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Zusammenfassung

 

In den Waldlandschaften des östlichen Mecsek kamen menschliche Siedlungen relativ spät, auch dann zerstreut, zustande. Im Tal des Baches von Magyaregregy stammen die ersten Hinweise auf eine Siedlung vom Ende der Römerzeit, aus dem dritten Jahrhundert nach Christi. Auf der Stelle von Márévár (Máréburg) stand ein Wachtturm, auf der Stelle des zur Burg gehörenden Klosters wahrscheinlich eine Villa. Für die Römer könnte der nördlich-südlich liegende Tal als Verkehrsroute gedient haben.

Nach Ende der Römerzeit verging bis zur Erscheinung neuer Siedlungen fast ein ganzes Jahrtausend. Weitere Jahrhunderte vergehen nach der ungarischen Landnahme, bis neue Siedlungen im Tal auftauchen. Da keine vollständigen archäologischen Grabungen existieren, kann ihre Gründung nicht genau datiert werden. Die archäologischen Funde und die schriftlichen Quellen beweisen jedoch eindeutig, daß Márévár (Máréburg) mit dem Kloster und dem Dorf am Fuße der Burg am Ende der Árpádenzeit schon stand. Die erste, gothische Bauperiode der Burg kann von dieser Zeit datiert werden.

Die Burg erscheint in der ersten Urkunde als königlicher Besitz, den König Karl I. im Jahre 1326 Stefan Bogár und seinem Bruder verleiht. Die Geschichte von Márévár (Máréburg) kann von da an nachvollzogen werden, allerdings mit einigen unsicheren Faktoren. Die weiteren Besitzer sind auch bekannt: die Familien Becsei, Bátmonostori und Várdai, bzw. ihr Usurpator nach 1526, Zsigmond Nagy, der Diener von Paul Bakics (Pavle Bakič), serbisch-ungarischer Hauptmann König Ferdinands. Die urkundlichen Quellen widerlegen die Feststellung des Archäologen, der Grabungen um 1970 an diesem Ort führte. Der während der Türkenherrschaft aus Serbien nach Ungarn geflohene Paul Bakics eroberte zwar die Burg, sie bildete aber nicht seinen Besitz.

Demnach kann auch die Renaissance-Bauperiode der Burg nicht mit der Person von Paul Bakics und dem Interregnum nach 1526 in Verbindung gebracht werden. Vielmehr aber mit der Familie Várdai, in deren Besitz die Burg von 1470 an stand, von deren Mitgliedern auch mit dem Familienoberhaupt, Franz Várdai, dem Bischof von Karlsburg (Gyulafehérvár), der als einer der bedeutendsten Renaissance-Bauherren des Landes galt. Die Renaissance-Bauperiode fällt demnach auf die ersten Jahrzehnte des XVI. Jahrhunderts, auf jeden Fall vor 1526.

Inakzeptabel ist die Verbindung der dritten Bauperiode der Burg mit den raitzischen (serbischen) Verteidigern von Szigetvár. Nach den schriftlichen Quellen siedelten sie sich in Márévár nicht an. Die Bauherren sind dagegen die raitzischen Eroberer, die während der Türkenherrschaft den Türken dienten. Die Umstände der Zerstörung der Burg sind unbekannt.

Im Gebiet des heutigen Magyaregregy, bzw. teilweise dort entstanden im Mittelalter 16 Dörfer. Ein Teil von ihnen verschwand während der Türkenherrschaft (1526-1699), der andere Teil noch im Mittelalter. Nach dem langen Türkenkrieg am Ende des XVII. Jahrhunderts (1683-1699) „erwachte” nur das Dorf „Egregy”. Das Dorf „Máré” teilte sein Schicksal mit dem der Burg.

Der Neubeginn war auch in Egregy nicht reibungslos. Nach dem erwähnten Befreiungskrieg war das Dorf noch einige Jahre unbewohnt, 1695 dagegen schon bewohnt. 1704 fiel es dem sog. „Raitzensturm” zum Opfer. Alle fünf Häuser des Dorfes wurden in Brand gelegt, der neu angekommene Ansiedler wurde getötet und die Tiere wurden fortgetrieben. Nach der Überlieferung lag das alte Dorf einige Hundert Meter westlich vom heutigen am Berghang. Nach der Verwüstung des kaiserlichen Heeres war das unbewohnte Dorf im Besitz der Hofkammer in Wien. 1695 gehörte es jedoch als bewohnte Ortschaft dem Bischof von Fünfkirchen (Pécs), dessen Besitzrecht 1703 von Kaiser Leopold I. anerkannt wurde.

Auffallend ist bei dem ausführlichen Verzeichnis der Kirchengüter aus dem Jahre 1733, daß das Dorf, obwohl es keine Ansiedlungsmöglichkeit hat, weitere Ansiedler aufnahm. Das bischöfliche Dominium betrieb keine Allodialwirtschaft, nur Forstwirtschaft. Zur Abholzung kam es aber nur im XIX. Jahrhundert. Die Urbarialdienste wurden nach der allgemeinen Regel geleistet.

Ein bedeutender Teil der Gebrauchsgegenstände wurde von der Bevölkerung selbst hergestellt. Die Gewerbetätigkeit beschränkte sich im XVIII. Jahrhundert fast ausschließlich auf die lokalen Ansprüchen entsprechenden Mühlen. An der Wende des XIX. Jahrhunderts wurde mit dem Kohlenabbau der drei Kohlenlager in der Nähe des Dorfes begonnen, allerdings auf sehr primitive Weise. Die Versuche zum Kohlenabbau hielten bis in die Mitte des XX. Jahrhunderts an, die trotz der gleichen Qualität mit der Kohle von Szászvár und Komló, erfolglos bleiben, woran vor allem das geringe Vorkommen und die ungünstigen Transportbedingungen schuld waren. Das Dorf hat den Prozeß um die Beseitigung der Urbarialverhältnisse 1857 veranlaßt, das Urteil wurde erst 1881 ausgesprochen. Die 47 1/8 Grundstücke gerieten in den Besitz von 129 ehemaligen Leibeigenen, 54 Beisassen, dem Pfarrer, dem Dorflehrer und der Gemeinde selbst.

Die wichtigste Tätigkeit der zivilen Ortsverwaltung bestand in der Erwerbung des Titels als Sitz des Kreisnotariats, der drei Jahrzehnte lang dem Dorf eine zentrale Rolle sicherte. Weitere bedeutende Aufgaben stellten die kommunalen Fragen dar: Straßen, Eisenbahn, Post, Fernsprecher, Handel, die Erwerbung des Marktrechtes, die Verpachtung der Bergbau- und Jagdrechtes und des Schankbefugnisses, die Schaffung des Schul- und Gesundheitswesens.

Als Wurzel der sozialen Probleme gab eine Untersuchung aus dem Jahre 1938 die beschränkte Zahl der kultivierbaren Felder an. Der größte Teil der Feldbauer ist Kleinbesitzer. Mittlerbesitzer gibt es kaum. Das Gebiet des Dorfes ist schwer kultivierbarer, steiler Berghang. Die hier erstellten Güter decken kaum den lokalen Bedarf, zum Verkauf bleibt kaum etwas übrig. Die Tierzucht wird auch als nicht bedeutend bewertet. 21% der Bevölkerung mit selbständigem Einkommen sind Bergleute, 13% Handwerker, 3% Händler. Als Ergänzung zum Lebensunterhalt arbeiten auch die Feldbauern in der Forstwirtschaft.

Im zweiten Weltkrieg geriet das Dorf, bzw. der ganze Tal nicht in die Frontlinie, die sowjetische Belagerung erfolgte relativ ruhig, aber nicht ohne Atrozitäten. Die Verschleppung der deutschen Bevölkerung in sowjetische Arbeitslager konnte durch den markanten Auftritt des Kreisnotars, genauso wie die Vertreibung des deutschen Ethnikums durch den einheitlichen Auftritt der Dorfgemeinde verhindert werden. Einige deutsche Familien aus der Umgebung, die wegen der Agrarreform oder der Vertreibung Konfiskation erleiden mußten, wurden von der Gemeinde aufgenommen.

Die totalitäre Macht hatte ihre lokalen Erscheinungsformen, im Ausbau der Rats-, Partei- und Volksfrontorganisation, in der obligatorischen Erntenabgabe, im Steuersystem, in den Kulakproblemen, in der Verstaatlichung und in der zwangsweise gegründeten Landesproduktionsgenossenschaft, allerdings ein wenig zurückhaltender als sonst. Die Bevölkerung konnte nämlich die Anführer aus dem Ort verhältnismäßig „in der Hand halten”.

Im Oktober 1956 wurde auch im Dorf die bewaffnete Nationalgarde gegründet, deren erstrangiges Ziel die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Versorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln war. Nach dem sowjetischen Eingriff verbarrikadiesierte sich eine bewaffnete Gruppe „Die Unsichtbaren aus dem Mecsek” (Mecseki láthatatlanok) in der Burg, deren Mitglieder vom sowjetischen und ungarischen Militär „beim letzten Sturm von Márévár” in die Flucht gejagt, bzw. zwei von ihnen an Ort und Stelle exekutiert wurden.

Interessant ist es im heutigen politischen System, daß während bei den Parlamentswahlen auch für Parteien abgestimmt wird, können bei den Kommunalwahlen im Dorf nur unabhängige Kandidaten erfolgreich sein.

Der Kern der Bevölkerung von Magyaregregy stammt aus der Zeit der Türkenherrschaft. Die mittelalterliche Kontinuität von einem Bruchteil der Bevölkerung läßt sich vermuten, kann aber nicht nachgewiesen werden. Die Zahl der Bewohner des Ortes zeigt bis 1960 eine steigende, danach eine abnehmende Tendenz.

Die kulturellen Verhältnisse sind durch die Beziehung zum Rivalen, zur Gemeinde Kárász geprägt. Römisch-katholische Kirche, Pfarramt und Schule gab es lange Zeit nur dort im Nachbardorf. Magyaregregy hat einen erbitterten Kampf um die Selbständigkeit im Schulwesen, und mit dem Aufbau der Kapelle „Szentkút” („Heiligenbrunnen”), die als Wallfahrtsort diente, auch im kirchlichen Bereich geführt.

Die Landschaft und die Bewohner von Márévár und Magyaregregy dienten als Thema sogar in der Belletristik, Anton Náray, Alexander Baksay, Josef Kulcsár, Géza Gárdonyi, Johann Kodolányi, Gisella Dénes entnahmen den Gegenstand ihrer Werke dieser Gegend.

Infolge der relativen Verschlossenheit des Dorfes konnten die Traditionen sowohl im sachlichen als auch im geistigen Bereich gut erhalten bleiben. Die ethnographische Aufarbeitung läßt sich bis heute auf sich warten, allerdings ist es bekannt, daß die Bevölkerung neben der Land- und Forstwirtschaft auch volkstümliche Handwerkerarbeit betrieb.

Die Bewohner von Magyaregregy gerieten wegen der vermindernden Fähigkeit des Dorfes zur Selbsterhaltung, bzw. wegen der Schließung des Bergwerks in Komló und Szászvár in schwere Lage. Die außerordentlich schöne Landschaft, die enge Bindung der Bewohner – Gebliebenen und Weggezogenen gleichermaßen – zum Dorf, das durch die Möglichkeit des Lebens in der Natur sicherte Freiheitsgefühl, das auch den Besucher mitreißt, wird hilfreich sein, um den Weg zu einer neuen, günstigen Entwicklungsperiode zu finden.

 

 

  
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