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Zusammenfassung

 

Szatmárcseke liegt an der ukrainischen Grenze, von Fehérgyarmat 18, von Nyíregyháza 88 Kilometer entfernt, am linken Ufer der Theiß. Die Siedlung hat 1640 Einwohner. Das innere Dorfgebiet nimmt 240, das äußere 3420 Morgen ein. Die Ortschaft liegt 110- 115 Meter über dem Meeresspiegel auf der Ebene von Szatmár. Das Gebiet wird von jeder Seite von Gewässern umgeben, im Norden und Westen liegt die Theiß, im Osten der Kanal Túr, im Süden ein Abwasserungskanal und die kleine Túr. Die Nähe der Karpaten hat ihre Wirkung auf den Niederschlag, der Jahresdurchschnitt beträgt 750 Millimeter . Dieses Klima entspricht vor allem Gartenkulturen, die wenig Wärme, aber viel Wasser brauchen. Eine gute Gelegenheit bieten die Weiden und Wiesen und die Viehzucht.

Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts war die ganze Gegend von dichten Eichen- Eschen- und Rüsterwäldern umgeben. An den Ufern der Flüsse gab es viele Trauerweiden und Weiden- und Pappelbäume auf dem Überschwemmungsgebiet. Als im Jahre 1181 der Ortsname in einer Urkunde auftauchte, wurde auch als Begründer der Siedlung der Name des Waldmeisters eines gewissen Cseke erwähnt. Den Ort besaß später die Familie Kölcsei, die dem Geschlecht Szentemágócs angehörte und durch ihre zwei Abstammungslinien der Familien Kölcsey und Kende bis 1945 der größte und maßgebendste Besitzer des Dorfes war. Am Anfang des 16. Jahrhunderts erwarben Cseke (das Dorf bekam das unterscheidende Attribut Szatmár erst im Jahre 1907) die Großbesitzerfamilien Báthori und Perényi als Pfandbesitz und Kaufgut, die ursprünglichen Besitzer konnten jedoch die Siedlung zurückbekommen. Im Jahre 1660 lebte schon eine große Zahl von Adeligen in dem von den Kriegszügen verschonten Ort. Ihre Zahl nahm in den kommenden Jahrhunderten weiter zu. Diese 10-15 Familien bilden den Kern der Großbauer am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Nachkommen der aus dem ungarischen Oberland im Jahre 1795 eingesiedelten sechzehn römisch-katholischen Familien bildeten die landwirtschaftliche Arbeiterschicht auf dem Herrschaftsgut.

Die Einwohnerzahl lag am Ende des Mittelalters – einer schriftlichen Quelle aus dem Jahre 1509, in der die Teilnehmer einer Auseinandersetzung festgehalten wurden, zufolge – bei etwa 300 Personen. 1660 wurden 108 Haushalte (etwa 504 Bewohner) registriert. Nach dem Rákóczi-Freiheitskampf nahm die Zahl der Bevölkerung drastisch ab. Im Jahre 1720 lebten hier zwanzig Leibeigenen- und vier Beisassenfamilien. 1785 wohnten jedoch 806 Personen in Cseke, das Dorfgebiet betrug um diese Zeit 6368 Morgen. Am Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Einwohnerzahl den Höhepunkt (2003 Personen), die wieder im Jahre 1960 (2165 Personen) angenähert werden konnte. Die Zahl der Bevölkerung wurde durch die Auswanderungswelle nach Amerika (etwa 300 Personen) und durch die zwei Weltkriege und nicht zuletzt durch die Wirtschaftsmigration im Lande negativ beeinflusst.

Seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Name von Cseke durch den Dichter, Politiker und Obernotar von Komitat Szatmár Ferenc Kölcsey bekannt und nach seinem Tod im Jahre 1838 auch berühmt. Er kam 1815 wegen Verteilung der Besitzgüter ins Dorf. Er wollte sich hier nicht endgültig niederlassen, blieb aber wegen seiner Familienverhältnisse (Tod seines Bruders Ádám, Erziehung dessen verwaisten Sohnes Kálmán) bis zu seinem Tod im Jahre 1838 hier. Er wurde im Ort beigesetzt. In der Kurie des Dichters, der eine klassische Bildung hatte, und die Werke der europäischen Philosophen seiner Zeit (Bayle, Fontenelle, Voltaire, Holbach, Goethe, Kant) sehr gut kannte, aber auch in der ungarischen Literatur bewandert war und über eine beneidenswerte Bibliothek verfügte, entstand am 22. Januar 1823 die Nationalhymne von Ungarn. Szatmárcseke wurde wegen dem Dichter, der Abgeordneter im Parlament war, und in politischen Angelegenheiten mit den größten seiner Zeit Miklós Wesselényi, István Széchenyi, Lajos Kossuth verglichen werden kann, zum Wallfahrtsort. Seit 1838 gilt das „heilige Grab” als Mekka aller Ungarn, die das Gefühl der Heimatliebe erfasst hat.

Zur Hymne, deren endgültiger Titel folgendermaßen heißt: „Aus den stürmischen Jahrhunderten des ungarischen Volkes”, komponierte Ferenc Erkel 1844 eine Musik. Mit dieser Musik wurde das Gedicht allgemein bekannt. 1848 wurde es sogar ins Hebräische übersetzt. Sein Erfolg liegt darin, dass im Gedicht die glorreichen Epochen der ungarischen Geschichte mit den Schicksalsschlägen, die wegen den Sünden der Überheblichkeit vom Gott erteilt wurden, abwechselnd vorgestellt werden. Der Tag (22. Januar) der Entstehung des Gedichtes gilt seit 1990, seit dem politischen Systemwechsel als Tag der ungarischen Kultur. Am vorausgehenden Sonntag versammeln sich jedes Jahr in Szatmárcseke diejenigen, die an den bleibenden Werten der ungarischen Kultur glauben.

Die selbst erbaute Kurie von Ferenc Kölcsey – von der mehrere Quellen berichten – kaufte im Jahre 1862 die verwandte Familie Kende. 1889 wurde das damals schon ruinenhafte Gebäude abgerissen. Das an seiner Stelle erbaute Haus fand im Jahre 1960 das gleiche Schicksal, denn hier wurde ein neues Kulturhaus errichtet. Dieses Gebäude beheimatet heute das aus zwei Zimmern bestehende Ferenc Kölcsey Gedenkhaus, in dem der Dichter und seine Zeit dem Publikum vorgestellt wird.

Landesweit berühmt ist der seit 1979 unter Denkmalschutz stehende kalvinistische Friedhof des Ortes. Die besonderen, nur für diesen Ort charakteristischen Grabstätten sind nirgendwo anders im Land zu finden. Das Grabholz, das nach mehreren Meinungen ein Boot darstellt, symbolisiert einen Menschen, dadurch wird die beigesetzte Person verkörperlicht. Über ihren Ursprung, über ihre Entstehungszeit entstanden seit 1930 als die Ethnographen den Friedhof „entdeckten” mehrere Hypothesen. Einige von ihnen stellten sogar eine Verbindung zu den sprachlich verwandten ugrischen Völker an der Ob her.

In einer Ecke dieses Friedhofs ist das Grab von Ferenc Kölcsey. Das erste Grabmal – eine gebrochene Säule – zeigte den Besuchern von 1854 bis 1938 die Ruhestätte des Dichters. An dem hundertjährigen Jubiläum seines Todes wurden die Überreste von Kölcsey, seinem Bruder und seiner Frau exhumiert und im Rahmen landesweiter Feierlichkeiten neu unter einem anderen Grabmal beigesetzt.

Die Verfasser dieses Buches stellen aufgrund der aufgearbeiteten schriftlichen Quellen die Geschichte des Ortes von dem Mittelalter bis zu den 1970er Jahren dar. Die Abstammungslinie des Geschlechtes Szentemágócs im 14-15. Jahrhundert, bzw. die Familienverbindungen der Familie Kölcsey im 18-19. Jahrhundert werden tabellarisch aufgelistet. Ein eigenes Kapitel ist den blutigen Ereignissen des Jahres 1919 gewidmet, als auf Verlangen des Führers des hiesigen Direktoriums eine rote Brigade bestehend aus 30-40 Personen die Kaserne belagerte und dabei zwei Gendarmen tötete und eine Person wegen seiner Aussagen in Sátoraljaújhely hinrichten ließ. Genauso ausführlich wird die Revolution von 1956 und das Verhalten der Bevölkerung behandelt.

In einem eigenen Kapitel wird das religiöse Leben der im 16. Jahrhundert kalvinistisch gewordenen Bevölkerung vorgestellt, genauso wie die Entwicklung des seit Mitte des 18. Jahrhunderts durchgehend existierenden Schulwesens. Die 1795 eingesiedelten katholischen Einwohner bauten mit der finanziellen Unterstützung von János Hám, dem Bischof von Szatmár ihre eigene Kirche im Jahre 1841, eine eigene Schule hatten sie seit 1809.

Im Anhang des Buches findet sich das Nachlassinventar der Schwägerin des Dichters Jozefin Szuhányi, der Frau von Ádám Kölcsey aus dem Jahre 1856. Das Inventar bietet Einblick in das Leben der mittleren Schicht des Adels in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Szatmárcseke hofft seine Zukunft mit dem Fremdenverkehr sichern zu können: über die Besucher hinaus, die den berühmten Friedhof und das Grab von Kölcsey aufsuchen und am Tag der Kultur sich hier versammeln, wird mit denen gerechnet, die die volkstümliche Gastronomie hoch schätzen. Im Februar jedes Jahres wird ein internationales Kochwettbewerb („cinkefőző verseny” – eine Kartoffelspeise mit Mehl), dann im August wiederum ein internationales Wettbewerb, an dem Pflaumenmarmelade gekocht wird, veranstaltet. Die Teilnehmer kommen aus Szatmár, Bereg und aus den ungarisch bewohnten Gegenden der Ukraine. In dieser Zeit erscheinen hier mehrere tausend Gäste, die ein reiches Folkloreprogramm genießen können.

 

   
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