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Weniger bekannte Bräuche – die Geburtgewohnheiten

Interwiew mit Katharina Szabo

 

Katharina Szabó ist in Taks geboren und hat ihr ganzes Leben für die Schule, für den Deutschunterricht geopfert. Sie hat in Taks den stundenplanmässige Nationalitätenunterricht 1968, dann den zweisprachige Unterricht 1981 eingeführt. 1976 wurde sie Fachinspektorin der deutschen Nationalitätensprache in den Komitaten Pesth und Nograd.

Sie hat, als sie ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Angaben zur Siedlungsgeschichte und Volkskunde des Dorfes Taksony” geschrieben hat, viele Stoffe von den Takser Traditionen, Bräuche gesammelt. Sie ist vielleich die einzige, von der man die schwäbische Mundart heute noch erlernen kann. Ich frage sie heute über einen Brauch, die heute nicht mehr so bekannt ist.

- Die erste Frage, wo hast du den Stoff zu deiner Diplomarbeit gesammelt?

- Katharina Szabó: Was die Bräuche betrifft bei Familienmitgliedern, Nachbarn, älteren Mitbewohnern, Mitglieder des Chores. Ich habe Aufnahmen gemacht, Lieder und Geschichten gesammelt. Zur Siedlungsgeschichte recherchierte ich im Landesarchiv, im Archiv Komitat Pesth und in den statistischen Behörden.

- Meine Interesse bezieht sich auf weniger bekannte Bräuche, wie zum Beispiel die Gevatterschaft, Taufe oder was heißt eine Sechswöchnerin zu sein?

- Katharina Szabó: Dann würde ich sofort mit der Gevatterschaft beginnen. Die Gevatterschaft war bei uns in Taks eine Erbsache, Erbsache für Mädchen. Das bedeutete, dass die Tochter der Taufpatin die nächste Gevatterin wurde und wenn das Mädchen noch nicht mündig war also noch nicht volljährig, dann durfte die junge Mutter eine neue Taufpatin wählen. Das bedeutet, dass z.B. meine Taufpatin die Freundin meiner Mutter war, weil ihre Patin damals noch keine mündige Tochter hatte, als ich geboren worden war. Als meine Tochter ihre Kinder geboren hat, starb diese Tradition leider ab. Erstens, weil meine Gevatterin als die Taufpatin meiner Tochter keine mündige Tochter hatte, denn ihr erstes Kind war ein Sohn. Die Gevatterschaft galt auf die Söhne nicht. Damit aber die Gevatterschaft in der Familie bleiben soll, hat meine Tochter, als Gevatterin ihre eigene Schwester gewählt.

Das andere war die Tradition mit dem Namengeben. Das fand ich schon, als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, ganz komisch, das hieß, daß die Kinder nach der Pateneltern getauft wurden. Der erste Sohn bekam den Namen des Taufpaten, die Tochter den Namen der Taufpatin, sonst wäre es zu einer Bossheit gekommen. Die Gevattersleute hätten sich ganz sicher beleidigt, wenn das Patenkind nicht ihren Namen bekommen hätte. Das zweite Kind hatte den Namen der Eltern bekommen, das dritte Kind den Namen der Großeltern. Was ich schon als junges Mädchen dumm fand, haben sich die 5-8 Namen in einer Familie durch mehrere Generationen in einem Kreise gedreht.

- Jetzt weiß ich, warum bei uns in der Familie jede Frau Theresia heißt.

- Katharina Szabó: Ja. Und ich habe mit dieser Tradition bei meiner Kindern gebrochen. Gott sei Dank, war auch meine Gevatterin dieser Meinung. Meine Patenkinder haben auch nicht meinen Namen oder den Namen meines Mannes bekommen, sie waren nicht beleidigt und ich auch nicht. Weil Katharina heutzutage kein modischer Name ist.

Ein ehrenwerter Gebrauch war damals, dass sich die Gevattersleute siezt haben, sie haben zu einander Sie gesagt. Das war die Äußerung der Ehre der Schätzung gegeneinander. Z.B. bei meiner Mutter war es ganz schwer sich daran zu gewöhnen, dass sie zu ihrer besten Freundin Sie sagen mussten und das durften sie ein leben lang nicht verfehlen.

- Sowas könnte sich man heutzutage gar nicht vorstellen. Wie war es mit der Sechswöchnerin? Ich erinnere mich an meine Taufpatin, als sie ihr Kind bekommen hat, hat meine Mutter ihr gekocht und ich habe ihr bei der „Essen-Lieferung” geholfen.

- Katharina Szabó: Der Begriff der Sechswöchnerin ist auch sehr interessant. Woher stammt das Wort Sechswöchnerin,es bedeutet sechs Wochen lang, das ist auch eine Tradition in Taks. Bei uns hat man für eine junge Mutter, die ein Kind geboren hat, sechs Wochen lang die besten Speisen gekocht. Das heißt, die Gevatterin hat begonnen, sie kochte zwei Tage lang, früher sogar drei Tage lang. Und was sie kochte war auch nicht egal. Am ersten Tag brachte sie eine kräftige Hühnersuppe, das heißt von einem ganzen Huhn nicht ganz zwei Liter Suppe mit Gemüse und Mehlspeisen. Aber man darf nicht vergessen: vom ganzen Huhn durften der Kopf und die Haxen nicht dabei sein, denn die Haxen kratzten das Glück des Hauses hinaus und ein Hühnerschädel bedeutete, dass die junge Mutter und auch die Hausleute sollten mehr Verstand haben sollten, als ein Huhn. Das wäre sehr beleidigend gewesen. Danach kam gebackenes Hähnchen mit Kartoffeln und Obst oder etwas Saures dazu, eine ganze Torte und Malzbier. Sie brachte auch Frühstüch. Die junge Mutter bekam eine Kanne Milchkaffee und geflochtene „Kolatsche”. Zur Jause bekam Milchreis und Kompott. Die Gevatterin brachte kein Abendbrot, denn von dem gekochten Huhn und von dem gebackenen Hähnchen blieb so viel, dass das ganze Haus auch noch am Abend etwas zum Essen hatte.

Am nächsten Tag brachte sie zum Frühstück Kakao und frische Semmeln vom Bäcker, zu Mittag eine Einmachsuppe, das heißt Hähnchensuppe, das Hähnchen wurde auf Stücke geschnitten, davon eine Suppe gemacht. Danach kam ein gegrilltes Hähnchen mit Reis, Kompott und verschiedenem Gebäck. Zum Trinken wieder Malzbier, natürlich zwei Flaschen. Malzbier und kein Wein! Malzbier brauchte die junge Mutter um mehr Milch zu bekommen, keinen Wein, weil vom Wein sie „sauere Milch” bekommt und das ist für das Baby ungesund. Am Nachmittag aß sie Kompott und Bisquitt.

Nach der Gevatterin folgte die Firmpatin, sie hatte einen Tag lang gekocht, ähnlich wie die Gevatterin. Danach kamen die Tanten, zuerst die Familie der Mutter, dann die Familie des Vaters, dann die Cousinen oder Cousans dem Grad nach. Wenn die Verwandschaft keine sechs Wochen ausreichte, dann kochte die Familie.

- Die Verwandschaft kochte nur noch einen Tag?

- Katharina Szabó: Ja. Mit der Zeit war es nicht mehr nötig, dass sie Malzbier und Jause mitbringen oder in der letzten Woche das Frühstück bringen.

Man kann sagen, das war eine gute Zusteuerung, die junge Frau kam zu Kräfte, das war das Wichtigste. Schade, dass es heutzutage nicht mehr Brauch ist. Heute sind die jungen Mütter stolz darauf, dass sie schon am zweiten Tag aufstehen und arbeiten, aber meiner Meinung nach hätte sie diese Schonung noch nötig.

- Ich glaube, die ältere Generation hat schon gewusst, was der jungen Mutter gut tut, wie man ihr gesundheitlich und finanziell helfen kann. Es war auch ein gutes Beispiel für das Zusammenhalten der Familie! Solche Bräuche wären auch heute zu beherzigen!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Gyöngyi Bálint

 

 

   
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