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LADISLAUS HEITLER

Bauernhäuser im Bakony: Landschaft und Bewohner

 

Oberhalb des nordwestlichen Plattenseeufers erstreckt sich das Plattenseeoberland. Parallel dazu, nördlich vom Wesprim-Tapolca-Becken, erhebt sich das Bakony-Gebirge und zieht sich bis zum Moorer Graben. Das breite Moorer Tal trennt den Bakony vom Schildgebirge.

Die geographischen Grenzen dieses Gebietes wurden von den Fachleuten in verschiedenen Epochen immer wieder anders gezogen. ELEK FÉNYES (1836) z. B. bezeichnete die Anhöhen des Plattenseeoberlandes als die Ausläufer des Bakony-Gebirges, während einige Jahrzehnte später KÁROLY EÖTVÖS auch das Keszthelyes Gebirge dazu zählte. In späteren Zeiten bezeichneten die Forscher das Keszthelyes Gebirge nicht mehr als Teil des Bakony-Gebirges, im Falle des Plattenseeoberlandes gehen jedoch die Meinungen nach wie vor auseinander.

Die Untersuchung der volkstümlichen Bauweise dieser Gegend bedarf keiner geographischen Argumente und Gegenargumente, da ja die geographischen und die ethnographischen Grenzen nicht immer übereinstimmen. Unsere Erfahrungen sprechen dafür, daß die Volksbauweise im Bakony und im Plattenseeoberland mehr oder weniger einheitlich ist. Fest steht zumindest, daß sich diese Grenzen keinesfalls nach geographischen Gegebenheiten richten.

Weniger geklärt ist jedoch, ob und inwieweit der Bakony und das Plattenseeoberland als ethnographische Einheit betrachtet werden können. Und wenn wir auch die Grenzen der ethnographischen Landschaft - nach Untersuchung der charakteristischen Merkmale - festlegen, bleibt noch immer die Frage offen, welches von den drei Völkern - Ungarn, Deutschen, Slowaken - das geographische Bild dieser Landschaft prägte? Zwar gibt es heute keine krassen Unterschiede mehr, doch vor 1945 waren die einzelnen Dörfer ziemlich geschlossene Gemeinschaften. Selbstverständlich gibt es auch heute noch abweichende Merkmale, doch diese stechen nicht mehr so ins Auge.

Vor 1944 war der Anteil der Deutschen an der Bevölkerung wesentlich größer als heute, ihre Zahl ging infolge der freiwilligen und der Zwangsaussiedlungen bedeutend zurück. In Anbetracht der Zahl und der Rolle des Deutschtums im Bakony und am Plattenseeoberland ist der Forscher gut beraten, den eigenartigen Siedlungsund Bautraditionen der von Deutschen bewohnten Dörfer und Dorfteile größte Aufmerksamkeit zu schenken.

Aus der Vergangenheit

Die ungarischen Belange der Bakonyer Landschaft und des Plattenseeoberlandes reichen in die Zeit der Landnahme zurück. Der Gründer des an den Ausläufern des Bakonygebirges liegenden Dorfes Deutschtewel/Tevel soll der Enkel gleichen Namens des landnehmenden Árpád gewesen sein. In Bakonybél fand auch der Märtyrer Bischof St. Geliert Versteck (1023-1030). Oder denken wir an die Gründungsurkunde der Abtei von Tihany, den ältesten Fund der ungarischen Sprache, und schon ahnen wir, welch reiche und beziehungsreiche Vergangenheit diese Landschaft hat.

In dieser Gegend gab es immer viele königliche Güter, dieser Umstand war bestimmend. Bereits im 11-12. Jahrhundert führen die Chroniken 42 Bakonyer Ortsnamen. Im 15. Jahrhundert gibt es hier 10 Burgen und 194 Ortschaften. Dann kamen die Türken, und das Landschaftsbild änderte sich schlagartig: Die Gegend entvölkerte sich, die Dörfer wurden verwüstet. Die Jahrzehnte nach der Vertreibung der Türken waren die Zeit der Neuansiedlung, des Neuaufbaus, besonders ab 1700, als die Grundherren der Gegend in erster Linie Deutsche ansiedelten, um auf ihren Gütern genügend Arbeitskraft zu haben.

Deutsche wurden angesiedelt durch

  1. die Familie Esterházy in Ácsteszér, Gerisdorf/Bakonygyirót, Veszprém-hidegkút, Oßlop/Bakonyoszlop, Sankt-Iwan/Bakonyszentiván,   Bakonyszombathely, Csót, Föhnenfee/Fenyőfő, Kleinganna/Kisganna, Großganna/Nagyganna. Kup, Kolontár, Pápanyögér, Pápateszér, Sur, Sitsch/Szűcs, Borzavár, Roßbrunn/Lókút und Halimba;
  2. die Zichys in Barnag, Wereschtal/Vöröstó, Herend, Jásd und Großwaschon/Nagyvázsony;
  3. den Zisterzienserorden in Deutschtewel/Nagytevel,   Zirtz/Zirc,   Koppen/Bakonykoppány, Tósokberénd, Wallendorf/Olaszfalu und Polan/Magyarpolány;den Bischof von Wesprim in Waschludt/Városlőd, Kleinludt/Kislőd und Rendek/Ajkarendek;
  4. das Wesprimer Domkapitel in Markau/Márkó;
  5. den Gutsherren Simon Brausner im Marcaltő;
  6. die Familie Batthyány in Eikai/Ajka und Lajoskomárom;
  7. die Familie Somogyi in Debrente/Döbrönte, Jakau/Bakonyjákó und Band/Bánd;
  8. die Familie Ányos in Eßtergar/Esztergar;
  9. die Familie Tarján in Faist/Veszprémfajsz;
  10. die Familien Zámori und Tarján in Tés; ,
  11. die Grafen Nádasdy in Nannau/Bakonynána;
  12. die Familien Horváth in Totwaschon/Tótvázsony;
  13. den Bischof von Raab/Gyor in Romand/Románd;
  14. die Benediktiner von Martinsberg/Pannonhalma in Peterd/Bakonypéterd;
  15. den Paulinerorden von Pápa in Pof wall/Porva.

Der überwiegende Teil der Dörfer wurde mit Deutschen angesiedelt, ausgenommen Sur, Szápár, Öskü, Jásd, Bakonycsernye und Bársonyos, die von Slowaken besiedelt wurden. Wie spätere Zeiten überzeugend unter Beweis stellen, haben die drei Nationalitäten eine abwechslungsreiche, vielfarbige Volkskunst hervorgebracht.

Woher kamen die deutschen Ansiedler?

Nach Deutschtewel/Nagytevel brachten die Zisterzienser 1711 Bauern aus Schlesien und der Krain. Ab 18. Oktober 1717 wurde bereits Matrikel geführt. Die Besiedlung des Dorfes wurde 1719 abgeschlossen. Zu dieser Zeit zählte das Dor 23 Bauern und 27 Kleinhäusler. Pula wurde in den 1720er Jahren bevölkert und zwar durch Schwaben aus Württemberg, obwohl sich die Pulaer nicht für Schwaben halten. Schwaben aus dem zwischen Ulm und Augsburg liegenden Krumbach waren die Ansiedler von Wereschtal/Vöröstó und Barnag (1714), die bereits 1732 eine Pfarre aufzustellen gedenken. Nach Jakau/Bakonyjákó kamen um 1761 Bayern, dann 1765 weitere 20 Familien aus Tirol, der Schweiz und aus Baden. In Tschitschau/Balatoncsicsó und Jakobsfeld/Szentjakabfa siedelte Bischof Márton Biró Deutsche an, deren Abkommen sich für Bayern halten. Von der bayrischen Bevölkerung in Großganna (1748) trennten sich die aus der Markgrafschaft Baden eingewanderten Deutschen, um auf dem anderen Bittva-Ufer Kleinganna/Kisganna zu gründen.

Die Ansiedler erhielten zwar Unterstützung beim Neuanfang, doch konnten sie unter sehr schweren Umständen ihr neues Zuhause schaffen. Der Wirtschaftsfachmann Abraham Warbzig, Mitglied des Zisterzienserordens, der die während der Türkenherrschaft verlassenen Güter des Ordens zu ermessen und zurückzukaufen hatte (vor allem Zirtz und Tewel), schreibt in seinem Bericht vom 17. Oktober 1699 u. a.: „Tewel, eine halbe Meile von Pápa, ist ein verlassenes Dorf, mit den Ruinen der Pfarrkirche, mit einem großen Wald, mit Wiesen und fruchtbarem Boden, mit einem Bach für eine Mühle, es gehört mit vollem Recht zu Zirtz." Das 1619 Pusztatevel genannte Dorf konnte auch Ende des Jahrhunderts nicht allzu viele Einwohner gehabt haben, der erwähnte Bericht konnte jedoch bereits als Erfolg buchen, daß das Dorf 1699 „drei Gulden und 36 Kreutzer Steuer zahlte."

Für das Aufblühen der Dörfer hatten die Deutschen hart zu arbeiten. Wie viele Kraftproben, Erfolge und Mißerfolge, Kummer und Leid widerspiegeln diese Zeilen: „Der erste arbeitet sich tot, der zweite leidet Not, der dritte erst hat Brot." Das Bewußtsein der Stamm- und Schicksalgemeinschaft, die Fähigkeit zur Erforschung und Nutzbarmachung neuer Möglichkeiten waren zur schöpferischen Kraft geworden: Die Siedler konnten in ihrer neuen Heimat Fuß fassen und lebensfähige Dörfer, Gemeinschaften aufbauen.

Wie konnten diese Dörfer gewesen sein? Mit der Authentizität des Zeitgenossen berichtet MATTHIAS BÉL (1684-1749), daß „das Anwesen der Bauern sehr niedrig gebaut ist und nur das Allernotwendigste umfaßt." Derselbe bezeichnete in den 1730er Jahren die Bakonyer als Ungarn, was auch stimmen mag, da die massenhafte Ansiedlung erst später einsetzte.

Selbst nach Verlauf von zwei Jahrhunderten weist die Sprache der Bakonyer Deutschen Unterschiede auf, die auf die Abstammungsorte zurückzuführen sind. Oder sind die Varianten bereits hier entstanden? Was bewahrt ihre Bauweise von den Traditionen der Urheimat? Haben sie überhaupt solche mit sich gebracht und diese den hiesigen Gegebenheiten anzupassen versucht? Was bewahrt mehr, die sprachliche oder die gegenständliche Kultur? Welche ist den Einflüssen mehr ausgesetzt? Gibt es chatakteristische Nationalitätenmerkmale in der Bauweise dieser Gegend? Wenn ja, welche sind diese?

Diese und noch viele andere Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Nur mühsame Untersuchungen können die gemeinsamen und die abweichenden Züge an den Tag fördern, um sofort weitere Rätsel aufzugeben.

Dörfer, Häuser

Die Erforschung der Volksbauweise im Bakony ist kein leichtes Unterfangen, da der Ursprung woanders zu suchen ist. Ich selbst habe meine Forschungsarbeit Mitte der 60er Jahre begonnen und schon damals kein Gebäude vom Anfang der 1700er Jahre gefunden. Der Hauptbalken des ältesten, auch heute bewohnten Ba-konyer Hauses trägt die Jahreszahl 1754 (wobei natürlich nicht auszuschließen ist, daß nur der Hauptbalken aus jener Zeit stammt). Obwohl das Haus im ungarischen Dorf Nyirád steht und typisch ungarische Stilmerkmale aufweist, ist es ein wichtiges Andenken aus der Zeit des großen Schwabenzuges. Solche und ähnliche Steinhäuser konnten die Ansiedler in der von den Türken verschonten, wohlhabenderen Dörfern vorfinden. Alle Räume dieses Hauses öffnen sich auf einen Säulengang. Diese Häuser bezeichnete der Forscher der Volksbauweise dieser Gegend, JÁNOS JANKÓ, in seiner 1902 erschienenen Studie als typisch ungarisch und transdanubisch. Als Gegenstück erwähnt er das deutsche Haus der Gegend, an dem eine Tür zum Betreten dient und alle anderen Räume von innen verbunden sind.

Die ungarische Bauweise, wobei alle Räume je eine Tür haben, läßt sich durch die Art und Weise der Heizung erklären. Die Häuser wurden ohne Rauchfang gebaut, der Rauch entfernte sich durch die Risse des Dachbodens, durch Tür und Fenster. Diese sogenannte Rauchküche ist heute nirgend mehr in ihrem ursprünglichen Zustand aufzufinden (es sei denn als Demonstration), die späteren Generationen bauten offene oder geschlossene Rauchfänge, wahrscheinlich gerade nach dem Beispiel der deutschen Häuser.

Wie einfach wäre es, wenn diese beiden Merkmale - Eingang und Rauchfang - ausreichten, um auf die Nationalität des Erbauers bzw. Eigentümers zu schließen.

Die heute noch stehenden alten Häuser weisen viele gemeinsame Merkmale auf.

Auch in den deutschen Dörfern gibt es die von JANKÓ als typisch ungarisch bezeichneten Laubenhäuser, die reichsten Varianten von Hausfluren findet man gerade in deutschen Dörfern. Gleichzeitig gibt es auch in ungarischen Ortschaften Häuser mit nur einem Eingang und ohne Flur. Beim Häuserbau spielten so viele Faktoren - vorwiegend wirtschaftliche - mit, daß die Orientierung gar nicht so einfach ist.

Bei den archaischen Häusertypen hält JANKÓ auch Zahl, Größe und Form der Fenster auf der Straßenfront für entscheidende Merkmale. Es ist zum Teil mit der Bauweise des Ganges zu erklären, warum die alten ungarischen Häuser im allgemeinen nur ein einziges Fenster hatten, und auch das nicht in der Mitte der Mauer. Der Hauptgrund liegt jedoch in der Dachkonstruktion. Der Längsbalken des Dachgestells stützte sich an beiden Enden auf je eine Gabelsäule. Es standen bei JANKÓ's Forschungen noch viele Originalfunde zur Verfügung, um die typischen Merkmale der ungarischen und der deutschen Bauweise auseinanderzuhalten. Ich habe nur mehr ein einziges Haus mit Gabelsäulen in der Umgebung von Bakony, in Malomsok, gefunden, das 1979 abgerissen wurde, weil die Mauern einzustürzen drohten, die Gabelsäulen aus Eiche hätten jedoch noch weiß Gott wie lange gehalten. Der aufmerksame Dorfbesucher entdeckt jedoch auch heute noch ähnliche, die alte Bauweise nachahmende Häuser.

Mehr Erfolg verspricht das Betrachten der Wirtschaftsgebäude, insbesondere der Keller und die Preßhäuser in den Weinbergen. Nicht selten findet man solche aus den 1800er Jahren. In einem Weinkeller in Jahrmarkt/Gyarmat z. B. fand ich eine riesige Weinpresse aus Holz mit der Jahreszahl 1774. Die Weinpressen und sonstigen Gefäße überlieferten oft auch die - meistens deutschen - Namen ihrer einstigen Besitzer.

Die Wirtschaftsgebäude verwahrten mehr Originelles als die Wohnhäuser, da sie mehr der praktischen Logik und dem Geschmack der Erbauer folgten. Nämlich im 18. Jahrhundert, zur Zeit der massenhaften Einwanderung der Deutschen, wurden für die Art und Weise des Häuserbaus Kameralentwürfe erbracht, um die Bauweise möglichst zu vereinheitlichen. Wo folgte man diesen Anweisungen? Was bewahren die heute noch stehenden Häuser von diesen Entwürfen? Inwieweit beeinflußten sie die örtlichen Bautraditionen, das an Ort und Stelle befindliche Baumaterial, das Gelände, das fachliche Können und andere Umstände?

Die landschaftlichen Gegebenheiten werden bestimmt eine ausschlaggebende Rolle in der Wahl der Bauweise gespielt haben. Beim Besuch der Bakonyer Dörfer fällt sofort auf, daß diese meistens aus einer Straße bestehen. Auch wenn inzwischen mehrere Straßen und Gassen entstanden, ist das ursprüngliche Straßendorf leicht zu erkennen. Dieses Dorfgebilde ist vor allem für die deutschen Ortschaften kennzeichnend, da diese meistens an Stelle von völlig verwüsteten Dörfern entstanden.

Gibt es Unterschiede bei den Menschen verschiedener Nationalität in der Wahl der geographischen Lage, der landschaftlichen Gegebenheiten? Wie läßt sich erklären, daß die deutschen Dörfer meistens in Tälern, oft an Bächen entlang entstanden? Welche örtlichen und welche Nationalitäten-Charakteristiken weisen die in dieser Gegend häufigen Straßendörfer auf?

Die deutschen Dörfer - beispielsweise Markau, Wereschtal, Pula, Deutschte-wel, Kleinganna - waren (sind) wie Festungen von Scheunenreihen umgeben, was man sonst in ungarischen Dörfern nicht bzw. kaum sieht. Warum findet man selbst in den waldreichsten Bakonyer Gegenden keine Holzbauten? Oder gab es solche in der Ansiedlungszeit der ersten Deutschen, die doch aus Gegenden kamen, in denen man beim Häuserbau mit Vorliebe Holz benutzte. Aus diesen Anfangszeiten haben wir keine Baudenkmäler. Oder stieß die Bewahrung der Traditionen schon damals auf Hindernisse? Eine Frage ergibt die andere.

Bei der Untersuchung des Dorfbildes ist desweiteren zu ergründen, ob die Erbauer des Hauses die Eigentümer selbst waren oder aber Baumeister. Die Eigentümer nämlich folgten mehr den überlieferten Bauweisen, während die gelernten Meister doch immer etwas Neues, etwas Abweichendes einführen wollten.

Besonders abwechslungsreiche Varianten weisen die Hausfluren, Gänge und Lauben auf, mit einem unvorstellbaren Formenreichtum der Säulen, Bogen, Balken und der Zierelemente. Alles hatte nicht bloß praktische, sondern auch ästhetische Funktionen.

Die Straßenfront galt vorwiegend der Außenwelt, der Gesellschaft; sie repräsentierte Haus und Bewohner. Welch ein Reichtum an Zierelementen an Fenstern und Mauern, mit Namen und Jahreszahlen, mit Vogel-, Menschen- und Blumenmotiven! Welchem Zweck dienten diese Verzierungen in kleinen Dörfern, wo man sich doch ohnehin gut kannte? Oder handelt es sich um uralte Bräuche und Sitten?

Haben die historischen Bauweisen, verkörpert in der hohen Kunst der gelernten Architekten, die Volksbauweise beeinflußt? Welche Bedeutung hatte in diesem Einfluß das bewußte Anwenden des Neuen, welche Rolle spielte das neben den Baumeistern arbeitende Gehilfe, die einfachen Dorfmaurer und Hilfsarbeiter, die das anderswo gesehene auch zu Hause, im eigenen Dorf einführen wollten? Daß es solche Einflüsse und Übertragungen gab, davon können wir uns u. a. in Wereschtal, beim Betrachten der dortigen Kirche und der Verzierungen an den Häusern überzeugen.

Ähnliche Motive, Formen und Zierelemente kann man auch an Stühlen, Man-gerln, Rasierzeugbehältern und anderen Gebrauchsgegenständen entdecken. Welche Verwandtschaft besteht wohl zwischen dem architekturellen Erscheinen eines Bakonyer Stuhles und einem barocken oder klassizistischen Bauernhaus? Welche Rolle spielten der kollektive Geist und der individuelle Ideenreichtum? Welche sind die speziellen Merkmale der verschiedenen Volksgruppen, der Ungarn, Deutschen und Slowaken?

Auf all diese Fragen Antwort zu geben, kann nicht die Aufgabe dieses kurzen Beitrages sein. Ich wollte lediglich andeuten, welche Werte die Bewohner dieses kleinen transdanubischen Landstrichs in der Bauweise zustandebrachten. Diese Werte gehen jedoch allmählich verloren. Meine Möglichkeiten erlauben mir nur, die aufbewahrenswerten Andenken dem Wort und dem Bild anzuvertrauen.

 

Pula (1979), Straßendorf, links die Scheunenreihe

 

Pula (1976), Straßenseite

 

Geridorf/Bakonygyirót (1976)

 

Häuser in Polan/Magyarpolány (1976)

 

Kellerreihe in Jahrmarkt Gyarmat (1976)

 

Waschludt/Városlőd (1974)

 

Waschludt/Városlód, Haus aus 1874

 

Großwaschon/Nagyvázsony, Dorfmuseum (1975)

 

Großwaschon, das ehemalige Schumacher-Haus, heute Dorfmuseum

 

Rendek/Ajkarendek, barocker Giebel (1976)

 

Beleschke/Bakonypölöske (1975)

 

Rendek, das sog. Tulpenhaus (1975)

 

Deutschtewel/Nagytevel, Haus in der äußeren Gasse (1979)

 

Nyirid, Wohnhaus aus 1754.

 

Jeder Raum hatte einen eigenen Eingang, man sieht auch die gut erhaltenen Pfeilerbogen.

Malomsok, Haus mit Gabelsäule (1976)

 

Wereschtal/Vöröstó, Haus mit einem Eingang, mit symmetrisch angeordneten Fenstern und mit der quer stehenden Scheune an der Hofgrenze (1974)

 

Waschludt/Városlőd, doppelte Sdwune aus 1874

 

Debrente/Döbrönte, Haus im Unterort des Dorfes mit dem Säulengang (1975)

 

Pula, Giebel aus 1884

 

Jakau/Bakonyjákó, Verzierung von einem Blindfenster (1975)

 

Jepschi/Bakonygyepes, Giebel aus 1926(1979

 

Polan/Magyarpolány, Fensterverzierungen (1974)

 

Putzverzierungen in Debrente/Döbrönte (1976)

 

LITERATUR

JANKÓ, J. 1902. A Balaton melléki lakosság néprajza. (Volkskunde der Bewohner der Plattenseegegend).

KISS, A. 1979. Bakonyjákó története. (Die Geschichte von Jakau.) Handschriftliche Facharbeit.

SCHWEIGHOFFER, J. G. 1969. Rede auf der festlichen Ratssitzung von Deutsch-tewel, anläßlich des 250. Jahrestages der Neugründung des Dorfes.

SZENDI, Gy. o. j. Pulaer Volksbräuche. (Beitrag zu einem Preisausschreiben.)

VAJKAI, A. 1959. A Bakony néprajza. (Die Volkskunde des Bakony.) Budapest.

 

HEITLER LÁSZLÓ

Bakonyi parasztházak: a táj és lakói

A Balaton északnyugati partvonalával párhuzamosan helyezkedik el a Balaton felvidék. Vele párhuzamosan, a Veszprém-Tapolca törésvonalban kialakult medencétől északra találjuk a Bakony hegységet, amely a Móri árokig húzódik. A széles móri völgy a Vértes hegységtől választja el a Bakonyt.

A terület földrajzi határainak kijelölését a különböző korok szakemberei eltérően oldották meg. FÉNYES ELEK a Balatonmellék hegyeit, néhány évtizeddel később EÖTVÖS KÁROLY a Keszthelyi hegységet is bakonyinak tekintette. Az újabb kutatások a Keszthelyi hegységet nem sorolják a Bakonyhoz, a Balaton-felvidék odatartozását illetően pedig megoszlanak a vélemények.

E vidék népi építészetének tanulmányozásához nincsen szükség a földrajzi érvek és ellenérvek tüzetes vizsgálatára, mivel a néprajzi tájegységek nem mindig egyeznek a földrajziakkal. A szerző felmérései alapján a népi építészet kisebb megszorításokkal egységesnek mondható a Bakony és a Balaton-felvidék körzetében. Annyi mindenképpen állítható, hogy a határok elmosódottak, és nem köthetők egyértelműen földrajzi határokhoz.

Nem tisztázott, hogy a Bakony és a Balaton-felvidék mennyiben tekinthető néprajzi egységnek. S ha a legjellemzőbb jegyek összegezése után megállapíthatók is a néprajzi táj határai, még mindig kérdéses marad, hogy milyen nemzetiségű népcsoport néprajzáról van szó, mivel a terület lakossága három nyelvet beszél. A táj falvait magyarok mellett németek és szlovákok is lakják. Ma már elmosódóban vannak a különbségek, 1945 előtt azonban elkülönültek egymástól a három nyelv valamelyikét beszélő közösségek. A falvakat járó kutató ma is megtalálja még az eltéréseket és egyezéseket. A változást hozó évtizedek nem tüntették el nyomtalanul a két és fél évszázad során kialakult sajátos kultúrát, a hagyomány megtartó erejére ma is számíthat a kutató.

1944 előtt más volt a népesség aránya, a német lakosság aránya jóval magasabb volt a mainál, az önkéntes áttelepülések s a későbbi kitelepítések erősen apasztották. A bakonyi és balaton-felvidéki németség számát és szerepét tekintve nem alaptalan a szerző vizsgálódása, melynek során a két táj falusi építészetét tanulmányozva megkülönböztetett figyelmet fordít a német falvak és falurészek sajátos települési és építkezési szokásaira.

 

 

  
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