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ANDREA KISZT

Deutschsprachige Grabinschriften in der Branau/Baranya

 

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, einen Teil der Ergebnisse einer auf dem Gebiet der Schwäbischen Türkei durchgeführten, vor fünf Jahren begonnenen Sammelarbeit deutschsprachiger Grabinschriften bekanntzugeben. In der Arbeit sollen die Grabinschriften aus etwa 30 von Ungarndeutschen bewohnten - wenn auch der ethnischen Zusammensetzung nach nicht immer rein deutschen - Ortschaften der Branau/Baranya behandelt werden. Die Auswahl der Ortschaften erfolgte bislang zwar weitgehend willkürlich, jedoch mit der langfristigen Zielsetzung, alle Friedhöfe in ungarndeutschen Siedlungen zu untersuchen. Da die in Stein gemeißelten, gravierten oder geritzten Grabinschriften einen beträchtlichen Teil der kaum noch erhalten gebliebenen ungarndeutschen Schriftlichkeit der ländlichen Gegend bis etwa 1950 darstellen, ist es von besonderer Wichtigkeit sie festzuhalten. Die Grabsteine, und auf ihnen die Grabinschriften, als letzte Nachrufe unserer Ahnen, verschwinden langsam durch saure Regen, durch Erosion und leider auch durch den häufigen Wandalismus.

Die Aufgabe der Festhaltung und Archivierung der Inschriften und der auf den Steinen vorhandenen Motive stellen einen oft vor eine schwere, ja fast hoffnungslose Aufgabe. Viele der Inschriften sind kaum lesbar und gerade die ältesten Steine - da das Grab von den Angehörigen nicht mehr gepflegt wird - sind wegen mangelndem Denkmalschutz der Gefahr der Sanierung ausgesetzt.

Bei der Sammlung der Inschriften sind so die sprachlichen (grammatischen und orthographischen) wie auch die formalen Merkmale beibehalten worden (Zeilenbruch usw.). Festgehalten sind aber nicht nur die Verse selbst, sondern auch der Name des Verstorbenen, die Jahreszahl - also alles, was auf dem Stein vorzufinden war. Untersucht werden soll in dieser Arbeit vor allem die Thematik der Inschriften, aber auch manche sprachliche Besonderheiten sollen erörtert werden. Die in der Arbeit behandelten Inschriften entstanden in der Zeit zwischen etwa 1750 und 1950, der Hauptakzent soll aber wegen ihrer relativen Häufigkeit auf die Inschriften nach 1850 gesetzt werden. Zur Hilfe gezogen werden auch mündliche Mitteilungen folgender Gewährsleute:

Name Beruf Geburtsjahr
Elisabeth Becker, geb. Kretz Köchin 1944
Theresia Bitter, geb. Fuchs Hausfrau 1938
Anna Kiszt, geb. Sinovszky Näherin 1930
Magdalena Schenk, geb. Schmidt Amtsgehilfe 1929

 

ALLGEMEINES ÜBER FRIEDHÖFE UND ÜBER DIE GRABSTEINSTELLUNG

Der Totenkult spielte so wie in allen Kulturen auch bei den Ungarndeutschen eine wichtige Rolle. Die Friedhöfe wurden nicht nur als ein Ort der letzten Ruhestätte angesehen, sie galten auch als der geweihte und geheiligte Sitz der Ahnen. In älterer Zeit waren die Friedhöfe um die Kirchen angesiedelt, daher auch die Benennung 'Kirchhof' (Kirichhof). Im späteren wurden sie auf einem für landwirtschaftliche Bebauung weniger geeigneten Gebiet, an einem steilen Hang angelegt. Grund für die Ansiedlung der Friedhöfe an höher gelegenen Orten war aber keinesfalls nur wirtschaftliches Bedenken, denn die Ahnen übten dem Volksglauben nach auch eine Art Beschützerrole aus, so strebte man danach, daß sie von dem Ort ihrer letzten Ruhestätte auch das Dorf gut "sehen" und somit auch beschützen können. Die Anordnung der Gräber war in den Friedhöfen nicht willkürlich, die gesellschaftliche Hierarchie widerspiegelte sich auch im "Dorf der Toten". In den meisten Fällen wurde den Kindern und den jung Verstorbenen ein separater Platz aufrech-terahlten, dieser lag oft in der Mitte des Friedhofes (z. B. in Feked, Deutschboja/Bóly), so wurden die Kindergräber praktisch von den Gräbern der Erwachsenen "umarmt", selbst im Tod eine Art Schutz gewährend.

Als "letzte Gabe" der Hinterbliebenen wurde den Verstorbenen ein Grabstein gesetzt, der meistens auch mit einem kurzen Spruch versehen wurde. Die frühesten Zeugnisse deutschsprachiger Grabinschriften auf dem Gebiet des historischen Ungarns stammen bereits aus dem Mittelalter. Als Beispiel dafür sind die Grabschriften der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angesiedelten deutschen Bürgern von Házsongárd in Klausen-burg/Kolozsvár zu erwähnen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat Ferenc Jánosi mehr als 40, lateinisch-, ungarisch- und deutschsprachige, in die Klausenburger Burgmauer eingesenkte Grabsteine vorgefunden, die als letzte Zeugen des bis Ende des 17. Jahrhunderts in der ungarischsprachigen Umgebung aufgegangenen mittelalterlichen Deutschtums gelten. Auch in dem im Jahre 1585. errichteten und nicht ohne Grund berühmten Friedhof von Házsongárd sind deutschsprachige Inschriften vorzufinden, diese stammen aber schon aus der Zeit der Ansiedlung während der Habsburger-Herrschaft (Herepei 1988: 412).

Ein zahlenmäßig besonderer Zuwachs an Inschriften in deutscher Sprache erfolgte nach der Ansiedlung der Deutschen in Ungarn nach der Türkenherreschaft. Die in unserer Region vorhandenen deutschen Grabmäler dieser Zeit weisen eine eindeutige Ähnlichkeit mit den auf deutschem Sprachgebiet vorzutreffenden mittelalterlichen Grabsteinen auf (s. Abb. 1). Die mittelalterlichen Grabmotive haben sich im Umfeld von Fulda, Schwalm, Hessen usw. bis in das 17. Jh. kaum verändert, so haben die Steinmetze (Staametz) diese mitgebrachten Traditionen auch in Ungarn, in der neuen Heimat weitergeführt (vgl. Imre 1997:59)1. Anhand der auf mehreren Friedhöfen durchgeführten Untersuchung kann man feststellen, daß sich diese ersten erhalten gebliebenen Denkmäler so in der Form wie auch in der Beschriftung und im verwendeten Material von den später errichteten deutlich unterscheiden. An diesen archaischen, bewundernswert schönen, überwiegend aus Sandstein angefertigten Grabsteinen (Groopstaa) findet man am Querbalken des Kreuzes meistens nur den mit lateinischen Buchstaben eingemeißelten Namen des Verstorbenen und das Sterbejahr neben bescheidenen Zierelementen.

Ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts bis knapp zur Mitte des 20. Jahrhunderts überwiegt auf den Grabsteinen die Frakturschrift. Festgehalten werden in dieser Zeit nicht mehr allein nur der Name und die Jahreszahl, sondern es erscheinen immer öfter Texte auf den Steinen, die den Nachruf oder den Ausdruck der Trauer der Hinterbliebenen darstellen. Vorkommen können dabei auch die Schilderung der Umstände bzw. der Ursachen des Todes als persönliches Schicksal. Es gibt Verse, Reimpaare, die sehr häufig und überregional, fast als obligatorische Floskel vorkommen. Dabei ist jedoch ein Wunsch nach Unikalität festzustellen; das heißt, daß man innerhalb eines Friedhofs nur selten im Wortlaut identische Grabinschriften (Gropvers) findet. Allgemein läßt sich feststellen, daß die Grabsprüche auch die Einstellung der damaligen Menschen dem Tod gegenüber zum Vorschein bringen. Man trifft nur sehr selten solche Verse vor, die sich gegen das Schicksal auflehnen, die Hinterbliebenen versuchen bei Gott Trost zu finden, und hoffen auf ein Wiedersehen im ewigen Leben. Die tief verwurzelte Religiosität, als ein wichtiges Charakteristikum der Ungarndeutschen, läßt sich in fast allen Grabversen nachvollziehen.

Verändert haben sich mit der Zeit aber nicht nur das Schriftbild und die Textgestalt, sondern auch die Form und das verwendete Material der Steine. Die frühesten Grabsteine wurden in der Regel aus Sand- oder aus Kalkstein hergestellt, aber ab Mitte des 19. Jahrhunderts erscheinen auch beim sich etablierenden, wohlhabenden Bauerntum die Qualitätssteine wie Marmor und später Granit (s. Abb. 2). Der sich langsam herauskristallisierende Geschmack einer neuen Friedhofskultur läßt auch neue Zierelemente und Zierstoffe an den Grabmälern erscheien, so findet man sehr häufig die Verwendung von Ziergegenständen aus Keramik bzw. Porzellan auf den Gräbern vor (s. Abb. 3-4). Die ersten Grüfte stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Oft werden diese mit einem kunstvoll geschmiedeten eisernen Zaun (s. Abb. 5) umgeben.

Wie schon erwähnt, variiert auch die Form der neu errichteten Denkmälern immer mehr. Die früher beliebten und wahrscheinlich allgemein verbreiteten, oft aus einem Herz herauswachsenden, in einem Dreiblatt endenden Kreuze der ersten Kolonisten (vgl. Imre 1997: 52) (s. Abb. 6) werden ca. ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts von neuen Formen abgelöst. In diesem Zug wird die einfache Kreuzform durch ein erweitertes Textfeld ergänzt, was den angestiegenen Anspruch auf mehr Fläche für Schrift- und Ziermöglichkeit signalisiert (s. Abb. 7-9). Auch die dargestellten Motive werden (wohl als ein Zeichen der kulturellen Wechselwirkung zwischen den hier lebenden Volksgruppen) von einer immer größeren Vielfalt geprägt. Während dessen verschwinden aber manche archaischen Symbole völlig.

Der angestiegene Anspruch der ländlichen (wie auch der städtischen) Bevölkerung auf eine immer mehr auf Qualität ausgerichtete Grabmalerrichtung ist sehr eng mit der technischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts verbunden. Diese Entwicklung hat zwar die ländliche Gegend nur sehr zaghaft erfaßt, aber mit der immer größer werdenden gesellschaftlichen Mobilität bildet sich auch in den entlegenen, kleinen Orschaften ein "bürgerlicher Geschmack" heraus. So erscheinen auch in den Dörfern der Schwäbischen Türkei die ersten Grabsteine bekannter Fünfkirchner Steinmetzfirmen (Piacsek, Schusnik), es ist aber bemerkenswert, daß auch Steine aus weit entlegenen Ortschaften in die Branau geliefert wurden, so zum Beispiel aus Esseg/Eszék und Budapest. Die Meister hatten so mit der Zeit einem immer breiter werdenden Publikum im Geschmack gerecht zu werden, man denke nur an die zahlreichen ethnischen Gruppen auf dem Gebiet der Österreich-Ungarischen Monarchie.

Dem Aufblühen dieser sehr vielseitigen Friedhofskultur setzte der zweite Weltkrieg leider ein Ende. Die allgemein bekannte politische Einstellung den Minderheiten gegenüber ließ so die deutschen wie auch die kroatischen, serbischen und jüdischen Grabinschriften "aus der Mode gehen". Nach dem zweiten Weltkrieg findet man auf den Gräbern immer öfter die ungarischen Grabverse vor, selbst die Namen stehen schon ungarisch auf dem Stein.

Auch die Form der Steine hat sich geändert. Diese Tatsache hängt stark mit der Industrialisierung des 20. Jahrhunderts zusammen. Die Handarbeit der Steinmetze, die kunstvoll gehauenen, individuellen Zierelemente verschwinden, statt dessen trifft man die eher nach einem einheitlichen Geschmack errichteten Denkmäler vor, die mit Maschinen hergestellt werden (s. Abb. 10). Die Frakturschrift wird von der lateinischen Schrift abgelöst, nur sehr vereinzelt findet man noch Gräber mit einer deutschsprachigen Inschrift.

 

ANALYSE DER VORGEFUNDENEN INSCHRIFTEN

Die Inschriften von ca. 1750-1850

Die Inschriften als sprachliche Zeichen auf den Grabsteinen stellen ein sehr weites Untersuchungsfeld dar. Sie gewähren den Betrachtenden nicht nur in vergangene Zeiten einen Einblick, sondern sie geben auch über das Leben des Eizelnen Auskunft. Bei der Untersuchung der Inschriften ist es empfehlenswert, eine zeitliche Aufteilug vorzunehmen, da sich die frühesten Grabsteine von 1750-1850 - wie bereits oben erwähnt - so ihrer Form nach, wie auch der Art ihrer Beschriftung nach deutlich von den späteren absondern. Es muß betont werden, daß es sich im Falle der frühesten Inschriften nicht um zusammenhängende Texte handelt, es sind meist nur kurze Sätze, im Unterschied zu den späteren Grabversen. Wegen der Kürze der Inschriften kann in diesem Fall nur eine formale und sprachliche Analyse durchgeführt werden. Die Zahl der aus dieser Zeit vorgefundenen Inschriften ist sehr gering, sie verdienen aber wegen ihren markanten Charakterzügen doch eine Erwähnung.

Der Schriftart nach handelt es sich bei den frühesten Grabsteinen noch nicht um die Frakturschrift, denn diese wird erst ab 1850 vorherrschend. Die ältesten Steine sind ohne Ausnahme mit lateinischen Buchstaben beschriftet, die ihrer Form nach sehr archaisch sind. Da die frühesten Grabmale meistens die Form eines Kreuzes haben, so bieten sie keine größere, zur Beschriftung geeignete zusammenhängende Fläche. Demzufolge steht der Name des Verstorbenen in der Regel am Querbalken des Kreuzes oder noch weiter oben. Die Worttrennung befolgt keine grammatische Regel, die Form des Grabsteins bestimmt auch den Zeilenbruch, so können die Wörter willkürlich, an allen Stellen getrennt werden. Meistens geht dem Namen das am oberen Ende des Längsbalkens stehende Christusmonogramm IHS vor, das als Abkürzung für Jesus Hominibus Salvator (= Jesus, Erlöser der Menschen) bzw. für In Hoc Signo (= In diesem Zeichen ...) verstanden wird (vgl. Soltész 1998: 8).

Die Angabe der Namen bietet auch einen interessanten Untersuchungsgegenstand. Es sind nämlich oft veraltete sprachliche Formen wie z. B. das Suffix -in, eine Endung bei Frauennamen vorzufinden. Schöne Beispiele dafür finden wir u. a. im Friedhof von Na-dasch/Mecseknádasd.:

1742

HIER LIGT BEGRA

BEN EL1SABETA HAR

TLININ

IHS

Die Endung -in nach den Frauennamen wurde generell bei allen Personen weiblichen Geschlechts verwendet, ohne Hinsicht auf den Familienstand. Dies unterstützen zwei weitere Beispiele ebenfalls aus Nadasch aus den Jahren 1822 und aus 1828:

Hier rutt in Gottes Hand

ANNEMARIA PACHIN

Gebirttige Mejerin Gelebt

Mit ireh Man Adam Fach 8 Jahr Gestorben

den 11 August in Jar 1822

alt 28 Jar

*

SHI

Hier ruht

THÄRESIA HAMBER

GERIN gestorben den 8

Hornung 1828 alt 19 Jahr

Zu bemerken ist jedoch, daß diese Form in der Schriftlichkeit nur bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lebendig blieb, mündlich wurde die Form aber bis in das 20. Jahrhundert beibehalten.

Weitere sprachliche Merkmale der ältesten Texte sind, wie es wir am obigen Beispiel beobachten können, die archaischen Benennungen der Monate, Härtung für Januar, Hornung für Februar usw. Anhand der bisher gesammelten Beispiele kann man feststellen, daß die deutsche Bennenung scheinbar nur für den Monat Februar beibehalten wurde, sonst treffen wir die lateinischen Monatsnamen vor.2 Auf den frühesten Steinen ist auch oft das lateinische anno vor der Jahreszahl vorzutreffen. Die lateinische Form wird ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die deutsche Entsprechung im Jahre ersetzt.

Ein in erster Linie wegen der Inschrift besonderes Grabmal finden wir in We-mend/Véménd aus dem Jahr 1802. Auf diesem wird nicht nur der Name und das Sterbejahr des Verstorbenen vermerkt, sondern auch sein Geburtsort:

Hier Ruht in Gottes hand

JOHAN ASSMAN war

alt 60 Jahr

Gestorben

den 4 Februar 1802

geb. 1742 in Fuldau

Deutschland

Obwohl die Arbeit nicht die Untersuchung der auf den Steinen vorzufindenden Ziermotive und sonstigen Symbole zum Ziel hat, sollte man es an dieser Stelle erwähnen, daß an den frühesten Grabmälern nicht selten auch ein Zeichen angebracht wurde, das auf den Beruf des Verstobenen hingedeutet hat. Als Beispiel dafür sind u. a. das Mühlrad zu erwähnen, als Wahrzeichen der Müllermeister. Gräber mit diesem Symbol versehen findet man u. a. in Nadasch (vgl. Schraub 1997: 42). Auch für einzelne Handwerke typische Werkzeuge können an den Grabsteinen als ein Hinweis auf den Beruf des Verstorbenen erscheinen. Auf einem Grabstein in Wemend aus dem Jahr 1781 finden wir ein Beil dargestellt (s. Abb. 6), das als ein Werkzeug des Zimmermannes zu deuten ist.3 Auf den Beruf des Verstorbenen können wir auch in den Inschriften Hinweise finden. Hingegen der symbolischen Darstellung des Berufs ist bemerkenswert, daß in solchen Fällen vor allem Gelehrtenberufe oder Titel genannt werden:

Hier ruhet an Seite der Gattin

auch der gute Gatte

AMBROSIUS BRUNO STURM

Herrschaftlicher Kellermeister

gestorben im 42 Jahr seines Alters

den 9. Maertz 1831                                (Deutschboja/Bóly)

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verschwinden zwar die Bildsymbole für die Berufe, an den Grabmälern wird aber gelegentlich der Beruf oder der Titel in der Gesellschaft in Rang oder Bildung höher gestellter Personen weiterhin schriftlich festgehalten.

Hier ruhet PHILIPP SZOMMER

Schullehrer und Organist

geboren in N. Boly den 13. Juni 1807.

und eben da in derselben Eigenschaft

nach 51 jahriger ununterbrochener activen

Amtsführung -(...)

gestorben den 7. März 1878 (...)

Lob seiner Biederkeit!

Segen seinen Werken!(Deutschboja/Bóly)

 

DIE GRABINSCHRIFTEN VON 1850-1950

Allgemeine Charaktäre

Das Aufblühen der Inschriftenliteratur in den ungarndeutschen Friedhöfen ist ungefähr auf die Zeit nach 1850 zu datieren. Der zunehmende Wohlstand der bäuerlichen Bevölkerung auf dem Lande läßt sich auch am Friedhof messen, wo immer aufwendigere Grabsteine erscheinen. Die Zunahme an Größe der Steine läßt auch ein größeres Textfeld zu, so entsteht der Bedarf auf längere Inschriften, die meist als letzter Nachruf gelten sollen. Die Inschriften sind zum Teil das Produkt eigener Kreativität, was auch die oft fehlerhafte Orthographie bezeugt, die Steinmetze verfügten aber auch über gedruckte Vorlagenbücher, denen sie sich bei der Gestaltung der Texte bedienen konnten (Frey 1988: 36). Langsam kristallisierte sich eine Tradition heraus, die die Anordnung der Textstellen bestimmt hat, dabei trachtete aber ein jeder nach einem individuellen Zug in den Grabgedichten.

Die Inschriften können nach ihrer Thematik gruppiert werden. Die einzelnen Themengruppen verfügen über zahlreiche Varianten, davon sollen die prägnantesten und interessantesten behandelt werden. Die nach 1950 entstandenen Inschriften werden nur dann untersucht, wenn sie besondere, für die vorgenommene Analyse prägnante Merkmale aufweisen.

Unter den Inschriften finden wir einige, die fast als obligatorische Floskeln in allen Friedhöfen vorkommen. Diese sind meist wegen ihrer Allgemeingültigkeit so sehr verbreitet. Genannt werden in diesen Texten die hinterlassenen Familienmitglieder, die um den Verstorbenen trauern und die das Grabmal errichten ließen:

Tief betrauert von Ehefrau, Kindern, Eltern und Großeltern

In den Inschriften kommen entweder die Angehörigen zu Wort, oder richtet der Verstorbene seine letzten Gedanken und die Abschiedsworte an die Trauernden. Am häufigsten trifft man die Floskel vor, wo der Verstorbene darauf hinweist, daß er auf seine Angehörigen im Friedhof wartet:

Hier in diesem Friedhofsgarten

will ich auf meine Lieben warten

Im Falle dieser Inschrift variiert die Bezeichnung Friedhofsgarten vielfach. Vorkommen können dabei die Benennungen Gottesgarten, Himmelsgarten, Trauergarten, Rosengarten, Gottesacker. Eine interessante Kontamination finden wir an einem Grab in Altglas-hütte/Óbánya aus dem Jahr 1941, wo man den Begriff Himmelsfriedhofsgarten verwendet. Die Bezeichnung des Friedhofs als Rosengarten deutet in erster Linie auf die Grabblumen hin, die Benennung des Himmels als Rosengarten ist aber auch bekannt. (Beitl 1981: 680) Ein Beispiel dafür finden wir auch in einer Inschrift aus Scharasch/Magyarsarlós:

Droben in Rosengarten will ich

Meinen lieben Ehmann, Kind, Mutter

und Bruder erwarten!

 

Das Sterben und der Stellenwert des irdischen Lebens

Das Sterben und die Vergänglichkeit sind schon seit Anbeginn der Geschichte der Menschheit mit mystischen Ängsten verbunden. Die Angst vor diesem Endzustand des irdischen Lebens wird besonders häufig in den Grabinschriften thematisiert. Wenn auch der Tod die Bestimmung eines jeden Menschen ist, der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen trifft die Familie und die Angehörigen immer unerwartet. Der Moment des Todes wird in manchen Inschriften als Schreckensstunde oder als Jammerstunde beschrieben, die die meisten Menschen unvorbereitet trifft:

Unverhofte schrechens stunde die für

mich so bletzlich schlug (Gv. l)4

*

Ich glaubt, ich leb noch lang gesund

Und da war schon die letzte Stund. (Gv. 2)

Im höheren Alter bereitet sich der Mensch immer mehr auf das Sterben vor, wenn die Zeit dann da ist, trifft es doch einen jeden unerwartet:

74 Jahre war ich alt

da schlägt die Totenstunde bald

Ja ich habe es kaum entdeckt

lag ich schon am Todtenbett. (Gv. 3)

Naturalistische Beschreibungen der Sterbestunde sind auch vorzutreffen, diese betonen den abschreckenden Charakter des Todes. Am grausamsten erscheint der Tod in den Fällen, wo fremder Einfluß den Tod der Angehörigen verursacht. Zahlreiche solche Beispiele finden wir unter den Kriegsinschriften, die danach trachten, den Krieg in seiner vollen Grausamkeit darzustellen, um damit die Sinnlosigkeit der Opfer noch mehr hervorzuheben:

Zum frommen Andenken

an dein Sohn Paul gest. mit 25

Jahr 1946 und seine liebe Mutter sie

musten vor Hunger fer Schmehn

im Lager bei Gakova (Gv. 4)

Eine ebenfalls direkte, weniger nach Distanz und Verschönerung trachtende Beschreibung des Todes weisen auch folgende Zitate auf, diese nennen die Symptome des Todes wie Herzstillstand, Blässe usw.:

In meinen schönsten Jugendjahren

hört auf mein Herz zu schlagen (Gv. 5)

*

Gestern noch mit roten Wangen

Heute schon zu Grab gegangen (Gv. 6.)

Gemäß des christlichen Glaubens an ein Leben nach dem Tod wird in den Grabversen das irdische Leben oft nur als eine Übergangsphase dargestellt. Das menschliche Dasein gleicht einer Pilgerreise, nach der der Gläubige wieder in die himmlische Heimat eintreten kann:

Hier liegt das treue Vaterherz

Befreit von allen Leid und Schmerz

Die Pilgerreise ist geendet

Nun ruht er in Jesu Hände. (Gv. 7)

Das Erdenleben, verglichen mit dem himmlischen Dasein, ist kein erfülltes Leben, Leid und Schmerz werden dem Menschen zuteil:

Im Grabe ist Ruh, auf Erden Schmerz (Gv. 8)

*

Gönet mir die ewige Ruh

Denkt was ich gelitten habe (Gv. 9)

Anhand dieser Zitate wird es ersichtlich, daß das Sterben nicht nur als etwas schmerzhaftes zu betrachten ist, der Tod bringt den Menschen auch die im irdischen Leben nicht gewährte Ruhe, und die Erlösung von allen Leiden. Der Tod, das Sterben kann auch als Zuversicht verheißen werden:

O Schwester Anna, tu nicht verzagen, Tu dein Kreuz mit gedult ertragen. Oft

hat manches schon über nacht, Gott sein Kreuz ein End gemacht. (Gv. 10)

Der Tod wird aufgrund körperlicher Leiden in manchen Fällen sogar ersehnt und von Gott verlangt:

Ach Jesu ich bin am Kopf ver-

letzt, mach mier auch mein Endgesetzt. (Gv. 11)

Im Sinne des religiösen Leistungdenkens und in Zuversicht auf eine jenseitige Belohnung für erduldetes irdisches Leid heißt es auf einem Grabstein in Weinend:

... an meine Füße must ich

Leiten drum bitt ich um die

Himels5 Freuden. (Gv. 12)

Das Erdendasein mit all seinen Schmerzen und Plagen wird auch in den folgenden Zitaten dargestellt:

Du gingst im schönsten Traum des Lebens

Aus diesem Tal der Tränen fort (Gv. 13)

*

Zu gut für dieses Thal der Mängel

Flohen sie als früh verklärte Engel

Dem Himmel ihrer Heimath zu " (Gv. 14)

*

Wie bitter ich allhier erlebet

In diesem eitlen Jammerthal (Gv. 15)

Das Leben wird in diesen Inschriften mit fast künstlerischen Metaphern beschrieben, das Tal der Mängel und der Vergänglichkeit, die Eitelkeit dieser Welt stellen für die Gläubigen keine richtigen Werte dar. Selten finden wir aber auch Verse, die einen starken Hang an die irdischen Werte nachweisen. Besonders interessant ist eine Inschrift aus Wemend:

In der lieben Arbeitszeit

Ruft mich Gott in die Ewigkeit. (Gv. 16)

Dieses Zitat läßt die bäuerliche Wertordnung zum Vorschein kommen, in der der Arbeit ein hoher Stellenwert zugeschrieben wurde. Diese eigenartige Formulierung fand ich bisher in keinem anderen Friedhof belegt, vermutlich handelt es sich also um eine individuelle Form.

In manchen Inschriften wird das Sterben auch mit verschönernden Ausdrücken bezeichnet. Solche Euphemismen sind u. a. das Hinüberschweben, das Entschlafen, die den erschreckenden Charakter des Todes in den Hintergrund drängen. Das Wort Hinüberschweben deutet auch auf die Vorstellung hin, nach der die Seele über eine leichte, durchsichtige Substanz verfügt (Grimm 1981: 689). Der Geist steigt nach dem Tod, seine irdische Hülle hinter sich lassend, dem Himmel empor:

... früh war

das Hinüberschweben

in das bessere Vaterland (Gv. 17)

Das Trachten nach der Umschreibung des Todes rührt von der Auffassung her, daß durch die Nennung gewisser Ereignisse diese heranbeschwört werden können.6 Die Tabuie-rung ist auch ein Zeichen der Ehrfurcht und der Achtung der mystischen Kräfte gegenüber, denen der Mensch dem Volksglauben nach hilflos ausgesetzt ist.

Ein anderer, den Tod verschönernder Ausdruck ist die Bezeichnung des Sterbens als der Beginn eines langen Schlafes:

Ruhig schlief von Himmelschein

Sie die beste Mutter ein. (Gv. 18)

Der Tod als Schlaf kommt auch in der Bibel u. a. im Neuen Testament zum Vorschein, in der Geschichte, wo Jesus ein Mädchen aus dem Tod erweckt und sagt, daß sie nur geschlafen habe (Matth. 9,18-26).

Auch sprachliche Elemente deuten auf die Vorstellung hin, daß der Tod mit dem Schlaf gleichgesetzt wird. Grußformeln wie Gute Nacht werden oft als letztes Wort in den Mund des Verstorbenen gelegt, der sich auf diese Art, wie vor dem Schlafengehn, sich von seinen Angehörigen verabschiedet:

Ihr Enkels Kinder gute Nacht. Ich will sehen was Jesus macht. (Gv. 19.)

Der Schlaf gewährleistet nicht nur die ersehnte Ruhe, der müde Mensch soll dadurch auch Erquickung finden:

Hier wird Er im süßen Schlaf erquikt

den manche Erden Last gedrückt. (Gv. 20)

Einen traumähnlichen Charakter hat aber nicht nur der Tod, sondern auch das Leben. Die Schönheit, die Vergänglichkeit, wie auch die Kürze des irdischen Daseins wird durch diesen Vergleich betont:

Sein Leben war ein Augenblick,

Ein Frühlingstraum sein Erdenglück. (Gv. 21)

Dieses Zitat steht auf dem Grab eines Kindes, so deutet die Bezeichnung Frühlingstraum auch auf das junge Alter des Verstorbenen hin. Der Traum hat eben erst begonnen, und schon muß dem Leben ein Ende gesetzt werden. Ein ähnlich schönesund sehr bildhaftes Zitat für die Bezeichnung des Lebens finden wir in Wemend:

Vater oben erbarme dich erbarme dich

Nim mich zu dier in deine Freide

Mein leben war nur ein Draum im Winde (Gv. 22)

Bezeichnungen des Lebens und der Vergänglichkeit werden oft aus der Natur entnommen. Das Leben wird als Blume dargestellt, in diesem Fall wird dann der Symbolik entsptechend das Absterben als Verwelken bezeichnet. Weitere Symbole des Lebens sind das Feuer oder der Funke. Diese heben die Lebhaftigkeit, die Vitalität der Jugend hervor, das Feuer kann aber mit einem Hauch erlöschen. Dieses Bild kann mit der abergläubigen Vorstellung in Zusammenhang gebracht werden, nach der das Erlöschen einer Kerze den Tod eines Menschen ankündet.7

Du welktest eh du noch geblüht,

Erlöschtest, eh du noch geglüht (Gv. 23)

Ein schönes Beispiel für die Bezeichnung der Vergänglichkeit finden wir in Pet-schwar/Pécsvárad, wo der Begriff Herbst allgemein für das Vergehen steht. Die reine Sym-bolhaftigkeit des Ausdruckes bestätigt die Tatsache, daß das Mädchen, auf dessen Grabmal die Inschrift steht, im Januar, also nicht im Herst gestorben ist. Wie die Natur sich im Herbst zur Ruhe legt, begibt sich auch der Mensch zur Ruhe, um im Frühling, d. h. am Jüngsten Tag erneut aufzublühn:

Schwer war die Trennungsstunde in den tieffen

Herbstesschein, da ferwelken alle

Blumen und auch ruft Gott in Toten Schlummer (Gv. 5)

Eine an die Jahreszeit des Ablebens angepasste Variante der obigen Inschrift stammt aus Litowr/Liptód:

...In den schönen Sommers

schein; Da blühen alle Blumen,

Und mich ruft Gott in Todes

Schlummer. (Gv. 24)

Eine interessante und archaische Bezeichnung für den Abschied ist der Bergriff Urlaubsagen. Das Beispiel stammt aus dem Jahre 1930:

Ihn meinen Leben schönste Jahrn

mus ich mit schweren Hertzen

meinen lieben Ehweib und Kind

Urlaubsagen (Gv. 25)

Eine ebenfals bemerkenswerte Formulierung finden wir in Kascha, wo es heißt:

Weil ich jetzt bin im schnellen lauf(Gv. 26)

Der schnelle Lauf könnte als eine Anspielung auf den Wechsel der Seele vom Diesseits ins Jenseits verstanden werden. Der Tod löst die Fesseln der Zeit, die unsterbliche Seele kann ihren Weg gegen den Himmel, in die Ewigkeit, in das Zeitlose antreten. Der Volksmund hat den Zustand unmittelbar vor dem Eintreten des Todes als Ziehen bezeichnet, man sagte auf den Sterbenden, daß er 'im Ziehen liegt' (er leit im Ziehe)? Der schnelle Lauf kann so auch als das Antreten der Reise in das Jenseits gedeutet werden, indem die Seele zwischen Leben und Tod in den Bann der Welt der Toten gelangt, und von ihr angezogen wird. Die Betonung der Schnelligkeit deutet auf die Unaufhaltbarkeit des hinscheidenden Geistes hin.

Das Motiv der Überwindung der Zeit durch das Sterben kommt auch in einer Inschrift in Haschad/Hásságy vor:

Ach zu rasch bist Du geschieden

Theurer Vater aus der Zeit.

Ließest trauernd uns hinieden

Eiltest zu der Ewigkeit. (Gv. 27)

 

Der Tod als personifiziertes Wesen

Der Tod erscheint in den Inschriften nicht nur als ein abstrakter Begriff, sondern wird oft personifiziert. Der Tod wird mit menschlichen Eigenschaften versehen, eine Vorstellung über ihn bekommen wir durch seine Handlungen. Wie alle Geister plötzlich nahen, erscheint auch der Tod plötzlich und unerwartet. Meist wird er als furchtbare Gestalt beschrieben, der ohne Erbarmen die Seele aus dem Leben reißt:

Der Tod, der doch so furchtbar ist

Der schont die schönste Blume nicht. (Gv. 28)

In diesem Zitat erscheint auch die beliebte Darstellung des Lebens bzw. der Jugend als Blume, die durch den Tod gebrochen wird. Diese Vorstellung reicht in der Zeit weit zurück, so finden wir auch in den Grimmschen Kinderlegenden die Geschichte, wo dem Kind sein Schutzengel eine Rose gibt. Wenn diese dann verblüht, kommt er zurück, um das Kind abzuholen (Grimm 1985: 766). Oft gelten Engel, wie darauf auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes hinweist (gr. angelos ,Bote'), als Boten des Todes bzw. Gottes und als Begleiter der Seele. Auf diese Vorstellung soll aber im nächsten Kapitel ausführlich eingegangen werden.

Der Tod kündigt sich dem Sterbenden in manchen Fällen auch an, gewisse Vorzeichen deuten seine baldige Ankunft voraus. Im Volksglauben gelten manche Vögel als Totenvögel, ihr Erscheinen ist das sichere Zeichen dafür, daß jemand sterben wird. Solche Vögel sind u. a. die Eule und der Kauz (Sax 2000: 82). Als Gesandter des Todes erscheint der Vogel auch in einer Grabinschrift in Deutschdorf/Hidor, der die Seele mit sich nimmt in das Totenreich:

... Ein jahr und 2 Monat

haben wir in liebe Gelebt bis einmal kamt

der Fogel geschwebt und nahm mich aus

deiner mitte hinweg. (Gv. 29)

Das plötzliche Erscheinen des Todes wird in Feked auf eine etwas naturalistische Art beschrieben. Der Tod eilt um den Menschen abzuholen, und reißt ein "treues Herz" aus der Familie heraus. Natürlich ist die Wendung nicht wort-wörtlich zu verstehen, aber beim Lesen assoziiert man auch auf die wörtliche Bedeutung, da das Herz die Treibkraft des Körpers ist:

Es trat der Tod mit schnellen Schritten

In unser friedlich stilles Haus,

Ganz unverhofft aus unserer Mitten

Riss er ein treues Herz heraus. (Gv. 30)

Auf eine wesentlich sanftere Art kann der Tod dem Leben auch ein Ende setzen:

Mitten auf der Rosenbahn

Hielt der Tod den Jüngling an

Küsste ihn auf Mund und Wangen

Heilig ist er heimgegangen. (Gv. 31)

Dieser Vorstellung liegt der Glaube zugrunde, daß die Seele den menschlichen Körper durch den Mund verläßt. Aus diesem Grund wurde auch das Kinn des Verstorbenen aufgebunden, da man befürchtet hat, daß der Tote durch den offenstehenden Mund einen Lebenden nachziehen könnte. Man hat auch geglaubt, daß durch den offenen Mund die Seele in den Körper des Verstorbenen zurückkehren könne. So würde aber der Tote seine Ruhe nicht finden, und wäre ein Wiedergänger (Schönfeldt 1993: 425). Der Hauch und der Atem gelten also als Erscheinungsform der Seele, daher rührt auch die Redewendung "er hat seine Seele ausgehaucht" (Beitl 1981: 731). In der Inschrift küsst der Tod den Jüngling auf dem Mund, als würde er ihm seine Seele entziehen. Ein Beispiel für die Umkehrung dieses Vorgangs finden wir in den Märchen, wo Tote durch einen Kuß zum neuen Leben erweckt werden, denken wir nur an die Geschichte von Schneewittchen. Wahrscheinlich ist eine Inschrift aus Numja/Nyomja auf diese Vorstellung zurückzuführen, da heißt es nämlich:

Mutter mus dich nochmals Grüssen

Möcht ja gern dich nochmals sehn

Wenn ich könt dein Mundlein Küssen

Macht ich froh nach Hauße gehn. (Gv. 32)

Diese Inschrift ist auch deswegen interessant, weil als Vorlage aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wallfartsgebet gedient hat. Der Text wurde umgedeutet, im Original wird das Gebet an die Muttergottes gerichtet. Das Gebet mußte vor der Abreise von der Wallfahrt, vor dem Bildnis Maria, als Abschiedsgebet errichtet werden. Den Originaltext fand ich auf einem fragmentarischen Flugblatt:

Mutter will Dich nochmahl Grüßen

Muß Dich heute nochmahl seh 'n.

Muß dein Kindlein nochmals küssen,

Dann will ich nach Hause gehn.

Der Tod verfügt auch über eine Art Allmacht. Es genügt ein strenges Wort, und der Mensch muß aus dem Leben scheiden:

Aus dem Kreis der Kinder

Risz des Todes strenges Wort

Unsers Glückes Gründer. (Gv. 33)

Die Allmacht des Todes erschöpft sich aber darin, daß er einem nur das Leben nehmen kann, über die wahren Gefühle, über die Liebe hat er keine Macht, diese überdauert nämlich selbst den Tod:

Was die Liebe euch verbant,

Drennt nimmer des Todes Hand. (Gv. 34)

 

Empfänger und Begleiter der Toten

Der Übergang aus dem Reich der Lebenden in die Welt der Toten ist mit zahlreichen mystischen Vorstellungen verbunden. Sehr häufig wird dieser Übergang in den Inschriften als Reise bezeichnet. Bekannt ist diese Vorstellung schon aus der griechischen wie auch aus der germanischen Mythologie, wo die Seelen mit einem Schiff ins Reich der Toten gebracht werden, das durch ein Wasser von dem Reich der Lebenden getrennt ist. Den Toten hat man aus diesem Grund auch Fährgeld, den sogenannten Obolos unter die Zunge gelegt, damit sie die Überfahrt bezahlen können (Grimm 1981: 693).

Der Reise ins Jenseits kann gemäß einer Inschrift aus Bawaz/Babarc eine Einladung vorangehen:

Lebet wohl ihr Eltern Brüder Kameraden

Jesus hat mich zu sich eingaladen. (Gv. 28)

Die vom Erlöser selbst stammende Einladung läßt die Angst vor dem Tod weichen, da sie eine Zukunft verheißende Perspektive eröffnet.

Ein schönes und archaisches Beispiel für die Bezeichnung der Seelenüberfahrt ins Jenseits als Reise finden wir in Ratzpeter/Újpetre:

Georg heiße ich, in den Himmel reise ich (Gv. 35)

In dieser Inschrift wird der Taufname des Verstorbenen vorgehoben. Durch die Taufe wird man in die Gemeinde, in die große Familie der Christen eingegliedert, und von der Erbsünde befreit. Diese Tatsache läßt (laut der Inschrift) den Verstorbenen seinen in der Taufe erhaltenen Namen, seinen Taufschein, als "Reisepaß" in den Himmel hochhalten. Das Motiv der Taufe kehrt am Ende des Lebens auch im rituálén Waschen des Leichnams zurück, dieses Ritual ist als ein analoger Brauch zur Taufe zu betrachten (Gazda 2001: 303). Die äußere Reinigung sollte die innere Reinheit symbolisieren, so umrahmt die Taufe eigentlich das ganze Leben.

Ein weiteres Beispiel für die Bezeichnung der Seelenüberfahrt als Reise stammt aus Ha-schad/Hásságy:

In meinen schönsten

Jahren muß ich zu Jesus

fahren (Gv. 36)

Die Fahrt und das Eintreten in den Himmel kann durch Gottes Hilfe erleichtert werden:

... ich konte

Nicht mehr weiter Gott schickte mir

Die Himelsleiter ich stieg im Himel auf(Gv. 37)

Die Vorstellung über die Himmelsleiter ist biblischen Ursprungs. Unter lMo 28,12f finden wir die Schilderung der Geschichte Jakobs, der im Traum eine Leiter sieht, die bis in den Himmel reicht. Die Himmelsleiter, die ihm Gott schickt, soll einen Fluchtweg in den Himmel bedeuten, Gott nimmt Jakob dadurch in seine Obhut. Die Verbreitung und Bekanntheit der Geschichte von Jakob unter dem Volk unterstützt auch ihre Aufnahme und Darstellung im Sankt-Johanner Kodex. Die entsprechende Textstelle aus dem Kodex lautet: "Jacob in schlaff ein Leiter sieht, von der erd Biß in dem Himmel gericht, die Engeln fliegen auf und ab, da ist Gott selber sagt Jakob" (Manherz et al. 1991: 13). Das Motiv der Rettung durch Gott erscheint auch in der zitierten Grabinschrift, die auf dem Gedenkstein eines gefallenen Kriegers steht. Die Inschrift nennt nicht die Todesursache, geschrieben steht nur, daß er nicht weiter kann. Diese Formulierung ermöglicht die Interpretation, daß der Krieger gar nicht gestorben ist, aber da er vor Erschöpfung nicht mehr weiter konnte, hat ihn Gott vor dem Tod gerettet und in den Himmel, in das ewige Leben aufgenommen.

Die Fahrt bzw. Reise in das Himmelreich muß meist nicht allein angetreten werden, die Toten haben nämlich oft Begleiter auf ihrem Weg. Wie schon weiter oben angedeutet, gelten häufig Engel als Empfänger und Begleiter der Toten.9 Der Engelkult war auch bei den Ungarndeutschen stark vertreten, besonders die Kinder hat man oft zum Schutzengel beten lassen. Ein bis in unsere Tage überliefertes Abendgebet wird an 14 Engeln gerichtet:

Gott's Jesus Nama, schlofe' 'gange',

verzehn Eng Hin mitm'r' gange

zwa an d'r Fuß'd, zwa an d'r Kopf'd,

zwa an d'r linke Seite, zwa an d'r rechte Seite,

zwa ton mich decke', zwa ton mich wecke',

zwafire' mich ins himlischi Paradeis 'nei. Amen.

(Kiss 2001: 99)

(In Gotts Jesus Namen schlafen gegangen/ vierzehn Engelein mit mir gegangen/ zwei zu den Füßen, zwei zum Kopf/ zwei an der linken Seite/ zwei an der rechten Seite/ zwei tun mich decken/ zwei tun mich wecken/ und zwei führen mich in das himmlische Paradies hinein. Amen)

Nach Beitl (1981: 175f) ist dieses Gebet erst 1529 belegt, die Vierzehnzahl der Engeln hängt vermutlich mit dem Kult der vierzehn Nothelfern zusammen. Es ist interessant zu beobachten, daß im Gebet die Engel nicht nur darum gebeten werden, im Leben Schutz zu gewähren, sondern auch darum, nach dem Tod die Seele ins Paradies zu führen. In den Grabinschriften erscheint dieses Motiv folgenderweise:

Schwer war die Trennungsstunde ta

Mein Schuzengel brachte die Kunde das ich

von meinen Heben muß fort zu Jesus

aller schönsten Ort... (Gv. 38)

*

Früh rief dein Engel

dich zurück,

Und führte dich zum höhern Glück (Gv. 39)

Am häufigsten werden Kleinkinder von ihren Engeln abgeholt:

In früher Morgen Stund

Ist mein Engelein gekommen,

Und hat mich aus meiner lieben

Mutter Hand genommen (Gv. 40)

Als Vermittler der Todesbots_chaft kann aber nicht nur der Schutzengel auserwählt werden; in einer Inschrift in Ketschinge/Görcsönydoboka erscheint dem Sterbenden ein Todesengel:

Ein sanfter Todesengel kam

Der deinen Lieben rasch Dich nahm;

Er nahm dir Deine Leiden ab

Und führte Dich ins stille Grab. (Gv. 41)

Der Engel kann auch von Gott auf die Erde geschickt werden, um die Seele abzuholen:

Da kam ein Englein gottgesandt,

Trugs Blümlein in ein bess 'res Land. (Gv. 42)

Die Engel als Teil der himmlischen Heerscharen sind nach Überlieferungen aus dem Mittelalter nicht nur Begleiter, sondern auch Empfänger der Seelen im Jenseits. Unter der Führung des Erzengels Michael streiten sie mit dem Teufel um die Seelen der Verstorbenen. Der Streit der guten und bösen Mächte um die Seele ist aber auch schon in der heidnischen Mythologie belegt (vgl. Grimm 1981: 698f). Es ist anzunehmen, daß eine Inschrift in Numja/Nyomja, wenn auch wesentlich vereinfacht, auf diese Vorstellung zurückgreift:

Theuere Eltern tröstet euch

ich reise in das Himelreich

Ich gehe in dem Rosen Garten wo

die Engel auf mich warten! (Gv. 11)

Herr über Leben und Tod ist ohne Zweifel Gott, es ist aber bemerkenswert, daß laut einer Inschrift aus Feked Maria das entscheidende Wort ausspricht, sie kann nämlich bestimmen, wer sterben soll:

In meiner schönsten Blüte

Hat Gott die Engelein gezählet,

noch eines hat gefehlet,

Maria hat mich auserwählet. (Gv. 43)

Es kommt auch vor, daß Jesus den Sterbenden persönlich ruft. Die Binarität der Benennung "Gott - Jesus" ist hervorzuheben, da die Tatsache der Trinität der Gottheit die doppelte Benennung nicht verlangen würde. Auf die Erwähnung von Jesu wurde wahrscheinlich deshalb Wert gelegt, weil durch seinen Opfertod die Sünden der Menschheit vergeben werden, so hat der Mensch die Hoffnung, in das Himmelreich zu kommen:

Gott hat gerufen in dieser Stunde

Ich habe es gehört von Jesu Munde. (Gv. 44)

Jesus kann auch persönlich den Toten abholen und in sein Reich führen:

Da ist Jesus gekommen und hat mein Großen

Leiden ein Ende genomen, Ehr nahm mich

Zu sich und zu meinen Kinder auf. (Gv. 45)

In Legenden und Sagen begegnet uns oft die Vorstellung, daß der hl. Petrus der Hüter der Himmelspforte ist, sein Attribut ist der Schlüssel. In den bislang gesammelten Inschriften wird er kein einziges Mal als Empfänger der Seele dargestellt, statt dessen erscheint in einer Inschrift Gott selbst als Hüter des Himmelstores, der der Seele in sein Reich Einlaß gewährt".

Großvater Freunde Kameraden alle

Hier Gott öffne mir die Him=

melstür. (Gv. 46)

Die Begleiter der Verstorbenen sind aber nicht nur göttliche Gestalten. Sehr häufig treffen wir solche Inschriften, die als Begleiter und Empfänger der Seele die schon früher verstorbenen und in das Himmelreich aufgenommenen Familienmitglieder nennen. Der Sterbende glaubt oft den Ruf seiner verstorbenen Angehörigen zu hören, die ihn dadurch ins Jenseits führen wollen:

Ich hör eine rufende Stimme

Die aus fremder Erde kemmt

Ich kenn die Stirn und folg ihr treulich

Mein Mann mein lieber Kriegesheld. (Gv. 26)

Abgeholt und gerufen werden die Seelen von den zuletzt verstorbenen oder von den am nächsten stehenden Familienangehörigen. Dem Volksglauben nach kann auch der Sterbende einen Lebenden durch Rufen nach sich ziehen. Derjenige, der vom Sterbenden am Totenbett gerufen wird, wird als nächster in der Verwandtschaft sterben.10 Der Ruf nach den Angehörigen widerhallt sogar aus dem Jenseits:

Mein Großvater ruft mir leise zu,

Komm liebes Kind in die ewige Ruh. (Gv. 47)

*

Mein gutes Kind reicht mir seine Hand

Und fürt mich ins Himlische Vaterland (Gv. 22)

Wenn die Mutter schon verstorben ist, werden die Kinder dem Volksglauben nach meist von ihr abgeholt. Damit wird die Untrennbarkeit von Mutter und Kind betont:

Laßt die Kleinen zu mir kommen!

Seine Mutter hat ihn zu sich genommen. (Gv. 48)

Nicht nur Gott, sondern auch die Verwandten können dem Verstorbenen die Himmelstür öffnen:

Mein lieber Vater ist schon Oben mir,

Er öffnet mir die Himmelstür. (Gv. 49)

*

... Aber liebster

Ehmann du stehst so traurig

Vor mir auf dir warte ich

vor der Himmelstür. (Gv. 50)

*

Lebet wohl u. glaubet mir werden wiedersehn vor der

Himmelstür. (Gv. 51)

Das Zusamenfließen der angesprochenen Motive finden wir in Wemend/Véménd, wo das früher verstorbene Kind schon als Engel die Eltern erwartet:

Und stirbt ihr einst

So komm ich schon

Als Engel euch entgegen. (Gv. 52)

 

Das Grab als Sitz der Toten

Nach dem Tod verläßt die Seele ihre irdische Hülle himmelwärts, zurück bleibt der Leib, der seinen letzten Ruheort im Grab (Groop) findet. Das Grab soll dem Menschen die Ruhe geben und den Leichnam für den Tag des Jüngsten Gerichts aufbewahren, an dem alle Gräber sich öffnen werden, und alle Verstorbenen auferstehn, um vor dem Gericht Gottes zu erscheinen. Darüber, wie sich der Volksglaube das Jüngste Gericht vorgestellt hat, gibt ein Flugblatt ebenfalls Zeugnis ab:

Da kommt Gott mit seinen Engel all,

Mit dem erschrecklichen Posaunen — Schall.

Steht auf ihr Todten in der Welt,

Und euch alsbald zum Richter stellt;

Sucht eure Beine Haut und Haar,

Und stellt euch vor dem Richter dar.

Das Zitat unterstützt die Vorstellung, daß der Tote all seine Glieder zusammensuchen muß, um vor Gott erscheinen zu können. Der bei den Rumänen bekannte Brauch, daß die zu Lebzeiten gesammelten Haare des Toten ins Sterbekissen eingenäht wurden, mag auch dieser Vorstellung entsprungen sein (Gazda 2001: 303). Dadurch wollte man vermeiden, daß die Verstorbenen als Wiedergänger zurückkommen und ihre fehlenden "Körperteile" suchen. So kann man davon ausgehen, daß durch diesen Brauch der Tote in sein Grab gebannt werden sollte.

Ein ebenfalls den Toten in das Grab bannende, bei vielen Völkern, so auch bei den Ungarndeutschen bekannte Sitte ist, daß nach der Herablassung der Bahre in das Grab von den Teilnehmern der Beerdigung Erdschollen hineingeworfen werden. Diese Sitte soll bedeuten, daß die Lebenden keine Angst mehr vom Verstorbenen haben (Pintér 1891: 98).

Die Vorstellung, daß das Grab der endgültige Sitz des Toten ist, wird auch in den Inschriften auf Kriegsgräbern ersichtlich:

Lieber besucher mein ruhe ort ist

nicht hier.

Fern in Rußland lieg ich begraben

Mein Lieber Vater ließ machen das Bild

Um sein Kind auch daheim zu haben

Wie mein Bild am Grabe der Mutter

So meine Seele bei ihr jetzt ist (Gv. 53)

Die Pflicht der Angehörigen ein Grabmal zu errichten, zeigt sich sehr gut am Beispiel von Gedenksteinen, die zur Erinnerung an gefallene und in fremder Erde ruhende Krieger gestellt worden sind. Dieser Sitte liegt die Vorstellung zu Grunde, daß die Seele nur dann ihre Ruhe findet, wenn der Körper gehörig beerdigt wurde.11 Da in diesen Fällen die Verstorbenen meist an einem unbekannten Ort ruhen, wird die Erinnerung durch einen Gedenkstein aufrechterhalten. In der zitierten Inschrift (Gv. 53) wird das Bild am Grab erwähnt. Durch dieses Bild wird der gefallene Krieger aus der Ferne in die Heimat geholt und symbolisch zur Ruhe gelegt. Die Abstraktion der Erinnerung genügt also an sich nicht, man bedarf viel mehr ein handhabbares Symbol: ein Bild.

Das Grab als Sitz des Toten wird in den Inschriften unterschiedlich bezeichnet. Bei diesen Bezeichnungen kann man zwischen negativen und positiven Begriffen unterscheiden. Negativ geladen sind zum Beispiel die Attribute kühl und dunkel:

In weiter Ferne, in fremder kühler

Erde ruht mein junger, frischer Leib (Gv. 54)

Die Kühle der fremden Erde steht hier im krassen Unterschied zu der durch die Frische charakterisierten Vitalität des Leibes. Versteckt ist hinter dieser Formulierung die Klage über das harte, ja sinnlose Schicksal des frühen Todes in einem fremden Land.

In des Grabes dunkler Stille

ruht des besten Mutters Hülle (Gv. 55)

Der Tod schaltet die Sinneswahrnehmung der irdischen Hülle des Menschen aus. Daher die Synästhesie im Bild der dunklen Stille. In ähnlicher Funktion finden wir auch eine aus dem Herrn ausgehende kühle Ruhe, über die eine Inschrift in Tiedisch/Töttös spricht:

Ein schneller Tod war mir bestirnt

Zur küle ruh der Her mich nimt (Gv. 56)

Die negative Bedeutung des Wortes kühl wird hier bereits durch die aus Gott ausgehende Ruhe abgeschwächt. Eine fast geborgene Atmosphäre widerspiegelt die kühle Erde, die als 'Schooß' dem Beerdigten Ruhe gewährt:

Beweint von Gattin und Kind

Ruht hier ein treues Vaterherz,

Im Schooß der kühlen Erde (Gv. 57)

Das Grab ist nicht nur die letzte Ruhestätte des menschlichen Daseins, das der irdischen Hülle am Ende ihrer Laufbahn als unausweichliche, kühle und dunkle Hausung dient, denn es kann einen in besonderen Fällen sogar schützend verbergen:

Hier endigt sich der Feinde Trotz

Im Grabe findet der bedrängte Schutz (Gv. 20)

Das Grab wird in den Inschriften oft als stilles Haus bezeichnet, in dem der Körper bis zur Auferstehung wohnen muß. Die Bezeichnung des Grabes als Haus geht auf biblische Traditionen zurück. Im Buch Kohelet finden wir folgende Zeilen: "Weil der Mensch in sein Haus gehet, wo er ewig bleiben soll, und die Kläger auf der Gasse umhergehen." (Koh 12,5) Die letzte Ruhestätte, als Wohnort bezeichnet, deutet auf den Schutz und auf die Geborgenheit hin, die dem Verstorbenen zuteil werden sollen:

Hier will ich nun Ewig wohnen (Gv. 58)

*

Hier ruht eire Mutter in diesen stillen Haus. (Gv. 59)

*

Besuchet öfters mein Todenhaus (Gv. 60)

Die Milde und Behutsamkeit, mit der man mit dem Verstorbenen umzuhegen pflegt, erscheint in einer Inschrift aus Mischlen/Kozarmisleny. Der Leichnam wird von den Angehörigen in Ehre gehalten, und wird vorsichtig und mit Liebe in das Grab gelegt, das als Haus, als neuer Wohnort dienen soll:

Sanft habet ihr mich gelegt in meine Gruft

Hier will ich warten bis der göttliche Heiland

alle zu mir ruft. (Gv. 61)

Der Schutz der Eltern wird dem verstorbenen Kind auch im Grab zuteil, so soll den Leichnam statt der kühlen Erde die warme Liebe der Eltern zudecken:

Elternliebe deckt dich zu.

Eine besondere Aufmerksamkeit wird auch den Kriegsgefallenen gewidmet, die nur selten in ihre Heimat gebracht werden konnten, um dort ihre letzte Ruhe zu finden. Die besondere Zuwendung und der Schmerz der selbst im Tod um das Wohl des verstorbenen Kindes besorgten Angehörigen kommt in folgender Inschrift zum Vorschein:

Die Erde in der Ferne möge

im leicht sein. (Gv. 62)

Diese Formel kommt bei den Ungarndeutschen anhand der bisher gesammelten Inschriften nur auf den Gräbern von Kriegsgefallenen vor. Laka ti bila zemlja {Die Erde möge ihm leicht sein) mit diesen Worten verabschieden sich auch die Serben und Kroaten in der Branau von ihren Toten am Grab (vgl. Sárosácz 1974: 288). Es ist anzunehmen, daß es sich in den deutschsprachigen Inschriften um eine Übernahme dieser verbreiteten Formel handelt.

 

Die irdische und die himmlische Ehe

Die Hochzeit spielt im menschlichen Leben eine sehr wichtige Rolle. Das Übertreten aus dem Stand der Ledigen in den der Verheirateten wird nicht ohne Grund gefeiert, die Hochzeit bedeutet nämlich für die Heiratenden auch die Aufnahme in die Gesellschaft und den Beginn eines neuen Lebens. In Kulturen mit einem lebendigen Ahnenkult wird am Tag der Hochzeit sogar zu den Gräbern gepilgert, um das neue Brautpaar auch den Ahnen vorzustellen (Beitl 1981: 374). Diese enge Verflechtung von Leben und Tod, die Heiligkeit des Bandes, das die Eheleute verbindet, findet auch in den Inschriften eine Betonung. Die Verbundenheit in der Ehe verliert ihre Bedeutung auch durch den Tod nicht:

Mein lieber Ehemann

Als treue Gattin diente ich dir 16 Jahre lang

Wo ich an dir, wie an den Kindern die größte

Freude fand (Gv. 63)

Eine Inschrift in Mischlen/Kozármislény hält auf den Tag genau die gemeinsam verbrachte Zeit in der Ehe fest:

Lebte mit ihren Mann in der Ehe

50 jahr und 8 Tage (Gv. 64)

Die Liebe im irdischen Leben bleibt auch nach dem Tod beständig, die Eheleute versprechen im Jenseits aufeinander zu warten. Die Hochzeit spielt aber nicht nur im Reich der Lebenden eine sehr wichtige Rolle. Es kommt auch vor, daß der früher Verstorbene den anderen nach sich zieht, wie es schon weiter oben angesprochen wurde. Über Nachzehrer durch Liebe bei Verlobten berichtet auch eine alte Ballade aus Badersek/Bátaszék:

Es ging ein Todter spazieren,

das Gasslein wohl auf und ab.

Das Gaßlein, das wollt' ihn verführen

Zu seiner Herzliebsten hin.

Zu seiner Herzliebsten vors Fenster

Steh nur auf und laß mich ein.

Ich steh nicht auf und laß dich nicht ein

Du könntest der Rechte nicht sein.

Du schmeckest ja wohl nach Erde

Als wenn du ein Todter wärst.

Wie sollt ich nicht schmecken nach Erde?

Das ist schon das achte Jahr,

Daß ich gestorben war.

Das Kränzlein, das ist schon gebunden

Mit Veilchen und Rosmarein

Und jetzt fahren wir in Himmel ein. (Hermann 1929: 55f)

In einer anderen Variante der Ballade bittet der Bräutigam seine Braut, um ihre Eltern zu wecken, da der schmale Weg bereit ist. Bekannt ist in jener Variante auch eine Strophe, in der das Mädchen gebeten wird, sich als Braut anzukleiden: "Putz dich brav hübsch, brav sauber auf, /Als hättest du das Kränzlein auf" (Hermann 1929: 56).

Die auch in der Ballade erwähnte Ankleidung der verstorbenen Mädchen als Braut, geht auf ältere Zeiten zurück. Dem Volksglauben nach mußte den unverheirateten, ledig verstorbenen Kindern und jungen Leuten die Hochzeit gehalten werden, sonst fänden sie im Grab ihre Ruhe nicht, und würden zu Wiedergängern (Szendrey 1941: 45). Der Totentanz bei manchen Völkern hängt auch mit diesem Ritual zusammen. Besonders ausgeprägt war der Brauch der Totenhochzeit u. a. bei den Ungarn, die neben den Totentänzen zahlreiche Musikstücke vor und während der Beisetzung gespielt haben (Tari 2001: 285 ff). Bei den Ungarndeutschen erinnert an diese ursprünglich heidnische Tradition die Beisetzung der jungen Leute mit Musik, gespielt hat zu diesem Anlaß meist eine Blaskapelle.12 Die Beisetzung mit musikalischer Begleitung wird auch in einer Inschrift aus Bar/Bár thematisiert:

Mit Musik u. Kränze haben Sie mich begleit;

Meine Lieben, alle in Trauerkleid (Gv. 65)

Der Brauch der Totenhochzeit sollte auch dazu beitragen, den Tod zu verschönern (Kürti 2001: 325). Auch die schon angesprochene Sitte, die Mädchen als Braut (im Erstkommunionskleid) und die Jungen als Bräutigam verkleidet beizusetzen, rührt aus der Vorstellung der Totenhochzeit her. Die Kinder und Jugendliche wurden von ihren Altersgenossen zu Grabe getragen, die ebenfals wie zur Hochzeit gekleidet waren. Eine Andeutung auf die Verkleidung des verstorbenen Mädchens als Braut finden wir in einer Inschrift in Ba-waz/Babarc:

Ich bin ein Matchen hold und rein

Blüte wie ein Blümelein

Der Tod der doch zu furchtbar ist

der schont die schönste Blume nicht

Der Kranz auf meiner Stirn blüht

In aller Ewigkeit dahien

Unschuld ist Jesu Leib allein

Die in dem Kranz gebunden sein

Ihr liebe Eltern weinet nicht

Weil Gott mich nimmt als Braut zu sich (Gv. 28)

In der zitierten Inschrift steht der eindeutige Hinweis darauf, daß man das Mädchen in einem Brautkranz beerdigt hat, als Zeichen ihrer Jungfräulichkeit. Die Anspielung auf die Unschuld finden wir in der siebten Zeile, die vollkommene Reinheit Jesu steht als Paralelle zu der Unschuld der Verstorbenen. Die Brautkrone deutet auch gleich auf die himmlische Ehe mit dem Erlöser hin. Die Umdeutung der Totenhochzeit als himmlische Hochzeit erfolgte wegen des strengen Verbots der Kirche, die die Totentänze und Totenhochzeiten aus dem religiösen Leben zu verbannen trachtete (Szendrey 1941: 50).

Noch eindeutiger wird die Umdeutung der irdischen Ehe zur himmlischen in jenen Grabinschriften, in denen die Unverheirateten mit Jesus oder Maria die Ehe eingehen. Bei den Mädchen erscheint Jesus als himmlischer Bräutigam und bei den Jungen Maria als himmlische Braut:

Meine Braut die hab' ich schon

Es ist Maria an Gottes Thron (Gv. 66)

*

... Jesus reich mir

Deine Hand, mitt dier schließe ich mein

Eheband (Gv. 67)

In der Regel stehen Inschriften dieser Art nur auf den Gräbern von ledig Verstorbenen. Eine Ausnahme bildet aber eine Inschrift aus Kikisch/Kékesd, wo wir das Motiv der himmlischen Eheschließung auf dem Grab einer verheirateten Frau finden:

Hier ruhe ich in Gottes Hand

Jesus reicht mier seine Hand

mit ihm schließe ich mein Eheband. (Gv. 68)

Dieses Beispiel bezeugt, wie mit der Zeit das ursprüngliche Hochzeits-Motiv durch die Umdeutung als himmlische Ehe eine rein symbolische Bedeutung bekam.

 

Die Blumensymbolik und ihre Bedeutung in den Inschriften

Die Blumen stehen durch ihren Symbolgehalt mit Leben und Tod in sehr enger Verbindung. Blumen kommen in den Inschriften oft als Symbol des Lebens vor, da sie im Laufe ihres Wachstums eine wunderbare Umwandlung durchmachen. Das langsame Aufblühen einer Blume, die sich zur prächtigen Blüte entwickelt, schließlich verwelkt, ist wie geschaffen für die Darstellung des menschlichen Lebens. Die Jungend erscheint demgemäß als Knospe oder als eine Blume in ihrer vollen Blüte dargestellt. Die Gewalt des Todes wird (wie schon angesprochen) durch das gnadenlose Abbrechen der Blume dargestellt:

Zu früh brach die Knospe ab

Zu früh sankst du ins kühle Grab. (Gv. 69)

*

Wie Rosen welken, Blätter sinken

Wenn früh der Stamm der Rose bricht

So schläfst auch du vom Tod gebrochen (Gv. 70)

Als Anspielung auf den Totenkranz erscheint in einer Inschrift der Kranz der Jugend, der im Grab dem Verfall preisgegeben ist:

Der Kranz der Jugend ist

verwelkt, die Blumen sind

gefallen ab (Gv.71)

Blumen stehen symbolisch nicht nur für das Leben, sie sind auch das Sinnbild für die Liebe. In einer anderen Inschrift wird die Liebe als Kranz symbolisiert, die zusammengeflochtenen Blumen deuten auf den Zusammenhalt und auf die Zusammengehörigkeit der Familie hin. Aus diesem starken Verband scheidet durch den Tod ein junges Mitglied aus:

Von dem Kranze uns'rer Liebe

Fiel die schönste Blühte ab. (Gv. 72)

Als Frucht der Liebe zweier Menschen erscheint die Blume in einer Inschrift in Mun-jerod/Monyoród:

Liebe Mutter las das

weinen

Lieber Vater, so auch Du

Wenn gleich die Knospe

eurer Liebe

Hier in diesen Grabe ruht. (Gv. 73)

Interessant sind die Beispiele, in denen der Verstorbene als Blume in das Jenseits eintreten kann, um dort in voller Schönheit aufzublühen. Diese Beispiele finden wir auf den Gräbern von kleinen Kindern, so steht die Blume auch als Sinnbild für ihre Unschuld:

Hier welkte nur die Knospe hin

Um Jenseits schöner

aufzublühn. (Gv. 39)

*

Ein Blümlein schön und wunderbar

Hienieden unsre Freude war

Da kam ein Englein gottgesandt

Trugs Blümlein in ein bess'res Land. (Gv. 42)

In das Jenseits kann nur die Seele aufgenommen werden, so symbolisiert in diesem Fall die Blume die Seele. Für die Bezeichnung der Seele als Blume finden wir auch Beispiele in der Literatur. So wachsen auf dem Grab von Liebenden meist zwei sich ineinander verflechtende Rosen als Zeichen der selbst den Tod überdauernden Liebe. Auf dem Grab von Tristan und Isolde werden eine Rose und ein Rebstock gepflanzt, es ist aber anzunehmen, daß es sich bei diesem Motiv um eine spätere Änderung handelt (Grimm 1981: 690). Die aufgehenden Blumen können auch die Unschuld der Toten bezeugen, wie es auf dem Grab zweier Kinder zu lesen ist:

Zwei Röslein ohne Dörnlein

In Gottesgarten steh 'n

Bis wir die uns geliebet

Dort oben Wiederseh 'n. (Gv. 74)

Eine Inschrift in Sawer/Székelyszabar berichtet über die zauberhafte Verwandlung der Blume in einen Engel, der in den Himmel aufgenommen wird:

Wenn eine Blume stirbt auf Erden,

die rein und hold, wie du geblüht,

So läßt sie Gott ein Engel werden,

Diess ist der Trost der nie uns flieht (Gv. 75)

Die Blumen auf dem Grab werden von den Hinterlassenen, um ihre Ehre den Verstorbenen gegenüber auszudrücken, gepflanzt. Beim Volk gelten gewisse Art Blumen als Totenblumen, die zum Zieren des Grabes dienen. Solche sind u. a. die gelbe Ringelblume, Lilien, Rosen (vgl. auch Gv. 66) und der Buchsbaum. Grabblumen gelten als Eigentum der Toten, wenn sie jemand pflückt, steckt der Tote seine Hand aus dem Grab oder erscheint einem im Traum.13 Die Grabblumen sollen den Grabeshügel nicht nur zieren, sie sind auch als Symbol des neuen Lebens zu verstehen denn sie wachsen aus dem Staub des Verstorbenen empor. In einem Beispiel bittet der Tote selbst, Blumen auf sein Grab zu pflanzen:

Pflanzet wen die Sonn tut scheinen

Schöne Blumen auf mein Grab. (Gv. 76)

Die Tränen sollen den Blumen auf dem Grab Kraft verleihen. Die Blumen werden so zu "Vermittlern" zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden, sie leiten die Wünsche der Hinterlassenen ins Grab hinab:

...  unsere Threnen

geben Kraft den Blumen auf diesen Grab

Unser Wünschen unser Sehnen

gen bis zu dir hinab. (Gv. 77)

In einer Variante dieser Inschrift werden die Tränen selbst zu Blumen, die das Grab des Verstorbenen schmücken sollen:

Guter Vater uns 're Tränen

Sind die Blumen auf dein Grab

Uns 're Wünsche unser Sehnen

Gehn zu Deiner Gruft hinab. (Gv. 78)

Das Grab kann nicht nur mit Blumen geziert, sondern auch mit Moos bedeckt werden. Das Moos bedeckt den Grabeshügel und gliedert so den Leichnam wieder in den Kreislauf der Natur ein:

Gute Eltern thut mein Grab mit moß bedeken

Der Eltern Schmerz kann mich nicht mehr

wecken. (Gv. 34)

Als Blume im Jenseits wird das Vergißmeinnicht erwähnt, das die Erinnerung an den Verstorbenen bis in die Ewigkeit aufrechterhalten soll. Andererseits wird durch das Vergissmeinnicht die ewige Vereinigung im Himmel angedeutet:

Ein Blümlein nur noch möchten wir euch geben,

Es heißt vergißt uns nicht im anderen Leben. (Gv. 19)

*

Es sank in dieses kühle Grab

Mein treuer Gatte früh hinab.

Doch blüht uns in dem Himmelslicht

Ein ewiges Vergissmeinnicht. (Gv. 2)

 

Mahnung der Verstorbenen an die Hinterbliebenen

Unter den Inschriften finden wir auch solche, in denen der Verstorbene die Hinterlassenen mahnt. Vorkommen können dabei Verse, in denen der Tote um die ihm gebührende Ehre bittet, die ihm die Hinterlassenen zu erweisen haben. Das Grab zu besuchen und damit die Ehre zu bekunden ist die Plicht eines jeden. "Um zur Liebe und Ehre" (vgl. Gv. 60) opfert man ein Gebet, das man für die Seele des Verstorbenen betet. Die Eltern und Großeltern, die für ihre Kinder im Leben stets sorgen, sollen aus Dankbarkeit auch in ihrem Tod nicht vergessen werden:

O Kinder denkt daran

Was ich für euch getan

denket an eure Pflicht

Vergesst mich im Grabe nicht. (Gv. 79)

Die fromme Erinnerung an die Angehörigen bekräftigt auch folgende Inschrift:

Dein Scheiden ist noch viel zu früh

Doch du lebst fort in unserem Herz

Den dich vergeßen wir ja nie. (Gv. 80)

Die Liebe und Dankbarkeit der Kinder den Eltern gegenüber wird in manchen Fällen auch versprachlicht. Die Hinterlassenen trachten danach, ihre Ehre den Verstorbenen gegenüber einem jeden Friedhofsbesucher durch die Inschrift mitzuteilen, da ja das Grab an und für sich nicht genügend die Gefühle repräsentiert:

Was unser Vater uns gewesen,

Das sagt nicht dieser Leichenstein

Doch Mit- und Nachwelt sollen lesen,

Dasz wir auf ewig Dank ihm weih'n. (Gv. 81)

Die unbedingte Ehre den Ahnen gegenüber wird nicht nur durch einen Besuch beim Grab erwiesen, ein Zeichen der Ehre ist auch die Geste, den Hut zu rücken, wie es in einer Inschrift in Kascha/Kiskassa aus dem Jahr 1925 zu lesen ist:

Kontt zum Grab -

Und rükt den Hut weil hier der liebe

Großvater ruht. (Gv. 82)

Die Eltern und Großeltern sollten für die Kinder immer mit einem guten Beispiel vorangehen, und die Kinder sollten danach trachten, möglichst in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten. Die Mahnung der Eltern und Großeltern an die Kinder hallt oft noch aus dem Grabe zurück, die Frömmigkeit und die christliche Gesinnung gelten als höchstes Gebot. In einem Falle wird den Kindern sogar ein Gelübde am Grab der Mutter abgenommen, dieses lautet:

Gelobt's am Kreuz hier, christlich from zu leben

Und stets der Mutter Vorbild nachzustreben. (Gv. 83)

Das am Totenbett gegebene Wort gilt als ein besonders Ernstes, das nicht gebrochen werden darf. Eine mahnende Grabinschrift aus Tiedisch/Töttös soll die Kinder daran erinnern, da die verstorbene Mutter nur so ihre Ruhe zu finden gedenkt:

Wen ihr komt an diesen Ort

gedenget an mein lesztes Vort

/ertraget eih ihr Kinder mein

dan virt mein Slumer Ruhig

szein. (Gv. 84)

Die Sorge der Eltern um ihre Kinder widerhallen aus dem Jenseits, nicht einmal der Tod kann Elternliebe auslöschen. Oft finden wir in den Friedhöfen Grabinschriften, die die hin-terlassenen Waisen der Obhut der Großeltern oder dem anderen Elternteil anvertrauen, diese sollen dann für die Kinder sorgen. Durch sie finden die Hinterlassenen Trost und schöpfen für das weitere Leben Kraft:

Liebe Eltern mein das soll meine letzte Gabe sein:

Ein Kind das ich euch übergab.

Das soll euch trösten bis in das Grab. (Gv. 86)

Die Verstorbenen richten ihr mahnendes Wort nicht nur an die Familienmitglieder, es kommt auch oft vor, daß sie alle Menschen mahnen, die die Inschrift lesen. Als wichtigstes Motiv ist hier die Vergänglichkeit des Lebens zu erwähnen, was ein jeder Mensch vor Augen halten soll, denn niemand kann wissen, wann die Zeit da ist. Die Nichtigkeit des menschlichen Seins und die Vergänglichkeit alles Irdischen stehen im Mittelpunkt dieser Inschriften. Die Vergänglichkeit des Menschen wird in manchen Fällen auf eine sehr naturalistische Art dargestellt, um noch mehr die Relativität des Seins zu betonen:

Was ihr seid, bin ich gewesen

Jetzt lieg ich hier und muß verwesen (Gv. 86)

Dem Volksglauben nach kann das übertriebene Nachtrauern und das zu laute Weinen den Verstorbenen aus dem Tod zurückholen, so werden die Angehörigen in den Grabinschriften oft gemahnt und gebeten, nicht um den Hingeschiedenen zu weinen. Zahlreiche Sagen berichten über Fälle, wo zu heftig um jemanden getrauert und geweint wurde, so konnte der Verstorbene in seinem Grab bzw. im Jenseits nicht seine Ruhe finden. Diese Seelen müssen dann als Wiedergänger auf der Erde bleiben und können in den Himmel keinen Einlaß finden. So eine Geschichte wurde auch auf einem Flugblatt aus dem 19. Jh. überliefert. In dieser Geschichte mit dem Titel "Das Tränenkrüglein" handelt es sich um ein verstorbenes Kind, das von der Mutter täglich heiß beweint wird. Eines Abends, als die Mutter wieder um das Kind trauert, wird sie einer Erscheinung gewahr, und glaubt ihr verstorbenes Kind auf sie zukommen zu sehen. Das Kind hat ein Krüglein dabei, das fast bis zum Rand voller Tränen ist. Das Kind spricht die Mutter an, und bittet sie, nicht mehr länger zu trauern, denn wenn sich das Krüglein ganz mit Tränen füllt und wenn die Tränen überlaufen, findet es in seinem Grab nicht die ersehnte Ruhe und kann nicht als Engel in das himmlische Reich Gottes einkehren. Die Mutter verspricht dem Kind, nicht mehr länger zu weinen, sondern zu beten, damit ihr Liebstes die Ruhe erlangt. Diese Geschichte finden wir auch in den Kinderlegenden von den Gebrüdern Grimm überliefert, unter dem Titel "Das Totenhemdchen". Die Legende erzählt dieselbe Geschichte mit dem Unterschied, daß das Totenhemdchen des Kindes vom Weinen der Mutter naß wird, so kann es nicht selig ruhen (vgl. Grimm 1985: 479f). In den Grabinschriften lautet die Mahnung der Toten folgenderweise:

Beszuchet mich oft an meinem Grabe

Doch wecket mich nicht wieder auf(Gv. 87)

*

Weinet nicht an meinem Grabe,

Stört mich nicht in meiner Ruh (Gv. 88)

Das Gebot der gehörigen Trauer beibehaltend versuchen sich die Hinterlassenen über den Verlust ihrer Angehörigen hinwegzutrösten.

Das Einzige, was der Familie Trost geben kann, ist die tief verwurzelte Religiosität. Nach dem Tod sollen sich nämlich gemäß der religiösen Anschauung die Toren des himmlischen Reiches auftun, wo einem jeden gerechten Menschen der Eintritt gewährt werden soll. Der Tod kann dem gläubigen Menschen also nur seine irdische Hülle, den Körper nehmen, der Geist schwebt in seiner Unsterblichkeit dem Himmel empor. Ein schönes Beispiel für dieses religiöse Bekenntnis gibt uns folgende Inschrift:

Denkmal seines fleischlich-

en Todes des

Johann Folz

gestorben am 4 Feber 1858 (Gv. 89)

Durch diese Inschrift wird es offenbar, wie sehr die Menschen an das Weiterleben der Seele im Jenseits geglaubt haben. Der Tod erscheint im Lichte der Auferstehung nicht mehr so grauenhaft, das richtige Leben beginnt ja für den Gläubigen erst im Jenseits. Die tiefe Religiosität bekämpft selbst den Tod, so stehen die Inschriften gleichzeitig auch als eine Verheißung für alle Betrachtenden auf die Auferstehung und auf ein Wiedersehn im Reich Gottes.

In der vorliegenden Arbeit versuchte ich, die in den ungarndeutschen Friedhöfen bislang gesammelten Inschriften nach ihrer Thematik zu gruppieren, beziehungsweise den Symbolgehalt der Inschriften zu entschlüsseln. Bei der Untersuchung wurde eine Zeitspanne von ungefähr 200 Jahren umfaßt. Es war zu beobachten, daß sich im Laufe der Zeit nicht nur Form und Material der Grabsteine verändert haben, sondern auch die als letzter Nachruf geltenden Inschriften. Solange die ersten Inschriften nur die Wesentlichesten Daten über den Verstorbenen beinhalten, entsteht ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Tradition in der Inschriftenliteratur. Die zusammenhängenden Texte geben immer mehr Auskunft auch über das Leben und über die letzten Stunden des Verstorbenen, das Trachten nach der Individualität sowie der kreative Brauch der Grabschriften macht sich bemerkbar. Die Themenvielfalt sowie die Variabilität der einzelnen Texte bietet ein sehr weitgefächertes Untersuchungsgebiet. In dieser Arbeit wurden in erster Linie die mit der Glaubenswelt stark zusammenhängenden Themengruppen dargestellt, in denen sich aber auch die Spuren heidnischer Glaubenselemente noch erkennen lassen. Die Verflechtung des Brauchtums mit den Lehren des christlichen Glaubens ließen zahlreiche neue Inhalte auch in den Inschriften erscheinen. Die ursprüngliche Bedeutung einzelner Rituale wurde von der Religiosität durchdrungen. Ein sehr weites Untersuchungsfeld stellen auch die Inschriften dar, die voll auf die Individualität ausgerichtet sind. In dieser Arbeit finden diese Inschriften wegen der Größe des Materials nur am Rande eine Erwähnung. Es würde sich lohnen diese Grabinschriften auch sprachlich zu analysieren, da diese nachweislich das Produkt eigener Kreativität darstellen.

Die Tendenz zur Assimilation läßt sich an den Inschriften auch gut beobachten, die politischen Veränderungen nach dem zweiten Weltkrieg haben ihre Spuren auch in der Friedhofskultur hinterlassen. Ab dieser Zeit werden die deutschsprachigen Inschriften zahlenmäßig immer geringer, die auf Individualität ausgerichteten Grabschriften werden von den ungarischen, allgemein verbreiteten Formen ersetzt.

Der allgemeine Zustand der Friedhöfe ist recht unterschiedlich. In den kleinsten Dörfern, wo nur noch wenige Menschen leben, aber leider auch in manchen größeren Ortschaften sind sie oft verwuchert, gepflegt wird nur der Teil, wo die neuesten Gräber stehen. Dies hat zur Folge, daß eben die ältesten Grabmälern, die so ihrer Beschriftung wie auch ihren in Stein gemeißelten Motiven nach ein unschätzbares Kulturgut repräsentieren, vielerorts einfach dem Verfall preisgegeben sind. Oft werden die größten Schäden durch die gutgemeinten Aufräumarbeiten verursacht. Bekannt sind mir auch Fälle, wo man die alten, aber in sehr gutem Zustand erhaltenen Grabsteine von nicht mehr gepflägten Gräbern abgeschliffen und erneut verkauft hatte. Die Archivierung und die weitere Sammlung der Inschriften ist auch aus diesem Grund sehr wichtig, der Wettlauf mit der Zeit kann aber nur dann erfolgreich werden, wenn ein jeder den Wert dieser geschichtlichn Zeugnisse erkennt. Die Arbeit soll also auch in diesem Sinne die Aufmerksamkeit auf die alten Denkmäler lenken, die als letzter Nachruf einer langsam verschwindenden Kultur einen besonderen Schutz verdienen würden.

 

LITERATUR

BEUL, RICHARD: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1981.

Bibel. Hrsg.: Evangelische Haupt-Bibelgesellscheft zu Berlin und Altenburg. 1986.

FREY, MARIA: Das Steinmetzhandwerk in Nadasch/Mecseknddasd. In: MANHERZ, Karl (Hrsg.): Ungarndeutsches Handwerk. Budapest 1988, 9-59.

GAZDA, Klára: A román halotti rítusok tárgyi kellékei és a lélek túlvilági útja. [Requisiten der rumänischen Todesriten und die Wege der Seele im Jenseits] In: Pócs, Éva (Hrsg.): Lélek, halál, túlvilág. Budapest 2001, 302-310.

GRIMM, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Berlin 1985.

GRIMM, Jakob: Deutsche Mythologie, Bd. II. Frankfurt, Berlin, Wien 1981.

HEREPEI, JÁNOS: A Házsongárdi temető régi sírfeliratai. [Die alten Grabinschrifte des Friedhofes in Házsongárd] Budapest 1988.

HERMANN, Egyed: A bátaszéki németek és népdalaik. [Die Badaseker Deutschen und ihre Volkslieder] Pécs 1929.

IMRE, MÁRIA: Kőfaragóműhelyek és a kőfaragás emlékei a Dél-Dunántúlon. [Steinmetzwerkstätte und Denkmäler der Steinbearbeitung im südlichen Transdanubien] In: Ethnographia CVII/1,2. 1997, 27-58.

KISS, TAMÁSNÉ: Es war einmal ... Beiträge zur Volkskunde und Brauchtum der Ungarndeutschen in WardumA/árdomb. Szekszárd 2001.

KUNT, ERNŐ: Temetők népművészete. [Die Volkskultur der Friedhöfe] Budapest 1983.

KÜRTI, LÁSZLÓ: A halál kultúrája. [Die Kultur des Todes] In: Pócs Éva (Hrsg.): Lélek, halál, túlvilág. [Seele, Tod, Jenseits.] Budapest 2001, 318-336.

MANHERZ, KARL - BOROSS, MARIETTA - STANG, MARIA: Der Sankt-Johanner Kodex. Budapest 1991.

PINTÉR, SÁNDOR: A palócz születése, házassága és halálozása. [Geburt, Heirat und Tod des Paloczen] In: Ethnographia, Jg. II. 1891, 97-109.

SAX, IBOLYA: Der Tod, das Begräbnis und die Friedhofskultur der Deutschen in We-rischwar/Pilisvörösvár, mit besonderem Hinblick auf die deutschen Grabschriften. In: MANHERZ, Karl (Hrsg.): Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen. Budapest 2000, 71-154.

SÁROSÁCZ, GYÖRGY: Baranyai délszláv népszokások. [Südslawische Volksbräuche in der Branau] In: SARKADI-HÁRS, Éva (Hrsg.): A Janus Pannonius Múzeum Évkönyve. XIV -XV. köt. Pécs. 1974, 283-295.

SCHÖNFELDT, SYBIL Gräfin: Das große Ravensburger Buch der Feste und Bräuche. Durch das Jahr und den Lebenslauf. Ravensburg 1993.

SCHRAUB, STEFAN: Grabsteine und Steinkreuze in Nadasch. Volkskunst der Nadascher Steinmetzen. Mecseknádasd 1997.

SCHREINER, ELISABETH: Der Anfang und das Ende des Menschenlebens bei den Deutschen in Sawer/Székelyszabar. In: MANHERZ, KARL (Hrsg.): Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen. Budapest 1998, 91-107.

SOLTÉSZ, KATHARINA: Zu den Grabmotiven in den ungarndeutschen Friedhöfen des Ko-mitates Branau/Baranya. In: MANHERZ, KARL (Hrsg.): Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen. Budapest 1998, 7-19.

SZENDREY, ÁKOS: A halott lakodalma. [Die Hochzeit des Toten] In: Ethnographia Jg. LII. 1941, 44.53.

SZÉLIG, ÁGNES: Todes- und Bestattungsbräuche bei den Ungarndeutschen und bei den Szeklern in Wemend/Véménd. In: MANHERZ, Karl: Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen. Budapest 2001, 92-128.

TARI, LUJZA: Halottkísérő, halálmars - hangszeres zene a halott utolsó útján. [Totenbegleitung, Todesmarsch - instrumentale Musik auf dem letzten Weg der Toten.] In: Pócs, Éva (Hrsg.): Lélek, halál, túlvilág. Budapest 2001, 282-301.

WlPF, KARL A.: Althochdeutsche poetische Texte. Stuttgart 1992.

 

Anhang

(Grabverse)

 

Grab vers (Gv.) 1

Hier ruhet in Gott

FRANZ FÖLDENYI

gest. am 24 Jan. 1956 alt 60 Jahr

u. Gattin

MAGDALENA BENDER

gest. am 7 Jan. 1996 alt 92 Jahr

Unerhofte schrechens stunde die für

mich so bletzlich schlug, unfergeslich

war die stunde wo man dich zu

Grabe trug.

Ruhe in Frieden!

(Besedek/Bezedek)

Gv. 2

Hier ruhet in Gott

LENGL PETER

gest. am 2 Nov. 1945

alt 45 Jahr

Es sank in dieses kühle Grab

Mein treuer Gatte schnell hinab.

Doch blüht uns in dem Himmelslicht

Ein ewiges Vergissmeinnicht.

Ich glaubt, ich leb noch lang gesund

Und da war schon die letzte Stund.

So schnell vorbei des Todes

Schmerz

gebrochen war das arme Herz.

Liebes Ehweib und all ihr Lieben,

Tut euch nicht so sehr betrüben,

Ich bin ja jetzt mit Gott vereint

Und ruhe jetzt in Frieden.

(Schomberg/Somberek)

Gv. 3

Hier ruhet in Gott

MICHAEL ELM

gest. am 9 Juli 1924

alt 74 Jahre

74 Jahre war ich alt

da schlägt die Totenstunde bald

Ja ich habe es kaum entdeckt

lag ich schon am Todtenbett

So lag ich in der Grabesgruft

bis der Gott zur Gnad mich ruft.

Friede seiner Asche

(Petschwar/Pécsvárad)

Gv. 4

JOSEF GEIGER

gest. am 3 Jan 1958 alt 70 Jahr

Du littest grose Schmerzen

endlich brach dein Herz

Ein wieder sehn in Himmel das

lindert den Schmerz.

Zum frommen Andenken

an dein Sohn Paul gest. mit 25

Jahre 1946 u seine liebe Mutter sie

mustén vor Hunger fer Schmehn

im Lager bei Gakova

THERESIA GEIGER

geb

gest. am alt Jahr

Herr gib ihnen die ewige Ruh

(Besedek/Bezedek)

Gv. 5

THERESIA BAIER

gest. am 29 Jäner 1923

alt 18 Jahre

In meinen schönsten Jugendjahren

hört auf mein Herz zu schlagen das

ist großer Schmerz für meine

Eltern und Schwester-Herz

Schwer war die Trennungsstunde,

in den tieffen

Herbstesschein, da ferwelken alle

Blumen und auch ruft Gott in Toten Schlummer.

(Petschwar/Pécsvárad)

Gv. 6

Hier ruhet

JOSEF VINZE

gest. den 10 juli 1953

alt 17 Jahr.

Gesund und frölich ging ich aus

Doch nicht mehr kehrte ich nach Haus

Gestern noch mit roten Wangen

Heute schon zu Grab gegangen.

Teurer Sohn hier an deinen Grabe

Stehen wir Verlasne tief betrübt

Tiefen Schmerz bereitet uns

Dein Scheiden,

Denn wir haben Dich so sehr geliebt,

Verschwommen ist im Wellengrabe

Dein eignes und der deinen Glück.

In meiner Blühten schönsten Jahren

Ruft mich Jesus in Himmelsgarten.

Hier in Rosengarten will ich meine Eltern,

Geschwistern u. Großeltem erwarten.

Ruhe sanft!

(Wemend/Véménd)

Gv. 7

IHS

Hier ruhet

PAUL STAUBACH

gest. den 24ten Mai 1941

alt 70 Jahr.

Hier liegt das treue Vaterherz

Befreit von allen Leid u. Schmerz

Die Pilgerreise ist geendet

Nun ruht er in Jesu Hände.

Hier in Gottesgarten will ich mein

Ehweib Kinder u. Enkel erwarten.

sein Kind

MICHAEL STAUBACH

gest. den lOten Juni 1983 alt 1 Jahr

Ruhet sanft.

(Wemend/Véménd)

Gv. 8

Hier ruhet in Gott

JOSEF KRETZ

gest. am 14 Juni 1941

alt 25 Jahre

Liebe Eltern stillet euren Schmerz

Ich bin so früh von Euch geschieden

Als die Blume am schönsten blühte

Zog Gott mich an sein Vaterherz.

Oh zu früh bist du von uns geschieden

Und umsonst war all unser Flehn

Im Grabe ist Ruh, auf Erden nur Schmerz

Ruhe sanft, du gutes Kinderherz.

Friede seiner Asche

(Seli/Szellő)

Gv.9

Hier ruhet in Gott

BARBARA REDER

gest. am 20 Feb. 1958 alt 63 Jahr

GEORG REDER

gest. am 2 Mai 1976 alt 81 Jahr

Betet still an meinen Grabe

Gönet mir die ewige Ruh

Denkt was ich gelitten habe

Eh ich schlies die Augen zu

Tief betrauert von Ehmann

Kindern Enkeln hier u ferne

JOZEF BEZEDEKI /REDER/

gefallen 1944 alt 25 Jahr

GEORG REDER

gefallen 1945 alt 19 Jahr

Auf Eltern Grabestein soll auch unsere erinerung

sein unser Leib könt ihr nicht haben weil wir

liegen in der Ferne begraben

Ruhet sanft in Frieden!

(Besedek/Bezedek)

Gv. 10

Hier ruhet in Frieden

MAGDALENA HOFFMANN

geb. Wölfling gest. am 23 Dez. 1931

alt 52 Jahr.

Als ich in Fünfkirchen nach der Operation

Zu mein Mann der Doktor sagt gleich schon,

Sie hat Magenkrebs u. ist unheilbar,

So lebte ich kaum vier Monat zwar.

Guter Mann u. Kinder ich dank Euch dafür,

Für die Müh u. Opfer was ihr habt getan an mir:

Meine lieben 4 Kinder und 6 Enkel schaut hieher,

Ihr habt ja keine Mutter u. Großmutter mehr:

Seit Euren Vater u. Großvater fromm u. gut,

Eurer Mutter u. Großmutter zulieb, die in kühler Erde ruht

Ihr lieben Kinder u. Enkels Kinder mein,

Schliest mich oft in Euren Gebet hinein:

Ihr lieben Schwiegersöhne u. Schwiegertöchter mein

Last Eure Schwiegermutter nicht vergessen sein.

Gott bitten wir in unserer Frömmigkeit,

Er gebe Euch die ewige Glückseligkeit.

Sie deckten Euch sanft mit Erden zu.

Gott gebe Euch den Himmel u. die ewige Ruh,

Das ewige Licht leuchte Euch auch da zu.

Sie ruhet nun in stillen Frieden, Doch allzufrüh ist sie von uns geschie=

den, Die unser Herz in Tod noch liebt, hat uns die Trennung so sehr betrübt

Im Grabe Ruh, auf Erden Schmerz; So Schlafe wohl Du treues Mutter=

herz; Du warst so gut, du starbst so früh; Doch vergessen werden wir dich nie.

Schlummre sanft im kühlen Grabe, Nim von uns die letzte gäbe,

Sie ist mit Tränen Dir geweiht, So schlumere sanft in Ewigkeit.

Du gingst voran, wir trauern hier; Doch Ewig nicht wir folgen dir

O Schwester Anna, tu nicht verzagen, Tu dein Kreuz mit gedult er=

tragen. Oft hat manches schon über nacht, Gott sein Kreuz ein End

gemacht. Ruhe sanft.  

  (Litowr/Liptód)

Gv. 11

Hier ruhet mein Engel

CELESTINE WENZEL

geb. 5 Juni 1884.

gest. 28 Jan. 1889.

Ach Jesu ich bin am Kopf ver-

letzt, mach mier auch mein Endgesetzt.

Theuere Eltern tröstet euch ich

reise in das Himelreich Ich

gehe in dem Rosen Garten wo

die Engel auf mich warten!

Ruhe sanft in Frieden!

(Numja/Nyomja)

Gv. 12

IHS

Hier ruhet

JOSEF ALBRECHT

gest: am 18" Jäner 1922

alt 51 Jahr

Hier in Gottesgarten will ich

meine Ehe Gattin u: Sohn erw=

arten an meine Füße must ich

Leiten drum bitt ich um die

Himels Freuden.

Friede seiner Asche!

(Wemend/Véménd)

Gv. 13

IHS

Hier ruhet in Gott

JOSEF SCHENK

gest. den 6. Novem. 1938

alt 25 Jahr.

Du gingst im schönsten Traum

des Lebens

Aus diesem Tal der Tränen fort:

Wo gingst du hin? Du hast

gefunden

Das Vaterland, den Heimatsort!

Maria reich mir deine Hand.

Ich schließe mit dir das Eheband.

Hier in Gottesgarten, will ich meine Eltern,

Geschwistern und Onkel

erwarten:

Schlummre sanft!

(Feked/Feked)

Gv. 14

KARL

geb. 3/9 1876. gest. 3/8 1877.

FRANZ

geb. 2/12 1880. gest. 17/2 1882

Zu gut für dieses Thal

der Mängel

Flohen sie als früh verklärte

Engel,

Dem Himmel ihrer Heimath

zu.

BR. M1RBACH FERENCNÉ

élt 82 évet

megh. 1936 febr. 4 én

Béke hamvaira!

(Schomberg/Somberek)

Gv. 15

Hier ruhet

THERESIA SELIG

geb. Trabert

gest. am 15 ... 1929

alt 25 Jahr

Schmerzlich [war] für uns dein Scheiden

Viel zu früh ist uns dein Tod

Doch bist du nun befreit von Leiden

Befreit von jeder Erdennot

In meinen schönsten Lebensjahre

Mus ich verlassen Eltern Großeltern

Ehman mein u. mein liebes Waiselein

Liebe Schwester du stehst Traurig oft an

Meinen Grabes - Hügel u. betest für mich

Wie bitter ich allhier erlebet

In diesem eitlen Jammerthal.

Vielleicht umsonst nach Glück gestrebet

Und nur erfahren Leid und Qual

Ruhig schlummre sanft im stillen Grab

Bis zur Auferstehung am Jüngsten Tag

Wenn Himmel u. Erde wird vergeh'n

Werden wir uns Wiederseh'n

Friede ihrer Asche!

(Wemend/Véménd)

Gv. 16

Hier ruhet

ANDREAS GAß

gest. d. 19 August. 1921

alt 33 Jahr.

In der lieben Arbeitszeit

Ruft mich Gott in die Ewigkeit

Ich fuhr in Brunnen hinein

Und starb unter Qual u. Pein.

Viele Männer um mich hehr,

Fanden mir keine Rettung mehr

Liebes Ehweib, Kinder u. Eltern mein,

Meine liebe soll bei euch sein!

Friede seiner Asche!

(Wemend/Véménd)

Gv. 17

Hier ruhet

GEORG AUTH

1887-1948

Still und einsam war sein

Leben. Treu und tätig

Seine Hand, früh war

das Hinüberschweben

in das bessere Vaterland

Betrauert von Eh'weib

und Kinder

(Pécs/Fünfkirchen)

Gv. 18

Hier ruhet

EVA SCHEICH

geb. Müller

gest. am 13. Dez. 1950

alt 72 Jahre

Ruhig schlief vom Himmelschein

Sie die beste Mutter ein.

Und ihr folgen heiße Tränen

die ihre Kinder und Enkel weinen.

(Feked/Feked)

Gv. 19

IHS

Hier ruhet in Gott

JOHANN BACH

gest. d. 19 Juli 1901 alt 63 Jahr

Hier ruhe ich in Rosengarten

Auf mein Ehweib u. 2 Kinder

Will ich warten

KATHARINA BACH

geb. Luij

gest. am 28. Aug. 1914

alt 70 Jahr

Ruhet in Frieden!

Theuerste Eltern ruhet sanft Stille den es war ja Gottes wille

Das ihr müstet von uns Scheiden. Zu genießen Himmelsfreuden

Ein Blümlein nur noch möchten wir euch geben,

Es heißt vergißt uns nicht im anderen Leben.

Ihr meine 2 Lieben Kinder denkt auch an eure Pflicht

Vergest im Grabe Vater und Mutter nicht:

Ihr Enkels Kinder gute Nacht. Ich will sehen was Jesus macht.

(Besedek/Bezedek)

Gv. 20

Hier ruhet in Gott

GUSTAV REINHART BARTH

geb. ...5 März 1843

gest. ...März 1902

Friede seiner Asche

Hier endigt sich der Feinde Trotz

Im Grabe findet der bedrängte Schutz

Hier wird Er im süßen Schlaf

erkwickt

den manche Erden Last gedrückt

(Udword/Pécsudvard)

Gv. 21

Hier ruhet in Gott

HILDA WEIß

gest. am 26. Nov. 1926

alt 4 Tage

Sein Leben war ein Augenblick,

ein Frühlingstraum sein Erdenglück.

(Feked/Feked)

Gv. 22

IHS

Hier ruhet

MARIA LUTZ

gest. den 6ten Novemb. 1939

alt 39Jahr

So schlumre sanft du gute [Mutter]

Die wier Dich...

Du gabst dein Leben für dein ... Kind

[Jetzt] ruht ihr [beisammen]...

Weinet nicht ihr liben

Weil ich so früh zu d...

blickt mein aug in ... alle...

Gelibed habe drum ruft ich [auf]

Vater oben erbarme dich erbarme dich

Nim mich zu dier in deine Freide

Mein leben war nur ein Draum im Winde

Mein gutes Kind reicht mir [seine] Hand

Und fürt mich ins Himische Vaterland

Hier in Rosengarten will ich mein Ehman

Eltern und Geschwister ...

Ruhe sanft...

ELISABETHA WAGNER... 1939

(Wemend/Véménd)

Gv. 23

Hier ruhet

EGRICH MONIKA

geb. am 20 Apr. 1913

gest. 5. Nov. 1918

Du welktest eh du noch geblüht

Erlöschtest eh du noch geglüht

du starbst dich hat der Tod

erfasst

Bevor du noch gelebet hast.

(Surgetin/Szederkény)

Gv. 24

Hier ruhet in Frieden

KATHARINA SCHÄRTL

geb. Meister, gest. am 18 Juli

1926 alt 18 Jahr.

In meinen schönsten Jugendjahren

Höret auf mein Herz zu schlagen,

Das ist großer Schmerz für mein

Ehmann, Kind, Eltern u. Geschwistern

Herz. Schwer war die trennungs

Stunde. In den schönen Sommers

schein; Da blühen alle Blumen,

Und mich ruft Gott in Todes

Schlummer.

Schmerzlich war Dein frühes

Scheiden. Ach, wohl Bitter ist

der Tod; Doch er endet ale Leiden u. befreit

von jeder Not. Tief betrauert von ihren Eh=

man, Kind, Eltern u. Geschwistern.

Ruhe sanft in Frieden.

(Litowr/Liptód)

Gv. 25

Hier ruhet

HOLZ VERTINAND

gest. am 19 Sept. 1930

alt 26 Jahre

Ihn meinen Leben schönste Jahrn

mus ich mit schweren Hertzen von

meinen lieben Ehweib und Kind

Uhrlaubsagen. Doch weinet nicht ihr

meine Lieben ich gehe nun in Gottes

Frieden.

(Katol/Kátoly)

Gv. 26

Hier ruhet in Gott

MARGARETHA HERR

geborene Beck

gestorben am 4ten Nov 1918.

alt 24 Jahr

Ruhe sanft!

Ich hör eine rufende Stimme

Die aus fremder Erde kemmt

Ich kenn die Stirn und folg ihr treulich

Mein Mann mein lieber Kriegesheld

Cu dier mit dir fereint auf Ewig

Weil ich jetzt bin in schnellen lauf

Auf deinen herzen will ich ruhen

Wo nicht mehr Tränen flist das Aug.

Und mich von euch muste ich scheiden.

Ihr gute Eltern, Schwester mein

Vergest mich nie, komt oft zum Grabe

Und betet oft ein Gegrüsetseist

Nemt hin den letzten Kuss

auf Erden.

(Kascha/Kiskassa)

Gv. 27

Hier ruhet in Gott

DANIEL DITTRICH

gest. am 2 Okt. 1927

alt 48 Jahr

Ach wie rasch bist Du geschieden

Theurer Vater aus der Zeit

Ließest trauernd uns hinieden

Eiltest zu der Ewigkeit.

Zur erinerung Für den Helden

JOSEF DITTRICH

gest. am 25 Mai 1942

alt 23 Jahr.

Den Heldentod starbst Du so jung,

Uns bleibt nur die Erinnerung

Fürs gute Recht flöß hin Dein Blut

Schlaf Teurer sanft in Gottes Ruh.

(Haschad/Hásságy)

Gv. 28

Hier ruhet in Gott

ANNA BACHMAN

gest. am 14. Septemb. 1942

alt 15 Jahr.

Ich bin ein Matchen hold und rein

Blüte wie ein Blümelein

Der Tod, der doch so furchtbar ist

Der schont die schönste Blume nicht

Der Kranz auf meiner Stirne blüht

In aller Ewigkeit dahien

Unschuld ist Jesu Lieb allein

Die in dem Kranz gebunden sein

Ihr liebe Eltern weinet nicht

Weil Gott mich nimmt als Braut zu sich

Ich hab ja noch 2 Brüder mein

Die sollen euere Freude sein

Ihr Brüder mein vergest mich nicht

In eurem Gebet denkt auch an mich

Lebt from und sorget für die Eltern

Der liebe Gott wird es reich vergelden

Lebet wohl ihr Eltern Brüder Kamaraten

Jesus hat mich zu sich eingeladen

die Welt mitt ihrer Lust vergeht

Die Jugend nur allein besteht.

(Bawaz/Babarc)

Gv. 29

Hier ruhet

ADAM SCHMID

geb. am 22 Sept. 1888

gest. am 11 Dezemb. 1915

In meinen schönsten Lebenszeit

Mus ich alles meiden mus von meine

liebenden Ehweib scheiden Herzliebstes

Ehweib mein ... ich kan nicht bei dier

sein ferzage nicht ich bitte Gott...

Gestiftet Schrieila Mari verehelicht

mit Adam Schmid

Hier ruhe ich in Friedhofsgarten mein liebes Eh-

weib will ich warten Ein jahr und 2 Monat

haben wir in liebe Gelebt bis einmal komt

der Fogel geschwebt und nahm mich aus

deiner mitte hinweg. Friede seiner Asche

(Deutschdorf/Hidor)

Gv. 30

Hier ruhet

HEINRICH WESZ

gest. 9. Szept. 1966

alt 44 Jahr

GERTRAUD WESZ

geb. Bareith

gest. den ... 19...

alt... Jahr

Es trat der Tod mit schnellen

Schritten

In unser friedlich stilles Haus;

Ganz unverhofft aus unserer

Mitten

Riss er ein treues Herz heraus

Oh Ehweib, Kinder, Eltern, Gross

ist Euer Schmerz.

weil nicht mehr schlägt das

Vaterherz.

Hier in Gottesgarten will ich mein

Ehweib, Kinder, Enkel, Eltern,

Schwester u. Freunde erwarten.

Ruhe - sanft.

(Feked/Feked)

Gv. 31

Hier ruhet

KASPAR NICHTER

gest. am 29. Okt. 1936

alt 21 Jahr

Mitten auf der Rosenbahn

Hielt der Tod den Jüngling an

Küßte ihn auf Mund und Wangen

Heilig ist er heimgegangen.

Hier im Gottesgarten will ich

meine Eltern und Geschwistern erwarten.

(Feked/Feked)

Gv. 32

Hier Ruhet in Gott

REGINA SCHWELL

geb. Fischer

gest. den 5 Okt. 1922

alt 55 Jahr Ruhe sanft

Mutter mus dich nochmals Grüssen

Möcht ja gern dich nochmals sehn

Wenn ich könt dein Mundlein Küssen

Möcht ich froh nach Hauße gehn.

(Numja/Nyomja)

Gv. 33

Zur Erinnerung an

JOSEF KLOTZ

der den Heldentod gest. ist

am 10 Jan. 1945

alt 39 Jahr

JOSEFA KLOTZ geb. Hoffmann

gest. am ... 19 ...

alt... Jahr

Aus der Gattin Arme fort

Aus dem Kreis der Kinder

Risz des Todes strenges Wort

Unsers Glückes Gründer.

MARIA KLOTZ gest. am 30 Mai 1932

alt 8 Monat

Ruhet sanft

(Altglashütte/Óbánya)

Gv. 34

IHS

Hier ruhet in Gott

TEOKADIA

WERNDORFER

gest. am 24 Mai 1906

alt 11 Jahr

Du warst so unschulds voll so rein

Drum gingst du frü zum Himmel ein

Gute Eltern thut mein Grab mit moß bedeken

Der Eltern Schmerz kann mich nicht mehr

wecken,

Was die Liebe euch verbant

Drennt nimmer des Totes Hand.

Lebet wohl aufs Wiedersehen.

(Allas/Olasz)

Gv. 35

Hier ruhet

GEORG MONTE

gest. am 27 Okt. 1873

Georg heiße ich, in den Himmel reise ich

liebe Eltern gute Nacht, ich muß

schauen was der himlische

Vater macht, schau mich an

und lese:

der du bist bin ich gewesen

knie dich nieder und bethe

für mich so bethe ich bei Gott für dich.

(Ratzpeter/Újpetre)

Gv. 36

Hier ruhet in Gott

unser

unvergeßlicher

guter Vater

FERDINAND

MANDL

alt 49 Jahre

gest. am 18 Juni 1923

In meinen schönsten

Jahren muß ich zu Jesus

fahren. Hier liege ich im

Gottesgarten will auf

mein Ehweib und

4 Kinder warten

Friede seiner Asche

Gv. 37

IHS

In der weiten Ferne liegt begraben

ANTON SELIG

gest: am 11 Jäner 1916 in Taboruz

alt 43 Jahr

In der großen Kriekszeit

Ruft mich Gott in die Ewigkeit

Bei Taboruz in ... balanz ich konte

Nicht mehr weiter Gott schickte mir

Die Himelsleiter ich Stieg im Himel auf

Wolendet ist mein Lebenslauf.

Kameraten um mich her brachten

Eltern Weib u. Kinder die künde her

Liebe Eltern Weib Kinder u. Gesch=

wister Stillet euren Schmerz. Ich

flehe bei Gott für euch himelwärtz.

Hier ruhet

MARIA SELIG

gest: am 25 August 1902 alt 9 Monat

Tröstet euch wir sind bei Gott in Himelreich!

Gv. 38

IHS

Hier ruhet

MARIA SELIG

gest: am 14 Feber 1923

alt 17 Jahr.

In meiner Schönsten Lebenszeit

Ruft mich Gott in die Ewigkeit.

Deine lieb und Treuheit war nicht zu

umfassen ich muste euch zu früh ver-

lassen das war ein Großer Schmerz

für meiner Mutter u. Schwesterherz.

Schwer war die Trennungsstunde ta mein

Schuzengel brachte die Kunde das ich

von meinen lieben muß fort zu Jesus

aller schönsten Ort O' Jesus reich mir

deine Hand mit dir schließe ich mein Ehe

band

Lebet wohl ihr alle meine lieben ich ging zu meinen

Vater.

Hier in Rosengarten will ich meine Mutter

Großmutter u. Schwester erwarten. Ruhe sanft

(Wemend/Véménd)

Gv. 39

Hier ruhet

CECELIA KEHL

alt 2 Jahr starb am

1. Feber 1885

Früh rief dein Engel

dich zurück,

Und führte dich zum

höhern Glück

Hier welkte nur die Knospe hin

Um Jenseits schöner

aufzublühn.

(Numja/Nyomja)

Gv.40

IHS

Hier ruhet

JOHANN AßMANN

gest. den 15ten Feb. 1935

alt 3 Jahr

In früher Morgen Stund

Ist mein Engelein gekommen,

Und hat mich aus meiner lieben

Mutter Hand genommen.

Ein liebes Kind

Das uns viel Freude machte

Sein früher Tod

Uns viel Schmerzen brachte.

Liebe Eltern Bruder u. Großeltern tröstet euch

ich erwarte euch im Himmelreich.

Ruhe sanft!

JOSEF AßMANN

gest. d. 7 Okt. 1935

alt 7 Wochen

(Wemend/Véménd)

Gv.41

IHS

Hier ruhet

GERTRAUD SCHMIDT

geb. Heß

gest. d. 29 Okt. 1934

alt. 26 Jahr.

In der Blühte meiner Jahre

Sank ich im Spital auf die Bahre

Ein sanfter Todesengel kam

Der Deinen Lieben rasch Dich nahm;

Er nahm dir Deine Leiden ab

Und führte Dich ins stille Grab.

Nicht schont er das Eltern Herz,

Nicht rührte im der Gatten Schmerz.

Tief betrauert von Ehman, Eltern u. Geschwistern

Ruhe sanft.

(Ketschinge/Görcsönydoboka)

Gv.42

ÁGOTA MÜLLER

19. August 1971

alt 29. Monat

Ein Blümlein schön und wunderbar

Hienieden unsre Freude war

Da kam ein Englein gottgesandt

Trugs Blümlein in ein bess'res Land.

(Feked/Feked)

Gv.43

Hier ruhet

ANNA LEPOLD

gest. am 2. April 1918

alt3 Jahr

Lebt wohl ihr lieben Eltern!

In meiner schönsten Blüte

Hat Gott die Engelein gezählet,

noch eines hat gefehlet,

Maria hat mich auserwählet.

(Feked/Feked)

Gv. 44

IHS

Hier ruhet

MAGDALENA WAßLER

geb. Ritzl

gest. den 24ten März 193...

alt 37 Jahr

O' du unferhoffte Stunde

Du bist so früh gekommen

Gott der Herr hat mir

Meinen guten Geist genommen

Ich muß verlassen Mutter

Ehmann u. Kinder mein

Mein Lebenslauf muß vollendet sein

Gott hat gerufen in dieser Stunde

Ich habe es gehört von Jesu Munde

Wie traurig war für uns dein Scheiden

Wie Schmerzlich war für uns dein Tod

Hier im Gottesgarten will ich meine

Mutter Ehemann u. Kinder erwarten.

(Wemend/Véménd)

Gv.45

Hier ruhet in Gottes Hand

JOHAN SELIG

gestorben am 9 März 1917

alt 56 Jahr

O Liebes Ehweib O Trauer

.. .Hauß wie Früh mußten

Wier von Eich Hinauß, In

Meiner Rechte Hand fingt

Sich mein Leiden an und mußt

Leiden große Schmerzen, der Tod Schlägt

Große wunden das haben wier schon oft

Gefunden. Ein großer Schmerz plagt mir

Mein Herz, weil meine zwei Söne die ligen

Weit under Fremder Erde der eine in Galizien

Der andre in Italien sie Haben ihr junges

Blut vergoßen und ist viers Vaterland geflosen

Da ist Jesus gekomen und hat mein Großen

Leiden ein Ende genomen, Ehr nahm mich

Zu sich und zu meinen Kinder auf O! liebes

Ehweib 2 Kinder u Engel Tröstet eich wir

erwarten eich in Himelreich. Friede seiner Asche.

(Wemend/Véménd)

Gv. 46

Hier ruhet

BERNHARD KISTNER

gest. am 26 Juni 1962

alt 22 Jahr.

Ich blühte einst wie eine Rose,

Fiel von Baum in Mutterschoße

Der Ast bricht ab ich fiel herab

Und ruf auch gleich mein Kreuz ist ab.

Liebe Eltern weinet nicht weil

Gott so früh meine Augen bricht

Geschwistern Schwager, Schwä=

gerin Kinder mein es muß so

früh geschieden sein. Groß=

vater Freunde Kameraden alle

Hier Gott öffne mir die Him=

melstür

Ruhe sanft.

(Ratzmetschke/Erdősmecske)

Gv.47

Hier ruhet

GEORG MÜLLER

gest. d. 10. Feber 1952

alt 23 Jahr.

Ein gutes, treues Kinder Herz,

Ruht hier in diesen Grabe

Die Eltern fühlen es mit Schmerz,

Was sie verloren haben

Ein Jüngling hold und rein,

Blüte wie ein Blümelein.

In schönster Blüte meiner Jahren

Nahm mich Gott aus mein Vaterhaus

Alle Hilfe war vergebens

Meine Eltern brachten mich tot Nachhaus

Weint Euch nicht zu Tod ihr lieben

Eltern, Schwester und Großeltern mein,

Der Himmel muss mir lieber sein.

Mein Großvater ruft mir leise zu,

Komm liebes- Kind in die ewige Ruh.

Ihr lieben Kammeraden, ich konte

Kein lebewohl mer sagen.

Tief betrauert von Eltern, Schwester,

Großeltern u. Freunde!

Ruhe-sanft.

(Feked/Feked)

Gv.48

Hier ruhet

JOSEF KRIKLER

gest. d. 14. Dez. 1945

alt 3 Jahre

 

Laßt die Kleinen zu mir kommen!

Seine Mutter hat ihn zu sich genommen.

Kaum habe ich das Leben erfaßt,

habe meinem Vater und Großeltern kurze Freude gemacht.

(Feked/Feked)

Gv. 49

Hier ruhet

MICHAEL HOFSTÄDTER

gest. den 19 Feber 1957

alt 15 Jahr.

Frisch und froh war ich im kranken

Haus,

Toder brachte man mich nachhaus

Als dort mein Herz hat abgesagt,

Hab ich nochmals an meine liebe

Mutter gedacht.

O liebe Mutter und Großvater komt

geschwind,

Weil jetzt muß sterben euer einziges

Kind;

Ich wollt' Euch drücken an mein Herz

Weil der Abschied ist ein großer Schmerz

Ich wollt' Euch ja nochmal umarmen,

Aber der Tod hat kein erbarmen:

Liebe Mutter ich grüße Dich,

Weil Du so viel Sorgen hast getragen

Für mich;

Dein Herz ist schwer und deine Augen

voll Thränen,

Weil Du von Deinen lieben Kind kein

Abschied kannst nehmen;

Mein lieber Vater ist schon Oben mir,

Er öffnet mir die Himmelstür;

Ich gehe in die Ewigkeit,

Alle Lieben erwarte ich in Himmelreich.

Ruhe sanft in Frieden.

(Wemend/Véménd)

Gv. 50

Hier ruhet in Gott

KATHARINA EIDER

geb. Hartung

gest. am 18 Jänner 1911

alt 21 Jahr

Mit ihren 21 Lebensjahr

Ruht tief in...

Liebsten war. Sie hat gelebt

So froh ... und ging

So früh im Himmel ein. Liebe

Eltern und liebes Kind ich

Bitte euch betet für mich und

Ich für Euch das ihr kommt zu

Mir im Himmelreich Aber liebster

Ehmann du stehst so traurig

Vor mir auf dir warte ich

vor der Himmelstür. Ruhe sanft in Frieden!

(Kascha/Kiskassa)

Gv. 51

Hier ruhet in Gott

PETER HOCK 1884 - 1938

ADAM HOCK 1909 - 1939

OTTILIA HOCK

geb. Hübert

1890-1968

Ruhe sanft in Frieden

Es ist ein Vater der euch liebt und wird es dir auch enden

Du liebes Kind du hast so früh das Leiden schon getragen

Und denk das liebe Jesukind will es ja so haben

Ihr Kinder u. Kindeskinder mein ihr ward ja meines Lebens Freude

Umsonst stieg ich in die Sünde nach euch ich muste von euch scheiden

Lieber Vater u. Schwiegereltern mein wolte eure Stütze im Alter sein

Weil ich aber nicht mer kann nemet alle mein innigsten Dang an

Lebet wohl u. glaubet mir werden wiedersehn vor der

Himmelstür.

Ruhe sanft!                                                                          

(Bawaz/Babarz)

Gv. 52

IHS

Hier ruhet

JOHANN SELIG

gest. den 10 April 1928

alt 81 Jahr

Weinet nicht ihr lieben mein

Weil ich schon muß ins Grabe

Blickt zum lichten Himmel ein

Wo ich so gutes habe

Dort fleh ich für euch am

Gottes Thron um Trost um Glück u. Segen

Und stirbt ihr einst

So komm ich schon

Als Engel euch entgegen.

Tief betrauert von Eltern Schwester u.

Großeltern.

Ruhe sanft!

(Wemend/Véménd)

Gv. 53

IHS

Andenken an dem Weltkriege!

JOSEF REß

ist als Soldat im Jahre 1915 am

8. Sept in Rußland als Held im

seinen 20 Lebensjahr gestorben

und ligt in Bojarka begraben

Lieber besucher mein ruhe ort ist

nicht hier.

Fern in Rußland lieg ich begraben

Mein Lieber Vater lies machen das Bild

Um sein Kind auch daheim zu haben

Wie mein Bild am Grabe der Mutter

So meine Seele bei ihr jetzt ist

Und die Ihr uns hier im Herzen traget

Sehen einst wir uns bei Jesus

(Besedek/Bezedek)

Gv. 54

Gedänkstein

In weiter Ferne, in fremder, kühler

Erde ruht mein junger frischer Leib

JOHANN SCHEICH

starb den Heldentod am 25 Mai

1942 alt 30 Jahr.

In der Blüte meiner schönsten Jahren

ruft mich mein Vaterland in den Krieg

Nach Russland, kaum war ich 11 Tage dort,

So rafft der Tod mich fort.

Weinet nicht, mein Eheweib Kind,

Liebe Eltern und Geschwister.

Denn es ist bestimmt in Gottes Rath,

Von den man am liebsten hat,

mus man scheiden.

So lange du lebtest liebten wir Dich,

So lange wir leben beweinen wir Dich

Dein liebes Ehweib, Kind, liebe Eltern

u. Geschwister.

Oben in den Himmelsgarten will ich

Mein liebes Ehweib, Kind, liebe Eltern

u. GeschwistERn erwarten.

(Feked/Feked)

Gv. 55

Hier ruhet in Gott

MAGDALENA FOLZ

geb. Weber

gest. den 23 Okt. 1911

alt 23 Jahr.

In des Grabes dunkler Stille

Ruht des besten Mutters Hülle

Von ihren Gatten Eltern und Kinde

heiß beweint

Bis uns der Tod mit dir vereint

Friede ihrer Asche!

(Besedek/Bezedek)

Gv. 56

Hier ruhet in Gott

SCHREMPF FLORIAN

gest. am 18 Okt. 1941.

alt 64 Jahr

SCHREMPF ELISABET

geb. Schmidt

gest. am 20 Mai. 1961.

alt 75 Jahr

Ein schneller Tod war mir bestirnt

Zur küle ruh der Her mich nimt

Doch hoffe ich ein wieder Sehen

Wen alle guten auferstehen

Ruhet sanf in Frieden!

(Tiedisch/Töttös)

Gv. 57

Hier ruhet in Gott

FRANZ HENGL

gest. am 12 April 1954 alt 33 Jahr.

Beweint von Gattin und Kind

Ruht hier ein treues Vaterherz,

Im Schooß der kühlen Erde, lind

Des Kindes Weh, der Mutter Schmerz,

Noch ist das Auge thränen voll,

Doch teurer Vater schlafe wohl

Daß du uns warst hinieden

Lohn dir Gott mit ewigen Frieden,

Wir weinen still und hoffen doch

Das Vaterherz, es lebet noch,

Unsere Augen, und unser Herz,

Weinen sich aus in tiefen Schmerz.

(Munjerod/Monyoród)

Gv. 58

IHS

Hier ruhet in Gott

ANTON FOLZ

alt 31 Jahr

gest. den 8 Juni 1875

Friede seiner Asche!

Hier will ich nun Ewig wohnen

Liebstes Ehweib Kinder Eltern und

Geschwistern gute Nacht

Eure Treue wird Gott lohnen

Die ihr habt an mir vollbracht.

(Besedek/Bezedek)

Gv. 59

Hier ruhet in Gott

ANNA MEISTER

geb. Wentzel

gest. am 13. Nov. 1943

alt 39. Jahr

Zu meinen schönsten Jahren

Muszte ich auf Todes bahre

Liebe Kinder da ich euch so treu geliebt

Vergeßt auf eure liebe Mutter nicht

komt hin und weinet euch aus

Hier ruht eire Mutter in diesen stillen

Haus.

(Numja/Nyomj a)

Gv. 60

Hier ruhet in Gott

THERESIA KÄßDORF

geb. König

starb am 1. Feber 1918

alt 35 Jahr

Ruhe sanft in Frieden

Jüngling

JOSEF KÄßDORF

starb am 6. April 1929

alt 19 Jahr

Gab seinen Geist auf, durch

sein eigenes Blut

O Herr und Maria Schütze meine Seele,

Weil ich so früh und Jung gestorben bin

Und ihr meine lieben Enkelein

Besuchet öfters mein Todenhaus

Um zur Liebe und Ehre Opferts mir ein Gebet

Und dan will ich schlafen für euch in süßer Ruh.

(Deutschboja/Bóly)

Gv. 61

Wir ruhen selig beide in ewiger Himmelsfreud

Hier ruhet in Gott

JOHANN PUCHLER

starb am 12. Juli 1921

alt 68 Jahre

KATHARINA PUCHLER

geb. Jantal

gest. am 23. Sept. 1930

alt 70 Jahr

Sanft und süß bin ich entschlafen

Theures Ehweib Kinder Enkeln muste ich verlaßen

Liebes Ehweib Kinder und Enkeln laßet euren Schmerz

Liebet stets meiner das göttliche Vaterherz

Sanft habet ihr mich gelegt in meine Gruft

Hier will ich warten bis der göttliche Heiland

euch alle zu mir ruft.

(Mischlen/Kozármislény)

Gv. 62

Hier ruhen in Gott

JOSEF TILL

gest. den 18 Okt. 1920

alt 62 Jahr

MAGDALENA

TILL

geb. Eiter

gest. den 22 Okt 1927

alt 70 Jahr

Ruhe sanft.

Im Blutigen Kampfe für

Gott und Vaterland starb

ADOLF TILL

als 20 Jähriger Held

den 30 Okt. 1915 in Italien

Die Erde in der Ferne möge

im leicht sein.

(Numja/Nyomja)

Gv. 63

Hier ruhet

ELISABETHA SCHENK

geb. Müller

gest. am 30. dezmb. 1934

alt 37 Jahr.

Mein lieber Ehemann

Als treue Gattin diente ich dir 16 Jahre lang

Wo ich an dir, wie an den Kindern die größte

Freude fand

Mein lieber Ehmann und Kindern

Ein schweres Schicksal ist über euch gekommen

Und hat eure gute Mutter von euch genommen

Liebe Schwester u. Schwager mein schaut oft nach meine

Waiselein. Liebe Schwieger=Mutter mein seit Ihr die

Mutter der Waiselein.

Tief beweint von Ehemann und Kinder

(Litowr/Liptód)

Gv. 64

Hier ruhet in Gott ANNA KATREINER geb. Wenzel gest. den 25. Nov. 1918

69 Jahre alt

Lebte mit ihren Mann in der Ehe

50 jahr und 8 Tage

Es trauern si ihr Mann 4 Kinder

und 12 Enkel

JOSEF KATREINER

geb. 1850 gest. 1920

70 Jahre alt

Ich ruhe im Rosengarten

will auf mein Ehemann und Kinder warten

Ruhe sanft!

(Mischlen/Mislény)

Gv. 65

Hier ruhet in Gott

GEORG WILHELM

Heldentod gest. am 22. Aug. 1957 alt 21 Jahr

Liebe Eltern u. Geschwistern!

Unser Abschied war so bitter u. schwer.

Leider gibt es nie ein Wiederkehr!

Als Soldat war ich in einem Wald,

Da ruft der Tod mich mit Gewalt.

Meinen letzten Seufzer schicke ich,

An meine lieben Eltern in die Heimat zurück

Tod kam ich in Urlaub zu Euch,

Mit Musik u. Kränze haben Sie mich begleit;

Meine Lieben, alle in Trauerkleid,

Auf meinem Grabe blühen Vergissnichtmein

Liebe Eltern! Ich konte nicht länger bei euch sein.

in weiter Ferne bin ich geschlafen ein

Der liebe Gott soll Euer Versorger sein!

Liebe Freunde u. Kammeraden ich grüsse Euch,

Ein Wiedresehn gibt's in Himmelreich!

(Bar/Bár)

Gv. 66

Hier ruhet in Frieden

JOSEF WAGNER

gest. am 16. April 1925

alt 18 Jahr

In meinen schönsten Jugend Freuden

Muß ich von meine lieben Eltern,

Schwester und Großeltern Scheiden.

Liebe Eltern und alle Freunde tröstet euch

Ich bin bei Gott im Himmelreich.

Meine Braut die hab' ich schon

Es ist Maria an Gottes Thron,

Sie soll mich in Himmel führen,

Und du liebe Schwester sollst

mein Grab mit Rosen zieren.

Ruh' sanft du liebes Kind

Bis wir einst wieder bei dir sind.

(Feked/Feked)

Gv. 67

IHS

Hier ruhen

ANNA FRIEß

gest: am 8" Jäner 1926 alt 20 Jahr

Liebe Eltern u: Geschwister mein, wie

Früh must es geschieden sein in meiner

Schönsten Lebenszeit ruft Gott mich in

Die Ewigkeit die Rose ist gefallen ab hier

Liege ich in kühlen Garb da will ich Gott

Bitten führ euch, das wier zusamen

Komen in Himelreich. Jesus reich mir

Deine Hand, mitt dier schließe ich mein

Eheband!

JOSEF FRIEß

gest. am 25" März 1902 alt 10 Monat.

Hier in Gottes garten wollen wier

unsere Eltern u: Geschwister erwarten

Ruhet sanft!

(Wemend/Véménd)

Gv. 68

Hier ruhet

KLARA WAGNER

geb. Stark

gest. am 25 Okt. 1907

alt 57 Jahr

Hier ruhe ich in Gottes Hand

Jesus reicht mier seine Hand

mit ihm schließe ich mein Eheband

Friede ihrer Asche

JOSEF WAGNER

gest. am 22 Feber 1923

alt 81 Jahr

Oh! Hier laße sie ruhen unter deiner

göttlichen Barmherzigkeit in Frieden

(Kikisch/Kékesd)

Gv. 69

Hier ruhet in Gott

WINZENZ FATHgest. den 15 Now 1924

alt 22 Jahr

Ruhe sanft!

Zu früh brach die Knospe ab

Zu früh sankst du ins kühle Grab

Du warst uns teuer hier im Leben

Drum sei das denkmal dir gegeben

(Alias/Olasz)

Gv. 70

Hier ruhet in Gott

JAKOB HENDINGER gest. den 12 Okt. 1917

alt 52 Jahr

Friede seiner Asche!

KATHARINA HENDINGER

geb. Lang

gest. am 25 Aug. 1944 alt 76 Jahr

Wie Rosen welken, Blätter sinken

Wen früh der Stamm der Rose bricht

So schläfst auch du vom Tod gebrochen

O theurer Vater viel zu Früh

Und deine Kinder ach sie flehen

Mit ihrer Mutter um das Grab

Sie bliken Weinent hin und flehen

Dir Fried und Ruh von Gott herab.

(Seik/Szajk)

Gv. 71

Hier ruht in Gott

MARIA PELZ

alt 18 Jahr

gest. am 10 März. 1926

Der Kranz der Jugend ist

verwelkt, die Blumen sind

gefallen ab.

Im Frühling meine Erden-

lebens bin ich nun in dem

stillen Grab!

Ich hab gehofft noch lang zu

leben, doch in der schönsten

Jugendzeit nimmt mich der Tod

von meine lieben Eltern

und Geschwistern,

Und führt mich in die Ewigkeit!

(Weschend/Versend)

Gv. 72

Hier ruhet in Gott

ANNA KHOHL

alt 23 Jahr

starb am 22 Novb:

1883

Ach in Deinen Jugendjahren

Legte Dich der Tod in's Grab;

Vom Kranze uns'rer Liebe

Fiel die schönste Blüthe ab.

(Numja/Nyomja)

Gv. 73

Hier ruhet in Gott

IDA HENGL

alt 21 Jahr

gest. am 13. Juni 1952.

Liebe Mutter las das

weinen

Lieber Vater, so auch Du

Wenn gleich die Knospe

eurer Liebe

Hier in diesen Grabe ruht.

Eltern Tränen rollen auf meine Hügel,

Du mein Bruder, wer weis wo Du bist?

Es gibt ja mehr kein Wiedersehn,

Und über mir geschehen ist.

Stütze der Mutter solte ich sein,

War meines Vater freide

Bei meines Vaters Herzen schlief ich ein

Traurig verlies ich alle beide.

(Munjerod/Monyoród)

Gv. 74

Hier ruht

KATHARINA GÖTZ

gest. den 2ten Okt. 1938

alt 14 Monat

ELISABETHA GÖTZ alt 3 Tage

Zwei Röslein ohne Dörnlein

In Gottesgarten steh'n

Bis wir die uns geliebet

Dort oben Wiederseh'n.

Ruhet sanft

(Ketschinge/Görcsönydoboka)

Gv. 75

IHS

Hier ruhet

ADAM SCHEUCH

gestam 1. März 1924

alt 24 Jahr

Wenn eine Blume stirbt auf Erden,

die rein und hold, wie du geblüht,

So läßt sie Gott ein Engel werden,

Diess ist der Trost der nie uns flieht,

Der stark in uns're Eltern Gattin

Kinder u. Geschwister Brust wird

stehn

Bis wir verklärt dich wiedersehn.

(S awer/S zékely szabar)

Gv. 76

Hier ruhet in Gott

JOHANN GABRINI

gest den 21. April 1907

alt 21 Jahr

Frieden seiner Asche!

Hier ruhe ich in Rosengarten

und will auf meine Eltern und

Geschwistern warten.

Liebe Eltern wenn mein Bruder

und 2 Schwester fragen

Wo ist unser Bruder hien?

Wenn sie weinend um mich klagen

Saget, das ich im Grabe bin.

Liebe Geschwistern wen Eltern weinen

Trocknet ihre Augen ab

Pflanzet wen die Sonn tuth scheinen

Schöne Blumen auf mein Grab.

(Mischlen/Mislény)

Gv. 77

Hier ruhet in Gott

FLORIAN HENGL

gest. den 20 Apr 1959 alt 52 Jahr

REGINA HENGL

geb. Kretz

gest. den 6. März 1974 alt 66 Jahr

An einen Tag im Augenblick

von Zetor fiel ich kam unter den Wagen

Ja so kam ich tod züriik

Ohne Abschied von eich u. Tod eins Haus getragen

Mein Schiksal brachte eich grose Wunden

Da man mich gebracht nachhaus

für euch war es eine schwere Stunde

da ihr mich begleidet zum Fridhof naus

Guter Man u. Vater unsere Threnen

geben Kraft den Blumen auf diesen Grab

Unser Wünschen unser Sehnen

gern bis zu dir hinab.

Ach du betest oft mit Flehen

zu Gott für Weib u. Kinder wohl

ja wir haben erst jetzt gesehen

das Vater Libe thut sehn wohl.

Ruhe sanft!

(Munjerod/Monyoród)

Gv. 78

IHS

Hier ruhet

HOFECKER DONAT

gest. am 9. Nov. 1928. alt 57 Jahr

Guter Vater uns're Thränen

Sind die Blumen auf dein Grab

Uns're Wünsche unser Sehnen

Gehn zu Deiner Gruft hinab

Ach du batest oft mit Flehen

Gott für Deiner Kinder Wohl

Ja wir haben's oft gesehen

Elternsegen thut uns wohl

Ruhe sanft.

ELISABETHA HOFECKER

geb. Rumbach

gest. am 16 Juni 1956 alt 73 Jahr

(Haschad/Hásságy)

Gv. 79

Hier ruhet in Gott

MARIA MAYER

* 29. 6. 1870 in Dorenje, Jugoslawien

+ 28. 3. 1946

Fern der Heimat ruhen die müden Hände

Ihr Tagwerk ist wollbracht.

O Kinder denkt daran

Was ich für euch getan

Denket auch an eure Pflicht

Vergesst mich im Grabe nicht.

Gv. 80

IHS

Liebe Eltern Geschwistern gute Nacht ich will schauen was Jesus macht

Hier ruhet in Gott

VERONIKA

STEIGERWALD

geb. den 23 Aug 1899

gest. den 20 Jäner 1912

Friede ihrer Asche!

Dein schweres Leiden hat ein Ende

Erlöst bist Du von deiner Qual

Wir drücken deine theuren Hände

Auf dieser Welt zum letzten mahl.

So lieb so Herzlich gut warst du

So fromm erfülltest deine Pflicht.

Nun wanderst du zur ewigen Ruh

Vor Gottes heiliges angesicht.

O tief empfinden wir den Schmerz

Dein Scheiden ist noch viel zu früh

Doch du lebst fort in unserem Herz

Den dich vergeßen wir ja nie.                                                                    

(Besedek/Bezedek)

Gv. 81

Hier ruhet

IGNATZ SIKORA

gest. am 1. Septbr. 1888

im 53. Lebensjahr.

Was unser Vater uns gewesen,

Das sagt nicht dieser Leichenstein

Doch Mit- und Nachwelt sollen

lesen,

Dasz wir auf ewig Dank ihm weih'n.

Unsere gute Mutter

BARBARA SIKORA

alt 71 Jahr gest. den 25 April 1904

Friede ihrer Asche

(Kolonie/Pécsbánya)

Gv. 82

IHS

Hier ruhe ich in Gottes

Garten und will mein

Weib u. Kinder erwarten

MICHAEL

BONENBERGER

gest. am 7-ten April 1925

in 60-ten Jahr.

lehr lieben Enkeln Kinder

Komt zum Grab-

Und rükt den Hut weil hier der liebe

Großvater ruht. Betet für mich!

Friede seiner Asche!

(Kascha/Kiskassa)

Gv. 83

Hier ruhet in Gott

ELISABETH MOTT

(geb. Kepner)

gest. den 30. Okt. 1938

alt 45 Jahr.

Vier Kinder und ihre Mutter

knien weinend an das Grab,

Ach, mit der Mutter sank all

unser Trost hinab.

Der gute Vater weinet mit

und spricht:

Sie war uns Alles, o vergesst sie nicht.

Gelobt' s am Kreuz hier, christlich from zu leben

Und stets der Mutter Vorbild nachzustreben.

Dann lasst uns stets auf Gott vertrauen,

Wir werden einst der Mutter wiederschauen.

Hier in Gottesgarten, will ich meinen Ehmann,

Kinder, Enckel, Mutter und Bruder

erwarten:

Schlummre sanft!

(Feked/Feked)

Gv. 84

Hier ruhet

ANNA HOFFMANN

geboren Bahesz

gestorben im Jare 1941

am 27ten Juli, alt 65 Jare

Libe Kinder

Wen ihr komt an diesen Ort

gedenget an mein lesztes Vort

fertraget eih ihr Kinder mein

dan virt mein Slumer Ruhig

szein

(Tiedisch/Töttös)

Gv. 85

Hier ruhet

ELISABETH REITH

gest. am ...1915

alt 18 Jahr

Ruft mich Jesu zur Himmelfahne

Hab hier gelitten viel Schmerz und Pein

Jetzt gehe ich in Himmel zu meine Engelein.

Liebster Ehemann in deine schweren Gefangenschaft

mußtest du die traurige Nachricht hören.

In diese schwere Kriegeszeit trägt man mich zu Grabe

herzliebstes Kind mein so früh mußt du verlassen sein

und dein Mutterherz das ist für dich ein großer Schmerz.

Liebe Eltern mein das soll meine letzte Gabe sein:

Ein Kind das ich euch übergab.

Das soll euch trösten bis in das Grab.

Jetzt gehe ich in das Himmelreich

um zu bitten bei Gott für euch."

(Jod/Gyód)

Gv. 86

IHS

Hier ruhet

MAGDALENA WEß

gestorben am 4 Juni 1896

alt 16 Jahr

Hier im Rosengarten will ich Meine Eltern

u. Schwester erwarten.

Was ihr seid, bin ich auch gewesen

Jetzt lieg ich hier u. muß verwesen.

Betrachtet das Kreuz u. denket oft an mich

Geht ihr vorbei, so betet für mich

Lebt wohl meine lieben gutenacht ich will

Schauen, was Jesus macht!

(Feked/Feked)

Gv. 87

IHS

Hier Ruhet in Gott

ANDREAS REß

gest am 9 Now 1935

alt 53 Jahr.

Ruhe Sanft!

Beszuchet mich oft an meinem Grabe

Doch wecket mich nicht wieder auf

Bedenke was ich gelitten habe

In diesem kurzen Lebenslauf

(Besedek/Bezedek)

Gv. 88

Hier ruhet in Gott

KASPAR KRISMANITS

alt 23 Jahre

gest. am 3. Dez. 1943.

Ach Vater, Mutter Gott mit euch

Ich gehe in das Himmelreich

Weinet nicht an meinem Grabe

Stört mich nicht in meiner Ruh

Denkt was ich gelitten habe

Nun schenkt mir die ewige Ruh.

Ruhe sanft!

(Munjerod/Monyoród)

Gv. 89

Wer an Mich Glaubt

der wird leben wenn er

auch stirbt Joh 7, 25

Denkmal seines fleisch-

lichen Todes des

JOHANN FOLTZ

gestorben am 4 Feber

1858

Gewidmet

von seiner Gattin Anna Kreif

(Besedek/Bezedek)

 

Abb. 1. Alte Grabsteine im Wemender Friedhof
 
Abb. 2. Grabstein aus Granit
 
Abb. 3. Porzellanengel als Ziergegenstand
 
Abb. 4. Porzellan-Christus
 
 5. Schmiedeiserner Zaun um ein Grab
 
Abb. 6. Aus einem Herz herauswachsendes Kreuz mit Berufssymbol Abb. 7. Reich verzierter Stein mit erweitertem Textfeld
 
Abb. 8. Grabstein mit erweitertem Textfeld Abb. 9. Grabstein mit erweitertem Textfeld
 
Abb. 10. Moderner Grabstein

 


  1. Bei den Ungarn werden Steinmonumente im Mittelalter und im Laufe der Neuzeit vor allem Adeligen und Kirchenfürsten gestellt. Bauern markieren das Grab gewöhnlich mit einem unbehauenen Stein. Die von Steinmetzen gehauenen Grabsteine verbreiten sich in den ungarischen Dörfern während der letzten anderthalb bis zwei Jahrhunderte. Vorherrschend blieben aber bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen ungarischen Friedhöfen die Denkmäler aus Holz (Kunt 1983: 37f).
  2. Die deutschen Benennungen der Monate stammen von Karl den Großen, diese wurden dann allmählich von den auch heute gebräuchlichen lateinischen Entsprechungen ersetzt (Beitl 1981: 568).
  3. Die symbolhaften Berufsbezeichnungen an den Gräbern sind auch bei den Ungarn bekannt, wie dafür auch Kunt (1983: 49) einige Beispiele bringt.
  4. Grabvers, im weiteren Gv. im Anhang angeordnet
  5. Die Doppelkonsonanz wird oft mit einem Strich unter oder über dem Buchstaben markiert.
  6. Mündliche Mitteilung von Theresia Bitter.
  7. Mündliche Mitteilung von Anna Kiszt.
  8. Mündliche Mitteilung von Magdalena Schenk.
  9. Schon im Mittelalter begegnen uns die Engel als Beschützer während der Reise, so bittet man um ihre Obhut auch in einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden, deutschsprachigen Reise- und Ausfahrtssegen: "... Ic dir nach sendi/mit min fünf fingirin/funvi undi funfzic engili./Got mit gi-sundi/heim dich gisendi... " (Ich sende dir mit meinen fünf Fingern fiinfundfünfzig Engel nach. Gott möge dich gesund heimsenden.) (Wipf 1992: 96f).
  10. Mündliche Mitteilung von Anna Kiszt.
  11. Mündliche Mitteilung von Theresia Bitter.
  12. Mündliche Mitteilung von Magdalena Schenk.
  13. Mündliche Mitteilung von Elisabeth Becker.

 

  
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