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Zusammenfassung

 

Die zwischen den südlichen Ausläufern des Gebirges Vértes und den nördlichen des Velencei-Gebirges liegende fruchtbare, flache und hügelige Landschaft, die vom Bach Rovákja durchquert wird, war schon im 2. Jahrtausend vor Christi von denkenden und schaffenden Völkern bewohnt. In der Bronzezeit bevölkerten sie Mihályvár und seine Umgebung. Die Spuren der Siedlungen der Kelten und der Römer und ihre Friedhöfe sind in der Nähe der heutigen Ortschaft noch aufzufinden.

Der Ortsname taucht zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahre 1302 auf, damals in der Form Lowazberen (Lovászberény). Der Name Lovas-Berény hat sich für das Ende des 17. Jahrhunderts gefestigt. Das Dorfgebiet gehörte seit der Wende des 9. und des 10. Jahrhunderts zum alten Siedlungsgebiet des Geschlechtes Csák. 1332 hatte der Ort schon eine Kirche. Im 15. Jahrhundert war das Dorf im Besitz der Familie Buzlai. Moses Buzlai liess die Kirche in den letzten Jahren des Jahrhunderts umbauen und vergrössern. Papst Innozenz VIII. erteilte im Jahre 1484 der hiesigen St. Andreas Kirche die Genehmigung zum Wallfahrtsort.

In den ersten Jahrhunderten der türkischen Belagerung wurde das Dorf entvölkert, neue Bewohner kamen erst im Jahre 1637 aus Bikács im Komitat Tolna. Sie waren ungarischer Nationalität und kalvinistischer Konfession. Am Ende des 17. Jahrhunderts betrug die Zahl der kalvinistischen Familien mehr als 60, die Ortschaft hatte an die 300 Einwohner. Sie haben das Dorf neu aufgebaut, sie begannen mit der Kultivierung der Felder, sie übernahmen auch die frühere katholische Kirche. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts trat in der Wiederbevölkerung von Lovasberény eine Wende ein. Juden aus Böhmen liessen sich hier nieder. 30 katholische Familien kamen aus Mitteldeutschland, aus dem Gebiet der Markgrafschaft Hessen-Kassel. Von da an lebte im Dorf eine sowohl in ihrer Konfession als auch in ihrer Kultur und ihrer Tradition gemischte Bevölkerung. Die Zahl der Juden nahm bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts regelmässig zu, sie betrug damals mehr als 1200. Nachdem die Juden die Erlaubnis bekamen, sich auch in königlichen Freistädten niederzulassen, nahm die Zahl der hiesigen jüdischen Familien rasch ab.

Das 18. Jahrhundert war nicht nur das Zeitalter des wirtschaftlichen Aufschwungs, sondern auch die Epoche der immer schärfer werdenden Gegensätze zwischen den Katholiken und der Protestanten. Die Rekatholisation ist mit der Besitzerfamilie Cziráky verknüpft. Graf Josef Cziráky kaufte das Dominium dem Baron Franz Anselm Fleischmann ab. Der neue Gutsherr schloss mit seinen Leibeigenen den Urbarialvertrag 1740 ab. 1748 nahm er die Kirche den Kalvinisten weg, und übergab sie der katholischen Gemeinde. Die Kalvinisten mussten fast zwei Jahre lang ihre Gottesdienste „unter Gottes freiem Himmel” abhalten. 1751 bauten sie ein Orathorium aus Hecken und Schilf auf. Eine aus Stein erbaute Kirche konnten sie nur im Jahre 1786 errichten. In dieser Zeit hatten alle drei Konfessionen (die römisch-katholische, die kalvinistische und die jüdische) eine eigene Schule, sogar die Namen der Schulmeister sind heute bekannt. Als Ergebnis des wirtschaftlichen Aufschwungs erwarb Lovasberény 1765 das Marktrecht, und wurde zu einem Marktflecken. Am Ende des Jahrhunderts standen in den Registern 327 Wohnhäuser, die Zahl der Familien betrug 490, die Einwohnerzahl ging über 2500.

Seit dem 18. Jahrhundert war die Geschichte des Dorfes, später des Marktfleckens mit der der Familie Cziráky eng verknüpft. Die Bauwelt von Lovasberény bestimmte vor allem die Person von Moses Anton Cziráky. Der Bau des Schlosses wurde 1809 vollendet, dann 1834 konnte auch die römisch-katholische Kirche fertiggestellt werden, die hier auf dem Lande ein monumentaler Bau war.

Die Revolution und der Freiheitskampf von 1848–1849 führten zu erheblichen Veränderungen. Aus den Leibeigenen wurden freie Bauer mit eigenem Besitz, sie konnten sich der wirtschaftlichen und rechtlichen Obrigkeit des Gutsherrn entziehen. Die Mehrheit der Bewohner von Lovasberény stellte sich in den Dienst der Heimat. Der römisch-katholische Priester und der kalvinistische Pfarrer wurden von den kaiserlichen Truppen festgenommen, da sie Anhänger von Kossuth und der ungarischen Unabhängigkeit waren.

Die bürgerliche Entwicklung entfaltete sich in Lovasberény erst nach dem österreich-ungarischen Ausgleich (1867). Der Gemeinderat und der Ortsvorstand wurden ins Leben gerufen. Im Sinne des Volksschulgesetzes richtete man neue Schulen ein. Um die schulpflichtigen Kinder auf die Schule vorzubereiten, organisierte man auch einen Kindergarten. Auf lokale Initiativen gründete man Gesellschafts- und Kulturvereine, unter anderem ein Hilfsverein, ein Lesekreis und ein Feuerwehrverein nahm die Arbeit auf. Die Kulturvereine boten die Möglichkeit zur Bildung der Ortsbewohner, sie formten auch die öffentliche Meinung und das Interesse, und schufen gesellschaftliche Verbindungen.

Die weitere Entwicklung des Ortes wurde durch den ersten Weltkrieg und durch die darauffolgenden Revolutionen gestoppt. In der Zeit der Konsolidation, also in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts erwachten die Vereine zum neuen Leben. Unter den veränderten Verhältnissen entstanden auch neue Vereine, Gesellschaften zur Bildung usw. Lovasberény war damals wieder durch ein reges öffentliches Leben gekennzeichnet.

Der zweite Weltkrieg brachte im Leben des Dorfes tiefergreifende Schicksalsschläge als je zuvor. Im Dezember 1944 wurde auch Lovasberény zum Kampfgebiet. Nach den vier Monate langen schweren Kämpfen kam es am 20. März 1945 zum Waffenstillstand. Im Krieg verloren 97 Ortsbewohner ihr Leben, 51 Personen fielen dem Holocaust zum Opfer. 72 Gebäude wurden beschädigt, 38 konnten gar nicht mehr bewohnt werden. Die kämpfenden Truppen haben auch den Tierbestand vermindert, 62 Rinder, 75 Schweine und 104 Pferde blieben im Dorf.

Die sich im Frühling 1945 entfaltende demokratische Veränderung speiste aus mehreren Quellen: aus dem Mehrparteiensystem, aus der Tätigkeit der Volksgremien und aus der Durchführung der Bodenreform. Parallel zu der Organisation des neuen Verwaltungssystems wurde auch die Bodenverteilung durchgeführt Unter 236 Bewerbern verteilten die Kommissionen 2099 Morgen Ackerfelder. Ein Bewerber bekam im Durchschnitt ein Land in der Grösse von neun Morgen. Die Zersplitterung der Felder zeigt auch die Tatsache, dass im Dorfgebiet 6350 Landparzellen registriert wurden.

1945 begann die Verstaatlichung. Am Ende der 40er Jahre gaben die mit dem Kulakengesetz in Angst versetzten Bauer ihre Arbeit massenhaft auf, und übergaben ihre Immobilien dem Staat. Die römisch-katholische und die kalvinistische Gemeinde konnten auch zurückgedrängt werden, ihre Schulen und der Kindergarten wurden verstaatlicht. 1950 kam es auch zur Auflösung des Gemeinderates.

Die am 23. Oktober 1956 ausgebrochene ungarische Revolution und der Freiheitskampf war die protestierende Antwort auf die vorhergehenden Ereignisse. Die nationale Kommission und die Nationalgarde wurde auch in Lovasberény gegründet. Am 4. November setzte der konzentrierte Angriff der sowjetischen Roten Armee der weiteren Verbreitung der demokratischen Ansätzen ein Ende.

In den Jahren nach der Revolution und dem Freiheitskrieg trat die „Sozialisation” des Landes, die Gründung der Landesproduktionsgenossenschaften in den Vordergrund. Die sozialistische Landwirtschaft war in Lovasberény in der Landesproduktionsgenossenschaft „Új Barázda” konzentriert. Diese Veränderungen widerspiegeln sich auch in der Einwohnerzahl: 1949 lebten 3102, 1960 3129, 1970 2973, 1980 2639 und 1990 2594 Personen im Dorf. Heutzutage ist wieder eine steigende Tendenz zu beobachten: die Ortschaft hat 2701 Einwohner.

 

 

  
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