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Villány Wieland Villány Wieland

 

Vorwort

von Sebastian Silber

 

Mit dieser Abhandlung möchte ich den Vertriebenen aus Villány ein kleines Stückchen Heimat in Erinnerung bringen und ein Bild über den zweihundertjährigen Werdegang dieses Volksstammes, von bitterer Not bis zum Wohlstand und der letztlichen Demütigung, der Enteignung und Vertreibung von Hab und Gut, vor Augen führen.

Anfang des 18. Jahrhunderts, nach Abzug der Türken aus dem verwüsteten Ungarnland, kamen die Deutschen nicht als Eroberer oder Usurpatoren fremden Bodens und Eigentum in dieses Land, nein, ganz im Gegensatz zur Nachkriegsenteignung und Vertreibung der Nachkommenschaft dieser Bauern und Handwerker, wurde seinerzeit nirgends fremdes Gut angetreten.

Die Geschichte hat das Antlitz unserer zweihundertjährigen Heimat, ihrer Städte und Dörfer gefurcht und geprägt.

Doch nicht die Geschichte im Sinne von Kriegen, wie im allgemeinen Geschichte geprägt wird, sondern Geschichte des Fleißes, des unermüdlichen Schaffens um den Lebensunterhalt und die Vermehrung des Wohlstandes.

 

Aus der Geschichte der Gemeinde Villány/ Wieland

Villány liegt in der Süd-Baranya, im Donau-Drau-Dreieck Ungarns; nordöstlich befindet sich die Stadt Mohács, auf deren Fluren 1526 die Ungarnvernichtende Türkenschlacht stattgefunden hat. Nordwestlich, am Fuße und den Hängen des Mecseckgebirges, liegt die bekannte Stadt Pécs-Fünfkirchen, die schon Jahrhunderte von Deutschen besiedelt war.

Das jetzige Dorf Villány, eingebettet zwischen der östlichen Seite des 40 km langen Gebirges und des Bachtales der Karasicza, wurde nach 1720 erbaut. Dieses Gebiet war schon in der Römerzeit bewohnt und nach Funden nachweislich schon in der Steinzeit.

Das Gebirge von Villány ist durch die waagerechte Gesteinsverschiebung eine weltweite einmalige Entstehungserscheinung. Durch den starken Verschiebungsdruck wurde der Kalkstein schuppenartig aufeinandergeschoben. Dadurch entstand der interessante kegelartige Berg „Szársomlyó", genannt der Harsányer Berg, der wegen seiner Form lange als vulkanischen Ursprungs angesehen wurde.

Das berggestaltende Gestein, der Kalkstein, aber zeigt, daß bei der Schuppenbildung die Kalksteinmassen nach Norden aufgeschichtet, nach Süden sich abgeklappt hat. Dies gibt die eigenartige Form des Berges. Hauptgestein dieses Gebirges ist zerbröckelter mit Schlammassen versetzter und zu Klumpen zusammengeschobener Kalkstein.

In früheren Jahren wurde dieser Kalkstein bei Siklós und Máriagyüd gebrochen, geschliffen und als Siklóser Marmor im Lande, aber auch im Ausland, verarbeitet. Heute wird dieser nur in kleinen Mengen noch in Nagyharsány abgebaut und in der Zuckerindustrie zur Verfeinerung sowie in der Stahlindustrie bei der Schlackenbildung, verwendet.

Im Inneren des Berges wurde Bauxid festgestellt und eine zeitlang gefördert. Doch war der Abbau nicht nutzbringend und wurde nach einigen Jahren eingestellt.

Der Gebirgsteil „Harsányer Berg" weist eine interessante Schrumpfung des Gesteins auf, als ob diese Bergseite mit einem Pflug aufgepflügt worden wäre. Die Sage berichtet zur Entstehung dieser Schrumpfung von einem Pakt zwischen Teufel und einer am Fuße des Berges wohnenden Hexe. Die Hexe hatte eine äußerst schöne Tochter, die der Teufel zum Weib begehrte. Nach vielem Drängen und großen Reichtumsversprechungen ist die Hexe dem Teufel erlegen und hat ihm ihre Tochter zum Weibe versprochen mit der Bedingung, daß er den Berg vor Einbruch der Dunkelheit bis zum ersten Hahnenschrei umgeackert haben müsse.

Der Teufel spannte sechs feurige Katzen vor den Pflug und mit viel Geschrei und Fauchen wurde das Werk begonnen. Die Hexe konnte aber in der Nacht nicht schlafen und allmählich kamen ihr Bedenken und sie fürchtete, ihrem Hahn könnte etwas geschehen. Sie nahmdaher eine brennende Lampe und schaute in den Hühnerstall. Als der Gockel das Licht sah, glaubte er die Sonne ginge auf und fing freudig an zu krähen. Daraufhin erwachten die Hähne in der näheren und weiteren Umgebung und taten es ihm nach. Als der Teufel dies hörte und seinen Plan vereitelt sah, war er sehr verärgert. Wütend schleuderte er seinen Pflug weit fort und wo dieser niederfiel entstand der Berghügel von Beremend. Die Pflugschar flog mit großen Erdklumpen bis Siklós, woraus der dortige Bugberg entstand. Der Teufel selbst schlüpfte in seiner Wut bei Harkány in die Erde, wo heute die berühmten Schwefelquellen entspringen.

Die Tochter der Hexe hieß übrigens Harka, daher der Name Harkány. Der südliche Hang des Gebirges ist von seinem mediterranen Klima her bekannt. Dieses Klima fördert den Weinbau wie in keiner anderen Landschaft Ungarns. Der Frühling kehrt im Durchschnitt Mitte März ein und der Herbst weicht dem Winter erst im Dezember.

Wenn von Villány die Rede ist, denkt jeder an den Rotwein, der dort ganz im Süden Ungarns, im mediterranen Klima des Plattenaus und den Südhängen des 40 km langen Gebirges gedeiht. Der Wein Villány's hat bei den Rotweinen die Bedeutung, wie der Tokayer bei den Weißweinen Ungarns. Wie schon gesagt, war dieses Gebiet Jahrhunderte vor der Türkenzeit bewohnt. Einer Besitzverleihungsurkunde aus dem 14. Jahrundert, von König Béla IV. stammend, ist zu entnehmen, daß ein Gebiet neben Harsány dem Meister „Vilus" übereignet wurde. Vermutlich ist dieser der Namensgeber dieser Gemeinde, denn in späteren Urkunden tauchen mit kleinen Abwandlungen die Namen Willam, Viglam, Vilha, William und Vykam, auf. In Urkunden aus dem 15. Jahrundert wird dann schon von den Grundherren Villány gesprochen. Die Gemeinde bestand auch noch während der türkischen Besatzungszeit und ist wahrscheinlich erst bei der Schlacht vom 12. August 1687,'letzte Befreiungsschlacht des Donau-Drau-Raumes, der „Harsányer Schlacht", vollends zugrundegegangen.

Nach der Volkssage wurden dieser Schlacht mehrere tausend türkische Krieger ins „Jammertal" gedrängt, wo ihr Leben jammervoll endete. Zwei Gewanne, das „Untere und das Obere Jammertal" tragen heute noch diesen Namen. Nach der Vertreibung der Türken wurde das Gebiet hauptsächlich von Raizen (Serben) besiedelt.

Kaiser Leopold hat die sich in den Türkenkriegen hervorgetanen Heerführer mit der Verleihung von Gebietsherrschaften beschenkt. So erhielt Prinz Eugen von Savoyen das Gut Bellye, mit der Ausdehnung von 800 Quadratkilometern, zu dem auch Villány gehörte. Die Neubesiedlung dieses Gebietes mit deutscher Bevölkerung begann in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts und hat sich fast hundert Jahre hingezogen.

Die ersten Siedler waren oft enttäuscht, gingen in die alte Heimat zurück oder siedelten in andere Gebiete um, weil sie das morastige fiebererzeugende Klima nicht ertrugen. Zu dieser Zeit wurden neben Landwirten auch Handwerker in den deutschen Süd-Westgebieten angeworben. Dies waren in erster Linie Franken, Schwaben, Badener, Württemberger und Leute aus dem Rheingebiet. Sie kamen gerne, weil sie durch die kriegerischen Maßnahmen Ludwigs XIV. und die spanischen Erbfolgekriege sehr hohen Belastungen ausgesetzt waren und zumal das in Baden und Württemberg existente Erbhofgesetz die Auswanderung förderte.

Seitens des Kaiserreiches bzw. den ansiedelnden Grundherren wurden den Aussied­lungswilligen allerlei Privilegien versprochen, aber nicht immer gehalten. Doch die Aussicht auf freies Bauerntum lockte die bis dahin als Leibeigene gehaltene Bevölkerung Deutschlands das Risiko einzugehen. Doch wurde der neue Besitz und die Loslösung aus der Leibeigenschaft oft teuer erkauft. Malaria, Pest, Typhus und Cholera waren die Geißeln, die sich ihre Opfer in reichlicher Zahl aus den Reihen der deutschen Aussiedler holten.

Die ersten deutschen Ansiedler die in Villány seßhaft wurden, kamen schon vor 1750 ins Land. Vor 1752 waren in Villány folgende Deutsche ansässig: Barbara Prenker, (Witwer) Paul Ekker, Anton und Margaretha Feer, Nikolaus und Julianna Feir, Johann und Anna-Katharina Hartmann, Thomas und Katharina Hilmthal, Johannes Prechtold, Johann und Susanne Prementin, Paul Talmer, Andreas und Anna Maria Thomas, Johannes und Margaretha Trenker, Johann Georg Vencil.

Die Einwohner des Dorfes im Jahre 1785 waren hauptsächlich von der Landwirtschaft lebende, mit freiem Siedlungsrecht ausgestattete Leibeigene. Der Weinbau spielte im Dorf schon zu dieser Zeit eine große Rolle. Es waren ca. 46 ha mit erstklassigen Reben bepflanzt von deren Ernte 1/10 an die Grundherrschaft abgeliefert werden mußte.

1828 hatte die Gemeinde schon 202 Häuser, mit 1411 Einwohnern, von denen 1089 katholisch, 209 griechisch-katholisch, 7 evangelisch und 9 jüdischen Glaubens waren. 1849 wurde dieses Gebiet von einer schrecklichen Cholera-Epidemie heimgesucht, in deren Verlauf Villány 1/10 seiner Einwohnerschaft verlor.

Der ungarische Freiheitskampf 1848/49 hat die deutsche Bevölkerung Villany's nicht sonderlich berührt. Villány hatte 1850 1110 Deutsche und 190 Raizen als Einwohner.

In den Jahren 1858 bzw. 1862 wurde dieser Aufschwung erneut gebremst, indem schwere Krankheiten, wie Masern unter den Kindern und eine Scharlachepidemie, welche die Jugend zehntelte, das Dorf heimsuchte. Eine auffallende Erscheinung war auch, daß alle Wöchnerinnen im Kindsbett verstarben. Dazu kam noch, daß Anfang der 60er Jahre durch ungünstige Witterungsverhältnisse die Ernten des öfteren mißlangen. Von diesem Rückschlag hat sich die Bevölkerung jedoch wieder erholt.

Grund und Boden sowie die Zahl der Häuser vermehrten sich ständig. Die aufstrebende Gemeinde gründet und erbaut nacheinander ihre öffentlichen Einrichtungen. 1868 bekommt die Gemeinde ein Postamt. 1892 wird die freiwillige Feuerwehr aufgestellt und der gegenseitige freiwillige Helferverein. 1909 der Handwerker-Leseverein, 1902 der Handwerksinnungsverein, der 1917 als Sitz das Villányer Casino ankaufte.

Die aufstrebende Gemeinde hatte 1865 schon 1530, im Jahre 1869 wieder 1745 Einwohner. Der überwiegende Teil der Bevölkerung waren Deutsche. Anfang des 20. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung Villany's hauptsächlich von der Landwirtschaft. Verbunden und im Zusammenhang damit entwickelte sich ein gesundes Handwerkertum. 1910 ernährte das Handwerk schon 684 Personen.

In Villány, bedingt durch die sehr günstige Verkehrslage, hat sich Ende des 19. Jahrhunderts das Handelsgewerbe gut entwickelt. Im Jahre 1900 waren im Handel 289 Personen beschäftigt, was im Verhältnis zu anderen Landesteilen eine außerordentlich hohe Zahl war. Der einzige mechanische Betrieb bis zum Beginn des ersten Weltkrieges war die Champagnerfabrik die aber durch die große Konkurrenz des Littke-Sektbetriebes in Fünfkirchen im Jahre 1930 eingestellt werden mußte. Im Sommer 1914 wurde der Frieden der fleißigen Einwohner Villány's durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges gestört und der blühende Aufschwung der Gemeinde gelähmt. Die Bevölkerung Villány's hatte in diesem Krieg 52 Tote zu beklagen. Nach Beendigung des Krieges im Spätherbst 1918, wurde Villány von serbischen Truppen besetzt.

Nachfolgend aufgeführte Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges wurden auf einer Gedenktafel für die Nachwelt festgehalten: Nagyréthy Kisgyimothy, Gyimóthy Aladár, Oberleutnant Vary Kornel, Leutnant der Reserve Jurán Miksa, Leutnant der Reserve Nagel Viktor, Fähnrich der Reserve Mayer Franz und Pfaff Ludwig, Unteroffiziere:

 

Heil, Ludwig Storck, Adam
Schumann, Georg Mim, Johann
Linkt, Peter Buch, Adam
Schmattercek, Georg Dobernics, Karl
Müller, Kaspar Vintnagel, Franz
Wenszel, Josef Bock, Johann
Speigel, Ludwig Perelits, Anton
Schumann, Josef Schäffer, Adam
Kristóf, Michael Eck, Georg
Heil, Eduard Maul, Anton
Kelbert, Johann Plank, Michael
Litter, Andreas Hiebl, Johann
Bohni, Josef Wohler, Adam
Rosinger, Adam Plank, Franz
Prasch, Michael Roth, Georg
Herr, Josef Rittinger, Johann
Schultheisz, Johann Spegel, Franz
Klein, Michael Schmitt, Stefan
Staug, Andreas Schumann, Anton
Krokoska, Adam Seifert, Paul
Reiter, Adam Tauszig, Emmerich
Kornfeind, Adam Windheim, Nikolaus
Steig, Andreas Wenzel, Adam
Kornfeind, Kaspar Kresz, Stefan
Kaiman, Paul Kremer, Josef
Paches, Jakob Nagel, Anton
Maurer, Anton Szahl, Peter
Holl, Georg Theisz, Johann

 

Nach Beendigung des Krieges im Spätherbst 1918 wurde Villány von serbischen Truppen besetz Ein funktionsfähiger nationaler Revolutionsrat, wie in anderen Teilen Ungarns, konnte in Villány nicht Fuß fassen, weil die kommunal wichtigen Personen, der Gemeindekassen­verwalter Sebastian Mayer, der Gemeindepfleger Adam Tengler und Miliwoy Nyesko-wics sich weigerten den Eid auf diesen Revolutionsrat abzulegen.

Die Serben hielten dieses Gebiet bis zum 21. August 1921 besetzt und beuteten es entsprechend aus. Der untere Teil der Baranya wurde durch den Trianoner Frieden Serbien (Jugoslawien) zugesprochen.

Von nun an wurde Villány Sitz des Rumpfkreises mit 24 Gemeinden, die 16700 Einwohner zählten. Von diesen Gemeinden hatten nur vier mehr als 1000 Einwohner. Villány war ein kleiner, dafür aber ein reicher Kreis.

 

Zur Geschichte der Kirche und der Schule

von Pfarrer Dr. Franz Galambos-Göller

 

Villány - Wieland ist eine 1776 gegründete Pfarrei. Von diesem Jahr an sind auch Matrikelbücher vorhanden. Die früheren kann man in der Pfarrei Marok finden; z.Z. wird auch diese Pfarrei von Wieland betreut.

„Dieser Ort liegt an der östlichen Abdachung des Siklós-Harsányer Gebirges und bietet, von Süden und Osten betrachtet, mit seinem Weingebirge und den zahlreichen darin getrennt liegenden Preßhäuschen und Weinkellern, ein reizendes Bild1.

" „Villány liegt zwar, hoch\ im 18. Jh. war es trotzdem ein heruntergekommenes Nest. Außer einigen raizischen Hütten war hier überhaupt nichts. Jetzt ist es ein ansehnliches Dorf und hat sich einen berühmten Namen gemacht. In seinen Weinbergen wachsen die besten und vortrefflichsten Weine. Es kam zu Reichtum und die fleißigen Bewohner werden von Tag zu Tag wohlhabender. Aber die frommen Wielander scheinen trotzdem in Glaubenssachen und in Dingen die zur Religion gehören, ihren Ruhm zu suchen. Und dieser Rum wird ihnen sicherlich zum Heile dienen" - so leitet Brüsztle seine Beschreibung über diese Pfarrei 1880 ein2.

Dr. Weidlein behauptet, „Villány wurde 1752 mit Franken besiedelt3. Es müssen hier aber schon früher Katholiken gewohnt haben, weil das Visitationsprotokoll vom Jahre 1739 beginnt mit diesen Worten: „(Német)-Márok, dem vom HH. Generalvikar inzwischen Villány als Filiale beigegeben wurde, das aber noch nicht visitiert worden ist." Im Text wird dann auch nichts weiteres berichtet. 1757: „Vor kurzem wurde auf Kosten seiner geheiligten Majestät das Sanktuarium der Kirche neu gewölbt, der übrige Teil aber mit einer Decke versehen4. „Vor kurzem" bedeutet - nach Angaben des Protokolls von 1782 - das Jahr 1753: d.h. auf den Grundmauern aus vortürkischer Zeit ist die Kirche neu entstanden. Die Ausstattung war aber 1757 noch sehr bedürftig, da z.B. nur zwei Kanzeln vorhanden waren. Eine Glocke besaßen die Bewohner aber schon, die sie zu den Nachmittagsandachten rief. Wieland war ja noch eine Filiale und es wurde hier noch kein regelmäßiger Gottesdienst gehalten. Nicht, als wäre noch kein Wunsch vorhanden; sagt doch das Protokoll in weiterem: „Da wir den vorgetragenen Bitten entgegenkommen wollen, haben wir verfügt, daß der Pfarrer (von Marok) verpflichtet sei, bei jeder zweiten Gelegenheit herüberzukommen und die hl. Messe zu halten. Demgegenüber sind auch die Gläubigen verpflichtet, dem Pfarrer dasselbe zu entrichten, was er in Marok bekommt. Der Wein soll aber nicht in Geld, sondern in Natura bezahlt werden." Bei dieser Visitation wohnten in Wieland 50 Ehepaare, 274 Personen; davon waren 170 Beichtfähige" deutscher Nation5.

Wieland blieb bis 1776 eine Filiale von Deutschmarok, dann bekam es den Rang einer selbständigen Pfarrei. Als Filialen wurden angeschlossen (Villány) Kövesd/Kowisch von Rázpetre und Jakabfalu/Jackfall von Bohl. Als der Pfarrer am Ort wohnte ging es langsam aufwärts. Zur Wohnung hat man dem Pfarrer allerdings erst das kleine, enge Schulhaus zugewiesen. Es wurde ihm versprochen, bald ein neues Pfarrhaus zu errichten. Es dauerte aber 9 Jahre, bis endlich 1785, die Pfarrwohnung aus gutem Material erbaut wurde. Das Pfarrhaus war klein, darum ist später für einen Kaplan ein im Pfarrhof separat stehendes Häuschen erbaut worden.

Die Kirche hatte 1782 nur einen Altar aus Marmor zur Ehre Maria Verkündigung. 1810 werden auch schon die Seitenaltäre zur Ehre des hl. Kreuzes und des hl. Petrus erwähnt. 1791 - weil die Einwohnerzahl schon sehr angewachsen war - wurde die Kirche mit 2 Klafter verlängert und ein 13 Klafter hoher Turm errichtet. Der Beichtstuhl stand unter der Empore und hier wurde auch das Hl. Grab aufgestellt. Da für das ewige Licht keine Stiftung vorhanden war, brannte es nur während des Gottesdienstes. Ein Taufbrunnen hatte man kurz vor 1782 angeschafft. Der Friedhof lag in dieser Zeit noch in der Umgebung der Kirche6.

1830 hatte die Kirche schon eine Turmuhr und drei Glocken. Mit dem Jahre 1854 begann man mit der Verschönerung des Inneren der Kirche. Ein neuer Taufbrunnen aus schwarzem Marmor wurde angeschafft. Er hat die deutsche Aufschrift „Ohne Taufe kann niemand selig werden." Der Drechsler Johann Zirnstein fertigte das schöne „Heiliggrab", Eugen Boros bemalte es. 1857 bekam die Kirche ein „Bethlehem" mit verschiedenen Figuren. Mit gemeinsamer Opferbereitschaft des Patronatsherrn und der Gemeinde wurde die Kirche geschmackvoll ausgemalt. Die Frau des herrschaftlichen Kellermeisters, Maria Groß, stiftete ein neues Altarbild mit dem Titel „Maria Namen". So hängte man das frühere Bild „Maria Verkündigung" auf die Seitenwand, das neue Bild aber über den Hochaltar. Somit wurde auch das Patronatsfest auf Maria Namen verlegt. Daß aber der frühere Titel nicht in Vergessenheit gerate, hielt man künftig die Anbetung an diesem Tag, am 25. März. Als aber die Kirche 1929 wieder ausgemalt wurde, kam das ursprüngliche Bild auf seinen alten Platz zurück. Bei diesen Renovierungsarbeiten wurde das Sanktuarium auch mit Marmorplatten ausgelegt.

Weitere Anschaffungen: 1855 stiftete Philipp Schmidt für die Kirche die Statue „Maria von der Immerwährenden Hilfe." 1902 besorgte man bei Friedrich Honig in Arad eine Sterbeglocke. Durch den Eifer des frommen Kantorlehrers Josef Kesz kamen die Statuen Herz-Jesu, Herz-Mariä, Maria Lourdes und Sankt Josef in die Kirche. Für die 1916 requirierten Glocken kaufte die Gemeinde 1926 zwei neue. 1927 wurde die elektrische Beleuchtung einmontiert und 1939 ließ man eine neue Angster-Orgel mit zwei Manualen bauen. Die alte Orgel kam in die Kirche von Nagyharsány.

Zur Renovierung der Kirche gehörte, daß man 1860 die bisherigen Schindeln mit Dachziegeln ersetzt hat. Das neue Turmkreuz wurde am „Kirchweihfest", am 12. September, aufgesetzt. Auch die Fenster wurden gängzlich erneuert. Die Enge der Kirche war schon lange ein Problem. Pfarrer Paul Gudler befaßte sich mit dem Plan, sie zu erweitern. Es geschah aber nichts. Sein Nachfolger, Eduard Koch, der früher hier auch Kaplan war, wollte den Plan wieder aufgreifen und verwirklichen. Es wurde auch eine Sammlung durchgeführt, die 8524 Kronen einbrachte. 1913 machte Paul Fürst neuerlich einen Entwurf; jetzt kam der 1. Weltkrieg dazwischen7.

Wenn Brüsztle in seiner Eingangs zitierten Beschreibung von der Frömmigkeit der Wielander spricht, so sind auch in der Umgebung und in den Straßen mehrere Zeichen davon sichtbar6a. Besonders in der Zeit des Pfarrers Andreas Kohn ist vieles geschehen. „Sein Bestreben bestand darin, die Gläubigen zur Stiftung verschiedener religiöser Objekte anzueifern. Mit diesen sollte Gott nicht nur gesühnt, sondern auch verherrlicht werden. Er verstand es, die Herzen zur frohen Gesinnung und Opferbereitschaft zu erziehen."

1855 ließ Thomas Müller am Marktplatz ein Steinkreuz aufstellen, Friedrich Eckenfells aber am Weg nach Virágos/Blumenau. 1865 stiftete Laurenz Hahl am Fuße des Berges und 1871 der Pfarrer selbst, ein Kreuz am Beginn des Schwarzberges. 1904 ließ Anton Bartonischek im neuen Friedhofeines aufstellen. Die Statue des hl. Rochus wurde 1858 aus der Spende des Johann Nagel errichtet. Die des hl. Florian widmete Familie Teppert 1876 aus Dankbarkeit dem Heiligen. In diesem Jahr brach eine große Feuerbrunst aus und das Teppertsche Haus blieb verschont. Die Familie verspürt auch in Deutschland noch die Dankbarkeit der Vorahnen und betreut weiterhin die Statue. Der hl. Antonius steht schon seit 1879 am Kirchplatz. Auch in der Gemarkung sind eine Anzahl von Feldkreuzen.

Ein besonderer Beweis des frommen Eifers der Gemeinde ist die leider nicht mehr vorhandene Dreifaltigkeitssäule. Sie war ein sehr gut gelungenes kunstvolles Werk des Fünfkirchner Bildhauers Johann Gianone. Die Gemeinde ließ sich diese Arbeit 600 Gulden kosten. Die Säule stand in der Dorfmitte. Am unteren Teil der Säule waren die Patrone des Dorfes zu sehen: die Unbefleckte Empfängnis, Sankt Josef, Antonius von Padua, der hl. Apostel Andreas, St. Florian und Sankt Wendelin. Sie wurde 1856 eingeweiht. Im nächsten Jahr haben die Bauernburschen zur Ehre der Heiligsten Dreifaltigkeit eine Fahne gestiftet; Lob ihnen und dem Pfarrer, der sie dazu begeistern konnte.

Bezeichnend für unsere Heimat sind die „Kalvarienberge." Auch Wieland sollte einen bekommen und die Gläubigen haben auch in dieser Frage treu zu ihrem Seelsorger gestanden. Ein Herrschaftsbeamter, namens Antonius Payr, machte samt Pfarrer Kohn, die Initiative. Das Ehepaar Payr war lange kinderlos. Gott erhörte dann ihr Gebet, erfüllte ihren Wunsch nach Kinder. Der Pfarrer kaufte in derselben Zeit am Kirchenberg den Weingarten von Jakob Schuster; der Steinmetz und Bildhauer Gianone fertigte drei Kreuze. Auf dem Gipfel der genannten Anhöhe, über dem Dorf, wurden sie aufgestellt. Das Kreuz Christi in der Mitte auf einem kunstvoll bearbeiteten Felsen; darunter eine Art Höhle „mit dem Leichnam des Herrn im Grabe". Bei der Sammelaktion für die weitere Durchführung des Vorhabens „beteiligten sich besonders die Ärmeren mit großzügigen Spenden" - wie es in der Pfarrchronik unterstrichen wird. Die 14 Kreuzwegstationen wurden erst 1865 fertig und am20. August feierlich eingeweiht. Am27.2.1887 starb Pfarrer Andreas Kohn und wurde in einer Gruft am Kalvarienberg bestattet8.

 

Besondere Ereignisse

1836 ist „ein fataler Raubüberfall auf das Pfarrhaus" verübt worden. „Am 9. 11. abends um 8 Uhr, als dichter Nebel die Gegend bedeckte, drangen etwa 20 böse Menschen wütend in die Wohnung ein. Die schreckliche Szene dauerte zweieinhalb Stunden. Die Anwesenden wurden an Händen und Füßen gefesselt, ihre Augen verbunden. Kannst Dir, lieber Leser, vorstellen, mit welchen Gefühlen wir auf den tödlichen Schlag warteten. Die göttliche Vorsehung hat aber diese Untat doch nicht geschehen lassen. Aber alles, was im Hause auffindbar war, nahmen sie mit: auch einen vergoldeten Silberkelch, die Taschenuhr des anwesenden Franziskanerpaters. Die Kirchenkassen plünderten sie alle aus."

1907 wurde in die Kirche eingebrochen. Die Täter nahmen nicht nur Kelche mit. Sie begangen auch die Freveltat, das Ziborium aus dem Tabernakel zu rauben, wobei sie die Partikeln umherstreuten. Heinrich Schuth, Großweinhändler, kam der Pfarrei zu Hilfe und spendete zwei neue Kelche. Am 23. März 1945 drangen wiederum Unbekannte in die Kirche ein. Sie brachen den Tabernakel auf, verbogen mehrfach das Ciborium und zerstreuten die Partikeln am Altartuch und Teppich. Im Tabernakel ließen sie eine leere Schnapsflasche zurück. Die Tumba und die Orgel beschädigten sie, plünderten die Sakristei aus und nahmen einen teuren Reliquiar mit.

Die Erstkommunion der Kinder wurde 1854 erstmals feierlich gestaltet.

 

Volksmissionen:

1904 kamen der Spiritual des Fünfkirchener Priesterseminars und späterer Bischof Franz Virág (Blum) und der Pfarrer von Olasz, Franz Hofmeister. Sie hatten guten Erfolg. In der schweren Zeit des ersten Weltkrieges versuchten die damals in Máriakéménd wohnenden ersten Steyler Missionare den Glauben und die Zuversicht der Menschen in der ganzen Umgebung zu stärken. So kam der damals (1917) bekannte Rektor dieses Klosters, P. Hubert Hansen, in Begleitung von Adalbert Horváth, zum Triduum. 1922 hielten Österreichische Redemptoristen eine achttägige Mission. 1936 waren es Weltprie­ster: Paul Sebö (Schmidt), Pfarrer in Cikó/Zickau und Ferdinand Herger, Pfarrer in Hird.

1899 wurde Eduard Koch Pfarrer von Wieland. Er versuchte das Glaubensleben zu vertiefen. Besonders die Herz-Jesu-Verehrung lag ihm am Herzen. Er rief die Herz-Jesu-Bruderschaft ins Leben. Dadurch wurde die Andacht am (ersten) Herz-Jesu-Freitag mit Beichte, hl. Kommunion, Hochamt mit Aussetzung des Altarsakramentes populär. Er führte auch eine zweite Messe, die sogenannte „Frühmesse" an Sonntagen, ein; allerdings mit ungarischer Predigt und ungarischem Gesang. Auch der Religionsunterricht wurde von dieser Zeit an, ungarisch erteilt. 1928 kam noch eine dritte Messe dazu, ebenfalls eine ungarische. Ein besonders bedeutendes Ereignis war im Sommer 1944, als man die Pfarrei anläßlich eines feierlichen Gottesdienstes am „Heldenplatz" dem heiligsten Herzen Jesu weihte.

Während des ersten Weltkrieges verstand es Pfarrer Koch die Gläubigen täglich zum Rosenkranzgebet in der Kirche zu versammeln. Er verfaßte auch entsprechende Gebete für die Kriegszeit, die er drucken lassen wollte, aber vom bischöflichen Ordinariat keine Erlaubnis bekam. Es waren Gebete in deutscher Sprache.

Interessant ist die Bemerkung in der Pfarrchronik, daß die Gläubigen vom Jahre 1883 an, die kirchlichen Trauungen immer mehr auf den Nachmittag verlegten, der Pfarrer stimmte diesem Wunsch auch zu9.

 

Äußere Ereignisse

1853 wurde von der Herrschaft zum Unterhalt der Kirche 7 326 Quadratklafter Feld ausgemessen, auch die Pfarrpfründe hat man vergrößert, so daß der ganze kirchliche Besitz damals 16 301 Quadratklafter ausmachte.

1867 war ein besonders dürres Jahr; im selben Jahr brannten die Häuser von Stefan und Valentin Sauer ab. 1876 fielen vier Häuser dem Brand zum Opfer. 1866 verursachte ein später Frost große Schäden in der Landwirtschaft und die Folge war große Teuerung. 1871, 1880, 1933 suchte schwerer Hagel die Bevölkerung heim. 1883 trat die Filoxera auf, die Weingärten gingen zugrunde und mußten auf ganz neuer Grundlage neu angepflanzt werden.

Von ganz großer Bedeutung war der Bau der Eisenbahnlinie Fünfkirchen-Mohács. Sie brachte beträchliche wirtschaftliche Vorteile für die ganze Umgebung. Der Pfarrer von Wieland wünschte, daß auch das religiöse Leben dadurch Wachstum erfahren möge. Er fürchtete aber, die mit diesen Arbeiten verbundene Einwanderung von fremden Elementen werde geistigen Schaden verursachen. Seine Befürchtung bewahrheitete sich wirklich. Um die Fertigstellung der Bahnstrecke zu beschleunigen, hatte man fast tausend Fremdarbeiter herangeholt. Der Pfarrer bezeichnet sie als „glaubenslos, größtenteils unsittlich, als Diebe, in Konkubinat-lebende usw. An Sonn- und Feiertagen halten sie sich ausschließlich in den Wirtshäusern auf, trinken sich derart an, daß sie auf den Fahrwegen herumliegen... Von diesem schlechten Beispiel angesteckt verbreitet sich auch bei den hiesigen Gläubigen die Unsittlichkeit, Eheleute werden einander untreu... Da die Arbeiter gut bezahlt werden, meldeten sich auch von den hiesigen manche Einwohner... Die Vernünftigeren kamen aber später zu sich und - einige ausgenommen - dann zur Vernunft. Sie verschmähten das leichte Geldverdienen und kehrten zu ihren Feld- und Winzerarbeiten zurück..."

Während des ersten Weltkrieges wurde das 3. bosnische Jäger-Bataillon nach Wieland versetzt. Bis zur Ankunft der eigenen Militärseelsorgern hat sie der Pfarrer von Lapáncsa, Anton Pataki betreut, der der kroatischen Sprache mächtig war.

Die patriotische, opferbereite Haltung der Wielander kam im Zeichnen von Kriegsanleihen besonders zum Audruck. In der Pfarrchronik sind die Summen verzeichnet: 1915: 242 000, 1916: 531000 und noch einmal 516 000, 1918: 476000, 784000, 337000 und 442 000, zusammen: 5 167 850 Kronen. Das Blutopfer des ersten Weltkrieges bestand in 53 Heldentoten. Ihnen zu Ehren errichtete die Gemeinde 1924 ein Kriegerdenkmal. Der Entwurf stammte von L. Lauber. Das Monument stand gegenüber der Dreifaltigkeitssäule. Später wurde es in den neuen Friedhof verlegt.

1918 haben die Serben auch dieses Dorf besetzt. Obernotär Artur Proksch wurde bald abgesetzt und seine Stelle übernahm der aus dem Banat stammende Karl Schißler. In der Pfarrchronik heißt es: „.. .man wollte die Baranya vom Mutterland abtrennen und in eine selbständige Republik umwandeln." Diese Jahre forderten große Entbehrungen, 1918 mußte das Volk mit Kukuruzbrot zufrieden sein10.

Hier scheint es angebracht über die serbischen (raizische) Bewohner Wielands Erwähnung zu machen. Bei der Visitation 1757 wird ihre Zahl nicht angegeben. 1782 waren es 30 Familien. Bei der Visitation 1830 werden von ihnen 285 Personen erwähnt. In den Schematismen von 1875 waren es 207, 1920 nur noch 128 Seelen. Nach Beendigung der serbischen Besetzung ließ die ungarische Regierung die Lage der Serben zweimal untersuchen:

Im Jahre 1922 meldet der Sachreferent J. Margitai: „Am 6. März reiste ich hierher und ließ mich von Oberstuhlrichter und vom Ortsnotär informieren. Anschließend ließ ich die vermöglicheren Serben zu einer Versammlung zusammenkommen... Ich bat sie, sie mögen Vertrauen haben und wenn ihre Wünsche berechtigt sind, will ich ihnen behilflich sein. Ich möchte ihnen ja Frieden und Beruhigung vermitteln. Daher versicherte ich sie: das echte Vaterland, das teure ungarische Vaterland habe die frühere Liebe zu ihnen und wenn jemand wegen den serbischen Versprechungen wankend geworden wäre, aber Zeichen ehrlicher Reue setzt, ist dieses ungarische Vaterland zum Verzeihen bereit und nimmt ihn in Gnaden wieder auf.

Sie trugen ihre Klagen vor: a.) Ihr Priester ist geflüchtet und jetzt hält ihnen niemand einen Gottesdienst, b.) Auch ihr Schullehrer ist weggegangen. Schul- und Pfarrhaus hat das ungarische Militär in Anspruch genommen und somit findet kein Unterricht statt, c.) Ihr Bischof versprach ihnen wohl einen pensionierten Lehrer, aber er läßt auf sich warten, d.) Sie beschwerden sich, daß die ungarischen Grenzpolizisten, nach Abzug der Serben, mit den hiesigen Serben grob umgegangen sind. Auch die deutschen Bewohner schonten sie nicht. Pfeffermann, ein hiesiger Bürger, bedrohte Milan Lazics, er würde als erster aufgehängt. - Ich beruhigte sie, wenn sie friedlich blieben, würde ihnen nichts geschehen.

Scheinbar beruhigte sich das Volk, aber der Ortsnotär sei der Meinung, echte Ruhe werde nicht einkehren, weil die serbischen Aufwiegler, die meisten beeinflußt hätten, für Jugoslawien zu optieren...

Am 1. und 14. Oktober 1925 besuchte Margitai noch einmal die Serben in Villány. In seinem Protokoll heißt es: „Nach neuester Statistik leben in Villány 1805 Deutsche, 379 Ungarn, 128 Serben. Letztere sind auf 18 Familien zusammengeschrumpft. Wie in den übrigen Dörfern wurden auch die hiesigen während der Besetzung irregeführt und gezwungen, für Jugoslawien zu optieren. Sie haben es bereut und fürchten, sie müßten das Land verlassen. Sie machen Anstrengungen, um die ungarische Staatsbürgerschaft wieder zu erlangen. Sie baten den Obernotär, er möchte sie in dieser Angelegenheit zum Obergespan des Komitates begleiten.

Oberstuhlrichter und Obernotär bemerkten lobend, die serbischsprechenden Bewohner seien friedlicher in ihrem Benehmen, loyaler und rechtschaffener als die Deutschsprachi­gen. Letztere gaben mit ihrem hochmütigen, überheblichen Auftreten manchmal Anlaß, daß die Behörde strenge Mittel anwenden mußte. So z.B. durch ihr Verhalten dem Levente-Verband gegenüber: der Oberstuhlrichter mußte sie anläßlich des Kirchweihfe­stes mit dem Entzug der Musikerlaubnis bestrafen. Ihr Hochmut und ihre Überheblichkeit kann auf die Belehrungen von Dr. Bleyer und dessen „Sonntagsblatt" zurückgeführt werden. So ist natürlich, daß das separatistische Verhalten der Deutschen im Endeffekt der Verbreitung der ungarischen Gesinnung und der ungarischen Staatsidee im Wege steht12... 1930 lebten in Wieland noch 23 und 1943 nur noch 16 Serben13.

In der Zeit nach der serbischen Besetzung wurde Villány, nachdem der Baranyavárer Bezirk nicht mehr existierte, ,provisorisch' zum Bezirkssitz erklärt. Zum Abgeordneten wurde 1921 Martin Goßmann, ein Bauer aus Babarc/Bawarz, gewählt; 1922 löste diesen Josef Wild ab; 1926 errang dieses Mandat Dr. Jakob Bleyer und nach seinem Tod im Jahre 1933 wurde Dechantpfarrer Konrad Heckenberger aus Lánycsók/Landschuk sein Nachfolger; dieser wiederum unterlag 1935 dem Bauer aus Szajk/Seik, Adam Ries.

Nicht nur für Wieland, auch für die ganze untere Baranya/Branau, war der ,Katholikentag' im Sommer 1926, ein denkwürdiges Ereignis. Nicht nur tausende Menschen strömten zu den Feierlichkeiten zusammen, auch zahlreiche nahmhafte katholische Persönlichkeiten kamen: Diözesanbischof Franz Virág, Alexander Ernszt, Domherr von Großwardein, Johann Graf Zichy, Vorsitzender der christlich-sozialen Partei, Ferdinand Fürst Montenuovo, Besitzer der Herrschaft in Deuschbohl und mehrere andere14.

1931 wurde der seit 1908 bestehende Katholische Volksverein neuorganisiert, 1934 begann die Neubelebung des Gesellenvereins. 1939: Gründung des „Volksbundes der Deutschen in Ungarn."

 

Die Liste der Pfarrer von Villány/ Wieland:

Georg Meichelbach 1775; Peter Augustin Hadnagy 1776-1806; Johann Rozsányi 1807-16; Joseph Matthias Krebesz 1816-1853; Andreas Kohn 1854-87; Anton Szücs 1887-92; Paul Gudler 1892-99; Eduard Koch 1899-1931; Kasimir Loschen 1931-1950; Fabian Sebastian Elm 1950-1984; Johann Arnold 1984.

 

Die aus der Pfarrei Villány stammenden Priester:

Josef Ringsmuth (1794-1818); Julius Lajos (1877-1955); Adam Petz (1904-1947); Stefan Somorjai (Seiler) (1910-1951); Heinrich Rudasi (Reif) (1919-1979); Jakob Windheim (1923-1975); Josef Ringsmuth (1794-1818); Árpád Szendrödi (1940-1965)

 

Die Schulgeschichte

Erste Spuren von Schule und Lehrer finden wir im Protokoll der Visitation im Jahre 1782. Wie ober schon erwähnt wurde, hat man das Schulhaus zur Pfarrerwohnung gemacht. Somit stand für den Lehrer und Schulunterricht kein Haus zur Verfügung. Die Gemeinde mietete daher ein Haus für den Schulmeister, der damals auch Kantor war, eine Wohnung. Der Unterricht wird wohl in diesem Haus gewesen sein, da bei dem Einkommen des Lehrers auch die 15 Denare erwähnt werden, die ihm nach einem Schulkind zustanden. Als Lehrer fungierte in dieser Zeit der 23 Jahre alte Peter Majer. Er hatte einen Garten und eine drei Tagewerk große Wiese.

1810 wohnte der Lehrer, Peter Schaidl wieder im Schulhaus, das aber dem Verfall nahe war. Schaidl war 48 Jahre alt und stammte aus Himeshaza/Nimmerschhausen. Sein Amt übte er hier schon seit 13 Jahren aus. Er war wohl für die Normalschule in Fünfkirchen geprüft, aber wegen Platzmangel im einzigen kleinen Schulzimmer, unterrichtete er teils nach trivialer, teils nach der Normalmethode. Da er eine große Familie, aber nur eine kleine Zahlung hatte, beschäftigte er sich viel mit Weinbau und überließ den Unterricht seinem Präzeptor. Peter Schaidl starb 1831.

Die nächste Nachricht über die Schule stammt aus dem Jahre 1830: „Die Schule in Villány wurde 1825 erbaut. Das Gebäude ist ein Eckhaus und wurde von der Herrschaft und der Gemeinde gemeinschaftlich errichtet und mit Rohr gedeckt. Es ist von außen 20 Klafter und 5 Schuh lang. 3 Klafter und 3 Schuh breit. Darin sind zwei große Räume für den Unterricht und auch eine bequeme Lehrerwohnung."

Dem Namen nach ist auch Johann Georg Siebert (1789) und Peter Plank bekannt. Letzterer stammte aus Virágos. Nachfolger von Peter Schaidl war Johann Fetter (1831-1840), der von Villánykövesd hierherkam. Er wurde von Laurenz Hauk abgelöst (1840-1863) und ging nach Palotabozsok. Vinzenz Valentin Kerner (1863-1865) kam aus Soroksár, Nikolaus Scheidl (1865-1896). Unter Kerner und Scheidl war Josef Kaufmann Hilfslehrer'".

In der Zeit nach 1867 war der liberale Staat daran, die bisher konfessionellen Schulen ganz unter seine Kontrolle zu bringen. Mit dem Gesetzartikel 38 des Jahres 1868 wurde geplant, die Schulen in sogenannte Simultanschulen umzuwandeln. Der Lehrer Nikolaus Scheidl nahm sich vor, diesen Plan auch in Wieland zu verwirklichen. In der Pfarrchronik berichtet Pfarrer Andreas Kohn sehr ausführlich über den Kampf, den er für die Erhaltung der katholischen Schule geführt hat. Dem Lehrer Nikolaus Scheidl ist es gelungen, mit allerlei Praktiken das Volk zu überzeugen, daß die Umwandlung der Schule für das Volk nur vorteilhaft sein wird. Bei der Gemeindeversammlung stimmten die Serben und zwei Männer von den Deutschen für die katholische Schule, hundertelf der übrigen Deutschen dagegen. Verbittert bemerkt der Pfarrer: „Nun hatte es der Lehrer soweit. Er war Inspektor, Direktor und Lehrer an der Villányer Schule. Er machte, was er wollte. Agitierte gegen Kirche, Religion und Priester..." Für diese Kommunale Schule wurde 1870 ein „Schulstuhl" errichtet. Pfarrer Kohn versuchte das Geschehene rückgängig zu machen, hatte aber keinen Erfolg. Erst unter Pfarrer Paul Gudler hat die Schule am 30. Juli 1882 ihren katholischen Charakter zurückgewonnen16.

1892 wurde eine neue Schule erbaut. Die Gemeinde hatte dafür 7 170 Gulden bezahlt. Der Pfarrer überließ zu diesem Zweck den unteren Teil des Pfarrgartens. Zwei Schulzimmer und zwei Lehrerwohnungen mit je drei Zimmern wurden errichtet17. Im Jahre 1892 amtierten drei Lehrer: Nikolaus Scheidl, sein Sohn Julius Scheidl und Wilhelm Kiss.

1896: Wilhelm Kis, Gabriel Seiler (Nachfolger von Nikolaus Scheidl), Josef Kesz (Nachfolger von Julius Scheidl). Gabriel Seiler gab 1896 ein Gebetbuch in deutscher und ungarischer Sprache heraus. Er ging 1910 in Pension (t 1938), seine Stelle nahm Eduard Heil ein. Er kam aus Ivánbattyán. Wilhelm Kis wurde von Emil Lieber abgelöst. Eduard Heil starb 1914 den Heldentod.

1915/16: Wilhelm Kis ist Schuldirektor, Emil Lieber, Kantorlehrer, die Stelle von E. Heil übernahm Johann Prasch. 1919: keine Änderung von vorher.

1935: Emil Lieber geht in Pension, neugewählt wurde Anton Várkonyi, der aus Deutschmarok herüberkam, Prasch war Kantor und Schuldirektor, Klassenlehrer Johann Böhm, der 1934 die Stelle von dem pensionierten Josef Kesz übernahm.

1940: läßt sich Anton Várkonyi in Pari, Komitat Tolna, wählen, und Emerich Gärtner kam von Vókány/Wakan nach Villány, aber er gab schon im selben Jahr seine Stelle auf; sie wurde mit Irene Németh besetzt. Johann Böhm starb 1941 und Zsuzsa Horváth wird gewählt18.

Während der jugoslawischen Besetzung wurden 1918 die Eltern wegen der Unterrichts­sprache zum Abstimmen aufgerufen. Die Mehrheit entschied sich für die ungarische Unterrichtssprache, man verlangte aber gründliche Unterweisung der Kinder im Deutschlesen und -schreiben. 1919 verordneten die Serben den ganzdeutschen Unterricht.

Im Bericht des Fachreferenten Margitai vom Jahre 1925 wird auch von den Schulproblemen in Villány Erwähnung gemacht: „... es besteht die Hoffnung auf gründliche Verbesserung der Zustände in Villány. Begründet ist diese Hoffnung auf die Tätigkeit der ungarisch-sprachigen Privatbürgerschule, die von der dortigen Administra­tions-Behörde und von ungarischen Eltern ins Leben gerufen wurde. Ihr Ziel ist vollkommen ungarisch sprechende und patriotisch denkende Mütter und Väter zu erziehen. Die vier Jahre, die die reifere deutschprachige Jugend unter ihren magyarischen Mitschülern, unter Führung magyarischer Lehrer in der ungarischen Bürgerschule verbringen wird, wird sie in ihrem Herzen und in ihrer Seele zugunsten der ungarischen Staatsidee verändern.

Die Mehrzahl der Schüler ist deutschsprachig... Imjetzigen Schuljahr wird gleichzeitig die I. und die II. Klasse eröffnet... Daß diese Bürgerschule lebensfähig ist, beweist der Umstand, daß sie schon im Eröffhungsjahr 68 Schüler zählt: 35 Buben, 33 Mädchen19...

Trotz dieser positiven Einschätzung durch den Fachreferenten war diese Institution -laut Pfarrchronik - nur von sehr kurzer Lebensdauer.

Was den Schultyp anbelangt wurde in der Wielander Schule von 1924/25 bis 1937/38 nach Typ „C" unterrichtet20. Im Jahre 1938 wurde aber verordnet, daß man auf die einheitliche Methode übergehe20. Diese Verordnung wurde zur Streifrage in der Gemeinde und es kam wirklich zu keiner einheitlichen Lösung. Obzwar „das Niveau so im ungarischen wie im deutschen Unterricht gut über dem Durchschnitt lag", hat man 1940 eine ungeteilte ungarische und eine teils geteilte deutsche Sektion eingerichtet. Auch so waren gute Ergebnisse erzielt worden.

1941 haben es die Eltern, die dem Volksbund angehörten durchgesetzt, daß eine ganz deutsche Sektion errichtet wurde. Die übrigen Kinder wurden nach der einheitlichen Methode unterrichtet. „Die Lehrer - so berichtet F. Balázs - beherrschten vollkommen die deutsche Sprache und waren qualifizierte Pädagogen. Obzwar die Einberufungen zum Militär den Unterricht fast lahmlegten, konnte - wenn auch mit weniger Stundenzahl -der deutschsprachige Unterricht weitergeführt werden22.

Schülerzahl nach Nationalität der Kinder:

 

 

1938 1939 1940 1942 1943
Magyaren 47 37 44 58 38
Deutsche 145 147 130 135 154

 

Der Beauftragte der Regierung, Franz Balázs, besuchte jedesmal auch den seit 1902 bestehenden Kindergarten. In seinem Bericht führt er aus: „Die Sprache der Beschäftigung ist ungarisch, seit 1938 ist aber deutsch die Hilfssprache. Früher hat man sich zehn Jahre hindurch mit den Kindern nur ungarisch beschäftigt. Das Ergebnis war, daß die Kinder mit ganz schwachen muttersprachlichen Kenntnissen in die erste Klasse kamen. 1941 verlangten die Eltern, die Muttersprache soll eine größere Rolle spielen. 1942 zeigten sie sich zufrieden. Die Kindergärtnerin hat die Kinder, bis sie in das Volksschulalter kamen, zweisprachig umgeformt)23...

Wie zu sehen ist, waren die Schulverhältnisse ziemlich unruhig. Dazu kam noch, daß man 1943 wiederum mit der Gründung einer ungarischen Bürgerschule begonnen hat. Der Versuch scheiterte schon 194424.

In Villány/Wieland bestanden seit 1884 ein Leseverein und eine Handwerkervereinigung25. 1896 wurde ein Leichenverein gegründet. Die beiden letzteren hatten auch eine Vereinsfahne.

1943 hatte der Rosenkranzverein 308, die Herz-Jesu-Garde 120, die Marienkongrega­tion 40 Mitglieder26.

Zahl der Bevölkerung:

1782 Katholiken (= Deutsche) 713, Serben etwa 430

1810 Katholiken (= Deutsche) 940, der Pope gab die Zahl nicht frei.

1830 Katholiken (= Deutsche) 1081 Serben 285

1839 Deutsche Katholiken 1012 Serben 190

1875 Katholiken 1479 Serben 20727

 

Volkszählung 1880 1890 1900 1910 1920
Magyaren 151 248 420 413 379
Deutsche 1386 1763 1824 1918 1805
Serben 268 182 229 221 12827

 

Das Wirtschaftsleben in Villány

In Villány lebten die Kolonisten und schufen durch ihrer Hände Arbeit, mit Ausdauer, Fleiß und Sparsamkeit aus dem armen Lande ein wahres Paradies. Sie hielten an der erworbenen Scholle mit Zähigkeit fest, trotz aller Schicksalsschläge wie Pest, Cholera und Überschwemmungen, die sie anfangs zu überwinden hatten. Sie bauten sich Kirchen und Schulen und die Fremde wurde ihnen zur Heimat. Bald hätten die fleißigen Bauern aufatmen können, wenn sie nicht mit schweren Abgabepflichten nach dem Tode Josefs II. die sie den Grundherren zu leisten hatten, belastet worden wären.

Die Lasten wurden immer größer, da die Bauern nicht nur die Kosten der adeligen Lebensführung, sondern auch die ständig wachsenden Aufgaben der Komitatsverwaltung bestreiten mußten. Die Bedrängnis der Bauern erreicht im letzten Jarhzehnt vor der ungarischen Revolution 1848/49, den Höhepunkt. Danach konnten die sozialen Forderungen dieser Revolution nicht mehr übergangen werden. Von da ab setzt ein stetiger wirtschaftlicher Aufstieg ein, der unser Volk zu derzeit ungeahntem Wohlstand führte. Dieser Wohlstand wurde in Villány Ende des 19. Jahrhunderts durch die in den Weingärten verheerende Schäden anrichtende Filoxera gebremst. In Villány lebte ja fast 50% der Bevölkerung vom Weinbau oder zumindest war der Erlös aus den Weingärten ihr Gewinn.

Auf diesem Gebiet haben die Weinbauern anfangs die größten Fehler gemacht. Leider wurden nicht immer die für die Bodenverhältnisse richtigen Rebenunterlagen verwendet. So wurden überwiegend die leichter und billiger zu beschaffenden Sorten wie Risparia, Rupestris und Solmis angepflanzt, die aber die erhoffte Besserung nicht bringen konnten. Es mußten neue Rebsorten gesucht werden, die auf dem kalkhaltigen Lößboden besser gedeihen und höhere Erträge zu bringen in der Lage waren. Der Villányer Weingutsbesit­zer Siegmund Teleki (Tausig) besorgte 1896 aus Alény/Frankreich Samenkerne der Traubensorte „Berlandier" und züchtete Wildsetzlinge, die er später mit der alten Sorte Riparia kreuzte. Jahrzehntelange Versuche in Europa, USA, Japan und Südamerika haben bewiesen, daß es Teleki gelang, mit den Hybriden Berlandieri Riparia 8 B und 5 BB, eine Rebsorte zu züchten, die beinahe alle Eigenschaften in sich vereinte, die eine ideale Rebunterlage besitzen soll.

Mit der Vermehrung der neugezüchteten Wildsorte und deren Veredelung, durch das Aufpfropfen von Edelsorten, begründete Teleki in Villány die erste Rebzuchtanlage des Landes.

Die Rebenzucht wurde von Teleki im Jahre 1936 bereits auf einer Fläche von 21 Kat.-Joch betrieben. Im Betrieb von Teleki, deren Zentrale in Villány war, wurden jährlich 250 000 Reben veredelt und in alle Welt geliefert. In den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg hatte sich der Rebenzuchtbetrieb Teleki zu dem größten Betrieb dieser Art in Mitteleuropa entwickelt.

Das Weingut Teleki mit seiner Weinrebenzucht war neben dem Herrschaftsgut des Erzherzogs Albrecht, der größte Arbeitgeber von Villány. Viele Besitzer von Klein- und Zwergbetrieben waren gezwungen, sich bei den großen Weingütern Teleki, der Grundherrschaft und bei Graf Csáky usw. als Taglöhner oder Dienstboten zu verdingen. Der Wochenlohn betrug ganze 4-5 Pengö.

Der Taglohn eines Weinbergarbeiters lag bei einer Arbeitszeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bei 60-80 Heller (Fillér).

In der Rebschule Teleki, bei Beremend, begann die tägliche Arbeitszeit um 7 Uhr, so daß die Taglöhner aus Villány bereits um 5 Uhr zu Fuß auf dem Wege zur Arbeit waren. Da es sich bei diesen Arbeiten um eine qualifizierte Facharbeit handelte, wurde ein Taglohn von 2 Pengö gezahlt.

In Villány, als Zentrum eines damals noch großen Einzugsgebietes, blühte weiterhin Handwerk und Handel auf. In den Jahren 1898/99 wurde die gemeineigene Handwerker-Lehrlingsschule eröffnet. Im ersten Drittel des 20. Jahrunderts hat diese Schule die Kultur des Handwerks nicht nur der eigenen Gemeinde, sondern auch der Nachbargemeinden zum Aufschwung gebracht.

Eine Stagnation dieses Aufschwungs trat in den Jahren nach Kriegsende ein. Durch die Abtrennung eines großen Teils der Südbaranya an Jugoslawien, geriet Villány durch den Verlust der Basis des Handwerks in eine gewisse Isolation, von der es sich glücklicherweise durch seine reichen Nachbargemeinden in einigen Jahren wieder lösen konnte.

Zu dieser Zeit hatte sich die Zahl der Handeltreibenden auf die Hälfte reduziert. Mitte der zwanziger Jahre war der Schaden in den Weingärten soweit behoben, daß der Handel mit Wein wieder aufblühte.

Der Viehbestand der Gemeinde hat sich bis zum Beginn des ersten Weltkrieges stufenweise gebessert. Die Gemeinde verfügte aber nur über kleine Weiden- und Wiesenflächen, welcher Umstand seinen Stempel auf die Viehhaltung drückte. Durch diesen Umstand konnte die Gemeinde nie das hohe Viehzuchtniveau seiner Nachbargemeinden erreichen. Doch hat Villány an der reichen Viehzucht der Nachbargemeinden profitiert, da der Transport ja nur von der Bahnstation Villány's erfolgen konnte.

In der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen hatte Villány schon eine zentrale Sparkasse, mehrere Gemischtwarenhandlungen, desweiteren vier Landesgroßmärkte. Die Wochen­märkte bestanden in Villány schon seit Jahrzehnten.

 

Geschichtlich-Politischer Werdegang

Eine politische Einheit bildeten die deutschen Einwanderer niemals und haben bis zum ersten Weltkrieg auch keinen ernsthaften Versuch unternommen, sich politisch zu organisieren oder überhaupt einen politischen Willen zu äußern. Es war von schicksalhaf­ter Tragweite, daß die ausgewanderten Deutschen im 18. Jahrhundert kein nationales Bewußtsein mit sich brachten, und zwar deshalb nicht, weil es ein solches auch in Deutschland, der Auswandererzeit, nicht gab.

Mit Österreichs Ausgleich 1867 begann für die Deutschen in Ungarn ein entscheidender geschichtlicher Abschnitt. Die bis dahin bestandene übernationale Ordnung erlitt durch die neuen nationalen Zugeständnisse an die Ungarn eine schwere Einbuße und brachte die völkischen Minderheiten unter die Herrschaft der Madjaren. Der plötzliche Übergang von der übernationalen Ordnung Österreichs in den selbstbewußten madjarischen National­staat, ließ keine Zeit, daß das deutsche Volksbewußtsein sich hätte natürlich weiterentwik-keln können. Mit den Aufgaben der Beamten, der Kirchen und Schulen, Pfarrern und Lehrern war die beste Möglichkeit der Madjarisierung gegeben. Ein Recht auf eigenständiges, mit dem deutschen Muttervolk verbundenes Leben wurde einfach abgesprochen und es wurde das Bewußtsein eingeimpft, man sei nun ein Teil des unteilbaren Staatsvolkes.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts war aber in Ungarn nicht nur ein Aufschwung der „Schwaben" auf wirtschaftlichem Gebiet erfolgt, sondern des ganzen Landes, vor allen anderen des Staatsvolkes, der Ungarn. Das deutsche städtische Bürgertum paßte sich nun der allmählich sich entwickelnden ungarisch-nationalen Atmosphäre an.

Die höhere Schicht ging sozial nach und nach in der Klasse des ungarischen Adels auf, der zum Teil besitzlos geworden, sich der Beamtenlaufbahn und den akademischen Berufen widmete. Die untere Schicht des deutschen Bürgertums vermengte sich mit dem in die Städte strömenden dörflichen Ungarntum, das als minderes Beamtentum, Büropersonal, Arbeiterschaft usw. seine Existens fand.

Den selben Weg wie das städtische Bürgertum gingen auch die gebildeten Söhne des ländlichen Deutschtums in Ungarn. Die Volksschulen waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ungarisch geworden und sie erzogen ihre Schüler nicht nur im ungarisch­patriotischen, sondern auch im ungarisch-nationalen Sinne. Dieser Gegebenheit zufolge mußte geradezu die Naturnotwendigkeit eintreten, der Niedergang des Deutschtums in Ungarn, der fast schon ein halber Untergang war. Leider wurde zu dieser Zeit der Nationalitätenkampf auch in den Bereich der Kirche getragen und somit kam die letzte Mauer, die bis zu diesem Zeitpunkt immerhin als der mögliche Schutz des Volkstums betrachtet werden konnte, allmählich ins Wanken.

Das 1868 erlassene Nationalitätengesetz hätte diesen Untergang aufhalten können, hätte man es nicht mit allen Mitteln sabotiert. Die Lehrerschaft und Geistlichkeit ging soweit, daß den Kindern als Strafaufgabe das hundertmalige Abschreiben von Sätzen wie:

„In der Schule ist es verboten deutsch zu sprechen", oder „auf der Straße darf man nicht deutsch sprechen", auferlegt wurde.

Es darf daher kein Staunen hervorrufen, wenn unser Volk die deutsche Rechtschreibung nicht im mindesten beherrscht. Staatlicherseits wurde auf die Namensmadjarisierung gedrängt. Es konnte kaum jemand in den öffentlichen Dienst kommen, wenn er seinen deutschen Namen nicht abgelegt und einen ungarischen angenommen hat.

Doch gerade dieser Drang und die mit drastischen Methoden verfolgte Madjarisierung hat allmählich das nationale Wiedererwachen der deutschen Bevölkerung hervorgerufen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die „Ungarnländische deutsche Volkspartei" gegründet. Ungeheure Schwierigkeiten wurden dieser Bewegung von allen Seiten in die Wege gelegt, doch alle Schikanen seitens der Behörden konnten das Erwachen des Deutschtums nicht mehr aufhalten...

Als dann im ersten Weltkrieg für die Masse der Männer sich die Gelegenheit bot die Größe und Schönheit ihres Mutterlandes kennenzulernen, erwachte in ihnen das Gefühl diesem großen Kulturvolk (Muttervolk) anzugehören.

Das große Heimweh, welches in ihren Herzen schlummerte, von Generation zu Generation übertragen, kam zum Durchbruch und der Grundstein zum neuen völkischen Erwachen war gelegt.

Hier sei gesagt, daß der Kampf, das Deutschtum zu erhalten, sich hauptsächlich in Budapest abgespielt hat. Es wurden im Rahmen des 1923 gegründeten „Ungarnländischen Deutschen Volksbildungsvereins"; auch in den Gemeinden Ortsgruppen gegründet, die aber zu dieser Zeit unter der Bevölkerung der Südbaranya noch keine besondere Unruhe auslösten. Der 1926 gegründete Volksbildungsverein hatte in Villány 81 Mitglieder und stand unter der Leitung von Dr. med. Johann Tengler und dem Postmeister a.D. und Getreidehändler Josef Teppert. Wegen der Wahlen zum ungarischen Reichstag hat in einem Privathaus in Villány am 1. Dez. 1926 Prof. Dr. Jakob Bleyer, der ehem. Minderheitenminister, mit seinen Parteifreunden eine Besprechung abgehalten. Während der Besprechung erschien die Gendarmerie und forderte die Auflösung der Versammlung. Zwischen dem Gendarmen und Prof. Dr. Bleyer kam es daraufhin zu einem hitzigen Streit, als dessen Folge Prof. Bleyer für die Nacht in Gewahrsam genommen wurde. Unter diesen unguten Voraussetzungen fand die Reichstagswahl statt, bei der Prof. Dr. Bleyer zum Reichstagsabgeordneten des Wahlkreises Villány gewählt wurde. Prof. Dr. Jakob Bleyer kam als Reichstagsabgeordneter alle Vierteljahr einmal nach Villány um sich über die Nöte seiner schwäbischen Wähler zu informieren und um ihnen im Überlebenskampf gegen die immer agressiver werdenden Assimilierungsversuche des ungarischen Chouvi-nismus, mit seinem Rat beizustehen.

Schärfer wurden die Gegensätze nachdem Béla Perczel und der spätere Kardinal Mindszenty das deutsche Volk zur Treuebewegung aufrief.

Schon 1937, bei den Parlamentswahlen, hetzte Adam Riesz von der Kleinwirtspartei in unerträglichem Maße gegen die deutsche Minderheit und verlangte, daß die Deutschen, die nicht in der madjarischen Nation aufgehen wollen, ihre Siebensachen packen sollen und in das Reich auswandern. Denn tun sie das nicht, wird ihnen noch Schlimmeres bevorstehen.

Es kam der Wiener Schiedsspruch 1938 und damit die Verpflichtung für die ungarische Regierung deutsche Schulen zuzulassen und selbst einzuführen. Es wurde der Volksbund gegründet und damit begann auch die Spaltung unseres braven Volkes in Volksbündler und „Hü-Ho-Leute". Im Jahre 1939 wurde in Villány der Volksbund der Deutschen in Ungarn gegründet, der sich mit Josef Teppert an der Spitze, für die Rechte der schwäbischen Minderheit einsetzte. Am 26. 1. 1941 wurde auf dem Marktplatz in Villány eine Großkundgebung abgehalten auf der neben Josef Teppert, noch Dr. Viktor Gußmann, Dr. Konrad Mischung und Dr. Franz Basch sprachen. Im Laufe des Jahres 1941 wurde vom Volksbund im Kronenwerk in Villány ein Haus gekauft und eine Winterwirtschaftsschule mit Internat eingerichtet. In diesem Haus war auch das sogenannte „Heim" untergebracht. Es diente den verschiedensten kulturellen und gesellschaftlichen Zwecken. So wurde im Heim auch ein deutscher Kindergarten unterhalten.

Unter der Bewegung „Hűséggel a hazához" (Treue zum Vaterland) bildete dieser Kreis ein Gegengewicht zum Volksbund. Das Zentrum bildete das Gebäude des Lesevereins der Gewerbekorporation (Iparos Olvasókör), das sogenannte „Egylet". Hier wurden zahlrei­che patriotische Veranstaltungen abgehalten. Mit Theateraufführungen, Tanzveranstal­tungen und Vorträgen wurde versucht, die schwäbische Sache in Mißkredit zu bringen und die Inanspruchnahme der durch den Vertrag von 1940 zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn, der deutschen Minderheit Ungarns zugestandenen Rechte, als Vaterlandsverrat zu brandmarken. So konnte es nicht ausbleiben, daß quer durch die deutschen Dörfer, ja sogar quer durch die Familien tiefe Risse entstanden, die zu vielen Mißhelligkeiten führten und letzlich den Vorwand lieferten, der nach dem Kriege zur Aussiedlung eines großen Teils der deutschen Bevölkerung fürhrte.

Als führender Volksbundgegner ist der deutschstämmige Kaplan aus Villány, Johann Redling, zu erwähnen, der dem 1938 gegründeten KALOT-Verein (Katolikus Agrárifj usá-gi Legényegylet Országos Titkársága) leitete und es verstanden hat, einen großen Teil der deutschen Bevölkerung für die ungarische Sache zu begeistern und die um ihr Volkstum kämpfenden Schwaben als unloyale Verräter, Pangermanisten und Faschisten zu diskreditieren.

Die Auseinandersetzungen, Schmähungen und Verleumdungen nahmen ihren Anfang in den Reihen unseres bis dahin verträglichen Bauerntums und schwächten bis Ende des Krieges nicht ab.

Am 26. April 1944 wurde im Kreis Villány die jüdische Bevölkerung deportiert. Aus Villány waren dies die jüdischen Familien Bader, Krauser, Kohn, Perlesz, Spitzer, Schwabach, Bárány und Lang, sowie die Familie Blumenstock aus Virágos. Am 10. Juni 1944 kam es in Villány zur Zwangsmusterung für die Waffen SS, bei der alle Deutschstämmigen im wehrpflichtigen Alter gemustert wurden. Die Zugehörigkeit zum Volksbund spielte hierbei keine Rolle. Dies verstärkte erneut den Zwiespalt in der Bevölkerung und führte zu neuen Reibereien.

Der Landwirt und Weinbauer Josef Hohmann, ein entschiedener Gegner des Volksbundes und der Deutschen, wurde am Sonntag, dem 16. März 1944 von der Gestapo verhaftet und weggebracht. Zwei Tage später erhielt seine Familie die schreckliche Nachricht von seinem Tode. Die Umstände seines Todes blieben bis heute mysteriös und unbekannt. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde Josef Hohmann zu Grabe getragen.

Über Villány konnte man am 3. April 1944 das erstemal die riesigen Pulks der englischen Liberator Bomber nach Norden fliegen sehen. Ab Juni verging kaum ein Tag ohne Fliegeralarm. Am 25. August 1944 wurde Virágos bombardiert und am 29. August 1944 fiel in Villány eine Bombe in eine Hofstelle der Langgasse, ohne nenneswerten Schaden anzurichten. Aber schon im Herbst 1944, kurz nach der Weinlese, war in Villány das Donnern der Geschütze von der Front zu hören und nahm von Tag zu Tag an Lautstärke zu. Die Angst der Bevölkerung vor den unaufhaltsam vordringenden Russen wurde immer größer. Die ersten Vorbereitungen zur Evakuierung wurden getroffen. Als in den Mittagsstunden des 19. November 1944 (einem Sonntag) bei einem Fliegerangriff die Frau des Sattlermeisters Stefan Beck und die Schülerin Jolán Zvonorics, sowie 6 deutsche Soldaten dem Bombardement zum Opfer fielen, wurde es allen klar, daß die Kriegsfurie auch über unsere Heimat hinwegfegen würde.

Der Bevölkerung wurde noch am gleichen Tage offiziell mitgeteilt, daß am Bahnhof ein Rotkreuzzug bereitgestellt wird. Evakuierungswillige sollten mit der notwendigsten Habe vorübergehend in Sicherheit gebracht werden.

Zwischen 600 und 700 Deutsche aus Villány, Virágos und Kisjakabfalva nahmen die Gelegenheit war und flüchteten rechtzeitig vor den Russen. Am Montag, dem 20. 11. 1944 verließ in den frühen Nachmittagsstunden der Transportzug den Bahnhof von Villány und brachte die Flüchtlinge nach einer Fahrt über Fünfkirchen, Szigetvár, Ödenburg, Wien, Salzburg und München am 28. 11. 1944 wohlbehalten nach Freising.

In Freising und den umliegenden Dörfern wurden die Flüchtlinge in Massenquartieren untergebracht, die in den Volksschulen in Freising-Neustift, Freising-Vötting, Tüntenhau-sen, Palzing, Attaching, Gremertshausen, Abens usw. eingerichtet wurden. Die Betreuung bis Kriegsende war vorbildlich organisiert. Die Genügsamkeit und Bescheidenheit unserer Menschen und die dankbare Freude über die Rettung vor den Russen, hat ihnen über den - wie sie glaubten - vorübergehenden Verlust der geliebten Heimat hinweggeholfen.

Voll banger Sorge um die Daheimgebliebenen und um die an der Front kämpfenden Männer, Söhne, Väter und Brüder, verfolgten sie die Nachrichten im Radio und in der Presse über die Kriegsereignisse, die über ihre Heimat und ihre Menschen hereinbrachen. Trotz eigener Notlage und dem herben Schmerz über die verlassene Heimat, galten die damaligen Gebete den in der Heimat verbliebenen Angehörigen und den Soldaten an den Fronten.

In Villány sind die Russen am 28. November ohne Gegenwehr einmarschiert und damit begann das Leiden der noch vorhandenen Bevölkerung. Die Russen verlangten das arbeitsfähige Menschen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren von den Behörden aufgelistet werden.

Natürlich wurden von diesen in erster Linie die Mitglieder des Volksbundes den Russen ausgeliefert.

Am zweiten Weihnachtstag wurden diese Auserwählten nach Fünfkirchen in eine Kaserne gebracht und von dort nach Rußland, wo ein Großteil verhungerte oder an der Roten Ruhr verstarb.

Zu den bedauernswerten Personen aus Villány gehörten die nachstehend aufgeführten Frauen und Männer:

Anna Trendl geb. Kornfeind, Margit Reinold geb. Kolbach, Maria Wissinger geb. Baszier, Margit Ulrich, Barbara Roth geb. Schnell, Elisabeth Teibl geb. Gyöngyösi, Katharina Oppermann geb. Pfeffermann, Maria Pencz geb. Böhm, Ida Glaub, Magdalena Brucker, Anna Czet geb. Kiss, Magdalena Kocsis geb. Schumann, Elisabeth Újhegyi geb. Kresz, Emma Kaltenbach, Anna Mayer geb. Istl, Anna Kresz, Magdalena Kohn. Barbara Roth und Ida Glaub sind während der Verschleppung in Rußland verstorben. Peter Hohmann, Josef Felhoffer, Adam Brucker, Michael Reinhold, Heinrich Daliecker, Adam Tengler, Adam Waller, Josef Reif, Georg Haal, Johann Blaschitz, Adam Kohn, Adam Eiter, Franz Wittmayer, Josef Zunnert, Johann Szibelle, Johann Ruf, Josef Teppert. Michael Reinhold, Adam Eiter und Franz Wittmayer sind ebenfalls in Rußland verstorben.

Doch die Daheimgebliebenen hatten auch keine Freude am Leben, da sie mißbraucht und zur Frohnarbeit gezwungen wurden.

Am 15. Juli 1946 wurden nach der Liste des damaligen Pfarrers Loschert über 200 Familien ausgewiesen. Auch die Deutschen der umliegenden Ortschaften wurden von dem damals herrschenden Pöbel vertrieben. In Villány war der Sammelplatz und die Einwaggonierung von tausenden Menschen. Diese kamen nach Göppingen und wurden im ganzen Kreis verteilt. So kommt es, daß tausende Vertriebene aus Ungarn im Kreis Göppingen ansässig sind.

Vor 200 Jahren von hier aus dem Südwesten freiwillig ausgewandert, wird der Kreis mit der zwangsweisen Rückkehr ins Mutterland geschlossen. Der jüngste deutsche Volks­stamm hat somit aufgehört als Einheit zu existieren.

Und dennoch, ganz gleich wo der Einzelne sich befinden mag, wir fühlen das starke Band unserer Zusammengehörigkeit. In uns lebt die alte Heimat weiter, sie lebt weiter, wie wir sie alle kannten und liebten.

 

1. Winterseite (Weingärten)
2. Kalkberg (Weingärten), Pesty kennt hier nördlich vom Dorf den Kirchberg. An seinem Fuß steht die Kirche und das Pfarrhaus. (Anmerkung: Beide Bezeichnungen sind auch heute noch für diesen Berg üblich).
3. Teufelsgraben (Weingärten)
4. Mühlwiesen (Wiesen)
5. Jammertal (Weingärten)
6. Sterntal (Weingärten)
7. Ober dem Harsányer Weg (Weingärten)
8. Unter dem Harsányer Weg (Weingärten und Äcker)
9. Ziegelrasen (Äcker)
10. Dürrer Kippl (Äcker)
11. Kleegarten  
12. Waldwiesen (Wiesen)
13. Trojak (bis 1847 Hutweide, 1856 schon Acker)
14. Bergäcker  
15. Alte Schloßtafel (Äcker) hier soll ein altes Schloß gestanden haben
16. Mittelbrunn (Wiese) - die Karte aus 1856 kennt östlich davon noch die velika hade (große Insel)
17. Krautacker  
18. Alte Kirche  
19. Slivjak (1856 sind hier noch genannt: Alte Kirchäcker, Lukovistye und Hotteräcker. Pesty konnte noch von der alten Kirche berichten, deren Stelle nicht aufgeackert war. Hier vermutete er den alten Dorf­platz. Nördlich davon ist der Bolyski, auch Polszki vinograd (polnischer Weinberg), ein Ackerfeld, das' früher vermutlich Weingarten gewesen ist. Östlich davon liegt die Gewann Duga megya.
20. Hegwald (könnte auch Hechwald = Hochwald bedeuten).
Weitere Flurnamen bei Pesty: Joanliese, Ziegelofen, Lange Buschäcker, Kleine Hohl,
Große Hohl, Kövesder Hotter.  

 

Aufzählung der Villányer Flurnamen nach „Pesty's"

Quellenverzeichnis:

Ortsgeschichtsschreibung von Dr. Kovács András aus den Jahren 1959 und 1970-,.Villány" und ..Villány község elete a múltban és a Jelenben."

Die Schwäbische Türkei von Dr. Johann Weidlein

Gewann und Siedlungsgeschichte von Dr. Johann Weidlein 1936

Das ungarische Deutschtum von Mathias Annabring

Eigene Erinnerungen und Aussagen von Bürgern aus Villány.

 

Villány

Bildernachweis und Bilderverzeichnis von Sebastian Silber und Martin Wissinger

Repro- und Gestaltung Mathias Volk

 

   
Röm.-kath. Kirche
   
   
Unsere Blaskapelle 1928 in der Racengasse vor dem Haus Schuck Kirchweihmädchen und -burschen am Kirchweihfest
   
   
Katholischer Burschenverein, 1935
   
   
Mädchen in ihrer schönen Heimattracht Weirt- und Racengasse
   
   
Tanzschule mit ihrem Tanzlehrer Seilner, 1937 Rekruten im Jahre 1942
   
   
Mädchen und Frauen in ungarischer Tracht beim Weinlesefest 1939 Obere Keller an der Harsányer Straße
   
   
Ecke Racen- und Bauerngasse Tränken der Pferde am Brunnentrog
   
   
Bauernhaus im Kolonistenstil Untere Keller an der Harsányer Straße

 


Quellennachweis:

  1. Die Herrschaft Bellye, S. 69
  2. J. Brüsztle. Recensio, IV. S. 846
  3. Dr. J. Weidlein, Die Schwäbische Türkei, I. S. 78
  4. Aus den Visitationsakten 1757
  5. Visitationsakten 1757; sogar der Name der Hebamme wird genannt: Margaretha Figlainin
  6. Visitationsakten 1782, 1810, 1830
  7. Alle Angaben aus der lateinisch geschriebenen Pfarrchronik; über den Orgelbauer Josef Angster siehe die Beschreibung von Katschfeld
  8. 6a. Ein einleuchtender Beweis für die Frömmigkeit: in den Visitationsakten 1830 sind für die Pfarrei Villány 63 gestiftete Messen angegeben
  9. Die Angaben stammen aus der Pfarrchronik
  10. Siehe in der Pfarrchronik in den angegebenen Jahren
  11. Ebenda
  12. Ein Teil des Baranyavárer Bezirkes verblieb nach dem ersten Weltkrieg bei Ungarn. Villány wurde so ein „Rumpfbezirk"mit den entsprechenden Beamten und Ämtern
  13. Ortsgeschichtsschreibung, Jg. 1978, S. 502-504
  14. Siehe Anm. Nr. 114, Ortsgeschichtsschreibung, 1978, S. 509
  15. Franz Virág, geb. zu Bonyhád, war Bischof von Fünfkirchen 1926-1958; Alexander Ernszt (1870-1944) war führende Persönlichkeit in der christlich-sozialen Partei, 1901 Abgeordneter, 1908 Generaldirektor des kath. Volksvereins, 1930 Minister für Volkswohlfahrt; Johann Graf Zichy (1868-1944), mehrfacher Minister, nach 1919 gründete er die christlichsoziale Partei
  16. Die Daten sind teils den Visitationsakten, teils aus der Pfarrchronik entnommen
  17. Vgl. auch die Ausführungen für dieses Thema in „Die kath. Donauschwaben" Band II, S. 139-145
  18. Vgl. auch „Namensliste der Lehrer", S. 223
  19. Die Aufzählung der Lehrer aus der Pfarrchronik
  20. Ortsgeschichtsschreibung, Jg. 1978, S. 502-504
  21. Ebenda Jg. 1979, S. 412
  22. Ebenda, Jg. 1982, S. 522-523
  23. Ebenda
  24. Ebenda
  25. Pfarrchronik im angegebenen Jahr
  26. Ortsgeschichtsschreibung, Jg. 1977, S. 187. und Pfarrchronik
  27. Schematismus des Bistums Fünfkirchen 1943, S. 40
  28. Schematismus des Bistmus Fünfkirchen 1839, 1875
  29. Holder, Untere Baranya, S. 114, Bleyer. Das Deutschtum, S. 100

 

 

   
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