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Vorwort

 

Dieser Band stellt den zweiten Teil einer umfassenden Monographie über die fuldische Gemeinde Mutsching/Mucsi in der Schwäbischen Türkei in Ungarn dar. Im ersten Teil wurde die Geschichte des Dorfes von der Ansiedlung der „Stifoller" in den 1720er Jahren bis in unsere Tage ausführlich aufgezeichnet. Mutsching zählt zu den etwa 24 Ortschaften, die nach der Türkenherrschaft zum Wiederaufbau des völlig verwüsteten Landes aus dem Stift Fulda Siedler bezogen. In den etwa 400 ungarndeutschen Dörfern werden bekanntlich entweder bairisch-österreichische oder fränkisch-hessische bzw. pfälzische Mundarten gesprochen. Im ersten Band habe ich eingehend auch die soziale, wirtschaftliche Lage der Bauernbevölkerung, die traditionellen Arbeitsprozesse der Feldwirtschaft und der Viehzucht, die Infrastruktur, das Gesundheitswesen und die Bildung im größten, im Jahre 1941 schon 2300 Einwohner zählenden Stifoller-dorf vor 1945 umfassend behandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg löste sich die sprachlich, volklich und religiös einheitliche deutsche Dorfgemeinschaft auf, in der die deutsche Mundart als Mittel der alltäglichen Konversation benutzt wurde. In der Zeit von 1946-1948 wurden etwa 95% der deutschen Bevölkerung aus Mutsching ausgesiedelt und die Nachkommen der zurückgebliebenen 20 Familien fanden infolge der Industrialisierung und der Urbanisation bessere Arbeits- und Existenzmöglichkeiten in größeren Ortschaften. An ihre Stellen kamen meistens Ungarn aus den Komitaten Békés und Heves bzw. Oberungarn (heute Slowakei). Diese grundlegende Änderung beschleunigte auch den Sprachwechsel.

Breit angelegt beschreibe ich im ersten Band auch die Geschichte nach 1945 und mache den Versuch, die Gestaltung des Schicksals der ausgesiedelten Mutschinger in Österreich, in der Bundesrepublik und in Amerika aber auch ihre Vermittlerrole zwischen der alten und der neuen Heimat zu schildern.

Ursprünglich wollte ich die Geschichte der Gemeinde, der Stifoller, die Gestaltung der sozialen und gesellschaftlichen Lage, der Landwirtschaft, aller Bereiche des früheren Volkslebens sowie die deutsche Mundart in einer komplexen Form behandeln. Aus verschiedenen Gründen mußte aber das Buch in zwei bzw. drei Teilen erscheinen.

In der vorliegenden Arbeit, im zweiten Band über Mutsching beschreiben wir ausführlich alle Bereiche der materiellen und geistigen Kultur und benützen dabei vielfach den früheren Wortschatz der Stifoller in Mutsching.

Bereits in den ausgehenden 70er Jahren arbeitete ich die Konzeption für die Monographie aus, stellte Fragebögen auf mehr als 100 Seiten mit mehreren tausend Fragen zusammen, die ich den Landsleuten in aller Welt verschickte. Ich führte Geländearbeit nicht nur in Ungarn, sondern auch in Österreich, in der Bundesrepublik Deutschland und in den USA. Aufgrund meiner Sammelarbeit und des mir von meinen Landsleuten zur Verfügung gestellten Materials entstand das endgültige Manuskript dieses Werkes.

Unter den Mitarbeitern möchte ich an erster Stelle Alois Strigens (1934), Deutsch- und Gesanglehrer in Jink/Gyönk anführen, der seit Jahrzehnten Folklore und Volksmusik in Mutsching, aber auch in anderen Dörfern der Tolnau erforscht und in seiner Grundschule seit vielen Jahren einen Gesangchor leitet.

Unter den „Ausländern" soll zunächst Wilhelm Hofbauer (Wien) erwähnt werden, der als Organisator und Vermittler mir in jeder Hinsicht wertvolle Unterstützung leistete. Besonders zu schätzen weiß ich seine Hilfe in der letzten Phase der Ausarbeitung des Manuskriptes. In der Bundesrepublik Deutschland muß ich mich vor allem bei zwei Landsleuten: Franziska Keidl und Johann Pelzer bedanken. Die Mitarbeit in der Bundesrepublik wurde von Franziska Keidl geleitet, die auch ein Kapitel verfaßte und den Großteil des Materials durchsah. Behilflich dabei war vor allem Johann Pelzer, der in letzter Zeit als Hauptorganisator der Mutschinger Treffen hervortrat. Bedeutende Unterstützung erhielt ich auch von Jakob Strigens (USA). Ohne ihn hätten wir das Kapitel über Instrumentalmusik kaum schreiben können. Hervorzuheben ist auch die Hilfe von Irma Seiler in Milwaukee.

Zu meinen zuverlässigsten Gewährsleuten gehörte in Mutsching Annamaria Strigens (1908-1986), die das Erscheinen des Buches bedauerlicherweise nicht mehr erleben konnte.

Unser Dank gilt auch Professor Dr. Karl Vargha, „unserem schwäbischen Kodály",der uns mit seinem hohen Wissen und seinen praktischen Ratschlägen immer beistand und beim Sammeln und Abschreiben der Volkslieder untent-behrliche Hilfe leistete.

Herzlichen Dank sage ich allen weiteren Gewährsleuten sowie Landsleuten, insbesondere Franz Dorn, János Fekete, Wilhelm Hofbauer, Georg A. Wagner, die mich bei der Zusammenstellung des Fotomaterials unterstützten.

Dank zolle ich auch meinen Eltern, die mich zur Ehre der Arbeit und des Ahnengutes erzogen haben. Dank gebührt meiner Familie, die mit verständnisvoller Geduld, mit viel Liebe die Arbeit unterstützte.

Herzlichst bedanke ich mich auch bei Professor Claus Jürgen Hutterer, der uns mit nützlichen Ratschlägen unterstützte und alle Kapitel der drei Bände durchsah.

 

Budapest, Dezember 1986

Wendelin Hambuch

 

  
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