).

Tolna és Baranya megyékben mindhárom típus megtalálható. Ez a sokféleség igazolja, hogy a ballada elterjedési területe a Kárpát-medence volt, ahová a telepesek igen sok helyről érkeztek. A ballada az interetnikus kutatások számára is tanulsággal szolgál. A magyar balladakincs is tartalmaz egy Gróf és apáca c. balladát, amelynek kapcsolata az eredeti német népdallal bizonyítható.

 

 

  
Előző fejezet Következő fejezet