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Virágos Wiraagisch Blumenau

 

Vorwort

Liebe Virágoser Landsleute!

 

Die Landsmannschaft der Donauschwaben aus der Unteren Baranya will mit diesem Buch der Öffentlichkeit das Leben und Wirken unserer Ahnen in der Baranya darstellen. Den Bericht für Virágos habe ich federführend übernommen, wobei ich allen die mir dabei geholfen haben, sehr dankbar bin. Es waren dies die Landsleute Anton Konrad, der vor allem den Bericht über die Besitzverhältnisse und über Sitten und Bräuche beigesteuert hat. Franz Mim, der den Lageplan des Dorfes naturgetreu nachgezeichnet und Georg Mim, der die Karte mit den Wohnsitzen der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Virágoser angefertigt hat.

Der Bericht beansprucht kein wissenschaftliches Werk zu sein, vielmehr soll er Ihnen, Ihren Ehepartnern, Kindern und Enkeln ein liebenswertes Dorf zeigen, das unsere Vorfahren aus einem verwüsteten, fast menschenleeren Land, geschaffen haben.

Franz Maurer

 

Zur Geschichte der Kirche und der Schule

von Pfarrer Dr. Franz Galambos/Göller

 

Virágos - Blumenau. Filiale der Pfarrei in (Német)Márok. Seit 1950 ist es in Villány/Wieland eingemeindet. Z.Z. ist Marok mit der Pfarrei in Villány in der Personalunion vereinigt. Hier befinden sich auch die Matrikelbücher.

Nach einer früheren Karte der Batthyányschen Herrschaft lag das alte Dorf (Virágos-Kata genannt) ein wenig nördlich von demjetzigen1. Es war nur von Raizen bewohnt, z.B. 1732 von 6 Familien2. 1736 war es auch noch ganz raizisch3. In den 40er Jahren zogen die Raizen weg4. Die Feststellung von L. Nagy „1737 lebten in Virágos 12 raizische Familien mit 17 verheirateten und 5 ledigen Männern, 1751 wohnten an ihrer Stelle aber erst 3 deutsche Familien5 ist nur im ersten Teil zutreffend. In den Konskriptionen vom Jahre 1748 werden nämlich schon 21 Siedlerbauern aufgezählt6. Diese deutschen Familien kamen zum Teil aus evangelischen Dörfern der Tolnau. So 1745: Georg Suchmann, Wilhelm Hus, Jakob Heller aus Izmény, Johann Miller, Johann Ridiger, Johann Weber aus Majos, Heinrich Naimann aus Bonyhád, Johann Rornik aus Ráczkozar; 1746: Reinhart Fint und die Witwe Johann Henk aus Majos. Katholiken kamen aus Nyárád: die Familie Kirchner, aus Marok: Familie Hall, aus Kleinbudmer: Familie Rill7.

1809 wird Virágos als „eine kleinere, aber zu den fleißigsten Ortschaften gehörende Gemeinde" bezeichnet8.

Als 1739 die Parrei in Marok gegründet wurde, ist ihr Virágos als Filiale zugeteilt worden. 1757 lebten schon 17 katholische Ehepaare hier mit 69 beichtfähige Personen. Mehr als die Hälfte der hier lebenden Bewohner waren evangelische Christen. Sie hatten weder Kirche noch einen Pastor. Ihre Kinder werden vom Pfarrer in Marok getauft. „Die hier ansässigen Katholiken sind so vorbildlich, daß begründete Hoffnung zur Katholisie-rung der Evangelischen besteht" - heißt es im Protokoll der bischöflichen Visitation Auf Ansuchen der katholischen Bewohner bekamen sie 1771 von Bischof Klimó Erlaubnis zum Bau eines Kirchleins. Diese Kapelle wurde 1793 zu einer schönen, mit Turm und Sakristei versehenen Kirche erweitert. Sie steht auf einer Anhöhe und hat eine reizende Lage. Die Visitationsakten von den Jahren 1782 und 1810 besagen allerdings nichts von der ersten 1771 errichteten Kapelle, sondern nur vom Kirchbau im Jahre 1793. Diese Kirche wurde gemeinsam vom Patronatsherrn Batthyány und der Gemeinde erstellt und dem hl. Emerich geweiht. „Die Kirche ist hell und der Altar ist mit allen notwendigen Geräten versehen. Der Aufgang zur Kanzel befindet sich in der Sakristei. Orgel und Beichtstuhl fehlen noch. Die Beichten werden in der Sakristei oder hinter dem Altar abgenommen. Bei einem Requiem wird der Sarg vor der Kirchentür abgestellt. Den Küsterdienst versieht der 64 Jahre alte Bartholomäus Schum. Er ist von den Robotleistungen befreit. Hebamme ist Marianne Schneider; sie kann auch Nottaufen ausführend Den Bewohnern wird 1782 ein gutes Zeugnis ausgestellt. Außer 4 Familien mit 32 evangelischen Personen sind alle übrigen deutsch und katholisch: 142 Beichtfähige, 49 Kinder. Mischehen gibt es keine. Sonn- und Festtage werden christlich gefeiert, da sie ihrer Religion sehr zugeneigt sind. Die hl. Messe und die Christenlehre werden fleißig besucht, sie gehen nicht nur zu Ostern, sondern mehrmal im Jahre beichten. Ausschweifungen und verdorbene Sitten sind unbekannt, auch keine skandalöse Tanzunterhaltungen und nächtliche Zusammenkünfte. Auch ihren Pfarrer ehren sie entsprechend und bezahlen treu ihren Pfarrlohn.

A us den Akten von 1830 geht hervor, daß am Dorfende, am Friedhof und vor der Kirche ein Kreuz steht. Letzteres hat Johann Muser 1821 gestiftet und zur Erhaltung auch 20 Gulden hinterlegt. Im Krautgarten hat Anton Rittinger ein Holzkreuz gestellt und für die Erhaltung gesorgt. Der Altarraum in der Kirche ist ausgemalt, auf der Empore ist schon eine Orgel, im Turm 3 Glocken: Maria, dem hl. Kreuz und Johannes von Nepomuk geweiht.

Damit die Gläubigen manchmal eine hl. Messe bekommen können, hat der Pfarrer Erlaubnis, eine zweite Messe lesen zu dürfen. Die Kirche ist 22 m lang und 11 m breit. In früheren Zeiten hat die angesehene Familie Erreth von Fünfkirchen viel Gutes für diese Kirche getan. Aber auch die Gläubigen waren stets aufgeschlossen und opferbereit für ihr Gotteshaus: 1858 ließen sie durch den Kunsttischler Scheckenbach, in Fünfkirchen, einen neuen Altar bauen; 1856 schafften sie eine 400 Pfund schwere Glocke an, die zu Ehren der Märtyrer Georgi und Floriani geweiht wurde. 1883 hat der Fünfkirchner Bildhauer Albin Jirátko die neue Kanzel und sechs Altarleuchter angefertigt. 1884 wurde der Turm neu mit Blech gedeckt, die Kirche und Sakristei ausgemalt, auch Vieles am Altar neuvergoldet; 1888 wurde die Kirche und der Dachstuhl renoviert und 1892 die Orgel repariert. So wurde die Kirche zu ihrem 100jährigen Jubiläum im Jahre 1893 langsam festlich vorbereitet.

Vom Jahre 1933 an bekamen die Gläubigen von Virágos jeden zweiten Sonntag eine hl. Messe und so begann eine intensivere Seelsorge. Pfarrer Josef Franz (1942-45) verbreitete auch hier den kath. „Pfarrbote"-n und hebt die Religiosität und Opferbereitschaft der Gläubigen von Virágos lobend hervor10.

 

Die Schule

Das Schulhaus bestand 1782 aus einer Wohnstube, einer Küche und einem Schulraum. Es wurde von der Gemeinde errichtet und war im Jahr der Visitation in gutem Zustand. Dasselbe wird beim bischöflichen Besuch in den Jahren 1810 und 1830 berichtet. Dieses ganz einfache Gebäude wurde 1834 durch ein neueres ersetzt. Dieses entsprach gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr und so wurde dann 1883 ein moderner Schulraum dazugebaut. Die Gemeinde hielt das Schulwesen für wichtig und errichtete 1903 eine neue Lehrerwohnung und Schulstube. Initiator dieses schönes Gebäudes war noch Pfarrer Karl Schulz, unter seinem Nachfolger, Dr. Johann Frey, wurde er beendet11.

 

Die Lehrer

1782 war Georg Knochl Schulmeister. Er hatte gute Sitten und wurde in allen Bereichen gelobt. Seine Zahlung war jährlich 16 Preßburger Metzen Weizen, 4 Metzen Mais, nach jedem Schulkind 15 Denare. Karl Graf Batthyány zahlte ihm nach jedem Schulkind 5 Kreuzer dazu. 1810 hat dieses Amt Andreas Potz inne. Er war fleißig und unterrichtete die Kinder nach der „alten" Methode im Lesen, Schreiben und Religion. Inzwischen wurde der Lehrerlohn aufgebessert: vonjedem Haus bekam er 2 Metzen Weizen, 1 Metzen Mais, nach jedem Schulkind 3 Kreuzer. Er bekam 6 Klafter Brennholz, hatte auch einen Gemüsegarten, den die Gemeinde pflügte. Im Winter hatte er 12 Buben und 10 Mädchen in seiner Schule. 1830 unterrichtete der aus Ráczpéter stammende, 36 Jahre alte Johann Schmiedle. Zu seinem Lohn kamen noch 2 Maas Wein vonjedem Haus und nach jedem Kind 9 Kreuzer. Auch die Mühlfuhren wurden ihm geleistet. J. Schmiedle starb am 27. März 1862. Sein Nachfolger wurde Adam Romais, 1862-1871. Er starb am 7. Sept. 1873 in Brestovac. Dann folgten: Josef Wiesler 1872-1877; Peter Zindl 1877-1878; Peter Aiter 1878 (geb. 1840); Emil Lieber 1906-1914; Adolf Schlitzer 1928-12

Die Lage 1922: Ein Schulraum (49 m2), ein Lehrer, 37 Schüler (alle katholisch und deutsch). Die Unterrichtssprache war ungarisch13.

Schultyp: von 1924/25 bis 1937/38 wurde nach Typ „B" unterrichtet14.

Nach 1938 meldete der Schulinspektor Franz Balázs: Virágos hat eine ungeteilte, einklassige katholische Schule mit einer Lehrkraft und deutscher Unterrichtssprache. Früher galt der „C" Typ; auf Wunsch der Eltern wurde 1941 der Unterricht in deutscher Sprache eingeführt. Der deutsche Unterricht des Lehrers ist gut. Zwischen 1941 und 1943 besuchten 35 Kinder deutscher Muttersprache die Schule. Ersichtlich ist, daß der reindeutsche Unterricht auf Druck des VDU eingeführt worden ist15.

 

Volkszählung: 1880 1890 1900 1910 1920
Deutsche 286 330 342 381 401
Magyaren 10 11 21 37 36
Slawen 16 5 1 12 116

 

 

Kurzgeschichte von Virágos

von Franz Maurer und Anna Konrad

 

In unmittelbarer Nähe des berühmten Weinbauortes Villány, an der Landstraße und Eisenbahnlinie Fünfkirchen/Mohács, lag die ehemals deutsche Gemeinde Virágos, ein schmuckes, sauberes Dörfchen.

Der Ort wird im 14. Jahrhundert erstmals geschichtlich erwähnt und war damals von Magyaren bewohnt. Gegen Ende der Türkenherrschaft zogen Slawen in den von Türken verwüsteten Ort, ein Teil des Friedhofes wies noch darauf hin. Diese slawischen Zuwanderer zogen aber bald wieder ab.

Im 18. Jahrhundert gehörte das Dorf zur Németbólyer Herrschaft des Grafen Batthányi. Dieser war es, der den von Slawen verlassenen Ort im Jahre 1724 mit Schwaben und Franken besiedelte. Den ersten Siedlern wurden viele Opfer und Entbehrungen abverlangt, denn der Ort war von drei Seiten mit Wald und in westlicher Richtung gegen Villány durch die Sümpfe der Karasicza eingeschlossen. Nur in unmittelbarer Nähe des Ortes war eine verhältnismäßig kleine landwirtschaftliche Nutzfläche vorhanden.

Die Bevölkerung lebte vorwiegend von Ackerbau, Weinbau und Viehzucht. Viele Virágoser besaßen auch noch einen Weingarten in den Villányer Weinbergen. Sie war in ihrer Versorgung fast unabhängig. Neben und in Ergänzung zu den bäuerlichen Betrieben hatten sich Handwerker niedergelassen. Ein Schmied, ein Wagner, ein Spengler, ein Schuster, zwei Friseure, ein Schneider und ein Weber. Ferner waren zwei Gemischtwaren-händler im Ort.

Die Familie Bauer besaß in Virágos eine große Mühle, in der auch die Bauern aus den umliegenden Orten ihr Getreide mahlen ließen.

Die Familie Maurer hatte eine Dreschmaschine, die während der Erntezeit sowohl von den Bauern des Dorfes als auch von denen der Umgebung angefordert werden konnte, wobei das Bedienungspersonal. Riesleute genannt, und zum Großteil aus Bailand kommend, als Entgelt einen prozentualen Anteil vom Dreschgut erhielt.

In der Dorfmitte stand ein Wirtshaus mit einem großen Tanzsaal, wo Versammlungen, Hochzeiten und andere Feste und Feiern stattfanden. Dem Wirtshaus war eine Metzgerei angeschlossen. In den letzten Jahren wurden beide von der Familie Preisendorf bewirtschaftet.

In einer Milchsammelstelle lieferten die Bauern ihre Milch ab, die dort z.T. auch gleich verarbeitet wurde.

Die Gemarkung des Ortes, hier Hotter genannt, hatte eine Größe von 680 Katastral-Joch. Die Puszta nicht eingerechnet. Nach der Erinnerung von Anton Konrad, einer der noch lebenden früheren Landwirte, der auch im Rheinland noch als Weinbauer tätig war, gab es im Dorf nach der Jahrhundertwende 7 Kleinhäusler mit je 2 Joch, 61/4-Bauern mit 11 Joch, 15 2/4-Bauern mit 22 Joch, 2 3/4-Bauern mit 33 Joch und 1 4/4-Bauer mit über 40 Joch Land, 21 Neuhäusler mit unter 1 Joch.

Weiter berichtet Anton Konrad:

Die Gemeinde hatte 30 Katastral-Joch Laubwald, meistens Eiche, Weißbuche, Akazien und für die Wagner Rüste und Maßholder und Kirsche für die Drechsler. Der Wald wurde unter den Landbesitzern aufgeteilt. Er wurde so gepflanzt, daß er alle 60 Jahre zum Kahlschlag freigegeben werden konnte. Akazien wurden alle 25 Jahre gefallt. Die Verantwortung für den Wald trug der Waldausschuß: Für den Staat der Staatsförster, für die Urbarialbesitzer der Ausschußvorsitzende, sein Stellvertreter und zwei Ausschußmit-glieder. Die Wahl wurde alle 4 Jahre neu durchgeführt und war oft so streng wie die Wahl des Richters, zumal mit viel Geld umgegangen werden mußte. Im Dorfleben war die Waldarbeit von größter Bedeutung, weil die umliegenden Gemeinden keinen eigenen Gemeindewald besaßen. So mußte der Feldhüter jeden Tag einmal den Weg dorthin machen - bei jedem Wetter - um nachzusehen, ob sich nicht ein Bauer, wie es öfters der Fall war, eine Deichsel oder ein Lenkwied geholt hatte.

Die Bevölkerungzahl hatte sich wie folgt entwickelt: 1869 hatte Virágos 341 Einwohner, 1880 312, 1920 438 und 1941 409. Die Bevölkerung war bis dahin - bis auf zwei jüdische Familien - deutsch. Die Religion war katholisch.

Die kommunal-politischen Geschicke des Ortes wurden in den letzten Jahren von folgenden Bauern-Schultheißen, die Richter genannt wurden, geleitet: Georg Krauß, Georg Mim, Johann Arnold, Anton Keil, Anton Erb und Thomas Bacheß. Dem Richter zur Seite standen seine Stellvertreter und die Geschworenen, die ungefähr die Aufgaben der heutigen Gemeinderäte hatten. Die Verwaltungsaufgaben erledigte der Notar.

Interessant ist, daß die Richter und ihre Stellvertreter öffentlich gewählt wurden, und zwar im sogen. Hammelsprung-Verfahren, was bedeutet, daß jeder in einem für seinen Kandidaten bestimmten Raum ging. Diese öffentliche Wahl erforderte in einem kleinen Ort, wie Virágos es war, natürlich viel Mut von den Wählern. Da es in Virágos für diese Zwecke keine öffentlichen Räume gab, wurden die Wahlen im Wirtshaus abgehalten, wobei der Gewählte dann auch gleich einen Umtrunk ausgeben mußte.

Die Geschworenen hatten auch die Aufgabe des Viehzählens, welches nach Angaben von Anton Konrad alle 3 Monate wegen des Deputats, das die Hirten bekamen, geschah. Ein jeder Hirte bekam im Jahr 12 Doppelzentner Weizen, 4 Meter Holz, 1/2 Joch Land zum Kartoffel- und Gemüseanbau und er hatte freie Wohnung. Dies wurde auf den Viehbestand der einzelnen Bauern umgerechnet.

Zum Schutz gegen das Feuer gab es im Ort auch eine Feuerwehr. Deren Kommandant war Josef Plank. Im Rhythmus des Kirchenjahres und der Jahreszeiten kehrten die Feste und Bräuche wieder. Beeindruckend, und vor allem von den Kindern sehr erwartet, war das Christkind am Hl. Abend, wo die Dorfjugend ein Weihnachtsspiel in jedem Haus aufführte und die bereitgestellten Gaben verteilte.

Das Weihnachtsspiel hatte folgenden Inhalt:

(Bei dem Krippenspiel wirkten Maria, Josef, das Christkind und 4-6 Engel mit. Das Christkind trug eine Krone auf dem Haupt und sein Gesicht war mit einem Schleier verhüllt. In der Hand hielt es ein Zepter. Maria hatte eine kleine Wiege, die schön verziert war und darin lag eine kleine Puppe. Josef einen kleinen geschmückten Tannenbaum und einen Stock. Die Engel hielten Leuchter mit Kerzen in den Händen, die auf den Tisch gestellt und angezündet wurden. Mit einem Glöcklein begleiteten sie die Lieder).

Zunächst kamen 2 Engel herein und sangen: Wir kommen herein mit heller Stimm, eine glückselige Nacht Euch sagen will, eine glückselige Zeit, bis Gott der Herr vom Himmel schreit, glückselige Stund, bis Gott der Herr vom Himmel kummt. Kommt nur rein Ihr Engelein mit Euern grünen Kränzelein.

(jetzt kommen die anderen Engel singend herein)

Wir sind geschickt von Josef und Maria rein,

mit unseren grünen Kränzelein,

so ist denn das ein alter Stall und glänzet alles wie ein Kristall,

nur rein, nur rein Christkindelein mit Deinem lieben Jesulein:

(Jetzt erscheint das Christkind und singt mit feiner Stimme)

Den Stab trag ich in meiner Hand, Christkindelein werd ich genannt.

Ach Josef, liebster Josef mein, laß hören Deine Stimme ein:

(jetzt kommt Josef mit dem Weihnachtsbaum und einem Stock in der Hand (er hat eine tiefe Stimme)

Guten Abend, guten Abend, komme ich abends so spat hereingetreten,

hätte ich ein Pferd, wäre ich hereingeritten,

so habe ich kein Pferd, so muß ich zu Fuße gehn,

erschein, erschein Maria rein, laß hören Deine Stimme fein:

(jetzt kommt singend Maria langsam mit ihrer kleinen Wiege bis zum Tisch und wiegt ihr Kind)

Ich, Maria, abends spat, ich bin kommen in die Stadt,

ich, Maria, also geschwind, ich bin kommen mit mein Kind.

Himmel und Erde, hilf mir's tragen, weil ich so verlassen bin,

ist kein Mensch auf dieser Erd\ der sich meiner nehme an,

in dem Stall, wir alle drei, wo nichts ist wie Stroh und Heu.

(Jetzt sprechen Maria und Josef im Wechsel)

Maria: Ach, Josef, liebster Josef mein, hilf mir wiegen das zarte Jesulein.

Josef: Wie kann ich Dir helfen wiegen, das zarte Jesulein,

ich kann meinen alten Rücken selbst nicht biegen.

Maria: Wo werden wir heut nacht schlafen, ach Josef mein?

Josef: Draußen auf der Gasse, ach Jungfrau rein!

Maria: Da frierts uns über die Maßen, ach Josef mein.

Josef: Da geh'n wir über die Gasse, ach Jungfrau rein.

(nun wird gemeinsam gesungen)

Großer Gott, großer Gott, sei dies erhört, Deinen Willen Gottes haben wir gespielt. Auf, auf Ihr Hirten, kommt alle zusammen, tut Euch nicht verweilen und machet einen Gang, nur eilig und geschwind, nur eilig und geschwind, zur David Stadt in Bethlehem befindet sich ein Kind. Tut es begrüßen, mit Händen und Füßen, singt hay popaj popapapai all hier um Mitternacht, ihr Hirten gebet acht, in Lüften tut schwingen, das Gloria singen die Engelsschar, wo geboren Gott war. Ach Vater, ach schau, die zarte Jungfrau, sie tut sich bemühen, beim Kindelein da knien, sie betet es an, ach Bruder schau's an. Und daß es Gott wollt, wie ist es so kalt, möcht einer erfrieren, sein Leben verlieren, wie kalt geht der Wind, mich dauert das Kind. Und daß es Gott erbarm, seine Mutter ist arm, sie hat ja keine Wiege, wohin es kann liegen, da liegt das arme Kind zwischen Esel und Rind.

Ihr Hirten kommet raus, wir wollen nach Haus, wir wollen, wir sollen dem Kindelein was holen, kommt alle hierher, kommt keiner nicht leer.

Bei den Kindern war auch das „Neujahr-Wünschen" bei Verwandten wichtig, da es mit einem gut bemessenem Taschengeld belohnt wurde.

Ein großes Ereignis war auch das Schweineschlachten. Nach getaner Arbeit gab es am Abend den Stichbraten, wozu auch „Nichteingeladene" in maskierter Kleidung erschienen und mitfeierten.

Für die jüngere männliche Dorfjugend war das Ratschen vom Gründonnerstag bis Karsamstag ein großes Ereignis. Der Lohn für die Mühe wurde dann am Karsamstag von Haus zu Haus zusammengeklappert.

Fronleichnam war ein Fest des ganzen Dorfes. Es wurden stets 4 Kapellen aus Reisig mit Altären gebaut. Die Frauen, die in der Gegend der Altäre wohnten, wetteiferten bei der Ausschmückung untereinander, denn alle wollten den schönsten Altar haben. Dies erforderte große Anstrengung. Es wurden Heiligenbilder zusammengetragen und viele Blumen aus den Gärten abgeschnitten, die gerade in voller Blüte standen. Um ganz sicher zu sein, hat man dann noch schnell einen Boten ausgeschickt, um zu erkunden, wie schön die anderen Altäre sind. Nötigenfalls wurde dann am eigenen noch nachgeholfen, so daß jeder glaubte, den schönsten Altar zu haben. Das Fronleichnamsfest war das größte Fest des Dorfes neben der Kirmes.

Großartig war an den Fronleichnamstagen das Putzeinreiten. Die ganze Jugend war schon bei Tagesgrauen im Wald und hat den Putzkorb zusammengeflochten. Um rechtzeitig an der Prozession teilnehmen zu können, mußte hart gearbeitet werden. Am Nachmittag wurden dann die schönsten Pferde aus den Ställen geholt. Die schönsten wurden dann für den Wagen mit dem Putzkorb ausgewählt. Das war immer ein großes Ereignis und für den Richter und seinen Geschworenen eine kostspielige Angelegenheit. Sie mußten ja den Vogel, der im Korb versteckt war, am Pfeifen erkennen. Und das war immer der Fall! Die Austragenden waren jeweils die Stellungspflichtigen. Der Gewitzteste von ihnen mußte dann den Spruch aufsagen: „Sehr geehrter Herr Richter, meine Herren Ausschußmitglieder! Wir haben heute beim Fronleichnamsreisigholen einen unbekann­ten Vogel gefangen, diesen haben wir im Korb versteckt und der Richter mit seinen Getreuen soll ihn nun am Pfeifen erkennen." Da hat's aus dem Korb gepfiffen, und es wurde sodann geraten, von der Nachtigall bis zum Stieglitz! Und keiner durfte es ja gewesen sein! Und als das Raten beendet war, wurde der Korb umgeworfen und ein Junge kam hervor.

Anschließend ging alles in die Gastwirtschaft, und da hat der Herr Richter sich mit seinen Getreuen meistens nicht lumpen lassen und oft zu viel des „Guten" gestiftet; denn am nachfolgenden Tag hat dem einen oder anderen ganz schön der Kopf gebrummt.

Es folgten dann die harten Arbeitstage, Heumachen, und in den Weinbergen mußten die Reben gebunden werden, gespritzt, und der Kukuruz noch gehäufelt werden, so, daß bis die Getreideernte losging, all diese Arbeit getan war. Und wenn es nicht sein mußte, gab es während der Hundstage oder -monate auch keine Hochzeit, so, daß man dann auf den abendlichen „Kellergang" angewiesen war, um vielleicht doch noch eine kleine Neuigkeit aus dem Dorf zu erfahren.

Trotz der harten Arbeit war auch die Dreschzeit besonders schön. Von altersher haben sich die Dorfbewohner dabei kräftig geholfen. Für die Jugend war die Arbeitseinteilung selbstverständlich: die einen auf den Schober, zwei Mädel auf den Dreschkasten und 5-6 auf den Strohhaufen! Und daß man sich nicht den Spott der anderen eingehandelt hat, der Strohhaufen wäre schief, wurde mit größter Sorgfalt dabei gearbeitet. Es sei denn, ein Bauer war recht geizig mit seiner Flasche, da hat man es schon nicht so genau genommen.

Als dann der „Neue" seinen Klang hatte, war auch schon die Kirmes da. Es war ja jedermanns Bestreben, viele Gäste zu haben. So kamen denn auch uneingeladen alle Onkel und Tanten, Geschwister und Cousinen. Da es ja schon Herbst war, das Kirchweihfest wurde am 5. November - St. Emmerich - gefeiert, hatte auch schon jedes Haus einen Läufer oder eine „Schlachtreife", ein paar fette Gänse oder einen Truthahn, und so konnte in Virágos ein jeder Kirmes feiern, wie er wollte. Am Vorabend wurde die Altkirmes bei einem gutgestellten Bauern „vergraben", wo, blieb natürlich ein Geheimnis. Nach dem Hochamt am Festtag ging dann die Jugend mit der Blaskapelle ums Dorf, um einen jeden, ob arm oder reich, den Kirmeswein kosten zu lassen. Für jedes Haus gab es einen Apfel mit Rosmarinstrauß, was die Mädchen gerichtet hatten, und für die Mädchen, die einen Straußburschen hatten, drei Schleifen am Strauß. Spannend war die „Suche" der Altkirmes. Da wurden heimlich Pickel und Schaufeln beigeschleppt und dann ging's los! Bei jedem Fehlstich gab es einen Trauermarsch. Als die Altkirmes gefunden war, wurde der schönste Marsch gespielt, den die Kapelle kannte. Der Umzug durchs Dorf war überdies von größter Bedeutung: Einerseits hat er zur Finanzierung beigetragen und andererseits wollte man doch bekunden, daß man erwachsen war. Die Kirmesburschen gingen also mit einem Tablett und zwei Gläschen in die Häuser und sagten ihren Spruch: „Gelobt sei Jesus Christus. Lieber Josefvetter, und Ihre Frau, Marieneni (oder wie sie hießen), wir geben uns die Ehre, Ihnen und Ihren lieben Gästen den Kirmeswein kosten zu lassen." Und da hat dann so jeder je nach Kasse, sein Scherflein reingeschmissen.

Bedingt durch die Größe des Ortes und die 200jährige Besiedlung, waren viele Familien miteinander verwandt. Da für die Übernahme der Patenschaft der Kinder nicht Familienangehörige, sondern befreundete Familien gewählt wurden, waren auch diese miteinander verbunden. Die Bauern hatten ihre ständigen Taglöhner und Schnitter, die bei der Ernte geholfen haben, so daß auch dadurch eine gewisse Verbindung bestand. Alle diese Gegebenheiten prägten das Leben im Dorf. Man konnte von einer großen Dorfgemeinschaft sprechen.

Die Magyarisierungsbestrebungen der Ungarn und die nationalen Töne aus Deut­schland Ende der 30er Jahre wirkten auch in die Dorfgemeinschaft hinein. Es entstand der Volksbund mit all seinen Begleiterscheinungen. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges waren auch viele Söhne und junge Männer der Gemeinde beim ungarischen oder deutschen Militär, von denen viele ihr Leben lassen mußten. Es waren dies: Johann Roth, Franz Erreth, Adam Strak, Josef Krauß, Franz Szenk, Adam Wittmayer, Franz Petz, Peter Baches, Nikolaus Wahler, Josef Kohn, Johann Kohn, Franz Rumbach, Georg Erb, Jakob Mim, Anton und Josef Ebenstreit.

Die Priesterweihe von Pfarrer Rudasi war 1944 nochmals ein Großereignis in Virágos. Pfr. Rudasi war ebenfalls vor den Russen geflüchtet und lebte im Burgenland, wo er im Jahre 1979 verstarb.

Nach der deutschen Besetzung von Ungarn wurden 1944 auch die beiden jüdischen Familien in ein Konzentrationslager gebracht. In die Spitzer-Puszta zogen die ersten Ungarn aus dem Norden des Landes ein.

Als im Herbst 1944 die russische Armee immer näher rückte, und von Ferne schon der Donner der Geschütze zu hören war, sind 18 Familien im Planwagen, oder andere mit dem Zug, aus Virágos geflüchtet. Die meisten kamen nach Freising und Umgebung in Bayern.

Am 26. 11. 1944 zog die russische Armee in Virágos ein. Die sich zurückziehenden deutschen Soldaten hatten die Brücken der Karasicza und der beiden Mühlgräben gesprengt und sich in Villány eingegraben. Die Kampfhandlungen hielten bis zum 28. 11. 1944 an. Die Frauen und Kinder hatten meist in den Nachbarorten und die übrige Bevölkerung in den Weinkellern während der Kampfhandlungen Schutz gesucht. Die Russen haben in diesen Tagen in Virágos schrecklich gehaust. Sie plünderten, demolierten sinnlos ganze Wohnungen, Frauen mußten vor ihnen versteckt werden, wobei der Wein aus den Viragóser Weinkellern die Russen noch unberechenbarer machte. In einem Keller wurde in diesen Tagen auch Josef Plank von einem Russen erschossen.

Nach der sogenannten Befreiung Ungarns durch die Russen und die Machtübernahme durch die Kommunisten, setzte sich der Leidensweg der deutschen Bevölkerung fort.

Weihnachten 1944 wurden 7 deutsche Mädchen und Männer die dem Volksbund angehört hatten, nach Rußland verschleppt. Dort mußten sie in Bergwerken arbeiten und es war für sie eine furchtbare Zeit. Maria Geb ist dort verstorben.

1945 wurde den deutschen Familien, die dem Volksbund angehört hatten, ihr Besitz weggenommen und an ungarische Familien aus der Spitzer-Puszta übergeben.

Am 28. August 1947 wurde dann der größte Teil der deutschen Bewohner aus Viragós in die heutige DDR ausgesiedelt, wobei sie in das Lager Pirna bei Dresden kamen. Jetzt wurde auch den meisten Deutschen alles genommen, die nicht dem Volksbund angehört hatten. Einige Familien waren vor der Aussiedlung bereits geflüchtet. Ein Teil davon ist später über Österreich nach Deutschland gekommen. Andere sind in der alten Heimat verblieben. Viele der nach der DDR ausgesiedelten Virágoser kamen später ebenfalls in die Bundesrepublik. Die größte geschlossene Gruppe Viragóser lebt heute in Freising in Bayern. Andere leben weit verstreut in der Bundesrepublik.

Diese Zeilen über Virágos beanspruchen weder ein historisches noch ein wissenschaftli­ches Werk zu sein. Sie sind vielmehr Bilder aus einem liebenswerten Dorf und seinen Bewohnern aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, bis zur Vertreibung der Deutschen.

Das Dorf steht heute noch. Aber wenn man heute als Tourist in unsere einst so schöne Gemeinde kommt, beim Gang über den Friedhof auf die zerfallenen Kellerhäuser schaut, kommen einem unweigerlich die Tränen. Und nicht nur wegen der vergangenen Jahre und der schönen Erinnerungen, sondern besonders wegen des fehlenden Dorfgeistes und des Fehlens der Dorfseele, die unsere Gemeinde innehatte. Dies sagt Anton Konrad, einer der ältesten Virágoser. Dem ist aus der Sicht der Heimatvertriebenen nichts hinzuzufügen. Die heutigen Virágoser werden darüber wahrscheinlich anders denken.

Übrigens wurde Virágos nach Villány eingemeindet und heißt heute etwas lieblos Villány II.

1982 fand das erste Virágoser Treffen in der Bundesrepublik, in Langenau bei Ulm, statt, bei dem sich über 100 Landsleute mit ihren Familien getroffen haben.

1984 folgte ein weiteres Virágoser Treffen. Diese Treffen haben nach fast 40 Jahren der Vertreibung immer noch den Charakter eines großen Familienfestes, obwohl viele der Landsleute, die bei der Vertreibung mitten im Leben gestanden haben, inzwischen verstorben sind.

Diese Treffen beweisen, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl von einst, heute noch fortwirkt. Die Verbundenheit zur alten Heimat bewiesen jeweils eine ansehnliche Spende für die Kirche in Virágos.

 

Heimatorte der Virágoser in der Bundesrepublik Deutschland

Stand Mai 1984

Abtsteinach Fam. Weißenbach, Josef
Fam. Ereth (Mim, Anna) Fam. Schweißgut (Weißenbach, Elisabeth)
Aspach-Rietenau Fam. Wittmayer, Josef
Fam. Roth, Adam Fam. Knöferl (Wittmayer, Elisabeth)
Bad Säckingen Fam. Kugler (Wittmayer, Geni)
Fam. Schmid, Béla Göppingen
Bonn Fam. Klieber, Emmerich
Fam. Maurer, Anton Fam. Klieber, Adolf
Brühl Frau Maurer, Katharina
Frau Löwe (Fingernagel, Flora) Fam. Maurer, Franz
Ditzingen Fam. Dreyer (Maurer, Helene)
Fam. Budde (Maurer, Maria) Fam. Mim, Franz
Donzdorf Frau Palawizc (Sokola, Katharina)
Fam. Werner (Plank, Anna) Geislingen
Ebersbach/Fils Frau Brendl, Ami
Fam. Schneider, Anton Fam. Rosinger (Brendl, Katharina)
Fam. Imhoff (Schneider, Maria) Hanau
Ettenheim 3 Fam. Eckert, Andreas
Fam. Roth, Josef Hof/Saale
Fam. Pfaff (Roth, Anna) Fam. Prell, Martin
Freising Illemeden
Fam. Erb, Adam Fam. Braun (Erb, Maria)
Fam. Erb, Franz Langenau
Fam. Walle (Erb, Martha) Fam. Preisendorf, Richard
Frau Erreth, Maria Fam. Hahnelt (Preisendorf, Rosina)
Fam. Erreth, Anton Lonsee
Fam. Erreth, Johann Fam. Brendl, Johann
Fam. Erreth, Peter Fam. Kraus, Adam
Fam. Uth (Erreth, Helene) Fam. Roth (Schulz, Maria)
Fam. Müller (Erreth, Helene) Michelbach
Fam. Müller (Erreth, Helene) Fam. Leber (Plank, Anna)
Frau Kohn, Elisabeth Moosburg
Frau Abel (Kohn, Veronika) Fam. Graßl (Kleixner, Gisela)
Fam. Kriegshauser, Josef München
Fam. Schäffler (Kriegshauser, Anna) Fam. Sauer (Wittmayer, Hilda)
Fam. Völkl (Kriegshauser, Theresia) Murg/Baden
Fam. Leitne, Julius Fam. Schlegel, Johann
Fam. Leitner, Walter Frau Schmid, Barbara
Freising Neu-Ulm/Pfuhl
Frau Mim, Anna Fam. Schulz, Josef
Fam. Mim, Peter Saarburg
Fam. Gebele (Mim, Martha) Fam. Bauer (Konrad, Katharina)
Fam. Prell, Kaspar  
Fam. Weißenbach, Adam  
Saarburg-Beurig Ulm, Einsingen
Fam. Konrad, Georg Frau Ammann, Maria
Fam. Sarik (Konrad, Maria) Fam. Ammann, Adolf
Fam. Wiesheu (Konrad, Elisabeth) Fam. Ammann, Kaspar
Schalkstetten Fam. Goggele (Ammann, Helene)
Fam. Brendl, Jakob Frau Ammann, Serafin
Scharenstetten Fam. Ammann, Eddi
Fam. Schmied (Schulz, Paula) Ulm-Einsingen
Seligenstadt/Offenbach Fam. Ambrosi (Ammann, Maria)

 

VERSCHIEDENE VERHÄLTNISSE

von Engelbert Rittinger

Es dämmert nur ein Licht ganz fahl,

der Hahn machte sich grad ans Krähen,

als Bauer und Sohn beim ersten Strahl

zur Wiese gingen, damit sie mähen.

 

Den Kopf gesenkt, so ganz gleichmütig,

taumelten beide am Wege fort,

denn Leib und Seele waren schläfrig,

keiner sprach so ein einzig Wort.

 

,, Werden wir heut' damit fertig sein?"

fragte beim Ziele der Bauer.

„Oh! Bloß ein Mann und ein Bübelein?!'

erwidert der Bursche sauer.

 

Am Abend hängen auch sie den Kopf,

es lastet des Tages Mühe drauf;

jetzt kommt die Frau mit vollem Topf,

da leuchten des Knaben Augen auf...

 

Der Bauer sagt, den Löffel fassend:

„Bewältigen wir auch das, mein Kind?"

Der Junge, schon aufs Essen passend:

„Ei! So zwei Männer, wie wir sind?!"

 

 

Folgende Familien lebten 1940 im Ort:

(lt. beigefügtem Ortsplan in west-östlicher Richtung auf der linken Seite)

Peter Erreth

Anton Ripsam

Josef Schiller

Andreas Blank

Hans Fingernagel

Adam Roth

Hans Roth

Josef Konrad und Weber

Josef Keil

Emil Bauer

Rietinger

Adam Pentz

Anton Prell

Peter Muser (Marfai)

Josef Mim

Franz Erreth

Hans Strak

Emmerich Mim

Georg Krauss

Anton Burgert

Josef Kriegshauser und Julius Leitner

Josef Wahler

Josef Szenk

Nikolaus Baches und Adam Wittmayer

Georg Mim

Andreas Baksai und Franz Petz

Anton Erb

Adam Maurer

Anton Schneider

Josef Kungel

Kaspar Amann

Andreas Brendel und Jakob

Adam Eckert

Hans Brendel und Heinrich Lang

Häuser zwischen den Kellerhäusern gelegen:

Martin Prell

Heinrich Szauer

Gustav Schulz

Johann Schlegel

Peter Muth

Heinrich Reif (Rudasi)

 

 

Auf der rechten Seite lebende Familien in öst-westlicher Richtung:

Peter Baches Anton Konrad und Hans Arnolt
Josef Blank Wahler Preisendorf
Martin Petz (Perlaki) Jakob Blumenstock
Florian Szokola Rudolf Friedel und Weber
Pista Palavics Michael Eiter
Georg Konrad Franz Mim
Johann Kohn Stefan Weisenbach
Anton Keil und Anton Baksai Fingernagel
Johann Szauer Peter Petz
Anton Göb Kaspar Roth
Peter Kleixner/Rumbach Georg Petz (Perlaki) und Kolbach
Adam Erb Georg Maurer
Adam Weisenbach Adam Ebenstreit
Nikolaus Klieber und Georg Erb Willi Weber
  Anton Weber

 

Virágos

Bildernachweis und Bilderverzeichnis von Franz Maurer und Theresia Getto, geb. Erb

Repro- und Gestaltung Mathias Volk

 

   
Virágoser Hauptstraße, im Hintergrund die röm.-kath. Kirche „Kuchlweiwr" (Köchinnen) bei der Hochzeit
   
   
Drei Freundinnen Unsere Heimatkirche mit einem Storchennest auf dem Turm
   
   
Kindergartengruppe, 1943 40 Jahre später beim 1. Virágoser Treffen in Langenau
   
   
Theatergruppe mit Lehrer Schlitzer, ca. 1932 Theatergruppe mit Lehrer Schlitzer
   
   
Schlegl-Mutter mit Tochter und Enkelkind
   
   
Vor dem Weinkeller bei einer Weinprobe Gruppenbild beim 2. Virágoser Treffen in Langenau, 1984
   
   
Virágoser Mädchen und Burschen beim Schwabenball

Quellennachweis:

  1. L. Nagy, Angaben zur Ausgestaltung der Batthyany-Domänen, (ung.) in der Ortsgeschichtsschreibung Jg. 1978, S. 64, Anm.Nr. 33
  2. Conscriptiones dorn. 1732, Komitatsarchiv Fünfkirchen
  3. L. Nagy. Die Nationalitäten der Batthyany-Domänen, in der Ortsgeschichtsschreibung, Jg. 1982, S. 375
  4. Ebenda S. 381
  5. Ebenda S. 381
  6. Conscriptiones dorn, im Jahre 1748 im Komitatsarchiv
  7. Ebenda
  8. L. Sándor, Deskriptionen der Batthyany-Domänen, (ung.) in Ortsgeschichtsschreibung Jg. 1978, S. 306. und Anm. Nr. 30
  9. Visitation im Jahre 1810
  10. K. Schulz, Gedcnkschrift. S. 35 und Pfarrchronik in Marok S. 164, 168
  11. Ebenda, S. 42
  12. Ebenda
  13. Ortsgeschichtsschreibung Jg. 1982, S. 253
  14. Ortsgeschichtsschreibung Jg. 1979, S. 412
  15. Ortsgeschichtsschreibung Jg. 1982. S. 523
  16. J. Bleyer. Das Deutschtum in Rumpfungarn, S. 100

 

 

   
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